ᐅ Massivbau in Eigenvergabe & KfW 40
Erstellt am: 27.08.25 10:18
Papierturm 27.08.25 11:19
anna2326 schrieb:
Danke, 🙂 ja, die von dir angesprochenen Punkte haben wir uns auch schon überlegt. Aber kann man da nicht mit Rohbau-Firma und Fensterbauer vorher vertragliche Absprachen treffen, dass nachgebessert wird, wenn zB Probleme beim Blower-Door-Test auftreten? Die Generalunternehmer werden sich da ja auch irgendwie bei den Firmen absichern.Das Problem heißt "Verantwortungsdiffusion".Bei einem GU liegt die Verantwortung beim GU, und egal, was und wo schief gelaufen ist, der GU muss es gerade rücken. Und wenn dann zum Beispiel vertraglich vereinbart ist, dass das Haus in KFW40 gebaut wird, dann ist das Werk ("Werkvertrag") so lange mangelhaft, bis dies erreicht wird.
Wenn Gewerke jeweils mit eigener Verantwortung irgendwo dran herumwerkeln, können sie sich die Verantwortung gegenseitig zuschießen. Das ist meist nicht ganz so bedeutsam, weil die Gewerke teils unabhängig voneinander sind (als Beispiel, wenn die Treppe nicht passt, hat damit der Elektriker nichts zu tun). Genau bei KFW40 gilt dies nicht: Wird das Ziel nur knapp unterschritten, kann es passieren, dass die Gewerke sich die Verantwortung gegenseitig zuschustern.
Wird zum Beispiel das Ziel knapp nicht erreicht, liegt es dann an der Fassade? An der Luftdichtigkeit? An der angebrachten Dämmung? An den Fenstern? An der Planung (Fensterflächen spielen auch mit herein)? An Grundsatzentscheidungen (z.B. ohne Kontrollierte-Wohnraumlüftung bauen => deutlich schwieriger KFW 40 zu erreichen)?
Wenn es da Probleme gibt, die sich nicht klar zuordnen lassen, ist diese Verantwortungsdiffusion gefährlich.
Gerade bei dem KFW300 geht es durch den Zinsvorteil ja auch um viel Geld.
Möglich ist es, aber die Absicherung ist hier durch die Verantwortungsdiffusion geringer.
GeraldG 27.08.25 11:28
Wir haben das gleiche gemacht (KFW300 + Z20) und fahren bisher mit einem "Rohbau-GU" (eigentlich eine lokale Rohbaufirma die auch die Vergabe nach dem Rohbau übernimmt) ganz gut. Dabei ist da die Planung und Statik und in unserem Fall macht der Statiker auch die ganze KFW Berechnung. Die haben aber quasi immer einen Energieberater an der Hand der deren Standardaufbau kennt. Bei KFW40 wissen sie dann normal auch gleich dass da noch Aufdachdämmung drauf kommt, die Wand dicker wird und der Keller dick gedämmt wird.
Wenn wir nach dem Rohbau die Gewerke selbst vergeben oder in Eigenleistung erbringen ist der Rohbauer gefühlt eher froh als dass er dafür einen Aufpreis verlangt.
Wenn wir nach dem Rohbau die Gewerke selbst vergeben oder in Eigenleistung erbringen ist der Rohbauer gefühlt eher froh als dass er dafür einen Aufpreis verlangt.
anna2326 27.08.25 11:29
Ja, da hast du wohl Recht. Mich würde wirklich interessieren, wie viele Leute mit Förderdarlehen mit Eigenvergabe bauen und wie viele mit GU, und wie da so die Erfahrungen sind, aber vielleicht meldet sich ja noch jemand 😉
Wie umfangreich ist denn die Begleitung durch den Energieberater? Kann man den zB gleich konsultieren und prüfen lassen, wenn der Rohbau steht und dann nochmal wenn die Fenster eingebaut sind, oder machen die so was nicht?
Wie umfangreich ist denn die Begleitung durch den Energieberater? Kann man den zB gleich konsultieren und prüfen lassen, wenn der Rohbau steht und dann nochmal wenn die Fenster eingebaut sind, oder machen die so was nicht?
anna2326 27.08.25 11:34
Ach, das ist ja interessant, , danke für die Rückmeldung! Das heißt die Planung hat euch direkt die Rohbaufirma gemacht? Wenn ihr die Gewerke selbst vergebt, habt ihr was zum Thema KfW 40 in den Verträgen mit den Firmen? Zb beim Fensterbauer?
GeraldG 27.08.25 11:48
Ja, das macht der mit seinem Berater mit. Alles andere Stelle ich mir auch schwierig vor. Der GU muss ja dann dem Berater sagen wie alles aufgebaut ist, der muss das durchrechnen, dann gibt der Rückmeldung, dann muss überlegt werden was da stattdessen gemacht wird etc.
Die Ausschreibung macht ja der GU, damit kann ich das auch selbst vergeben. Wenn es wichtig ist (und das ist es ja eigentlich nur bei Fenster und Dach) steht das drin.
Die Kontrollierte-Wohnraumlüftung machen wir selbst, da wollte der Berater die Auslegung haben, da er sie ja auch für die Berechnung braucht. Ebenso bei der Photovoltaik-Anlage.
Über die Kosten für den Berater wisst ihr Bescheid? Waren dann doch ziemlich überrascht als wir von mehreren Beratern Zahlen um die 18000€ bekommen haben.
Die Ausschreibung macht ja der GU, damit kann ich das auch selbst vergeben. Wenn es wichtig ist (und das ist es ja eigentlich nur bei Fenster und Dach) steht das drin.
Die Kontrollierte-Wohnraumlüftung machen wir selbst, da wollte der Berater die Auslegung haben, da er sie ja auch für die Berechnung braucht. Ebenso bei der Photovoltaik-Anlage.
Über die Kosten für den Berater wisst ihr Bescheid? Waren dann doch ziemlich überrascht als wir von mehreren Beratern Zahlen um die 18000€ bekommen haben.
nordanney 27.08.25 12:15
anna2326 schrieb:
Wie umfangreich ist denn die Begleitung durch den Energieberater?So umfangreich, wie du ihn beauftragst. Denke aber bitte daran, dass sich fast jeder Laie so nennen kann. Du kannst Energieberater ohne Bauerfahrung sein. Er kann prüfen, ob die vereinbarten Materialien verbaut wurden. Ob sie Arbeit aber technisch in Ordnung ist, können die meisten nicht. Deshalb bitte diese Leistungsphase vom Architekten abdecken lassen.Mein Energieberater hat für die nötigen Erklärungen gegenüber der KfW z.B. das Haus nur gesehen und war nie vor Ort.
anna2326 schrieb:
habt ihr was zum Thema KfW 40 in den VerträgenDa wird kein Einzelwerk übernehmen. Warum auch? Du beauftragst eine Leistung, die korrekt zu erfüllen ist - ob du damit KfW 40 erreichst, ist nicht das Problem des Handwerkers, sondern des Planer. Überwacht durch den Architekt.Ähnliche Themen