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ᐅ Warum platzt die Lackierung bei MALM ab?

Erstellt am: 13.07.20 08:23
L
Lugipa
L
Lugipa
13.07.20 08:23
Ich habe in den letzten Monaten mehrfach bemerkt, dass bei meinem IKEA Malm-Kommodenmodell die Lackierung an den Kanten und größeren Flächen teilweise regelrecht abplatzt. Das Abplatzungsbild zeigt sich meist als scharfkantige Stellen, wo die oberste Lackschicht sich ablöst, während der Untergrund des Holzes sichtbar wird. Mich interessiert insbesondere, welche Faktoren aus Fertigungs- oder Materialsicht zu diesem Absprung der Lackierung führen können, denn ich wusste bisher, dass Möbel dieser Preisklasse zumindest oberflächlich versiegelt sind und eine gewisse Abriebfestigkeit mitbringen.

Meine Frage lautet deshalb: Welche Ursachen können dazu führen, dass die Lackierung bei MALM-Möbeln von IKEA so schnell und deutlich abplatzt? Ist es ein generelles Problem mit dem verwendeten Lack, der Grundierung oder spielt die Verarbeitung bzw. Handhabung eine größere Rolle? Gibt es bekannte Schwachstellen bei diesen Möbeln, etwa aufgrund von Materialkombinationen (Spanplatte, MDF, Furnier) oder durch Umwelteinflüsse wie Feuchtigkeit und Temperatur?

Ich freue mich auf fundierte Erklärungen, die möglichst nicht nur auf Erfahrungsberichte zurückgreifen, sondern auch auf technische Zusammenhänge eingehen, die das Phänomen plausibel machen.
K
kauti
13.07.20 09:37
Lugipa schrieb:
Welche Ursachen können dazu führen, dass die Lackierung bei MALM-Möbeln von IKEA so schnell und deutlich abplatzt?

Die Lackierung bei MALM-Möbeln basiert in der Regel auf einer dünnen, lösemittelbasierten oder wasserbasierten Beschichtung, die direkt auf Holzwerkstoffplatten (meist MDF oder Spanplatte) aufgebracht wird. Gründe für das Abplatzen der Lackschicht sind meist:

- Unzureichende Haftung der Lackschicht auf dem sehr glatten oder kontaminationsbehafteten Grundmaterial. Spanplatten haben zudem oft Hohlräume oder Unebenheiten, die die Beschichtung mechanisch schwächen.
- Spannungen in der Lackschicht aufgrund unterschiedlicher Ausdehnung zwischen Holzwerkstoff und Lack bei Temperatur- oder Feuchtigkeitsschwankungen. Holzwerkstoffe quellen unter Feuchtigkeit etwas, Lacke weniger.
- Mechanische Belastungen und Stöße an Kanten, die bei MALM-Kommoden häufig auftreten, da die Kanten dünn lackiert und wenig geschützt sind.
- Eventuelle Materialfehler wie unvollständige Grundierung oder mangelhafte Aushärtung des Lacks in der Serienfertigung.

Darüber hinaus ist zu beachten, dass günstige Möbel aufgrund von Kostenoptimierung oft nur oberflächlich lackiert werden (kein durchgehender Aufbau wie bei Massivholz), sodass eine dauerhafte Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Belastung limitiert ist.

Maßnahmen zur Verbesserung:

- Schonende Pflege und Vermeidung von mechanischer Beanspruchung an Kanten
- Kontrolle des Raumklimas (starke Feuchtigkeitsschwankungen vermeiden)
- Ggf. Nachlackieren mit geeigneten Klarlacken

Unterm Strich ist das Abplatzen bei MALM kein Einzelfall, sondern ein bekanntes Problem, das sowohl auf Fertigungsprozesse als auch Materialeigenschaften zurückzuführen ist.
C
CORYGAU
13.07.20 11:41
kauti schrieb:
umfasst sowohl auf Fertigungsprozesse als auch Materialeigenschaften zurückzuführen

Ich würde hier eine leicht differenzierte Sichtweise vorschlagen: Die Ursache lässt sich nicht pauschal dem Lack oder Material zuordnen. Es ist sicherlich richtig, dass Spanplatten und MDF grundsätzlich schwieriger zu beschichten sind als Massivholz. Trotzdem wird bei Möbeln wie MALM durchaus dauerhaft lackiert.

Mich irritiert eher, ob es nicht eine Rolle spielt, wie der Lackauftrag erfolgt ist – zum Beispiel bei der Vorbereitung der Oberfläche. Wenn die Oberfläche nicht ordentlich entfettet oder mit einer Grundierung vorbehandelt wurde, ist eine dauerhafte Haftung schlichtweg technisch nicht herstellbar. Außerdem sollten die Lackschichten ausreichend Elastizität besitzen, um Bewegungen des Holzwerkstoffs auszugleichen.

Ein weiterer Aspekt, der selten genannt wird, ist die Rolle des Transports und der Montage. Gerade bei den MALM-Kommoden, die häufig selbst montiert werden, kann falsche Handhabung, zu festes Anziehen von Schrauben oder falsch ausgerichtete Teile die Lackschicht mechanisch belasten und zu frühen Beschädigungen führen.

Der Fokus auf Materialfehler kann dazu führen, dass das Nutzerverhalten unterschätzt wird. Es wäre interessant, ob es Fälle gibt, wo nach bestimmter Art der Nutzung keine Abplatzungen auftreten im Vergleich zu anderen.
R
raquel52
13.07.20 14:16
Lugipa schrieb:
Gibt es bekannte Schwachstellen bei diesen Möbeln, etwa aufgrund von Materialkombinationen (Spanplatte, MDF, Furnier) oder durch Umwelteinflüsse wie Feuchtigkeit und Temperatur?

Zur Ergänzung: Ja, insbesondere die Kombination von niedriger Qualität der Spanplatten und dem oft eingesetzten, dünnen Melamin- oder Lacküberzug (bei MALM ist es wohl eine Art Kunststofflack) macht das Abplatzen wahrscheinlicher.

Möbel aus Spanplatte nehmen, wie schon erwähnt, Feuchtigkeit auf und quellen auf, was die Lackschicht unter Spannung setzt. Die Lackierung kann dann reißen oder abplatzen.

Zusätzlich ist die Kantenversiegelung bei MALM oft minimal. Diese Kanten sind besonders anfällig, da die Lackierung hier dünn und wenig mechanisch geschützt ist. Wird ein Möbelstück umgestellt, gegen Wände gestossen oder bei Feuchtigkeit nicht richtig getrocknet (etwa im feuchten Raum), erhöht das die Chance, dass Lack abplatzt.

Eine weitere Schwachstelle ist die Belastung bei der Montage, die Lackschicht kann darunter leiden, gerade wenn die Platten sehr dünn sind und sich unter Druck leicht bewegen.

Kurz gesagt: Es handelt sich um eine Mehrfachursache:
1. Materialspanplatten quellen
2. Dünner Lack mit begrenzter Flexibilität
3. Schwache Kantenversiegelung
4. Mechanische Beanspruchung
5. Umweltfaktoren (Feuchtigkeit, Hitze)
J
Joe52
14.07.20 10:02
Ich möchte auch mal eine eher emotionale Perspektive einbringen, weil ich mich über genau das Problem mit meinem MALM-Schrank sehr geärgert habe. Anfangs war ich überzeugt, IKEA-Möbel wären robuste Produkte - aber dass die Lackierung so schnell abplatzt, ist echt enttäuschend. Man investiert ja meist ein bisschen Zeit und auch Gefühl in den Möbelaufbau.

Manchmal fragt man sich, ob man etwas falsch gemacht hat oder ob die Möbel einfach nicht dafür gemacht sind, länger als ein paar Jahre ohne sichtbare Schäden zu halten. Ich hätte mir auch gewünscht, dass die Oberfläche zumindest an den Kanten stabiler wäre oder man auf eine robustere Beschichtung setzen würde.

Gleichzeitig soll man natürlich auch nicht übermäßig vorsichtig sein, weil Möbel ja zum Benutzen da sind. Aber wenn man dann nach normaler Nutzung immer wieder Lackschäden sieht, entsteht Frust. Vielleicht könnte IKEA hier noch nachbessern oder Hinweise geben, wie man solche Schäden vermeiden kann. Zum Beispiel eine extra Beschichtung für die Kanten beim Aufbau oder eine Art Schutzfolie für den Versand.

Ich hoffe, meine Erfahrung hilft vielleicht, um zu verstehen, dass das Problem auch Nutzer betrifft, die sich bemühen, schonend mit ihren Möbeln umzugehen.
B
BOSULE
14.07.20 14:09
CORYGAU schrieb:
Es wäre interessant, ob es Fälle gibt, wo nach bestimmter Art der Nutzung keine Abplatzungen auftreten im Vergleich zu anderen

Diesen Gedanken möchte ich aufgreifen und ergänzen: Ja, der Faktor Nutzungsverhalten ist entscheidend und sollte nicht unterschätzt werden.

Außerdem lässt sich ergänzen, dass die Art der Lackierung bei MALM-Möbeln industriell optimiert wurde, um Produktionskosten zu minimieren. Die lackierte Oberfläche ist eher eine dünne Hartlackschicht, die kaum Elastizität aufweist, sodass sie bei punktuellen Belastungen oder Drucknachlässen sofort Risse oder Absprünge zeigt.

Ein weiterer wesentlicher Punkt ist, dass MDF und Spanplatten von Natur aus hygroskopisch sind. Werden MALM-Möbel in Räumen mit wechselnder Luftfeuchte aufgestellt, dehnen und schrumpfen die Platten, und jede Bewegung ist fatal für die starre Lackschicht.

Daher empfehle ich bei solchen Möbeln für Nutzer:
- Prüfen Sie das Raumklima und vermeiden Sie hohe Feuchtigkeit
- Vermeiden Sie Stöße und scharfe Kantenbelastungen
- Verwenden Sie ggf. Auftragsmittel wie dünne Klarlackschichten, um kleine Schäden zu vermeiden

Zusammengefasst ist die Kombination aus Materialeigenschaft (Spannungen durch Feuchtigkeit), industrieller Lackierung (dünn, wenig elastisch) und mechanischer Beanspruchung (Transport, Gebrauch) der Hauptgrund für das Abplatzen.
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