ᐅ Dezentrale Wohnraumlüftung, Abluftwärmepumpe - Erfahrungswerte?
Erstellt am: 17.01.14 08:02
Chris198417.01.14 08:02
Servus zusammen,
meine Frau und ich möchten im Laufe diesen Jahres mit dem Bau unseres Einfamilienhaus in der Nähe von Bonn beginnen. Nach zahlreichen Beratungsgesprächen (sowohl im Bereich Fertigbau, als auch Massivbau) steht momentan bei uns die Firma V***Haus als Bauträger sehr hoch im Kurs.
Im Unterschied zu zahlreichen anderen Bauträgern verbaut V***Haus jedoch keine zentrale, sondern eine dezentrale Wohnraumlüftung. Die frische Zuluft wird dabei direkt durch schallgedämmte Ventile in den Wänden zugeführt und nicht wie bei zentralen Systemen an einem Ort angesaugt, in einem Wärmetauscher von der Abluft erhitzt und dann durch ein Rohrsystem verteilt; die die in der Abluft gespeicherte Wärme wird dennoch nicht ungenutzt abgeblasen, sondern in einer sog. Abluftwärmepumpe der Fa. Nibe der Fußbodenheizung zugeführt. Aus meiner Sicht bietet so ein System (wie so vieles) einige Vor- und Nachteile:
Pros:
+ Luft muss nicht durch ein wartungsintensives Rohrsystem zugeleitet werden
+ Luftqualität dadurch höher
+ Keim- und Schimmelbildung im Rohrsystem kein Faktor
+ Abwärme kann in der Abluftwärmepumpe effizienter genutzt werden als im Wärmetauscher einer zentralen Wohnraumlüftung
Cons:
- Die Luft, die in die Räume geleitet wird, hat Außentemperatur (im Sommer warm, im Winter kalt)
- Wenn die Ventile nicht sauber schließen, kann ein Zug entstehen
- Möglicherweise Analogie zum "Kipplüften"
Grundsätzlich finde ich das Konzept sehr gut, auch die Arbeitsweise der Abluftwärmepumpe gefällt mir im Vergleich mit einer konventionellen Luft-Wasser-Pumpe. Meine Befürchtung (oder Angst) ist aber die, dass ich im tiefen Winter irgendwann da sitze und (ich übertreibe jetzt absichtlich) durch die Ventile -20° C kalte Außenluft einströmt, während unter mir die Fußbodenheizung bei 50° C krampfhaft versucht, den Raum auf Temperatur zu halten. Mittlerweile ist man sich ja auch gemeinhin einig darüber, dass permanentes Kipplüften Gift für die Bausubstanz ist. Wo liegt hier der Unterschied? Liegt er in dem Luftdurchsatz, der bei einer derartigen Wohnraumlüftung einfach viel geringer (und vor allem kontrollierter) ist???
Meine Frage ist daher: Hat jemand von euch Erfahrung mit diesem System der dezentralen Wohnraumlüftung? Was denkt ihr darüber? Wo seht IHR Vor- und Nachteile??? Ich würde mich über ein paar eurer Gedanken zu dem Thema freuen.
Viele Grüße,
Chris
meine Frau und ich möchten im Laufe diesen Jahres mit dem Bau unseres Einfamilienhaus in der Nähe von Bonn beginnen. Nach zahlreichen Beratungsgesprächen (sowohl im Bereich Fertigbau, als auch Massivbau) steht momentan bei uns die Firma V***Haus als Bauträger sehr hoch im Kurs.
Im Unterschied zu zahlreichen anderen Bauträgern verbaut V***Haus jedoch keine zentrale, sondern eine dezentrale Wohnraumlüftung. Die frische Zuluft wird dabei direkt durch schallgedämmte Ventile in den Wänden zugeführt und nicht wie bei zentralen Systemen an einem Ort angesaugt, in einem Wärmetauscher von der Abluft erhitzt und dann durch ein Rohrsystem verteilt; die die in der Abluft gespeicherte Wärme wird dennoch nicht ungenutzt abgeblasen, sondern in einer sog. Abluftwärmepumpe der Fa. Nibe der Fußbodenheizung zugeführt. Aus meiner Sicht bietet so ein System (wie so vieles) einige Vor- und Nachteile:
Pros:
+ Luft muss nicht durch ein wartungsintensives Rohrsystem zugeleitet werden
+ Luftqualität dadurch höher
+ Keim- und Schimmelbildung im Rohrsystem kein Faktor
+ Abwärme kann in der Abluftwärmepumpe effizienter genutzt werden als im Wärmetauscher einer zentralen Wohnraumlüftung
Cons:
- Die Luft, die in die Räume geleitet wird, hat Außentemperatur (im Sommer warm, im Winter kalt)
- Wenn die Ventile nicht sauber schließen, kann ein Zug entstehen
- Möglicherweise Analogie zum "Kipplüften"
Grundsätzlich finde ich das Konzept sehr gut, auch die Arbeitsweise der Abluftwärmepumpe gefällt mir im Vergleich mit einer konventionellen Luft-Wasser-Pumpe. Meine Befürchtung (oder Angst) ist aber die, dass ich im tiefen Winter irgendwann da sitze und (ich übertreibe jetzt absichtlich) durch die Ventile -20° C kalte Außenluft einströmt, während unter mir die Fußbodenheizung bei 50° C krampfhaft versucht, den Raum auf Temperatur zu halten. Mittlerweile ist man sich ja auch gemeinhin einig darüber, dass permanentes Kipplüften Gift für die Bausubstanz ist. Wo liegt hier der Unterschied? Liegt er in dem Luftdurchsatz, der bei einer derartigen Wohnraumlüftung einfach viel geringer (und vor allem kontrollierter) ist???
Meine Frage ist daher: Hat jemand von euch Erfahrung mit diesem System der dezentralen Wohnraumlüftung? Was denkt ihr darüber? Wo seht IHR Vor- und Nachteile??? Ich würde mich über ein paar eurer Gedanken zu dem Thema freuen.
Viele Grüße,
Chris
DerBjoern17.01.14 09:17
+ Luft muss nicht durch ein wartungsintensives Rohrsystem zugeleitet werdenVon Wartungsintensiv kann eigentlich keine Rede sein. Wenn die Anlagen mit Filtern betrieben werden sammelt sich da kaum was an.+ Luftqualität dadurch höherNein, siehe letzten Punkt. Außerdem wird die Luft bei einer zentralen Kontrollierte-Wohnraumlüftung gefiltert.+ Keim- und Schimmelbildung im Rohrsystem kein FaktorDas ist eigentlich auch bei einer zentralen Kontrollierte-Wohnraumlüftung kein Faktor. Wird aber immer gerne von Verkäufern dezentraler Systeme angeführt als Argument.+ Abwärme kann in der Abluftwärmepumpe effizienter genutzt werden als im Wärmetauscher einer zentralen Wohnraumlüftung Das ist eine Behauptung die erst mal bewiesen werden muss. Wenn du etwas im Internet recherchierst wirst du aber auch Erfahrungswerte zu der angegebenen Abluftwärmepumpe finden. Auch zur "Effizienz" des Systems.
Der Da17.01.14 10:42
Die Luft, die in die Räume geleitet wird, hat Außentemperatur (im Sommer warm, im Winter kalt)Dieser Punkt würde für mich das System disqualifizieren.DerBjörn hat ja schon einiges geschrieben: Dem kann ich zustimmen.
Wie soll denn etwas in die Rohrleitungen Gelagen, was da schimmeln soll? Und Feuchtigkeit darf da drin keine entstehen, sonst liegt ein Baufehler vor.
Wir haben eine zentrale Anlage und wollen diese um kein Geld der Welt mehr missen. Zur Zeit, wenns draußen Richtung 0 Grad geht, ist die reingeblasene Zuluft ca bei 15-18 Grad, was hier schon zu einer Senkung der Raumtemperatur führt, wenn die Heizung nachts abgeschaltet ist.
Mycraft17.01.14 11:06
Tja wenn du schon die Möglichkeit der Auswahl hast, dann würde ich nur eine zentrale in ein Neubau einbauen und nichts anderes...
Wie die anderen schon geschrieben hatten sind die Argumente haltlos...
+ Luft muss nicht durch ein wartungsintensives Rohrsystem zugeleitet werden
Wie auch schon geschrieben...nicht wartungsintensiver als ein dezentrales System.
+ Luftqualität dadurch höher
Das bezweifle ich doch sehr stark!
+ Keim- und Schimmelbildung im Rohrsystem kein Faktor
Bei beiden Varianten und fachgerechtem Einbau gleiche Bedingungen.
+ Abwärme kann in der Abluftwärmepumpe effizienter genutzt werden als im Wärmetauscher einer zentralen Wohnraumlüftung
naja das ist doch wohl eher eine Aussage aus einem Hochglanzprospekt ohne Beweiskraft...
- Die Luft, die in die Räume geleitet wird, hat Außentemperatur (im Sommer warm, im Winter kalt)
jupp so ist es und man merkt dies auch deutlich.
- Wenn die Ventile nicht sauber schließen, kann ein Zug entstehen
jupp.
- Möglicherweise Analogie zum "Kipplüften"
ja auch.
ausserdem:
- Mehr Durchbrüche in der Fassade, dadurch größeres Fehlerpotential beim Einbau, Entstehung von Wärmebrücken etc.
- stärkere Verschmutzung der Fassade an den Ventilen
- höhere Filterkosten, da man "besondere" Filter benötigt die spezielle Formen etc. haben und eben höhere Anzahl dieser von Nöten als bei einer zentralen Kontrollierte-Wohnraumlüftung
und und und
Wie die anderen schon geschrieben hatten sind die Argumente haltlos...
+ Luft muss nicht durch ein wartungsintensives Rohrsystem zugeleitet werden
Wie auch schon geschrieben...nicht wartungsintensiver als ein dezentrales System.
+ Luftqualität dadurch höher
Das bezweifle ich doch sehr stark!
+ Keim- und Schimmelbildung im Rohrsystem kein Faktor
Bei beiden Varianten und fachgerechtem Einbau gleiche Bedingungen.
+ Abwärme kann in der Abluftwärmepumpe effizienter genutzt werden als im Wärmetauscher einer zentralen Wohnraumlüftung
naja das ist doch wohl eher eine Aussage aus einem Hochglanzprospekt ohne Beweiskraft...
- Die Luft, die in die Räume geleitet wird, hat Außentemperatur (im Sommer warm, im Winter kalt)
jupp so ist es und man merkt dies auch deutlich.
- Wenn die Ventile nicht sauber schließen, kann ein Zug entstehen
jupp.
- Möglicherweise Analogie zum "Kipplüften"
ja auch.
ausserdem:
- Mehr Durchbrüche in der Fassade, dadurch größeres Fehlerpotential beim Einbau, Entstehung von Wärmebrücken etc.
- stärkere Verschmutzung der Fassade an den Ventilen
- höhere Filterkosten, da man "besondere" Filter benötigt die spezielle Formen etc. haben und eben höhere Anzahl dieser von Nöten als bei einer zentralen Kontrollierte-Wohnraumlüftung
und und und
Bauexperte17.01.14 11:57
Hallo Chris,
Ich kann Dir für unsere BV, wo ein dezentrales System verbaut wurde, sagen, daß unsere Bauherren mit diesem Lüftungssystem sehr zufrieden sind und die von Dir beschriebenen "Cons" nicht auftreten. Es kommt aber darauf an, welcher Anbieter gewählt und an welcher Stelle des Raumes die Lüfter verbaut werden, daß sich kaum Zuggefühl einstellt. Die gleiche Zufriedenheit gilt für unsere Kunden, welche ein zentrales System verbaut haben. Es kommt also nicht nur auf die persönliche Vorliebe an, sondern auch auf das vorhandene Budget. Du hast damit die Qual der Wahl; nur im Regelfall sollte imho immer gelten: besser eine dezentrale, als überhaupt keine Lüftungsanlage.
Der rote Kollege baut ja nicht eben wenig Häuser - weshalb läßt Du Dir keine Referenzadressen benennen? Oder noch besser - fahr´ in ein Baugebiet Deiner näheren Umgebung und frage die dortigen Bestandskunden dieses Anbieters nach ihren Erfahrungen (finden sich auch im I-Net). Dessen Häuser solltest Du auch ohne Hinweisschilder erkennen. Im Weiteren kannst Du Dich auch gleich nach den lfd. Kosten der verbauten Abluftwärmepumpe erkundigen.
Grüße, Bauexperte
Chris1984 schrieb:Wie Du an den bisherigen Antworten bereits erkennst, ist das Thema dezentrale oder zentrale Lüftung ein Jehova-Thema
Meine Frage ist daher: Hat jemand von euch Erfahrung mit diesem System der dezentralen Wohnraumlüftung? Was denkt ihr darüber? Wo seht IHR Vor- und Nachteile??? Ich würde mich über ein paar eurer Gedanken zu dem Thema freuen.
Ich kann Dir für unsere BV, wo ein dezentrales System verbaut wurde, sagen, daß unsere Bauherren mit diesem Lüftungssystem sehr zufrieden sind und die von Dir beschriebenen "Cons" nicht auftreten. Es kommt aber darauf an, welcher Anbieter gewählt und an welcher Stelle des Raumes die Lüfter verbaut werden, daß sich kaum Zuggefühl einstellt. Die gleiche Zufriedenheit gilt für unsere Kunden, welche ein zentrales System verbaut haben. Es kommt also nicht nur auf die persönliche Vorliebe an, sondern auch auf das vorhandene Budget. Du hast damit die Qual der Wahl; nur im Regelfall sollte imho immer gelten: besser eine dezentrale, als überhaupt keine Lüftungsanlage.
Der rote Kollege baut ja nicht eben wenig Häuser - weshalb läßt Du Dir keine Referenzadressen benennen? Oder noch besser - fahr´ in ein Baugebiet Deiner näheren Umgebung und frage die dortigen Bestandskunden dieses Anbieters nach ihren Erfahrungen (finden sich auch im I-Net). Dessen Häuser solltest Du auch ohne Hinweisschilder erkennen. Im Weiteren kannst Du Dich auch gleich nach den lfd. Kosten der verbauten Abluftwärmepumpe erkundigen.
Grüße, Bauexperte
€uro18.01.14 15:52
Hallo,
Hierzu habe ich schon Gutachten erstellt! Sprich mal mit geprellten Bauherren! Hierzu gibt es sogar ein eigenes Forum unzufriedener Kunden!
v.g.
NB: Hinweis bzgl. Referenzadressen. Viele GU/GÜ zahlen gut für entsprechende Auskünfte! Also Adresse selbst suchen, nicht sich vom Anbieter nennen lassen!
Chris1984 schrieb:Eine für Wärmepumpe optimierte FBH hat bestenfalls ~ 35°C Vorlauftemperatur! Im Übrigen sind Deine Bedenken berechtigt!
...Grundsätzlich finde ich das Konzept sehr gut, auch die Arbeitsweise der Abluftwärmepumpe gefällt mir im Vergleich mit einer konventionellen Luft-Wasser-Pumpe. Meine Befürchtung (oder Angst) ist aber die, dass ich im tiefen Winter irgendwann da sitze und (ich übertreibe jetzt absichtlich) durch die Ventile -20° C kalte Außenluft einströmt, während unter mir die Fußbodenheizung bei 50° C krampfhaft versucht, den Raum auf Temperatur zu halten...
Chris1984 schrieb:Mit dem Gesamtkonstrukt schon. Zunächst muß erst mal abgeklärt sein, dass eine/diese AWP überhaupt sinnvoll! Andernfalls, neben dieser merkwürdigen Zuluft, deutlich überhöhte Verbrauchskosten.
...Meine Frage ist daher: Hat jemand von euch Erfahrung mit diesem System der dezentralen Wohnraumlüftung? ...
Hierzu habe ich schon Gutachten erstellt! Sprich mal mit geprellten Bauherren! Hierzu gibt es sogar ein eigenes Forum unzufriedener Kunden!
v.g.
NB: Hinweis bzgl. Referenzadressen. Viele GU/GÜ zahlen gut für entsprechende Auskünfte! Also Adresse selbst suchen, nicht sich vom Anbieter nennen lassen!
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