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ᐅ Eigenkapital - Reserve für Unerwartetes??


Erstellt am: 19.01.2014 10:43

Lauri 19.01.2014 10:43
Hallo zusammen,

dies ist mein erster Eintrag in diesem Forum
Mein Mann und ich planen den Bau eines Einfamilienhaus. Grundstück ist in Aussicht, aber noch nicht gekauft, das Haus befindet sich in der Grobplanung.

Wir rechnen mit einem Bauträger mit Hausbaukosten (Grobplanung) von ca. 265.000 € inkl. Garage, Maler-/Tapezierarbeiten und Laminatböden. Es handelt sich um eine 100% Finanzierung, Grundstücksnebenkosten (Notar etc.) wurde vom Eigenkapital gerechnet. Nach den ersten Finanzierungsgesprächen hätten wir jetzt noch liquide Mittel von ca. 15.000 € zur Verfügung. Hiervon müssten unerwartete Kosten oder, falls diese bestenfalls nicht auftreten, z. B. eine neue Küche oder die Gartengestaltung bezahlt werden. Möbel als solche haben wir an und für sich.

Uns stellt sich die Frage, ob diese liquiden Mittel ausreichen als "Reserve". Der Bauträger ist bei unserem Finanzberater dahingehend bekannt, dass selten Nachfinanzierungen erforderlich sind. Wir haben aber Angst uns darauf zu verlassen.

Wie ist Eure Meinung zu diesem Sachverhalt?

emer 19.01.2014 11:14
Es lässt sich überhaupt nicht sagen, ob das ausreicht. Man kann das ein oder andere Risiko schmälern. Z.b. durch ein Bodengutachten und viel Recherche.

Bei einem Bau mit Träger ist es m.M.n. auch fast nicht möglich Kosten auf Gewerke auseinander zu dividieren.

Wir bauen mit Architekt (mit außerordentlich gutem regionalem Ruf). Ich bin dann dann im bekannten und verwandten Kreis mit dem Kostenplan (seiner Schätzung) herumgerannt und habe gefragt ob die Kosten für z.B. 1qm Deckenvlies korrekt sind. So konnte ich die Kosten von Profis denen ich vertraue quergecheckt lassen.

Wir halten uns 30.000€ in Bar zurück. Ob das ausreicht wissen wir auch erst wenn das Haus fertig ist.

Lauri 19.01.2014 11:42
Vielen Dank für Deine Antwort! Diese Ungewissheit vor Baubeginn ist halt echt doof, wenn man überlegt, ob man so ein großes Wagnis für die nächsten Jahrzehnt eingehen sollte oder lieber doch nicht... Ist jetzt der richtige Zeitpunkt oder ist es noch zu früh? Warten wir noch und die Grundstückspreise steigen womöglich noch weiter als sie ohnehin schon sind..!?

Kommst Du evtl. aus NRW, Umland Düsseldorf/Ruhrgebiet? Dann würde ich mich über einen Tipp bzgl. Deines Architekten freuen, wir überlegen, ob wir uns auch ein Vergleichsangebot eines Architekten einholen...

Bauexperte 19.01.2014 12:04
Hallo,
Lauri schrieb:

Wir rechnen mit einem Bauträger mit Hausbaukosten (Grobplanung) von ca. 265.000 € inkl. Garage, Maler-/Tapezierarbeiten und Laminatböden.
Diese Summe ist unmöglich zu bewerten, da die erforderlichen Angaben in Deinem post fehlen. Aber bitte was verstehst Du unter "Grobplanung"?
Lauri schrieb:

Es handelt sich um eine 100% Finanzierung, Grundstücksnebenkosten (Notar etc.) wurde vom Eigenkapital gerechnet. Nach den ersten Finanzierungsgesprächen hätten wir jetzt noch liquide Mittel von ca. 15.000 € zur Verfügung. Hiervon müssten unerwartete Kosten oder, falls diese bestenfalls nicht auftreten, z. B. eine neue Küche oder die Gartengestaltung bezahlt werden. Möbel als solche haben wir an und für sich.
Ich gebe unseren Interessenten allerspätestens im 2. Gespräch meine Liste der typischen Baunebenkosten an die Hand und weise stets darauf hin, daß diese Liste ohne Malerarbeiten und Bodenbeläge sowie Anlage der Außenanlagen gemeint ist. Ein weiterer, nicht unwesentlicher Faktor können Gründungsmehrkosten sein - das ist nicht selten ein guter Schluck aus der Pulle.
Lauri schrieb:

Uns stellt sich die Frage, ob diese liquiden Mittel ausreichen als "Reserve". Der Bauträger ist bei unserem Finanzberater dahingehend bekannt, dass selten Nachfinanzierungen erforderlich sind. Wir haben aber Angst uns darauf zu verlassen.

Wie ist Eure Meinung zu diesem Sachverhalt?
So, wie Du schreibst, sind die Malerarbeiten und Bodenbeläge bereits im Angebot enthalten. Ohne jetzt zu wissen, um welchen Anbieter es sich handelt und unterstellt, es ist ein seriöser Anbieter, möchte ich meinen, daß Deine Reserve reicht. Im worst case um evtl. anfallende Gründungsmehrkosten zu schultern oder, wenn Alles wie geplant läuft, die Außenanlagen in Angriff zu nehmen. Eine Küche läßt sich auch noch später kaufen

Du schreibst weiterhin, Dein Finanzberater kennt Deinen Favoriten gut. Wenn Du ihm vertraust - und davon gehe ich aus - dann vertraue auch darauf, daß seine Aussage zu möglichen Nachfinanzierungen seiner Erfahrung entspricht. Ich weiß von unseren Verträgen, daß es eigentlich nur 3 Möglichkeiten gibt, ein Baubudget in die Höhe zu treiben. 1. bei Doppelhaushälfte müssen enorme Anpassungen vorgenommen werden (z.B. nach Giebelaufmaß oder Zwang zur Unterfangung bei bereits bestehender Doppelhaushälfte), 2. das Grundstück weist Gründungsmehrkosten auf oder 3. die Bauherren mustern in nahezu allen Gewerken auf.

Grüße, Bauexperte

Bauexperte 19.01.2014 12:11
Noch mal Hallo,
Lauri schrieb:

wir überlegen, ob wir uns auch ein Vergleichsangebot eines Architekten einholen...
Das ist - aus meiner Sicht - keine gute Idee.

Du hast Dir ein Angebot eines Komplettanbieters eingeholt, dann ist es für Dich übersichtlicher und vor Allem besser vergleichbar, ein weiteres Angebot bei einem weiteren Komplettanbieter einzuholen. Architekten geben Kostenschätzungen ab; sie können stimmen - wie bei meinem Vorposter beschrieben, tun es aber in den allermeisten Fällen gerade nicht. Das könntest Du einem Architekten noch nicht mal ankreiden, da er gerade kein Festpreisangebot abgeben kann. Seine Schätzungen konkretisieren sich erst mit Zugang der Ausschreibungsunterlagen.

PS: - Nachtrag:

Ich möchte nicht, daß Du - wenn Du vlt. meine übrigen Beiträge quer gelesen hast - irritiert bist. Ich bin sehr für Vergleichsangebote. Nur Du schreibst von einer 100%-Finanzierung und Du bist Dir in erster Linie nicht sicher, ob das Angebot Deines bisherigen Anbieters vollständig ist. Das und alle seine Vertragsunterlagen kannst Du, extern überprüfen lassen. Nach meiner Erfahrung geht der zum Architekt, dessen Budget auch eine Überschreitung der Kostenschätzung bis 15% zuläßt und hat dann immer noch eine ausreichende Reserve in der Hinterhand.

Grüße, Bauexperte

emer 19.01.2014 12:29
Zudem ist die ordentliche Kostenschätzung eines Architekten eine Leistungsphase die er mit Sicherheit abrechnet.
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