ᐅ Fertighaus: erst Architektenplanung und dann Auswahl FH-Anbieter, oder andersrum?
Erstellt am: 13.08.25 22:38
wiltshire14.08.25 12:00
Gänseblümchen7 schrieb:
Langsam frage ich mich, ob es nicht geschickter wäre, erst die Planung mit einem von uns bezahlten Architekten zu machen, und dann Angebote von Fertighausherstellern einzuholen, um diese umzusetzen?Die erste Frage gilt den Lebensprioritäten. Wie wollt ihr Leben. Dazu sind vier Fragestellungen von maximaler Bedeutung:1. Wie läuft ein Tag ab, der ein besonders guter Tag ist?
2. Welche Routinen sind häufig, welche Routinen sind wichtig, welche Routinen ergeben sich aus Hobbys, Neigungen, Eigenheiten?
3. Was spricht uns ästhetisch besonders an?
4. Welche Rolle spielt unser "Ego" beim Bau - was wollen wir da eigentlich befriedigen?
Die Beschäftigung mit diesen Fragen gelingt auch Menschen, die bereits lange miteinander leben nicht aus dem Handgelenk. Die ersten Antworten sind meist unvollständig und decken nicht auf, was wirklich dahinter steht. Wenn man aber einen hohen Grad an Klarheit darüber hat, wird klar, ob man mit einem Standard das Ziel erreicht, oder ob es besser eine Individualplanung sein soll.
Bei der Individualplanung ist der erste Gang zum Architekten deutlich geschickter und in der Abfolge auch logisch. Beim Einholen der Angebote würde ich dabei lokale Zimmereien besuchen und bei gutem Eindruck mit einbeziehen.
Bei einer Standardplanung brauchst Du keinen gesonderten Architekten, sondern kannst mit einem Anbieter einen vorhandenen Standard zur Grundlage nehmen (und dann aber auch nicht viel ändern).
Die Individualplanung ist in aller Regel kostspieliger, da die meisten Menschen ihre Wünsche aufeinander addieren. Sie kann aber auch günstiger sein, wenn bei der Umsetzung die konsequente Reduktion auf das Wesentliche im Vordergrund steht und man Dinge intelligent vereinfacht.
Leider fangen die meisten Bauinteressierten gleich damit an in Räumen, Quadratmetern und Kosten zu denken und dabei ihre Wünsche zu entwickeln. Sie beschäftigen sich mit dem mehr mit dem "was", als mit dem "wofür". Dabei orientieren sie sich an erlernten Verhalten und übertragenen Wünschen "das macht man (heute) so".
ypg14.08.25 13:02
Gänseblümchen7 schrieb:
Stilrichtung - Was ist hiermit gemeint?Es gibt oft eine im Bebauungsplan vorgegebene Stilrichtung, oftmals regionaler Begründung. Hier sehe ich auch eine indirekte, nämlich durch die (von Dir genannte) 33 Grad Dachneigung vorgegeben. Es ist keine Stadtville gewünscht und auch kein Flachdachhaus a la Bauhaus. Ihr habt durch die Dachneigung die Vorgabe, regional zu bauen. Gegenüber von Euch greift augenscheinlich ein anderer Bebauungsplan mit höherer? Dachneigung. Bei uns im Norden sind die Dächer regional 45 Grad oder noch steiler.Gänseblümchen7 schrieb:
konservativ oder moderne Bauweise - Was ist hiermit gemeint?Naja, ähnlich, ob Ihr konservativ/altbewährt oder modern/zeitgemäss bauen wollt. Das Leben und Bauwillige sind sehr individuell, auch das Alter, allerdings gibt es auch viele schlanke 30-jährige, die konservativ bauen wollen, während 60+ es auch gern modern haben. Das zeigt sich dann im offenen Wohnen, fließenden Übergängen und großen Fensterflächen, während beim Konservative oft ein Flur strukturiert und die Fenster nötig groß sind.Gänseblümchen7 schrieb:
Preisschätzung laut Generalunternehmer: ~ 470.000 €Ich gehe mal davon aus, dass das nur grob überschlagen über die Qm und der angebotenen Bauleistungsbeschreibung-Qualität (Baureihe) grob ermittelt wurde?Wenn ich mir das hier mal anschaue, (ich lese also immer von oben nach unten, so habe ich auch gleich mal die Straße bei Google-Maps geöffnet und bin die Strasse langgelaufen, um mir einen Eindruck zu verschaffen): klassische Einfamilienhaus, eingeschossig, scheinbar alle gleiche Dachneigung.
Dann lese ich das:
Gänseblümchen7 schrieb:
Dachform - Satteldach 33° (laut Bebauungsplan vorgegeben)Und dann das:Gänseblümchen7 schrieb:
Keller, Geschosse - Kein Keller, 2 Vollgeschosseund da frage ich mich gleich, wie Ihr die 2-Geschossigkeit mit dem 33 Grad-Dach umsetzen wollt.Und dann bin ich, wenn Ich Euren Entwurf sehe, in einem absurden gedanklichen Bereich, nämlich gibt es hier eine Dachform, die sich für das Wohnen sehr gut eignet, die aber von Euch Laien überhaupt nicht gesehen wird, quasi sogar ignoriert, weil man als Bauherr denkt, dass II geschossig nur eines bedeutet, nämlich zwei gleiche Geschosse, Fassadengleich wie eine Stadtvilla nun mal ist.
Im Bebauungsplan steht gleich vorne vorweg die Maximalhöhe Eures Hauses, nämlich bei Zweigeschossigkeit 6,60.
Und weiter hinten wird die Dachneigung für die 1- bzw 2-Geschossigkeit differenziert.
Und da wären wir bei Deiner Frage, da Euer jetzt favorisiertes Haus nach Bebauungsplan gar nicht machbar ist:
Geht unbedingt zum Architekten, der Euch Euer Haus berechnen muss, um das Beste aus den Vorgaben herauszuholen.
Und dann: das Balance 300 ist eine Stadtvilla, die nicht in diesem Wohngebiet gewünscht ist, noch kann man den Grundriss auf ein erlaubtes Haus übertragen.
Gänseblümchen714.08.25 13:39
Danke erstmal für deine Mühe!
Im Bebauungsplan wird die maximale Traufhöhe, nicht Gesamthöhe des Hauses, mit 6,60 angegeben. Von daher denken wir (und auch der Verkäufer bei Weberhaus sah keine Probleme und hat sich solide mit unserem Bebauungsplan beschäftigt), dass das problemlos passen sollte. Wir lassen uns aber auch eines besseren belehren, wenn wir das falsch gelesen haben, und dass Verkäufer nicht unfehlbar sind ist uns auch bewusst ;-)
Zur Erklärung: das Grundstück liegt direkt an der Grenze dieses Bebauungsplan, nebendran sieht es schon sehr viel schwieriger aus. In dem Gebiet unseres Bebauungsplan gibt es ganz ähnliche Häuser (2 Vollgeschosse plus Satteldach).
Warum bist du dir so sicher, dass eine Stadtvilla nicht erwünscht ist?
ypg schrieb:
und da frage ich mich gleich, wie Ihr die 2-Geschossigkeit mit dem 33 Grad-Dach umsetzen wollt.
Und dann bin ich, wenn Ich Euren Entwurf sehe, in einem absurden gedanklichen Bereich, nämlich gibt es hier eine Dachform, die sich für das Wohnen sehr gut eignet, die aber von Euch Laien überhaupt nicht gesehen wird, quasi sogar ignoriert, weil man als Bauherr denkt, dass II geschossig nur eines bedeutet, nämlich zwei gleiche Geschosse, Fassadengleich wie eine Stadtvilla nun mal ist.
Im Bebauungsplan steht gleich vorne vorweg die Maximalhöhe Eures Hauses, nämlich bei Zweigeschossigkeit 6,60.
Und weiter hinten wird die Dachneigung für die 1- bzw 2-Geschossigkeit differenziert.
Im Bebauungsplan wird die maximale Traufhöhe, nicht Gesamthöhe des Hauses, mit 6,60 angegeben. Von daher denken wir (und auch der Verkäufer bei Weberhaus sah keine Probleme und hat sich solide mit unserem Bebauungsplan beschäftigt), dass das problemlos passen sollte. Wir lassen uns aber auch eines besseren belehren, wenn wir das falsch gelesen haben, und dass Verkäufer nicht unfehlbar sind ist uns auch bewusst ;-)
Zur Erklärung: das Grundstück liegt direkt an der Grenze dieses Bebauungsplan, nebendran sieht es schon sehr viel schwieriger aus. In dem Gebiet unseres Bebauungsplan gibt es ganz ähnliche Häuser (2 Vollgeschosse plus Satteldach).
ypg schrieb:
Und dann: das Balance 300 ist eine Stadtvilla, die nicht in diesem Wohngebiet gewünscht ist, noch kann man den Grundriss auf ein erlaubtes Haus übertragen.
Warum bist du dir so sicher, dass eine Stadtvilla nicht erwünscht ist?
Papierturm14.08.25 14:40
ypg schrieb:
Im Bebauungsplan steht gleich vorne vorweg die Maximalhöhe Eures Hauses, nämlich bei Zweigeschossigkeit 6,60.
Und weiter hinten wird die Dachneigung für die 1- bzw 2-Geschossigkeit differenziert.
Und da wären wir bei Deiner Frage, da Euer jetzt favorisiertes Haus nach Bebauungsplan gar nicht machbar ist:
Geht unbedingt zum Architekten, der Euch Euer Haus berechnen muss, um das Beste aus den Vorgaben herauszuholen.Vorweg, zum eigentlichen Beitrag schreibe ich später mehr:Wir haben wohl einen ähnlichen Bebauungsplan. Die Threaderöffnerin hat von 6,6m Traufseite geschrieben. Das geht zweigeschossig, wenn der Bebauungsplan tatsächlich da die Traufseite meint.
(Wir haben als Vorgabe 6m Traufseite, Satteldach bis maximal 30°. Sogar mit Pflicht zu Vollgeschossen. Mit Reduktion der lichten Raumhöhe auf 250cm haben wir die 6m Traufseite knapp einhalten können.)
PS: Schönheitspreis wird unser Haus nicht gewinnen. Wird aber kein Haus da in dem Gebiet.
Rest stimme ich zu.
ypg14.08.25 14:43
Gänseblümchen7 schrieb:
Im Bebauungsplan wird die maximale Traufhöhe, nicht Gesamthöhe des Hauses, mit 6,60 angegeben.Oh, tatasächlich. :o Auch ich kann Fehler machen, und es ist besser, wenn ich sie mache als der Fachberater vor Ort.Gänseblümchen7 schrieb:
dass Verkäufer nicht unfehlbar sindKeiner ist unfehlbar, und es ist gut, wenn sich der Verkäufer auch mit dem Bebauungsplan beschäftigt - das ist nicht immer Gang und Gebe.Gänseblümchen7 schrieb:
Verkäufer bei Weberhaus sah keine Probleme und hat sich solide mit unserem Bebauungsplan beschäftigtGänseblümchen7 schrieb:
Warum bist du dir so sicher, dass eine Stadtvilla nicht erwünscht ist?Wegen der Dachneigung. Wie schon gesagt: ein Dach von 33 Grad ist ein traditionelles Dach, worunter man auch Wohnfläche generiert.Stadtvillen sehen meist recht bescheiden aus, wenn man Ihnen ein Hut mit mehr als 25 Grad aufsetzt.
Allerdings wäre sie von der Traufhöhe machbar.
Sorry nochmal, wenn ich Verwirrungen angezettelt habe.
Vielleicht sollte man nochmal den Passus lesen, der zu Walmdächern steht.
ypg14.08.25 15:08
Zum Entwuf, auch wenn ich bei Dir an Glaubhaftigkeit einen Punkt verloren habe: Ich finde den Ursprungsentwurf von Weberhaus besser.
Kinderzimmer im Westen, kein versauter und platzfressender Flur, Dusch-WC dort, wo man es braucht. Direkter Durchgang zur Küche.
Würde man die verflixte Speis weglassen, dann bekommt man sogar eine großzügige und funktionale Küche.
Nun ist die Grundfläche so an die 180qm, das Balance 300 gehört also zu den größeren Häusern, die vieles möglich und großzügiger machen.
Der falsche Weg ist, sich an 180qm zu orientieren und den dann verkleinern wollen. Das klappt nicht. Insofern sehe ich das Balance 300 nicht als gute Vorlage.
Ein großer Raumbedarf muss ohne Firlefanz auf 160qm gestrafft werden.
Kinderzimmer im Westen, kein versauter und platzfressender Flur, Dusch-WC dort, wo man es braucht. Direkter Durchgang zur Küche.
Würde man die verflixte Speis weglassen, dann bekommt man sogar eine großzügige und funktionale Küche.
Nun ist die Grundfläche so an die 180qm, das Balance 300 gehört also zu den größeren Häusern, die vieles möglich und großzügiger machen.
Der falsche Weg ist, sich an 180qm zu orientieren und den dann verkleinern wollen. Das klappt nicht. Insofern sehe ich das Balance 300 nicht als gute Vorlage.
Gänseblümchen7 schrieb:Macht Euch bewusst, was Ihr wollt. Ich lese nix von Garagen/Haus-Durchgang, Speis oder Speisersatz, das alles bläht ein Haus auf.
Anforderungen der Bauherren
Ein großer Raumbedarf muss ohne Firlefanz auf 160qm gestrafft werden.
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