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ᐅ Erwerb eines leerstehenden Bauernhofes im Außenbereich

Erstellt am: 15.09.18 13:08
I
Ilef123
Hallo zusammen,

ich bin noch ganz neu hier und benötige relativ dringend Rat. Wir haben uns in einen alten Bauernhof verliebt, welcher sich in einem Ortsteil unserer Gemeinde (in Brandenburg) befindet. Der Hof gefällt uns unter anderem deshalb so gut, weil er am Rande mehrerer Felder liegt und das nächste Wohnhaus geschätzt 50-200m entfernt liegt. Die Immobilie grenzt sich optisch schon deutlich erkennbar von der Siedlung ab.

Vor wenigen Tagen haben wir erfahren, dass der aktuelle Eigentümer uns den Hof verkaufen würde. Wir haben sofort angefangen, uns zu belesen und einen Termin beim Bauamt vereinbart, welcher in Kürze stattfindet. Bei unserer Recherche sind wir auf die Themen Außenbereich und Splittersiedlung gestoßen, was uns erst mal ziemlich den Boden unter den Füßen weggezogen hat, da uns generell nur derartige Immobilien ansprechen. Der Hof ist vermutlich seit vielen Jahren unbewohnt und befindet sich augenscheinlich in keinem bewohnbaren Zustand (Innenbesichtigung steht noch aus, schwere Schäden an mehreren Dächern vorhanden, Außenwände sehen großteils passabel aus).

Wir wollen diese Immobilie wirklich kaufen und wir sind bereit, auch dafür zu kämpfen, wenn es denn Erfolgsaussichten gibt. Allein das Grundstück wäre diese Tortour wert, darum schreckt uns der Zustand der Gebäude nicht wirklich ab. Baulich sind wir beide versiert, baurechtlich, wie wir nun feststellen dürften, nicht. Unsere Vorstellung war zunächst natürlich, dort nach Belieben abzureißen und ein neues individuelles Designhaus zu errichten (Der Bau soll frühestens 2020 erfolgen). Da wir aber gelesen haben, dass das höchste aller möglichen Gefühle wäre, die vorhandenen Wohnbauten in gleicher Form und an gleicher Stelle wiederherstellen zu dürfen, wären wir auch damit einverstanden (wobei wir noch nicht genau wissen, was dort aktuell Wohnraum ist und tendenziell schon Lust hätten, ein Wohnzimmer aus der einen Scheune zu machen).

Wir sind ziemlich überfordert, verzweifelt und wir haben nur wenige Tage Zeit, um uns zu entscheiden, da es weitere Interessenten gibt. Kann uns vielleicht einer von Euch sagen, wie wir am besten vorgehen sollten, was wir auf keinen Fall tun sollten, wobei wir aufpassen müssen? Bestehen Erfolgsaussichten? Wir wissen, dass das das sicher keine vernünftige Idee ist und, dass es ein steiniger Weg wird, aber wir wollen es probieren.

Danke vorab!
D
Deliverer
20.07.22 10:18
Das ist zwar ein bisschen schade, aber trotzdem sehr schön!
I
Ilef123
20.07.22 10:28
Deliverer schrieb:

Das ist zwar ein bisschen schade, aber trotzdem sehr schön!

Danke, die Sanierung wäre einfach zu aufwändig gewesen und hätte möglicherweise auch nicht so gut funktioniert. Das Dach musste für die Flachziegel absolut gerade sein und ich weiß nicht, ob die letztliche Ausführung komplett ohne Zangen statisch so einfach möglich gewesen wäre. Wir haben die alten Dachbalken der zwei Satteldächer aus dem 19. Jhd aber aufgehoben und gut gelagert. Ein Teil davon wird für dekorative Zwecke wie eventuell am Kamin zum Einsatz kommen und der Rest verkauft.
ateliersiegel20.07.22 10:48
Ilef123 schrieb:

ich weiß nicht, ob die letztliche Ausführung komplett ohne Zangen statisch so einfach möglich gewesen wäre.

was ist denn der Trick, wie man ohne Zangen auskommt? Der Ringanker? Das flache Dach in der Mitte?
(ich habe eine Zangenarie hinter mir und bin zwar mit dem Ergebnis einverstanden, wäre aber ohne das Zangengewurschtel glücklicher - und vor Allem: billiger weggekommen)

Innenraum einer Baustelle: Holzbalken, Gipskartonwände, Leiter, Werkzeuge und gelbes Absperrband.
I
Ilef123
20.07.22 10:53
ateliersiegel schrieb:

was ist denn der Trick, wie man ohne Zangen auskommt? Der Ringanker? Das flache Dach in der Mitte?
(ich habe eine Zangenarie hinter mir und bin zwar mit dem Ergebnis einverstanden, wäre aber ohne das Zangengewurschtel glücklicher - und vor Allem: billiger weggekommen)

Der Ringanker wurde so ausgelegt, dass er das tragen kann und die Sparren eben auch. An beiden Satteldächern - wobei das andere Satteldach ausgebaute Wohnräume ohne Sichtgebälk (normaler KVH-Dachstuhl) hat.
ateliersiegel20.07.22 11:17
Ringanker habe ich vor 3 Jahren (Planungsbeginn) noch gar nicht wahrgenommen ... :p

Sieht gut aus, das Projekt (eben das erste Mal angesehen).
Die Mischung aus alten und neuen architektonischen Elementen gefällt mir.
Das Dach (also die Dächer) sieht für mich "ganz normal" aus, aber die Fenster nutzen moderne Möglichkeiten.

Es ist ja bereits gebaut und gut gelungen ... trotzdem diese Anmerkung:
Den Charme alter (älterer) Bauelemente (z.B. Balken) schätze und liebe ich auch, aber ich finde, wenn etwas neu gebaut wird, kann das auch ruhig sichtbar sein (ich hätte das Holz nicht "alt gemacht").
Ein Handwerker, der vor 100 (oder 500) Jahren etwas gebaut hat und desen Arbeit uns heute so gefällt , wäre vermutlich nicht darauf gekommen, bei einer Reparatur etwas älter aussehen zu lassen als es ist.
Ich finde immer, das Lebensalter darf (sollte) sichtbar sein. Wichtig sind mir die Warmherzigkeit und der Humor, mit denen ein Bau gestaltet wird. Halt- und Putz-barkeit sind für mich die wichtigsten Richtlinien. Dann erst kommt das Aussehen.
Wenn etwas nur aussieht, "als ob", finde ich das immer zweifelhaft.

Das erzähle ich nur als Anregung, weil mir der Bau gefällt, nicht um zu meckern.

🙂
I
Ilef123
20.07.22 11:42
Interessanter Gedanke. Nur gefallen uns moderne Sichtdachstühle eher weniger. Ich habe mich bei der Planung sehr vom Modern Rustic Style inspirieren lassen und wir waren schon auch traurig, als wir das alte Gebälk abtragen mussten. Uns gefällt Altholz einfach generell besser, vor allem in Kombination mit Beton, Glas und wenig Schnickschnack. 🙂
dachringankerzangen