Abbruch Zusammenarbeit Architekt - verlangt überzogenes Honorar

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Masipulami

Masipulami

Genau so lese ich das aus.

Ich denke die Kernfrage sollte sein:
Wurde bereits ein Vertrag unterschrieben oder nicht?
Falls nein, denke ich, dass ihr auf der sicheren Seite seid.

Das ist allerdings nur meine laienhafte Meinung. Ich lasse mich da gerne eines besseren belehren.
 
D

Doc.Schnaggls

Ich würde es auch so sehen, dass es sich hierbei um ein Angebot handelt, das Ihr annehmen könnt oder auch nicht.

Immer vorausgesetzt, Ihr habt dem Architekt gegenüber noch keine Zusage, in welcher Form auch immer, gemacht.

Vielleicht meldet sich ja noch ein juristisch erfahrenes Forumsmitglied dazu zu Wort.

Grüße,

Dirk
 
S

stefanh

Hallo,

meine Frau und ich waren damals in einer ähnlichen Situation. Unser damaliger Architekt wollte uns sein "Standard-Haus" andrehen da er damit am wenigstens Arbeit hat und ist mehrfach nicht auf unsere Wünsche eingegangen. Wir haben uns darauf schnell wieder von ihm getrennt da eine Zusammenarbeit unmöglich war.

Einen Vertrag hatten wir nicht abgeschlossen - und trotzdem eine Rechnung erhalten. Selbst über den Fachrechtsanwalt (Baurecht) konnten wir nichts ausrichten.

Hier ein Auszug vom damaligen RA:
Ein Architektenvertrag kann grundsätzlich auch in mündlicher Form geschlossen werden. Die Folge daraus ist, dass der Architekt mangels schriftlicher Festlegung des Honorars seine erbrachten Leistungen nach der HOAI zu den Mindestsätzen abrechnen kann.

Bei der Abgrenzung zwischen vergütungspflichtigem Auftrag oder kostenfreier Akquise sind 4 Stufen zu prüfen.
a. Der Architekt wird tätig.
b. Der Architekt übergibt Planungsleistungen.
c. Der Bauherr nimmt Planungsleistungen entgegen.
d. Der Bauherr entfaltet weitere Aktivitäten.

In den Stufen a-c ist eher von kostenfreier Akquise auszugehen, ab Stufe d ist von einem vergütungspflichtigen Vertrag auszugehen. Stufe d könnte sich nach Ihrer Schilderung daraus ergeben, dass nach weiteren Gesprächen bzw. Telefonaten abgeänderte Entwurfspläne erstellt wurden.


Damals wurden bei uns somit auch die Leistungsphasen 1 - 4 anteilig in Rechnung gestellt die wir zahlen mussten. Das Lehrgeld haben wir vor 2 Jahren gezahlt. Heute bauen wir ohne Architekt unser Traumhaus
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
S

Slintrebla

Guten Morgen!

Vielen Dank für die vielen Kommentare.

Ein Vertrag wurde nicht schriftlich geschlossen. Aber der Vertrag kann ja auch durch konkludierte Handlung zustande kommen oder? So verstehe ich zumindest stefanh, dass genau dies bei ihm geschehen ist.

Der Architekt hat uns nicht auf die HOAI hingewiesen. Zumindest ist mir dies so jetzt nicht bekannt. Ich müsste hierzu noch mal alle Emails durchlesen.

Leider habe ich dem Architekt in meiner Absage mitgeteilt, dass - für den Fall, die Wahl fällt nicht auf ihn - wir ihn natürlich sein Honorar gem. HOAI zahlen werden. Da bin ich aber davon ausgegangen, dass dieses Aufwandsabhängig gezahlt wird.
Hierauf bezieht sich auch der Architekt mit "Gerne nehme ich ihr Angebot an...".

Gruß
Nils
 
S

Slintrebla

Hallo Jochen,

eine Rechtsschutzversicherung habe ich nicht. Jedoch - so habe ich das mal gegoogelt - gibt es auch keine Rechtsschutzversicherung die den Neubau eines Hauses absichert. Dies war aber nur das Ergebnis einer kurzen Recherche im Internet und keine Fachkundige Beratung bzgl. Rechtsschutzversicherungen.

Ich werde wohl den Anwalt des Bauherrenschutzbundes mit einbeziehen da wir wohl nicht anders voran kommen.

Gruß
Nils
 
B

Bauexperte

Hallo Nils,

vielen Dank für deine Anteilnahme.
Ich schreibe hier nicht, um User wie Dich zu trösten oder via Tastatur "in den Arm zu nehmen"; auch ist das HBF kein Wunschkonzert

Ja, mein Mitleid mit Dir hält sich in Grenzen; das hast Du richtig erkannt. Zum Einen, weil es absolut unverständlich für mich ist, ein Projekt wie den Hausbau in Angriff nehmen zu wollen und zu glauben, dies allein händeln zu können; als absoluter Laie handhaben zu wollen; den BHSB hast Du ja erst später eingeschaltet. Deinem Schreibstil entnehme ich zusätzlich, daß Du sicher nicht der umgänglichsten Menschen einer bist; sollte ich mich täuschen, entschuldige ich mich gerne.

Den BHSB habe ich vordergründig eingeschaltet um zu prüfen, ob noch Unterlagen fehlen oder ob neben den aufgeführten Leistungen in der Bau- und Leistungsbeschreibung noch weitere Leistungen auf uns zukommen, die nicht vertraglich festgelegt sind. Ich will damit sagen, ich wollte nur sicherstellen, dass hier nichts vergessen wurde und wir dann während der Bauphase überrascht werden, dass noch weitere Kosten auf uns zukommen die vertraglich nicht festgelegt wurden sind.
Grundsätzlich richtig; hättest Du zuvor etwas in Foren gelesen, hättest Du Dir sicher andere Unterstützung gesucht. nicht wenige "Sachverständige" (Achtung, dieser Begriff ist nicht geschützt noch näher beschrieben) des BHSB haben so viel Ahnung vom Bau, wie ich von Rinderzüchtung in Amerika. Insofern würde ich auf die Baukostenschätzung des BHSB an Deiner Stelle keine Wetten abschließen.

Dies ist auch alles nur der Schlampigkeit meines Architekten geschuldet gewesen, denn er hat uns Unterlagen vorgelegt, die echt mangelhaft waren. Z. B. war in dem Bauvertrag (welchen wir nicht unterschrieben haben!) als Auftraggeber die Namen unserer Nachbarn aufgeführt...
Das kann passieren - wir haben auch schon einmal einen Bauantrag vorbereitet und darin die Grundstücksadresse eines anderen Kunden benannt. Du solltest davon ausgehen, daß Niemand über Wasser laufen kann und Fehler zum menschlichen Dasein dazu gehören, wie die Luft zum atmen.

Aber darum geht es hier ja nicht; wenngleich ich ebenfalls nicht verstehe, daß Du - ich gehe davon aus, daß die Chemie bereits im 1. Gespräch nicht stimmte - einer Entwurfsplanung seitens des Architekten ruhig zugeschaut hast. Was hat Dich bewogen, die "Zusammenarbeit" gerade nicht frühzeitig zu beenden?

Was deine vertragliche Einschätzung betrifft, so gehe ich auch davon aus, dass durch die konkludente Handlung ein Vertrag zustande gekommen ist.
Davon darfst Du ausgehen; buche es unter "Lebenserfahrung" ab und versuche es zukünftig klüger anzugehen

Liebe Grüsse, Bauexperte
 
S

Slintrebla

Hallo Bauexperte,0

diesmal bedanke ich mich nicht für dein Kommentar, es wird mir ja hier nur negativ ausgelegt

Deine Entschuldigung nehme ich gerne an, denn eigentlich bin ich durchaus kein komplizierter Mensch.

Ich spreche hier nicht nur von einem Fehler, sondern von einer Vielzahl von Fehlern. Bei eins zwei Fehlern - von Rechtschreibung ganz abgesehen - würde ich niemals etwas sagen. Denn da ist - wie du selbst sagst - keiner von befreit. Es war nur die Masse an Fehlern die mich dazu gebracht hat, dass ich den Bauvertrag samt der Bau- und Leistungsbeschreibung einmal dem BSB vorlegen wollte

Die Chemie mit dem Architekten hatte schon gestimmt. Wir kennen ihn auch privat, was die ganze Sache noch etwas mehr kompliziert. Deshalb war der BSB auch nicht gleich von Anfang dabei, denn wir hatten eigentlich Vertrauen in ihn. Der Architekt hat uns auch auf einige Sachen hingewiesen und gute Tipps gegeben, die wir vorher so nicht gesehen haben. Das Geld ist also nicht komplett aus dem Fenster geschmissen.

Das er uns nicht zugehört hat, ist uns eigentlich erst wirklich in dem Gespräch mit dem Bauherrenschutzbund aufgefallen. Zu guter Letzt zeigt mir jetzt die letzte Email mit dem Architekten, dass es richtig ist, nun die Reißleine zu ziehen. Wesentlich schlimmer wäre dies doch während der Bauphase gewesen
 
Zuletzt aktualisiert 25.06.2022
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