ᐅ Photovoltaikanlage mit Nachspeicheröfen
Erstellt am: 18.12.19 20:10
Tego1219.12.19 09:48
hampshire schrieb:
Wenn es um eine liquiditätsbedingte "entweder-oder" Frage geht kann man das sicherlich einmal nachrechnen.
Wenn nicht: Die Investition in eine Photovoltaikanlage auf fast jedem Haus - unabhängig vom Heizsystem.100%ige Zustimmung. Und ergänzend: Photovoltaik lohnt selbstverständlich auch bei 100% fremdfinanziert, das "entweder oder" gibt es also in der Realität eigentlich nie, denn für Photovoltaik bekommt man in der Regel immer einen (zusätzlichen) Kredit.
Domski19.12.19 09:57
Naja, eine Besicherung des Darlehens für die Photovoltaik will die Bank schon haben, Einspeisevergütung reicht der Bank in den wenigstens Fällen. Ist alles Eigenkapital oder eine Grundschuld schon "verbraten", würde ich die Entweder/oder Frage schon zulassen.
Davon ab: Nachtspeicheröfen raus, neue Heizung rein würde ich in jedem Fall versuchen, aber:
- ziemlich sicher keine Wasserführenden Heizflächen vorhanden.
- Welcher Energieträger:
Öl...auf keinen Fall.
Gas...nicht überall verfügbar.
Pellets.....Platzbedarf für den Bunker vorhanden?
Luftwärmepumpe.....finanzieller Selbstmord, wenn das Haus nicht vorher auf einen halbwegs passablen Dämm-Standard gebracht wird. Erdwärmepumpe..... hohe Anfangsinvestition oder viel Eigenleistung und eigenes Erfahrung erforderlich und bei schlecht gedämmten Haus auch nur mäßig ideal.
Davon ab: Nachtspeicheröfen raus, neue Heizung rein würde ich in jedem Fall versuchen, aber:
- ziemlich sicher keine Wasserführenden Heizflächen vorhanden.
- Welcher Energieträger:
Öl...auf keinen Fall.
Gas...nicht überall verfügbar.
Pellets.....Platzbedarf für den Bunker vorhanden?
Luftwärmepumpe.....finanzieller Selbstmord, wenn das Haus nicht vorher auf einen halbwegs passablen Dämm-Standard gebracht wird. Erdwärmepumpe..... hohe Anfangsinvestition oder viel Eigenleistung und eigenes Erfahrung erforderlich und bei schlecht gedämmten Haus auch nur mäßig ideal.
Scout19.12.19 10:04
Domski schrieb:
Luftwärmepumpe.....finanzieller Selbstmord, wenn das Haus nicht vorher auf einen halbwegs passablen Dämm-Standard gebracht wirdAktuell sind es Nachtspeicherofen, also 1 KWh Strom = 1 KWh Wärme.Luft-luftwärmepumpe mit angenommener Jahresarbeitszahl von 3: 1 KWh Strom = 3 KWh Wärme.
Die Anschaffungskosten dürften in etwa so hoch ausfallen wie ein neu zu errichtender Kaminzug kosten würde- noch ganz ohne Brenner, Verrohrung und Heizschlangen.
Wieso dies finanzieller Selbstmord sein soll erschließt sich mir nicht ganz. Wird halt etwas zugig werden mit der eingeblasenen Heißluft, aber das ist bei Nachtspeicheröfer ebenfalls der Fall. Natürlich sollte man die Heizlast erst mal minimieren, also ggf. oberste Geschossdecke dämmen, neue Fenster, Haustür abdichten usw. Aber in einem alten Haus selbst eine Gasheizung nachzurüsten dürfte Minimum 30 TE kosten. Von Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Fußbodenheizung mal ganz abgesehen. Außer man renoviert eh alles und reißt Boden und Wände auf, dann würde ich das auch gleich mitmachen. Davon war aber hier nicht die Rede.
fragg19.12.19 10:07
ja. viel davon. und dann die öfen tagsüber laden, wenn die sonne scheint.
Scout19.12.19 10:23
Also eine typische Heizlast über die Monate schaut so aus (1000 Anteile = Jahresbedarf)
Wir sehen also, dass die Monate des Sommerhalbjahres (April bis September) nur 19% des jährlichen Heizmenge ausmachen. Dummerweise ist der solarertrag in dieser Zeit aber 80% der Jahresmenge. Also ganz genau gegenläufig!
D.h. aber auch dass wenn man auf Heizung (=Winterhalbjahr Oktober bis März) hin dimensioniert man im Sommerhalbjahr mehr als das 20fache des Bedarfs produzieren wird. Das 20fache!
Sei der Bedarf 20.000 KWh Wärme p.A. so wird man also 16.000 davon im Winterhalbjahr benötigen. Dafür braucht man Photovoltaik mit grob 80 KW Peak, denn diese werden in diesem Zeitraum 20% von 80.000 KWh produzieren.
So und jetzt komm mal einer mit 80 KW Peak...
PS: Mit Wärmepumpe und einer guten Jahresarbeitszahl entschärft man den Faktor 20 um den entsprechenden Wert der Jahresarbeitszahl. Nehmen wir also am anderen Ende ein KfW-55 Haus mit 6000 KWh Bedarf an so wären dies immer noch 30 KW Peak. Selbst bei Wärmepumpe mit Ringgrabenkollektor und angenommener Jahresarbeitszahl von 5 reden wir von 6 KW Peak um die 1200 KWh elektrisch im Winterhalbjahr zu erhalten. Die restlichen 4800 KWh der 6 KW Peak fallen dann im Sommerhalbjahr an. Ob die man dann braucht oder nicht ist wurst, gell.
| Januar | 170 Anteile |
| Februar | 150 Anteile |
| März | 130 Anteile |
| April | 80 Anteile |
| Mai | 40 Anteile |
| Juni, Juli und August zusammen | 40 Anteile |
| September | 30 Anteile |
| Oktober | 80 Anteile |
| November | 120 Anteile |
| Dezember | 160 Anteile |
Wir sehen also, dass die Monate des Sommerhalbjahres (April bis September) nur 19% des jährlichen Heizmenge ausmachen. Dummerweise ist der solarertrag in dieser Zeit aber 80% der Jahresmenge. Also ganz genau gegenläufig!
D.h. aber auch dass wenn man auf Heizung (=Winterhalbjahr Oktober bis März) hin dimensioniert man im Sommerhalbjahr mehr als das 20fache des Bedarfs produzieren wird. Das 20fache!
Sei der Bedarf 20.000 KWh Wärme p.A. so wird man also 16.000 davon im Winterhalbjahr benötigen. Dafür braucht man Photovoltaik mit grob 80 KW Peak, denn diese werden in diesem Zeitraum 20% von 80.000 KWh produzieren.
So und jetzt komm mal einer mit 80 KW Peak...
PS: Mit Wärmepumpe und einer guten Jahresarbeitszahl entschärft man den Faktor 20 um den entsprechenden Wert der Jahresarbeitszahl. Nehmen wir also am anderen Ende ein KfW-55 Haus mit 6000 KWh Bedarf an so wären dies immer noch 30 KW Peak. Selbst bei Wärmepumpe mit Ringgrabenkollektor und angenommener Jahresarbeitszahl von 5 reden wir von 6 KW Peak um die 1200 KWh elektrisch im Winterhalbjahr zu erhalten. Die restlichen 4800 KWh der 6 KW Peak fallen dann im Sommerhalbjahr an. Ob die man dann braucht oder nicht ist wurst, gell.
Domski19.12.19 10:24
Scout schrieb:
Aktuell sind es Nachtspeicherofen, also 1 KWh Strom = 1 KWh Wärme.
Luft-luftwärmepumpe mit angenommener Jahresarbeitszahl von 3: 1 KWh Strom = 3 KWh Wärme.
Die Anschaffungskosten dürften in etwa so hoch ausfallen wie ein neu zu errichtender Kaminzug kosten würde- noch ganz ohne Brenner, Verrohrung und Heizschlangen.
Wieso dies finanzieller Selbstmord sein soll erschließt sich mir nicht ganz. ...Ich halte von Luft-Luft-Wärmepumpen nichts, außer die Außen-Temperatur fällt nicht unter 5°C. Das Netz ist voll von Berichten von Luft-Wasser-Wärmepumpe-Besitzern in neuen Häusern, die ab 0°C massive Stromkosten haben, weil dann 1:1 elektrisch geheizt wird. Einen gemittelten, echten Cop von 3:1 kriegst du nur mit Luft-Wasser-Wärmepumpen hin.
In einem Passiv-Haus macht so ein Ding vielleicht Spass, aber in einem Altbau? Never!
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