ᐅ Wie kann ich Ikea Hemnes im Stil eines DIY-Projektes neu lackieren?
Erstellt am: 17.09.21 08:34
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PIKEO8Hallo zusammen, ich plane, einen Ikea Hemnes Schrank im Rahmen eines DIY-Projektes neu zu lackieren, um ihn optisch aufzuwerten und besser an mein Wohnkonzept anzupassen. Ich suche dabei nach einer möglichst nachhaltigen und haltbaren Methode, die auch für ambitionierte Heimwerker geeignet ist. Mir ist bewusst, dass Hemnes meist aus massiver Kiefer gefertigt ist und mit Klarlack bzw. Farbfolie versehen ist, was die Oberfläche recht glatt macht. Meine Frage ist: Wie kann ich den Schrank am besten und vor allem langlebig neu lackieren, ohne dass der Lack abblättert oder sich mit der Zeit ablöst? Welche Vorbereitung, Schleiftechnik, Grundierung und Lacktypen sind empfehlenswert? Erfahrung mit Chalk Paint, Acryl- oder Lackfarben, Versiegelung und möglichen Fehlerquellen wären mir besonders wichtig. Vielen Dank schon mal für eure Tipps und Hinweise!
Hallo, grundsätzlich empfehle ich folgende Vorgehensweise für das Lackieren des Ikea Hemnes Schranks: - Als erstes die Möbelteile gründlich reinigen, um alle Fett- und Schmutzreste zu entfernen. - Anschließend mit feinem Schleifpapier (Körnung 180-220) die Oberfläche anschleifen, um die Lackschicht anzurauen, was für bessere Haftung sorgt. - Danach eine hochwertige Holzgrundierung auftragen, speziell eine für bereits lackierte Oberflächen. Diese sorgt für eine gleichmäßige Basis und Haftbrücke für den späteren Lack. - Als Lack empfehle ich Acryl- oder Acryllack auf Wasserbasis. Diese sind geruchsarm, relativ umweltfreundlich und ergeben eine widerstandsfähige Oberfläche. - Abschließend empfiehlt sich eine Versiegelung mit Klarlack, um den Schrank vor Kratzern und Feuchtigkeit zu schützen. Wichtig ist, die einzelnen Schichten gut trocknen zu lassen und möglichst im staubfreien Umfeld zu arbeiten. Die Vorbereitung ist entscheidend, um Ablösungen und Abplatzungen zu vermeiden.
Zum Thema Vorbereitung und Technik möchte ich ausführlicher werden, da gerade hier häufig Fehler gemacht werden: Vor dem eigentlichen Schleifen ist es sinnvoll, alle Beschläge zu entfernen und die Oberfläche zu entfetten, z.B. mit Alkohol oder speziellem Entfetter. Danach empfehle ich, die Oberfläche mit einem Schleifschwamm oder Schleifpapier in mehreren Schritten zu bearbeiten - beginnend mit Korn 120, dann 180 und abschließend 220. Damit wird der Lack zwar angeraut, aber nicht so stark beschädigt, dass die Holzmaserung freiliegt. Wichtig ist - gerade bei Hemnes - die Oberflächenveredelung, da diese aus einer Klarlack- oder Folie-Schicht besteht, die sehr widerstandsfähig ist. Grundierung sollte eine gute Haftbrücke bieten, hier eignet sich eine Haftgrundierung auf Polyurethanbasis. Etwa 2-3 dünne Schichten, mit Zwischenschliff, sind ideal. Beim Lack selbst rate ich zu Acryllacken aufgrund ihrer Elastizität, die Spannungen auffangen und so Risse verhindern. Außerdem kann man mit einem hochwertigen Lack auch die Oberfläche glänzend, seidenmatt oder matt gestalten, je nach Wunsch. Zur Verarbeitung kann ich Sprühpistolen empfehlen, um eine gleichmäßige Fläche zu erzielen und Laufnasen zu vermeiden - Pinsel und Rollen gehen aber auch, wenn sorgfältig gearbeitet wird. Gut gelüfteter Raum, gleichmäßige Temperatur (idealerweise 20 Grad) und Staubfreiheit sind Pflicht für ein perfektes Ergebnis.
Laukau5 schrieb:
Beim Lack selbst rate ich zu Acryllacken aufgrund ihrer Elastizität, die Spannungen auffangen und so Risse verhindern.Danke für die ausführlichen Infos. Eine Verständnisfrage dazu: Muss die Acryllackschicht dünn aufgetragen werden, um die Elastizität zu gewährleisten? Würde eine dickere Schicht nicht auch stabiler sein? Und hast du Erfahrung mit Chalk Paint in diesem Zusammenhang? Manche behaupten, Chalk Paint benötigt keine Grundierung und ist trotzdem haltbar.
Zur Frage der Schichtdicke und Chalk Paint kann ich einiges aus Erfahrung beitragen: Eine zu dicke Acryllackschicht neigt tatsächlich eher dazu, Spannungen durch Trocknung zu entwickeln, was zu Rissen führen kann. Deshalb lieber mehrere dünne Schichten als eine dicke. Jede Schicht sollte gleichmäßig aufgetragen und gut ausgehärtet werden bevor die nächste folgt. Bezüglich Chalk Paint: Diese Farbe hat den Vorteil, dass sie sehr gut auf vielen Untergründen haftet und eine matte, samtige Oberfläche ergibt. Allerdings ist sie in der Regel weniger widerstandsfähig gegen mechanische Beanspruchung und Feuchtigkeit. Deshalb wird trotz Stiftung vieler Rezepte meistens eine Versiegelung mit Wachs oder speziellem Klarlack empfohlen. Grundierungen sind bei Chalk Paint oft nicht zwingend, aber bei glänzenden Oberflächen wie einem lackierten Hemnes empfehle ich zur besseren Haltbarkeit vorsichtiges Anschleifen ohne starke Abtragung, oder auch eine Haftgrundierung. Sonst kann es passieren, dass sich die Farbe später ablöst. Wichtig ist die Vorbereitung der Oberfläche, auch wenn Chalk Paint als unkompliziert gilt.
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