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ᐅ Welche Schwellenwerte sind kritisch bei KALLAX-Tischumbauten?

Erstellt am: 30.06.17 10:17
R
rolujo
R
rolujo
30.06.17 10:17
Hallo zusammen,

ich beschäftige mich aktuell mit Umbauten von IKEA KALLAX-Tischen, bei denen die originalen Fachbrett-Konstruktionen verändert werden sollen. Dabei stellt sich mir die Frage: Welche Schwellenwerte sind bei solchen KALLAX-Tischumbauten kritisch zu beachten? Damit meine ich vor allem mechanische Belastbarkeiten wie maximale Traglasten, Materialstärken und eventuelle Punkte, an denen die Stabilität oder Sicherheit deutlich beeinträchtigt wird – zum Beispiel bei Ausschnitten, Veränderungen an den Verbindungsstellen oder Änderungen der Einspannweiten.

Ich suche hier erfahrungsbasierte Einschätzungen oder auch technische Hinweise, welche Werte man bei der Planung auf keinen Fall überschreiten sollte, damit der Tisch auch langfristig sicher und stabil bleibt. Wäre klasse, wenn ihr eure Erfahrungen oder fundiertes Wissen dazu teilen könntet!
K
kaju67
30.06.17 10:38
rolujo schrieb:
Welche Schwellenwerte sind bei solchen KALLAX-Tischumbauten kritisch zu beachten?

Hey rolujo, super spannende Frage! :-)
Ich habe selbst schon ein kleines KALLAX-Projekt gemacht und dabei gemerkt: Die maximale Tragkraft ist echt ein Thema. IKEA gibt offiziell etwa 13 kg pro Fach an, aber sobald man Schnitte reinmacht oder Verbindungsstellen auftrennt, verliert das Ganze deutlich an Stabilität.

Mein Tipp: Total kritisch sind Punkte, an denen Du die Verbindungsnuten durchtrennst, weil die ganze Kraftverteilung da anfängt zu kippen. Am besten, du verstärkst solche Stellen mit zusätzlichem Holz oder Metallwinkeln.

Kleiner Tipp aus Erfahrung: Vermeide Ausschnitte breiter als 30 cm an den Seiten, sonst wird’s schnell wackelig.
T
TARNE
30.06.17 11:04
kaju67 schrieb:
Die maximale Tragkraft ist echt ein Thema.

Genau das! Und ich ergänze: Wenn Du mehr als 10 kg pro Quadratmeter planst, wird’s echt spannend. Ich hatte mal einen KALLAX-Tisch zum Gaming umgebaut, der bekam da einen richtigen Belastungstest :-)

Mega wichtig ist auch die Dicke der Platten. IKEA verwendet Möbelplatten mit ca. 1,5 cm Stärke. Wenn du tiefer hobelst oder Ausschnitte machst, darfst Du nicht unter 1 cm kommen, sonst bricht dir das Material schneller durch.

Also: Schwellenwert beim Material ist definitiv ca. 1 cm Stärke, und bei Traglast würde ich ca. 10-12 kg pro Fach empfehlen, um langfristig sicher zu sein. Nicht zu unterschätzen ist die Belastung der Verbindungsschrauben und Leimstellen – die reißen schneller als man denkt!
S
Sepele
30.06.17 11:29
Ich ergänze das gerne mit einer strukturierten Übersicht, damit man die kritischen Punkte gut im Blick hat:

1. Materialstärke: < 1 cm bei den Plattenkanten ist kritisch, da hier die Bruchgefahr exponentiell steigt.
2. Maximale Belastung: Pro Fach max. 10-12 kg, sonst Gefahr der Verformung.
3. Ausschnittgröße: Maximal etwa 30x30 cm, größere Ausschnitte ohne Verstärkung destabilisieren die Struktur.
4. Verbindungselemente: Schrauben, Dübel und Leim müssen mindestens M4 oder 8 mm Durchmesser aufweisen, sonst ist die Belastbarkeit limitiert.

Wichtig ist, die Last stets als Gleichlast anzulegen und punktuelle Belastungen (z.B. schwere Geräte) möglichst zu vermeiden.

Ich empfehle zudem, bei größeren Umbauten Metallverstärkungen an den Ecken einzusetzen.
F
farkin
30.06.17 11:51
Sepele schrieb:
1. Materialstärke: < 1 cm bei den Plattenkanten ist kritisch

Genau, dazu möchte ich noch sagen: Die KALLAX-Platten werden aus gepresstem Holz mit Melaminfolie hergestellt und sind eben kein massives Holz. Das Verhalten bei Belastung differiert deutlich. Darum ist der Schwellenwert von 1 cm wirklich ein ernstzunehmender Grenzwert. Reduziert man die Dicke durch Zuschnitte oder Fräsungen darunter, nimmt die Tragfähigkeit stark ab.
Sepele schrieb:
3. Ausschnittgröße: Maximal etwa 30x30 cm

Falls größere Ausschnitte nötig sind, unbedingt Rippen oder Querstreben zur Verstärkung einplanen, sonst kann der Tisch leichter durchbiegen oder bei Krafteinwirkung brechen.
R
rolujo
30.06.17 12:20
farkin schrieb:
Die KALLAX-Platten werden aus gepresstem Holz mit Melaminfolie hergestellt

Danke für die wichtige Info! Das Materialverhalten ist also ein zentraler Aspekt. Das erklärt auch, warum man beim Bearbeiten Vorsicht walten lassen sollte.

Gibt es denn Erfahrungswerte, wie viel zusätzliche Verstärkung (z.B. in mm bei Metallwinkeln) sinnvoll ist, um die Stabilität über kritische Schwellenwerte hinaus zu sichern?

Außerdem: Wie sieht es mit der Breite der Einspannbereiche aus? Gibt es auch da Erfahrungswerte, ab wann die Einspannung beim Zuschnitt kritisch wird?
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