Ablauf Architekt Grundriss Phase 1-4

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JuliaMünchen

Bei diesem Thread habe ich gerade ein Déja vue...nur das unser Architekt NOCH langsamer war und es teilweise 4-6 Wochen gedauert hat, bis eine in unseren Augen minimale Änderung dann endlich geschickt wurde. Der Kommentar meiner Kollegin war damals "das sind Kreative, die sind alle so". Dass das nicht stimmt, durften wir dann zum Glück noch nach der Leistungsphase 4 in der Werkplanung erleben, als wir mit dem Architekten der Baufirma weitergeplant haben, da lagen WELTEN dazwischen in der Arbeitsweise (Kommunikation, Schnelligkeit, Mitdenken, eigene Vorschläge usw.). Wir haben aber auch den Fehler gemacht, nicht klar zu sagen, dass wir bis zu einem fixen Enddatum fertig sein wollen, habens dann während des Planungsprozesses mit Nachfragen und dezenten bis eindeutigen Hinweisen versucht, zu beschleunigen und was soll ich sagen, es hat alles nix gebracht:) Der Mann hat so schnell gearbeitet und war so stur wie ein Esel, einfach im Nachhinein die falsche Wahl. Was aber oft geholfen hat Missverständnisse zu umschiffen und ein paar Schleifen weniger zu drehen: Wenn wir konkret wussten, was geändert werden soll, haben wirs direkt in den Plan eingezeichnet (Türen verschieben, Wände anders einziehen, Räume tauschen etc) und haben dann nur noch gefragt, ob das statisch geht.
Und ein allgemeiner Tipp: Sich immer die Vorschläge oder Bedenken des Architekten anhören aber nie über die eigenen Wünsche stellen. Uns hat man natürlich auch gesagt, dass fast niemand mehr einen Balkon baut, Holzboden in der Küche polarisiert, bodentiefe Fenster im OG schöner wären und eine Fertiggarage ganz ohne Dach doch gar nicht so schlimm wäre aber da kam mir dann doch mein starker Wille zu Gute und der Architekt hat sehr schnell gemerkt, dass man mir nichts ausreden kann, was ich einfach so haben möchte, weil ich das einfach gut finde. Es ist euer Haus, euer Geld und ihr müsst und dürft da hoffentlich 30-40 Jahre drin leben, wenn ihr einen Windfang wollt, ist es sowas von egal, ob den irgendwer noch heute baut oder ob euer Architekt das unmodern findet, steht zu euren Wünschen, ihr ärgert euch sonst schwarz über alles, zu dem ihr irgendwie überredet wurdet aber nicht wirklich überzeugt ward.
 
11ant

11ant

Aber danke für den verächtlichen Tonfall.
Auch wenn man den Menschen in Bayern einen Mangel an hanseatischer Steifheit ;-) nachsagen mag, einen "verächtlichen Tonfall" las ich bei @Zaba12 nicht - gegenüber keinem/r Diskussionsteilnehmer/in.
Zu denken, dass ein unerfahrener Bauherr zackidizack sein Traumhaus aus dem Ärmel schüttelt ist doch nicht real.
Auch das übliche Procedere eines EFH-Planungsprozesses denkt dies nicht, ist sich der regelmäßigen Laieneigenschaft der nicht selten erstgebärenden EFH-Bauherren bewußt und bildet diese angemessen ab.
Wir sprechen beruflich mit unseren Planern (und den hauseigenen Architekten der Firma) bei den verschiedenen Projekten die nächsten zwei, drei Termine fix ab und sprechen dann die bis dahin gesammelten Überlegungen zum Projekt ab.
Abgesehen davon, daß das nach dem typischen Betriebswirte(miß)verständnis von Organisation klingt, stehe ich hier auf dem Schlauch: "verschiedene Projekte" (Plural) und "beruflich" verträgt sich nicht recht mit "EFH" und "privatem (= Selbstnutzer) Bauherrn"; ebenso klingt "den hauseigenen Architekten (Plural) der Firma" nach großem GU statt nach EFH vom freien Architekten geplant (???)
 
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hampshire

hampshire

Für die gelingende Kommunikation ist es sehr zuträglich, wenn alle Beteiligten ein großes Interesse am Projekt und nicht nur am Verdienst am Projekt haben. Daher empfehle ich so oft bei der Wahl der Dienstleister - ob Architekt oder Handwerker - ein paar weiche Aspekte in Betracht zu ziehen:
  • Woran erkenne ich, dass mein Gegenüber seine Arbeit liebt?
  • Wie zufrieden sind die Mitarbeiter? (kann man mal eine Baustelle besuchen, bekommt man den Umgang untereinander mit...)
  • Wie hoch ist die Begeisterung für die Wünsche des Bauherren?
Zu diesen Fragen konnten wir nur in direkten Gesprächen Sicherheit finden - daher nahmen wir einen Architekten, vergaben die Gewerke selbst und besprachen unsere Wünsche und Vorstellungen wie wir leben wollen und ließen uns beraten und von der Kreativität der Dienstleister helfen und positiv überraschen. Jeder Dienstleister hatte auf diese Weise einen eigenen kreativen Anteil am Projekt, was die Identifikation erhöhte und damit auch die Freude und Bereitschaft zur Kommunikation. Hat geklappt, ist aber keine Garantie.
Mit Herz und Verstand bauen gelingt besser als nur nach Verträgen, Zahlen und Preisen - so wichtig diese auch sind.
 
K

Kapitänin

Ich wollte noch mal eine Art Fazit oder Zwischenstand geben.
Vielen Dank erstmal für eure ganzen Beiträge.
Gelernt haben wir: reden ist Gold und es wird nicht so heiß gegessen wie gekocht wird ;)

Wichtig sind einfach immer die persönlichen Termine, an denen wir gemeinsam vor dem Entwurf saßen und Wände, Türen etc hin und her geschoben haben.
Der Architekt hatte uns (entgegen der schriftlichen Aussage... Oder das was wir draus gelesen haben..) alle seine Bedenken gegenüber einem Windfang geäußert aber auch betont, dass er uns einen plant, wenn wir denn einen möchten.

Also wir kommen weiter voran. Auch wenn die Rückmeldungen von ihm etwas länger dauern als erhofft. Aber gut Ding will wohl Weile haben.

So genug der Phrasendrescherei.
Grüße
 
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