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ᐅ Scanhaus, Okal oder Massa Haus? Oder alles Schrott?


Erstellt am: 07.02.26 22:47

R
Ramona1603
07.02.26 22:47
Hallo zusammen,

da die Grundstücke im Rhein-Main-Gebiet recht teuer sind, haben wir für das Haus leider kein riesiges Budget. Ich lese leider von allen drei Anbietern schlechtes. 
Hat jemand Erfahrungen mit den drei Anbietern und kann mir eine Empfehlung geben oder wäre es bei der Auswahl nur das kleinere Übel?
Vielleicht hat jemand auch noch andere Empfehlungen?

Lieben Dank!!
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11ant
08.02.26 02:01
Wie bereits in Deinem "Schwesterthread" https://www.hausbau-forum.de/threads/Bauträger-im-rhein-main-gebiet-gesucht.u8m0p2/#b8u7z2 versprochen, hier nun mein Eingehen speziell auf diese drei Anbieter: alle drei sind wie gesagt Hersteller von "Fertig"häusern und auch alle drei bauen diese aus Holzrahmentafeln (Falschsprech: Holzständerbauweise). Wie ich Dir nebenan bereits schrieb, tun sie das nicht prinzipiell preisgünstiger als die Anbieter der steinernen Bauweise.

Der wesentliche Unterschied zwischen den Dreien besteht darin, daß Massa Haus auf sogenannte Ausbauhäuser spezialisiert ist (was im Umkehrschluss bedeutet: falls Du einzugsfertig bauen willst, sogar teurer sein wird als diejenigen Anbieter, deren Produkte von vornherein auf diese vollendetste Stufe hinkalkuliert sind). Scanhaus Marlow und Okal Haus hingegen bieten eher einzugsfertige Häuser an, dabei Scanhaus Marlow als "Discounter" und Okal Haus im mittleren Segment. Okal Haus ist dem Namen nach eine Traditionsmarke und hier ist insofern Vorsicht geboten, wie es sich bei vielen schon seit vielen Jahrzehnten "bekannten" Marktteilnehmern um neuere Unternehmen handelt, die einen "bewährten" Markennahmen weiterführen.

Nimmst Du nur an, für das Grundstück bereits viel Budget zu verbrauchen, oder gibt es das konkrete Grundstück bereits schon gekauft ?
In diesem Zusammenhang auch die Warnung vor dem "Grundstücksservice" so mancher Hausverkäufer, siehe hier u.a. mit dem Stichwort "11ant Leerverkauf".

Die für Dich passende Lösung (nicht teurer als das "geringste Übel" ) findest Du, wenn Du den konkreten Bedarf Deiner Familie in die Form "rechteckig, praktisch, gut" bringst und mit der Ausstattung auf dem Boden bleibst. Ein "Ausbauhaus" (bzw. "Rohbau" wie es in der steinernen Bauweise häufiger genannt wird) lohnt sich nur für Eigenleister (wofür man selbst handwerklich begabt sein sollte) - als Basis für eine (ibs. als Laie selbst organisierte) Einzelvergabe lohnt sich derlei entgegen der landläufig verbreiteten Hoffnung jedoch nicht.

Also kläre zunächst, was Du ehrlich termingerecht selbst erledigen kannst und rechne im Zweifel lieber mit an Fachbetriebe vergebenen Leistungen. Die mächtigsten Sparschlüssel sind Größe, schlichte Baukörperform und Ausstattung. Falls das Grundstück ein Untergeschoss erfordert, dann versuche dieses nicht einzusparen (das kostet nämlich gehupft nicht weniger als gesprungen), sondern lieber zu nutzen und dann oberhalb kleiner zu bauen.
https://www.instagram.com/11antgmxde/
https://www.linkedin.com/company/bauen-jetzt/
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Rübe1
08.02.26 09:27
@11ant Wenn ich Dich mal ergänzen darf: Immer daran denken: Kataloge kosten Geld, Musterhäuser kosten Geld, Verkäufer kosten Geld. All das schlägt sich im Preis nieder. Günstige Preise haben nicht mehr sehr viel mit Einkaufskonditionen zu tun. Sondern viel mehr mit ausgereifter (optimierter) Planung. Sobald es individuell wird, wirds teuer.

Und: auf dem Teppich bleiben, gerade wenn das Budget begrenzt ist. Nicht von den Palästen ausgehen, die hier teilweise vorgestellt werden. Jeder qm kostet Geld. Ich bringe 4 Zimmer auf 110 qm unter, bei 140 qm sinds auch nur 4 Zimmer, nur großzügiger. Dazwischen liegen aber All-In schnell 100.000 Euro.
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11ant
08.02.26 14:20
Rübe1 schrieb:
Kataloge kosten Geld, Musterhäuser kosten Geld, Verkäufer kosten Geld. All das schlägt sich im Preis nieder. Günstige Preise haben nicht mehr sehr viel mit Einkaufskonditionen zu tun. Sondern viel mehr mit ausgereifter (optimierter) Planung. Sobald es individuell wird, wirds teuer.

Kataloge kosten Geld, wenn man sie druckt. Kataloge als PDF kosten viel weniger Geld. Verkäufer kosten meist nur Provision, die Branche setzt gerne auf hungrige Verkäufer dank erbärmlichem oder gar vollständig fehlendem Fixum. Da Verkaufs"berater" aber ohnehin meist eher "Verräter" sind, lassen sich kluge Bauherren von denen höchstens Infomappen zumailen. Optimierte Planungen sind im Einzelhausbau selten, das machen die GU eher im Bereich des seriellen Bauens dann als BT. Im Einkauf ist für GU wenig zu verdienen und für den Bauherrn spürbare Wirkungen von Rabattstaffeln sind kaum der Rede wert. Strenge Disziplin beim Individualisieren von Katalog-Bauvorschlägen ist nie verkehrt. Viele "Aktionshäuser" gibt es nur als durchgerechneten Entwurf, ohne daß eine Serienreife erzeugende Stückzahl dahintersteht, d.h. ein "Kundenhaus" nachzubauen kann der glücklichere Deal sein. Man sollte also bei Katalog-Bauvorschlägen stets nachprüfen, wie häufig sie bereits realisiert wurden.
https://www.instagram.com/11antgmxde/
https://www.linkedin.com/company/bauen-jetzt/
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Rübe1
08.02.26 15:56
11ant schrieb:
Kataloge kosten Geld, wenn man sie druckt. Kataloge als PDF kosten viel weniger Geld. Verkäufer kosten meist nur Provision

Weisst Du, manchmal frage ich mich, woher Du Dein Wissen so hast,  Hauptsache erst mal rausgehauen....

Von den oben genannten: 2 bieten einen gedruckten Katalog an, der Dritte ein "Magazin". Grafik, Layout, all das gibts natürlich völlig umsonst. Und das Thema Musterhaus umgehst Du gleich...

Verkäufer: ein guter Verkäufer geht nicht unter 8 % nach Hause. Das kannst Du glauben oder auch nicht, aber ich hab hier immer noch das Angebot eines Anbieters unter Glas an der Wand... Die, von denen Du sprichst, die haben letzte Woche noch weiße Ware verkauft oder Damenoberbekleidung. Das sind aber eh alles nur Wanderpokale...
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11ant
08.02.26 18:55
Rübe1 schrieb:
Verkäufer: ein guter Verkäufer geht nicht unter 8 % nach Hause. Das kannst Du glauben oder auch nicht, aber ich hab hier immer noch das Angebot eines Anbieters unter Glas an der Wand... Die, von denen Du sprichst, die haben letzte Woche noch weiße Ware verkauft oder Damenoberbekleidung. Das sind aber eh alles nur Wanderpokale...

Ich habe nie bezweifelt, daß gute Verkäufer auch auskömmlich entlohnt werden; leider glauben viele Anbieter, daß ein niedriger Bonus ihre Verkäufer faul machen würde und man ihnen nur mit überlebensnotwendiger Provision die Sporen geben könne. Herren in der DOB kommen praktisch nur als Filialleiter vor: die DOB ist einer der wenigen Bereiche, in denen die Kundinnen dem dreibeinigen Geschlecht keine höhere Kompetenz unterstellen. Und ja, Wanderpokale sind in mehreren Vertriebsbereichen die Regel.

Rübe1 schrieb:
Weisst Du, manchmal frage ich mich, woher Du Dein Wissen so hast,  Hauptsache erst mal rausgehauen....
Von den oben genannten: 2 bieten einen gedruckten Katalog an, der Dritte ein "Magazin". Grafik, Layout, all das gibts natürlich völlig umsonst.

Die drei Genannten sind sämtlich Big Names. Die werfen alle mit Hochglanzprospekten wie der Prinz mit Kamelle. Die Prospekte waren nicht nur beim Grafiker und Layouter, sondern auch beim Werbetexter und beim Psychologen. Die kosten ein Heidengeld. Ich sprach allerdings nicht von Prospekten, sondern von Katalogen, das ist ein wesentlicher Unterschied. Früher stand in beiden das Gleiche, da waren aber auch noch allenthalben Typenhäuser die Regel. Dann kam eine Einzelkindergeneration Kunden und mit ihnen die Mode, das Credo Made2Measure himmelhoch zu hängen und die Produkte vom Fertigungsraster (meistens immer noch 625 mm, seltener 833 mm oder andere) zu entkoppeln. Auch die Massivbauerszene ging mit der Architektengeneration CAD - das Imagegefälle "Massiv" zu "Fertig" hatte sich inzwischen auch umgekehrt - vom Typenhaus weg und fing an, lieber Individualplanungen anzubieten. Die meisten Anbieter (Steiner wie Holzer) haben den Katalog im Zuge dieser Umstellung nicht nur als Vollverzeichnis ihres Produktportfolios abgeschafft, sondern auch die Spiegelung des Kataloges im Prospektmaterial. Letzteres liest sich seitdem wie die Kandidatenfaltblätter politischer Parteien, nur daß eben teilweise andere Werte darin beschworen und besungen werden ("soziale Gerechtigkeit" fehlt bzw. wird sogar durch "zeigen Sie, wozu Sie es gebracht haben" ersetzt, aber "Zukunft" und "Umwelt" sowie „Wertbeständigkeit“ stehen hoch im Kurs).

Bei den meinerseits den Suchenden wärmstens ans Herz gelegten regionalen (überwiegend steinern bauenden) inhabergeführten Anbietern sieht die Welt jedoch gänzlich anders aus: hier will man auch den hardfactorientierten potentiellen Kunden statt mageren Warmluftsprechblasen lieber eine brauchbare Mischung aus Werbung und Information bieten und schreckt nicht davor zurück, auch mit konkreten Produktbeispielen aufzuwarten. Die Klugen tun dies mit einer "kleinen Speisekarte" mit meist so etwa acht bs dreißig Beispielen, die weniger Klugen erschlagen die Kundschaft mit einer Überdosis. Ich kenne einen eigentlich empfehlenswerten Steinbau-GU mit vernünftig dimensionierter eigener Mannschaft, der von den neunhundert Häusern die er schon gebaut hat wahnsinnige zweihundert auf seiner Website präsentiert. Der Seniorchef ist Bauingenieur, entsprechend hören die Häuser auf so klangvolle Namen wie "Quadratmeterzahl Dachform". Der Interessent ersäuft in diesem Waterboarding mit schwach nützlicher Information und rettet sich ans Ufer eines Mitbewerbers, wo er dann Kunde wird. Vermutlich geht die Marge eines Hauses jedes Jahr für die Website drauf.

Rübe1 schrieb:
Und das Thema Musterhaus umgehst Du gleich...

Musterhäuser sind reine Leimspuren. Sie sind teure Dauermessestände und beweisen die Gültigkeit des Spruches "Lage, Lage, Lage": daß insbesondere Mehranbieterausstellungen eine hohe Frequenz von spezifisch interessierten Besuchern erschließen, macht diese Points of Purchase so wertvoll, daß Musterhäuser selig gewordener Marktteilnehmer gerne von anderen Wettbewerbern gemietet werden (im externen Beitrag "Wenn Musterhäuser "lügen" bin ich ausführlicher darauf eingegangen). Weil die Weisheit "die allerdümmsten Kälber suchten sich ihre Metzger selber" so hervorragend funktioniert, sind Musterhäuser für ihre Betreiber Gold wert. Den Interessierten bringen sie nur beschränkt Nutzen, denn "die Abbildung kann Sonderausstattungen enthalten" ist hier die Regel und nicht wenige Modelle sind aktuell gar nicht mehr (unverändert) im Programm, allein schon weil in den Ausstellungen noch viele Musterhäuser aus der Ära Energieeinsparverordnung 2014 im Feld stehen.
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