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ᐅ Wie kann IKEA Hemnes für barrierefreies Wohnen angepasst werden?

Erstellt am: 21.01.24 08:37
A
avdiron
A
avdiron
21.01.24 08:37
Ich beschäftige mich momentan intensiv damit, wie man bestehende Möbelstücke aus dem IKEA-Sortiment für barrierefreies Wohnen anpassen kann. Konkret interessiert mich dabei das Modell Hemnes, das durch seine klassische Optik zwar sehr beliebt, aber in seiner Standardausführung nicht optimal für Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder Behinderungen geeignet ist.

Meine Frage an die Runde lautet deshalb: Wie kann IKEA Hemnes für barrierefreies Wohnen so modifiziert oder ergänzt werden, dass es den Alltag von Menschen mit verschiedenen Einschränkungen erleichtert? Dabei denke ich insbesondere an Aspekte wie Höhenanpassungen, Griffe, die besser greifen lassen, oder Anpassungen, die den Zugang für Rollstuhlfahrer ermöglichen.

Ist eine Umgestaltung der bestehenden Möbel durch Eigeninitiative oder spezialisierte Handwerker möglich, oder lohnt sich eher der komplette Ersatz gegen speziell entwickelte barrierefreie Möbel? Würde mich freuen über detaillierte Hinweise, am besten auch mit Praxisbeispielen oder technischen Tipps.
G
GOLO42
21.01.24 10:12
Die Anpassung des IKEA Hemnes für barrierefreies Wohnen ist ein sehr interessantes Thema, welches viele technische und praktische Herausforderungen mit sich bringt.

Zunächst ist zu sagen, dass Hemnes-Möbel aufgrund ihres Massivholzcharakters relativ gut für Modifikationen geeignet sind. Für eine Höhenanpassung beispielsweise können die Beine abgeschraubt und durch längere oder kürzere ausgetauscht werden, was den Zugang für Rollstuhlfahrer deutlich erleichtern kann – etwa bei Kommoden oder Nachttischen. Dabei muss allerdings auf die Statik geachtet werden, um die Stabilität nicht zu gefährden.

Als nächstes bietet sich der Austausch der Griffe an. Da standardmäßige Holz- oder Metallgriffe bei eingeschränkter Greifkraft oder feinmotorischen Problemen schwierig zu bedienen sein können, könnten ergonomisch geformte, größere Griffe oder sogar Griffe mit weichem Überzug montiert werden. Solche Griffe sollten eine einfache Handhabung ermöglichen, auch wenn nur eine eingeschränkte Muskelkraft vorliegt.

Für Schränke und Schubladen kann auch der Einbau von Soft-Close-Scharnieren und Selbsteinzügen sinnvoll sein, da diese Mechanismen weniger Kraftaufwand für das Öffnen benötigen. Häufig unterschätzt wird die Wichtigkeit von gleitfähigen Laufschienen, die zusätzlich reduziert werden können.

Eine weitere Option ist der Einsatz von Hebelgriffen statt Drehgriffen, vor allem bei Türen. Das lässt sich allerdings nicht ohne Weiteres bei Hemnes-Kleiderschränken realisieren, da das Design neu angepasst werden müsste.

Hinsichtlich eines komplett barrierefreien Ersatzes wäre zu überlegen, ob speziell auf die Bedürfnisse vor Ort abgestimmte Möbel nicht langfristig praktischer sind – diese werden häufig inklusive Höhenanpassung, rutschfesten Oberflächen und taktilen Markierungen gebaut.

Mich würde noch interessieren, welche konkreten Einschränkungen im Alltag hier besonders zu berücksichtigen sind, um die Modifikationen besser darauf auszurichten. Beispielsweise sind die Anforderungen eines Rollstuhlfahrers mit voller Handfunktion andere als bei jemandem mit sehr eingeschränkter Greifkraft.
N
narDietmar
21.01.24 13:57
GOLO42 schrieb:
Für eine Höhenanpassung beispielsweise können die Beine abgeschraubt und durch längere oder kürzere ausgetauscht werden, was den Zugang für Rollstuhlfahrer deutlich erleichtern kann – etwa bei Kommoden oder Nachttischen.

Das ist ein guter Punkt. Ich möchte hier ergänzen, dass man bei der Änderung der Möbelhöhe auch auf die Breite unter dem Möbelstück achten sollte, damit Rollstühle oder andere Gehhilfen tatsächlich Platz finden. Oft wird nur an die Höhe gedacht, aber der Freiraum in der Tiefe und Breite ist mindestens ebenso wichtig.

Weiterhin empfehle ich für Schubladen und Türen den Einbau von leicht zu bedienenden, vorzugsweise elektrischen Öffnungsmechanismen, sofern das Budget und der technische Aufwand es erlauben. Das kann die Selbstständigkeit im Alltag deutlich erhöhen.

Solche Modifikationen sollten am besten mit einem Schreiner oder einer Fachkraft für barrierefreies Wohnen abgestimmt werden, da sie Erfahrung mit den Anforderungen und der Materialbeschaffenheit von Holzmöbeln haben.
K
KLO-KA
22.01.24 07:29
Ich würde empfehlen, bei Hemnes-Möbeln die Griffe durch längere Stangengriffe zu ersetzen. Die sind einfacher zu greifen.

Außerdem sollten Schubladen mit Selbsteinzug eingebaut werden, um den Kraftaufwand zu minimieren.

Das ist der beste Weg, um die Möbel ohne großen Aufwand barrierefreier zu machen.
A
avdiron
22.01.24 09:43
narDietmar schrieb:
Ich möchte hier ergänzen, dass man bei der Änderung der Möbelhöhe auch auf die Breite unter dem Möbelstück achten sollte, damit Rollstühle oder andere Gehhilfen tatsächlich Platz finden.

Das ist ein wichtiger Hinweis – das hatte ich so noch nicht genauer betrachtet, aber tatsächlich kann eine simple Höhenanpassung wenig bringen, wenn der Bewegungsradius darunter eingeschränkt bleibt.
GOLO42 schrieb:
Mich würde noch interessieren, welche konkreten Einschränkungen im Alltag hier besonders zu berücksichtigen sind, um die Modifikationen besser darauf auszurichten.

Ich denke vor allem an Menschen, die auf Rollstühle angewiesen sind und bei der Greiffunktion der Hände Einschränkungen haben, also z.B. spastische Bewegungen oder geringe Kraft. Das macht ja die Bedienung vieler Möbel im Wohnumfeld sehr schwer.

Was genau für Öffnungsmechanismen würdet ihr empfehlen, die technisch relativ einfach anpassbar sind und dabei auch finanziell im Rahmen bleiben? Gibt es da praktische Beispiele für elektrische Nachrüstungen speziell für Hemnes?
N
nubar
22.01.24 14:18
Die Kombination aus Höhenanpassung, ergonomischen Griffen und leichten Öffnungsmechanismen ist sicherlich der Kern bei der Barrierefreiheit.
avdiron schrieb:
Was genau für Öffnungsmechanismen würdet ihr empfehlen, die technisch relativ einfach anpassbar sind und dabei auch finanziell im Rahmen bleiben?

Hier kann man auf sogenannte elektrische Push-to-Open Systeme zurückgreifen. Diese ersetzen mechanische Griffe, da man nur leicht gegen die Tür oder Schublade drücken muss. Solche Systeme sind meist batteriebetrieben und können oft sogar nachträglich eingebaut werden.

Außerdem lohnt sich der Austausch herkömmlicher Griffe gegen große, griffige Hebel bzw. Loop-Griffe, die auch mit Hilfsmitteln gut funktionieren.

Im Handwerksbereich gibt es auch modular aufsetzbare Halterungen für Rollstuhlfahrer, um Schranktüren automatisch zu öffnen, was allerdings teurer und komplexer ist.
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