ᐅ Planerin erstellt keinerlei Berechnungen nach DIN 276
Erstellt am: 11.02.25 01:14
11ant11.02.25 15:33
Antjeaergert schrieb:
Sie meint, sie müsse nicht alle Leistungen erfüllen, die lph würden daher auch anteilig abgerechnet. [/] wenn ich in die hoai schaue wird mir schlecht, was sie alles nicht erbracht hat. Das würde hier den Rahmen sprengenAngenommen, sie hat von 35 Einzel-Grundleistungen nur 28 erbracht, dann würde ich Ihr an Deiner Stelle auch nur linear 4/5 anrechnen - dann liegt es an ihr, zu argumentieren, welche davon relativ wertvoller gewesen wären, sodaß die lineare Kürzung zu weit ginge. Den Schadenersatz für das zu lange disponierte Gerüst würde ich gegenrechnen. Anschließend würde ich das Honorar für die gesamte Leistungsphase zu der die Kostenschätzungen gehören separat an das Amtsgericht zahlen, wo sie sich die gegen Aushändigung der geforderten Grundleistungen abholen kann. Ein Anwalt formuliert Dir das ordnungsgemäß. Der wird ihr dann auch gleich einen Hinweis geben, daß die Kürzung des HOAI-Grundumfanges des Architektenvertrages nicht einseitig hätte erfolgen können. Man kann auch als Freiberufler nicht einfach nach Laune herauspicken, welche Teile seines Vertrages mit dem Bauherrn man gegen generösen Verzicht auf deren Honorierung einfach zu erbringen "abwählt" wie sein Unlieblingsfach in der gymnasialen Oberstufe. Ein streitlustiger Anwalt nähme womöglich gar das Wort "Betrug" in den Mund.Antjeaergert11.02.25 15:42
nordanney schrieb:
Die erste Kostenschätzung nach DIN 276 ist in der Leistungsphase 2 eine Grundleistung. Diese schuldet sie Dir - was Dir jetzt aber auch nicht mehr wirklich hilft, denn die wird am Ende doch gefaked sein.
Die Kostenschätzung ist ja gerade dazu da, um einen Abgleich von Budget und Kosten vornehmen (und ggf. die Reißleine ziehen) zu können.Danke - das hilft mir schonmal.
Also kann ich grundsätzlich diese Berechnung fordern- und ihre Anmerkung - diese Norm sei ihr nicht bekannt- übergehen. Sie ist ja der Meinung, diese Norm sei nicht Vertragsrelevant.
sie macht sich ja nicht mal die Mühe diese zu faken 😉
mich macht diese Ohnmacht - unsere Machtlosigkeit einfach sprachlos. Jetzt nach Abschluss des Baus, wo mein Vater die Kosten kennt - da er die bezahlt hat, ist sie ja immer noch der Meinung „alles sei im Rahmen“ - daher hätte ich ja so gern die Kostenfeststellung. In der die Schätzung und die tatsächlichen Kosten verglichen werden.
Ich kann nur mit dem Kopf schütteln ( natürlich auch über meinen Vater, der eigentlich nicht dumm ist und sein Leben lang ein Unternehmen geführt hat).
mein Vater hat wirklich in gutem Glauben vertraut. Oft die Begründung „Corona, und Kostenexplosion“ gehört.
Daraufhin hat er ja angemerkt, dass die Kosten niemals eingehalten werden können.
es war auch irgendwann der Punkt erreicht, dass er einfach nur noch fertig werden wollte - die Ferienwohnung war ja auch keine Option.
jetzt, wo ich mich ein bisschen in die hoai eingelesen habe - bin ich einfach nur sprachlos - ihm wurden nicht zu einem Gewerk mehrere Angebote vorgelegt. Sie hat die Firmen ausgesucht, und dies dann vorgelegt, da dies die einzigen in Frage kommenden Firmen seien. Das hat mein Vater alles so hingenommen.
Er wollte einfach nur sein Häuschen. Der Bau hat sich dann über Jahre gezogen, es gab nie ein bautagebuch oder ähnliches. Alle Nachfragen wurden belächelt- immer andere Sachen vorgeschoben. Sie hat sich drum gekümmert, wenn der Bau über Wochen still stand, so kamen ja auch die zb Kosten für das Gerüst zustande etc.
wie gesagt/ mir wird schlecht, wenn ich in die hoai schaue, da einfach so unfassbar viele Dinge nicht geschehen sind, so dass ich mir schon mit meiner Frage lächerlich vorkomme
Antjeaergert11.02.25 15:44
Musketier schrieb:
Bei 80T€ Kostennote und noch nicht mal voll berechneten Leistungsstufen müsste das Ziel aber schon weit gerissen worden sein oder?
Da müssen doch locker 6-700T€ Umbaukosten gewesen sein.
Man muss aber auch dazu sagen, dass so eine Teuerung, wie Sie in den letzten 4 Jahren im Baugewerbe stattfand auch vorab nicht zu kalkulieren bzw. vorherzusehen waren. Und wenn die Maurer schon 90T€ drüber waren, war das vermutlich auch schon früh abzusehen.ja ziemlich genau in dem Bereich der Baukosten liegen wir!!!
Antjeaergert11.02.25 15:54
Ich möchte mich auf jeden Fall schonmal für die Hilfe und die Antworten bedanken. Die ganze Sache macht mich einfach sprachlos - und jetzt bin ich in einem Alter wo ich mal für meinen Papa kämpfen kann, was er sein Leben lang für mich getan hat!
Antjeaergert11.02.25 15:56
Antjeaergert schrieb:
ja ziemlich genau in dem Bereich der Baukosten liegen wir!!!Und deswegen fragen wir ja seit so langer Zeit nach Berechnungen etc. Ich dachte das wäre einer der Hauptaufgaben eines Architekten- die Kostenüberwachung. Sie erkennt davon aber nichts an, hat nie eine Berechnung erstellt und wie gesagt- eine DIN 276 ist ihr nicht bekannt und sie ist der Meinung, dies sei keine geschuldete Leistung
Musketier11.02.25 16:09
Pass aber bitte auf, dass du nicht nur Teilinformationen hast, sonst verrennst du dich. Ich hatte das bei der Oma meiner Frau bzw. damaligen Freundin. Da kamen immer nur Bruchstücke zum Vorschein, über die man sich aufgeregt hat und die man sich mal ansehen sollte. Wenn man dann aber genauer nachfragte, stellte sich die Tatsache ganz anders raus. Und rechtlich was zu klären, war ich als damaliger Freund des Enkels sowieso nicht berechtigt.
Und ob man als 70 jähriger sich noch an alles erinnert, was vor 3-4 Jahren mal vorgelegt wurde, würde ich auch anzweifeln.
Wenn man das Forum die letzten Jahre so verfolgt hat, gab es in der Zeit der großen Preissteigerung einige, wo die Architekten von mehreren Firmen Angebote eingefordert hatten, am Ende aber nur ein überteuertes Abwehrangebot gekommen ist. Da kann dann auch der Architekt nur begrenzt was machen.
Und ob man als 70 jähriger sich noch an alles erinnert, was vor 3-4 Jahren mal vorgelegt wurde, würde ich auch anzweifeln.
Wenn man das Forum die letzten Jahre so verfolgt hat, gab es in der Zeit der großen Preissteigerung einige, wo die Architekten von mehreren Firmen Angebote eingefordert hatten, am Ende aber nur ein überteuertes Abwehrangebot gekommen ist. Da kann dann auch der Architekt nur begrenzt was machen.
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