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ᐅ Makler für Eigentümer - Nutzen / Vorteile?


Erstellt am: 03.08.17 12:12

Joedreck04.08.17 07:11
Ich habe auch gerade mein altes Haus über einen Makler verkauft.
Ich bin beruflich viel unterwegs und habe dann einige Tage zwischendurch frei. Die wollte ich nicht mit teilweise merkwürdigen Menschen verbringen.
Außerdem bin ich auch nicht der optimale Verkäufer glaube ich.
Eine Person hat sogar meine Frau vor der Haustür abgefangen und wollte den Makler unbedingt umgehen.
Ich persönlich glaube wir haben damit einige "letzte Preis" Interessenten abgeschreckt.

Zum Schluss haben wir noch alle gemeinsam eine Begehung durchgeführt. Und zwar nacheinander mit den ernsthaften Interessenten. Da konnte ich dann im Endeffekt entscheiden an wen ich verkaufe.

Gestern war dann Notartermin.

Insgesamt war es für mich einfach absolut komfortabel. Ich musste mich um nichts kümmern. Und da momentan eh ein Verkäufermarkt herrscht: so what? Ich musste auch einen Makler beim neuen Haus bezahlen.

Das allerdings auch nur widerwillig. Gut gearbeitet hat der nämlich nicht.

Dafür war der Kontakt aber recht seriös und man konnte sich auf das verlassen was gesagt wurde.
toxicmolotof04.08.17 08:45
Ja, was ist das denn für ein Stunnlohn?

Ich bin bei weitem kein Freund von Maklern und bin geneigt, Euch zuzustimmen, aber so eine Immobilie ist deutlich mehr Arbeit als 3h Immoscout bedienen. Und nicht jeder Makler verkauft 5 Immobilien a 300 TEUR im Monat. Derzeit haben es Makler zugegebener Weise leichter als z.B. 2009. Aber Makler haben auf jeden erfolgreichen Verkauf auch mindestens 10 negative Verkaufsverhandlungen und 40 andere Interessenten zu bearbeiten. Der willigt Käufer muss ja nicht direkt der erste Besucher sein.

Wenn ich jetzt im Schnitt für jede Immobilie mit Vorarbeiten, Nacharbeiten, Beantworten von Anfragen, sei es Mail oder Telefon, Besichtigungen und alles andere 120h rechne (und bei manchen Immobilien dürfte das gering geschätzt sein), lande ich bei einem Stundenlohn von 110 Euro vor Gewerbe und Einkommensteuer, Krankenkasse, Betriebskosten, etc...

Das sehe ich jetzt durchaus als auskömmlich an, aber wir sind weit weg von dem Einkommen, was ihr euch da so vorstellt.

Ich möchte hier niemanden verteidigen, aber zumindest relativieren.
Nordlys04.08.17 09:04
Stundenlohn ist im Verkauf eh keine Größe. Ist der Makler gut, hat er Erfolg und viele Verkäufe und viel Einkommen.
Beim Küchenverkäufer fragt auch keiner nach Stundenlohn. Stundenlohn haben Fabrikarbeiter. Karsten
Caspar202004.08.17 09:46
Farilo schrieb:
Ich persönlich habe später schon gar nicht mehr so genau auf Inserate geschaut, bei welchen ein Makler dazwischen geschaltet war.

Das ist schon was aber her. In sehr guten Lagen und der jetzigen Situation kommen viele Objekte gar nicht mehr in Inserate bzw. in die üblichen Inet-Seiten.

Die Makler haben oft mehr als genug suchende auf ihrer Liste... (im letzten Jahr haben wir 4 Objekte angeboten bekommen, bevor die im inet auftauchen)
ypg04.08.17 09:50
Ich muss tox zustimmen: ich fotografiere nebenher Immobilien für das Exposé und unterhalte mich derweil auch mit denen bzw den Eigentümern. Da werden in akribischer Arbeit Unterlagen angefordert, sodass das Angebot dann auch keine Lücken vorweist. Ich nehme auch mein Honorar, usw. Da dauert die ganze Verkaufsmappe, die nicht nur aus einem Exposé besteht, auch mal 6-7 Wochen.
Gute Makler werden sich nicht blamieren.

Zum Verkaufspreis: Eigentümer stellen sich entweder Mondpreise vor oder liegen halt unter dem Wert, weil sie den Markt nur aus den Offerten kennen, also keine wirkliche Kenntnis über ihr Objekt haben. Da ist der angepeilte Preis vom Makler meist realistischer eingeschätzt.
montessalet04.08.17 10:18
Vor ein paar Jahren habe ich mein erstes Haus (in der Schweiz) verkauft. Da war auch die Frage, ob selber oder über einen Makler. Ich habe dann ein sehr ausführliches Exposé erstellt - auch mit vielen Fotos und einer wirklich sehr detaillierten Beschreibung.
Wenn ich das mit dem der Makler hier anschaue, dann ist das nicht wirklich schlechter gewesen. Besichtigungstermine gab es drei (aufgrund der Nachfragen), so dass nicht allzu viele Leute rumtrampeln, welche nur neugierig sind. Innerhalb kurzer Zeit waren zwei Interessenten, welche das Haus definitiv kaufen wollten. An einen habe ich dann verkauft. Wenn ich den Aufwand dafür sehe und mit den teilweise aufgerufenen Provisionen vergleiche, dann hatte ich für meine Arbeit einen wirklich guten Lohn.
Zur Zeit verkaufen sich Objekte quasi selbst. Bei guten Lagen würde ich immer selbst verkaufen (natürlich vorher den Markt analysieren - man braucht zur Preisfestsetzung Fingerspitzengefühl). Bei speziellen Objekten - in Immoscout meist als "Liebhaberobjekt" bezeichnet - sind meist nicht für die breite Kundschaft: Entweder vom Objekt selbst (klein, riesig, spezielle Farbwahlen, "unmögliche" Fliesen und Ausbauten....) oder von der Lage her ("in der absoluten Pampa"). Die Nachfrager sind dann da auch selten - so was kann über einen Makler vielleicht besser verkauft werden (die können offensichtliche Nachteile locker noch statt als bug als Feature verkaufen).
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