Immobilie in gutem Zustand finanzierbar?

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Zuletzt aktualisiert 04.03.2024
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Proeter

Jetzt kommen ein paar Funfacts aus dem Leben einer schwangeren Krankenschwester im Schichtdienst,
wahrscheinlich nicht für alle interessant.
Doch, für alle jungen oder werdenden Eltern extrem interessant. Das ist genau die Perspektive, die einem vor der Geburt häufig fehlt.

6. Ich bin sehr glücklich, dass wir bisher keine finanziellen Verbindlichkeiten haben, sodass auch mein Mann als unser Hauptverdiener.
Das ist übrigens eine wichtige Einschränkung. Bei Paaren, die in etwa gleich verdienen, ist der Verlust noch viel größer, wenn ein Gehalt wegfällt. Das hat der Gesetzgeber auch noch nicht so richtig erkannt, leider.

aber einen Betreuungsplatz zu bekommen ist auch nicht so leicht.
Nun - dafür gibt's den Rechtsanspruch, und nach allem was hier aus der Region höre, bekommt man schon einen Platz, wenn man es drauf anlegt. Auch ohne Klagen. Allerdings weiß die Gemeinde durchaus, wie sie sich dagegen wehrt: Wer als Interessent für einen Kita-Platz auch nur einmal das Wort "Rechtsanspruch" erwähnt, für den findet sich urplötzlich ganz schnell Platz, aber immer am anderen Ende der Stadt; bzw. bei sehr großen Städten gibt es Gerichtsurteile von "max. 30 Minuten mit ÖPNV", was allerdings in Großstädten mit dem Auto gern genauso lange dauert. Und so weit will/kann natürlich keiner fahren. Und solche angebotenen Kitas liegen rein zufällig auch nicht auf dem Weg zum Arbeitsplatz (dieser wird nämlich im Formular mitabgefragt). Da ist die Stadt diese lästigen Rechtsanspruchler schnell los. Vielleicht nimmt es einer von fünf mal in Anspruch. Und wenn man einen so angebotenen Platz einmal abgelehnt hat, dann darf man für zwei weitere Jahre keinen erneuten Rechtsanspruch geltend machen.

8. Kita ist teilweise extrem teuer. (Oben genannte Freundin hat für ein Kind 700€/Monat gezahlt).
Das hier ist der absolute Knackpunkt, bei dem auch ich mich im Forum immer wieder wundere, mit was für Vorstellungen die Finanzplanung angegangen wird. Danke, dass du das sagst! 700 €/Monat sind noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. In NRW ist das vielleicht obere Mittelklasse. Nimm mal Marl im nördlichen Ruhrgebiet. Da kostet der städtische Kitaplatz stolte 1036 €/Monat, wenn beide Eltern im Schnitt mehr als 3250 € netto verdienen. Da gehen dann mal eben 15% des Nettos für die Kita drauf. Für 1 Kind!
 
O

Oetti

Das ist natürlich wahr, deshalb meine ausführliche Erklärung. Absolute Schmerzgrenze errechnen und dann zu den Banken und mögliche Optionen abklopfen.
Immer die wirklich absolute Schmerzgrenze im Blick. Wenn man dann einen passenden Kredit findet, kann man das Projekt angehen. Wenn nicht, dann nicht.
Genau so waren wir vorgegangen. Haben alle Eventualitäten wie nur noch ein Gehalt,lange Elternzeit, Kinder etc durchrechnen lassen. Haben dann letztlich eine richtig schöne ETW mit zahlreichen Gimmicks gekauft und lachen uns inzwischen über die 800 Euro monatliche Belastung schlapp.
 
J

jens.knoedel

Da kostet der städtische Kitaplatz stolte 1036 €/Monat, wenn beide Eltern im Schnitt mehr als 3250 € netto verdienen.
Für welche Kita? Die Satzung sagt in Marl für U2 und 35 Stunden nur 607€ oder 45 Stunden 809€ bei 125.000€ Einkommen und mehr (höchste Stufe). 410/546€ bei 45 Stunden und über 2 Jahre. Daneben sind die letzten beiden Jahre in der Kita komplett kostenlos.
Also mal nicht ganz so schwarz malen.
 
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Proeter

Für welche Kita? Die Satzung sagt in Marl für U2 und 35 Stunden nur 607€ oder 45 Stunden 809€ bei 125.000€ Einkommen und mehr (höchste Stufe). 410/546€ bei 45 Stunden und über 2 Jahre. Daneben sind die letzten beiden Jahre in der Kita komplett kostenlos.
Also mal nicht ganz so schwarz malen.
Ich beziehe mich auf 45 Stunden für U2. Dort steht in der "Beitragstabelle für Kindertageseinrichtungen" ganz unten rechts 990,50 €, dazu kommen 46 € für die Verpflegung. Im Grunde das aber gar nicht so wichtig: selbst die von dir genannten 809€ (diese Zahl finde ich gar nicht im PDF-Dokument; außer in Recklinghausen - vielleicht bist du in deren Satzung gerutscht?) sind weit, weit oberhalb dessen, was hier regelmäßig in Finanzierungs-Threads genannt wird. Da schreibt man immer wieder locker "200 € für Kita". Das gibt es hier weit und breit nirgendwo, wenn man ein Gehalt hat, mit dem man sich ein Haus leisten kann. Außer in Monheim, aber das ist ja ein bekannter Sonderfall.
 
J

jens.knoedel

Na ja, ich schaffe mir keine Kinder an, um sie nach sechs Monaten für 45 Stunden die Woche abzuschieben.
Also würde ich persönlich immer die Kosten ab Ü2 nehmen. Zu Beginn gibt es Elterngeld. Und später auch nur die reinen Kita Kosten. Verpflegung sind sowieso-Kosten.
Und dann bist du für zwei Jahre dabei, weil länger musst du selten bezahlen.
Insofern würde ich mich nur an den Kosten aufhängen, wenn es so knapp ist, dass man quasi nach der Geburt das Kind wieder abgeben muss, weil die Arbeit und das Gehalt zu wichtig sind.
 
A

aero2016

Na ja, ich schaffe mir keine Kinder an, um sie nach sechs Monaten für 45 Stunden die Woche abzuschieben.
Die allermeisten Männer, die sich Kinder „anschaffen“, gehen sehr schnell nach der Geburt wieder 40h arbeiten und schieben folglich ihre
„angeschafften“ Kinder sehr wohl gute 45h in die Hände anderer Personen zur Betreuung. Sehr löblich, dass Du es anders handhabst und deinen Anteil an der Care-Arbeit übernimmst. Machen ja nicht viele.
 
Zuletzt aktualisiert 04.03.2024
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