Hallo zusammen,
ich beschäftige mich zurzeit intensiv mit dem Thema nachhaltige Materialien im Malm Möbelbau. Die Frage, die mich dabei umtreibt, ist: Gibt es wirklich geeignete, nachhaltige Materialien, die sich gut für den Bau von Malm-Kommoden eignen, ohne dass dabei die Stabilität, Ästhetik und Langlebigkeit leiden?
Ich meine damit konkret Materialien, die nicht nur umweltfreundlich produziert werden, sondern auch langlebig und reparaturfreundlich sind – also keine billigen Werkstoffe, die nach kurzer Zeit reif für die Tonne sind. Welche Optionen gibt es hier, eventuell auch abseits von klassischen Massivhölzern?
Ich freue mich über eure Erfahrungen, Einschätzungen – gerne auch mit Hinweisen auf konkrete Materialien oder Bezugsquellen. Vielleicht gibt es ja auch neue Entwicklungen, die auf den ersten Blick nicht so bekannt sind.
Danke schon mal im Voraus!
ich beschäftige mich zurzeit intensiv mit dem Thema nachhaltige Materialien im Malm Möbelbau. Die Frage, die mich dabei umtreibt, ist: Gibt es wirklich geeignete, nachhaltige Materialien, die sich gut für den Bau von Malm-Kommoden eignen, ohne dass dabei die Stabilität, Ästhetik und Langlebigkeit leiden?
Ich meine damit konkret Materialien, die nicht nur umweltfreundlich produziert werden, sondern auch langlebig und reparaturfreundlich sind – also keine billigen Werkstoffe, die nach kurzer Zeit reif für die Tonne sind. Welche Optionen gibt es hier, eventuell auch abseits von klassischen Massivhölzern?
Ich freue mich über eure Erfahrungen, Einschätzungen – gerne auch mit Hinweisen auf konkrete Materialien oder Bezugsquellen. Vielleicht gibt es ja auch neue Entwicklungen, die auf den ersten Blick nicht so bekannt sind.
Danke schon mal im Voraus!
Interessante Frage, jugahau.
Ich finde, der Begriff »nachhaltig« wird heutzutage viel zu inflationär benutzt, vor allem in der Möbelbranche. Muss man wirklich alles als nachhaltig hinstellen, nur weil es aus Holz ist? Wobei: Die meisten Massivhölzer sind auch nicht sinnvoll ohne das richtige Forstmanagement, sonst holzt man eher die Zukunft ab.
Das setzt für mich schon voraus, dass man bereit ist auf gewisse Kompromisse zu gehen – besonders was die Optik und Kosten angeht. Recyceltes Material zum Beispiel ist oft nicht schön genug oder schwer zu verarbeiten.
Falls es aber rein um den ökologischen Fußabdruck geht, könnte Bambus oder zertifiziertes Kiefernholz eine Option sein. Bambus wächst schnell und ist robust, aber passt nicht zu jedem Design. Letztlich frage ich mich, ob die meisten Endverbraucher das wirklich wollen – oder ob es eher Marketing ist.
Was meint ihr?
Ich finde, der Begriff »nachhaltig« wird heutzutage viel zu inflationär benutzt, vor allem in der Möbelbranche. Muss man wirklich alles als nachhaltig hinstellen, nur weil es aus Holz ist? Wobei: Die meisten Massivhölzer sind auch nicht sinnvoll ohne das richtige Forstmanagement, sonst holzt man eher die Zukunft ab.
jugahau schrieb:
Gibt es wirklich geeignete, nachhaltige Materialien, die sich gut für den Bau von Malm-Kommoden eignen, ohne dass die Stabilität, Ästhetik und Langlebigkeit leiden?
Das setzt für mich schon voraus, dass man bereit ist auf gewisse Kompromisse zu gehen – besonders was die Optik und Kosten angeht. Recyceltes Material zum Beispiel ist oft nicht schön genug oder schwer zu verarbeiten.
Falls es aber rein um den ökologischen Fußabdruck geht, könnte Bambus oder zertifiziertes Kiefernholz eine Option sein. Bambus wächst schnell und ist robust, aber passt nicht zu jedem Design. Letztlich frage ich mich, ob die meisten Endverbraucher das wirklich wollen – oder ob es eher Marketing ist.
Was meint ihr?
V
valerie-tr05.08.17 14:05Zur vertieften Betrachtung: Beim nachhaltigen Möbelbau, speziell für ein Korpusmöbel wie die Malm-Kommode, spielen mehrere Aspekte eine Rolle:
1. Materialwahl: Massivholz aus zertifizierter FSC- oder PEFC-Forstwirtschaft ist der Goldstandard. Diese Hölzer garantieren kontrollierte, bewusste Holzwirtschaft ohne Raubbau.
2. Alternative Materialien: Es bestehen Möglichkeiten mit Holzwerkstoffen wie MDF oder Multiplexplatten, bevorzugt aus recyceltem Holzanteil und mit emissionsarmen Leimen und Lacken.
3. Ökologisch günstige Leime und Beschichtungen: Falsche Kleber oder Lacke ruinieren die Ökobilanz trotz nachhaltiger Holzquellen.
4. Lebensdauer und Reparaturfähigkeit sind ebenfalls Nachhaltigkeitsfaktoren. Möbel, die leicht demontierbar, reparierbar und bei Bedarf recyclierbar sind, schonen Ressourcen langfristig.
Und Bambus, wie angesprochen, ist technisch eher für leichte Möbel geeignet, weniger für belastete Kommoden, es sei denn man arbeitet mit entsprechenden Verbundsystemen.
Welche konkreten Einsatzbedingungen schweben dir vor? Dann kann ich gezielter auf Materialeigenschaften und Verarbeitungsmethoden eingehen.
1. Materialwahl: Massivholz aus zertifizierter FSC- oder PEFC-Forstwirtschaft ist der Goldstandard. Diese Hölzer garantieren kontrollierte, bewusste Holzwirtschaft ohne Raubbau.
2. Alternative Materialien: Es bestehen Möglichkeiten mit Holzwerkstoffen wie MDF oder Multiplexplatten, bevorzugt aus recyceltem Holzanteil und mit emissionsarmen Leimen und Lacken.
3. Ökologisch günstige Leime und Beschichtungen: Falsche Kleber oder Lacke ruinieren die Ökobilanz trotz nachhaltiger Holzquellen.
4. Lebensdauer und Reparaturfähigkeit sind ebenfalls Nachhaltigkeitsfaktoren. Möbel, die leicht demontierbar, reparierbar und bei Bedarf recyclierbar sind, schonen Ressourcen langfristig.
NOAHSAU schrieb:Zum Teil ja, aber mit der richtigen Technik lassen sich hochwertige Multiplexplatten mit recyceltem Anteil fertigen, die kaum Schwächen hinsichtlich Ästhetik oder Stabilität zeigen.
Recyceltes Material ist oft nicht schön genug oder schwer zu verarbeiten.
Und Bambus, wie angesprochen, ist technisch eher für leichte Möbel geeignet, weniger für belastete Kommoden, es sei denn man arbeitet mit entsprechenden Verbundsystemen.
Welche konkreten Einsatzbedingungen schweben dir vor? Dann kann ich gezielter auf Materialeigenschaften und Verarbeitungsmethoden eingehen.
Das Thema ist wirklich spannend, jugahau! 🙂
Ich denke, Nachhaltigkeit hört nicht nach dem Material auf. Auch das Design spielt eine Rolle: Ein schlichtes, zeitloses Möbelstück wird viel länger geliebt und genutzt, sodass die Umweltbelastung sich auf lange Sicht minimiert.
Absolut! Und mal ehrlich: besser ein schlichtes Malm aus FSC-Holz als ein trendiges Teil aus Pressspan, das vielleicht schon nach 3 Jahren auseinanderfällt.
Noch ein Tipp, der mir gefällt: Upcycling-Ansatz. Alte Malm-Kommoden pimpen und anpassen – statt neu kaufen. So bleibt das Material im Kreislauf.
Aber klar, nicht jeder hat die Zeit dazu. Deshalb ist die Wahl des Materials natürlich das A und O. Nachhaltiges Möbelbauen bedeutet für mich auch, Freude am Stück zu haben und das sollte man nicht unterschätzen! :-)
Ich denke, Nachhaltigkeit hört nicht nach dem Material auf. Auch das Design spielt eine Rolle: Ein schlichtes, zeitloses Möbelstück wird viel länger geliebt und genutzt, sodass die Umweltbelastung sich auf lange Sicht minimiert.
valerie-tr schrieb:
Lebensdauer und Reparaturfähigkeit sind ebenfalls Nachhaltigkeitsfaktoren.
Absolut! Und mal ehrlich: besser ein schlichtes Malm aus FSC-Holz als ein trendiges Teil aus Pressspan, das vielleicht schon nach 3 Jahren auseinanderfällt.
Noch ein Tipp, der mir gefällt: Upcycling-Ansatz. Alte Malm-Kommoden pimpen und anpassen – statt neu kaufen. So bleibt das Material im Kreislauf.
Aber klar, nicht jeder hat die Zeit dazu. Deshalb ist die Wahl des Materials natürlich das A und O. Nachhaltiges Möbelbauen bedeutet für mich auch, Freude am Stück zu haben und das sollte man nicht unterschätzen! :-)
Interessanter Thread.
Mir ist wichtig, dass wir bei der Frage nach nachhaltigen Materialien nicht nur auf die reine Materialbasis achten, sondern auch die gesamte Wertschöpfungskette kritisch hinterfragen. Dazu gehören Transportwege, Herstellungsverfahren und soziale Aspekte bei der Produktion.
Hier würde ich empfehlen, sich auf regional verfügbare, zertifizierte Hölzer zu konzentrieren, die kurze Transportwege garantieren. Zum Beispiel Eiche aus nachhaltiger Mitteleuropäischer Forstwirtschaft ist robust und langlebig, aber leider auch teuer.
Eine provokante These: Künstliche Werkstoffe wie bestimmte biobasierte Kunststoffe oder recycelte Werkstoffe könnten perspektivisch nachhaltiger sein als manches Holz, wenn Umweltbilanz und Lebenszyklus berücksichtigt werden.
Aber aktuell ist das noch experimentell. Solange ist nachhaltiges, zertifiziertes Holz meiner Meinung nach die sicherste Bank.
Mir ist wichtig, dass wir bei der Frage nach nachhaltigen Materialien nicht nur auf die reine Materialbasis achten, sondern auch die gesamte Wertschöpfungskette kritisch hinterfragen. Dazu gehören Transportwege, Herstellungsverfahren und soziale Aspekte bei der Produktion.
jugahau schrieb:
Gibt es wirklich geeignete, nachhaltige Materialien, die sich gut für den Bau von Malm-Kommoden eignen, ohne dass die Stabilität, Ästhetik und Langlebigkeit leiden?
Hier würde ich empfehlen, sich auf regional verfügbare, zertifizierte Hölzer zu konzentrieren, die kurze Transportwege garantieren. Zum Beispiel Eiche aus nachhaltiger Mitteleuropäischer Forstwirtschaft ist robust und langlebig, aber leider auch teuer.
Eine provokante These: Künstliche Werkstoffe wie bestimmte biobasierte Kunststoffe oder recycelte Werkstoffe könnten perspektivisch nachhaltiger sein als manches Holz, wenn Umweltbilanz und Lebenszyklus berücksichtigt werden.
Aber aktuell ist das noch experimentell. Solange ist nachhaltiges, zertifiziertes Holz meiner Meinung nach die sicherste Bank.
Ähnliche Themen