Keller ursprünglich zum teil in Beton, nun ggf. komplett gemauert

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Kaspatoo

Kaspatoo

Bei Hanglage denke ich, ist das nicht Anschließen an den Regenkanal nicht so schlimm, da das Wasser dennoch seitlich neben das Haus geleitet wird und von dort aus keine Angriffsfläche mehr gegen das Haus hat.

Ich habe zu dem Thema nun mit einem Architekten (der, der das Haus plant) und einem Ingenieur (aus dem Bekanntenkreis) gesprochen.

Unser Architekt stellt es mir frei zu mauern oder so betonieren.
Hier einmal beide Varianten zwischen denen ich wählen kann (bezogen auf eine erdberührte Wand/ zum Hang hin):

gemauert
- 42cm Hochlochziegelmauerwerk
- Dichtungsmaterial RSB 55Z
- Noppenbahn
- keine Kiesschicht
- Drainage auf Höhe der Bodenplatte zur seitlichen Abführung des Wassers, ggf. mit Sicherschächten

betoniert
- WU Beton (Dicke unbekannt)
- Wärmedämmschicht (Dicke unbekannt)
- kein Dichtungsmaterial (weil unnötig weil WU Beton)
- keine Drainage (weil unnötig weil WU Beton)

Als Vorteil zum gemauerten nannte der Architekt, dass es aus Wärmedämmgründen in Kombination der Schaffung einer Auflagefläche für die Klinkersteine einfacher sei.
Ebenso Vorteil einer gemauerten Wand ist, dass keine Übergangsfuge zum auf jeden Fall gemauerten restlichen/oberirdischen Teil des Keller entsteht, sondern alles aus einem Guss wäre.
Außerdem nannte er als Vorteil, dass der gemauerte Keller zu einem besseren Raumklima führe.

Letztere Begründung habe ich bereits sehr oft gelesen und gehört und ebenso oftmals als "Ammenmärchen" und dann aber wieder als "stimmt wohl" bezeichnet gesehen. Ein paar Arbeitskollegen berichteten mir, dass sie selbst durch Vergleich mit Nachbarn und deren Bekannten tatsächlich ein besseres Klima bei gemauerten Kellern feststellen konnten. Ich mag das nicht zu beurteilen, schenke dem "besseren Raumklima" aber ein wenig Glauben.


Der Ingenieur aus dem Bekanntenkreis bestätigte mir die beiden Vorgehensweisen des Architekten.
Er selbst hat sein Haus selbst gebaut und damals gemauert, weil er das in Eigenleistung machen konnte, Möglichkeiten zum Betonieren hat er nicht.
Aufgrund von Grundwasser steht deren Haus permanent im Wasser, damals mussten Sie mit Entwässerungspumpe arbeiten, als die einmal über Nacht ausviel, war die Baugrube am anderen Morgen ein kompletter Teich.
Er hat bis heute (ca. 30 Jahre her) keine Probleme mit feuchtigkeit im Keller.
Er sagt, wenn wir mit Drainage bauen, sei es kein Problem, keinen WU Beton zu nehmen, letzterer würde sicherlich aber mit definitiver Sicherheit dichter sein.


Aus Sicht unseres eng bekannten Elektrikers (Elektrik in Eigenleistung) wäre ein gemauerter Keller zwecks der Inneninstallationen von Vorteil.


In Summe (nach meinen Interpretationen) hat ein gemauerter Keller also fast nur Vorteile, bis auf dem Thema der Wasserdichtigkeit.
Letztere ist die große Unbekannte, die niemand Voraussagen mag.


Die Aussagen oben genannter Personen wiederspricht den meisten Aussagen hier im Thread.
Stand jetzt würde ich eine Münze werfen mit leichter Tendenz den mit Auge-in-Auge stehenden Personen eher zu Vertrauen.
Ansonsten ziehe ich noch in Erwägung ein Beratungsgespräch mit einem vermeintlich unabhängigen Sachverständigen zu suchen.
 
Kaspatoo

Kaspatoo

Nach gestriger Diskussion mit Mitarbeitern vom Baustoffhandel sowie einem Bekannten als junger Architekt habe ich mich für einen WU Keller entschieden. Von allen Seiten wurde mir wärmstens ein WU Keller empfohlen. Einer der Mitarbeiter aus dem Handel hat bereits weitere Häuser im Baugebiet (gleicher Hang also) beliefert und kennt den Berg durch ein anderes Gebiet auch bereits, wie er sagt, und empfahl besonders den WU Keller.

Besagter Bekannter/ junger Architekt empfahl mir noch über eine "Frischbetonverbundfolie" nachzudenken, welche auch die Dampfundurchlässigkeit des WU Betons herstellen sollte.
Andernfalls könnte es bereits bei mittlerem Wasserdruck vorkommen, dass ein Papp-Karton, direkt neben der Betonwand wabbelig werden könnte.
Informationen dazu finde ich eher von Herstellern selbst, beschrieben wird, dass die Folie von innen mit einbetoniert wird.

Hat schonmal jemand damit Erfahrung gemacht?
 
11ant

11ant

Architektbauunternehmer in Personalunion ist m.E. eine günstige Kombination, wenn er Objekte für seine eigene Vermietung baut, aber eine ungünstige für den klassischen Auftraggeber-Bauherren: aus Bauherrensicht soll der Architekt parteiisch für den Bauherren sein; der Bauunternehmer hingegen hat ein eigenes Interesse ("im Einkauf" günstig erstellen zu können) und es reicht ihm, wenn die Bude die Gewährleistungsdauer übersteht (VOB kürzer als BGB !). Das korrumpiert seine Entscheidung für Baustoffe / Bauweisen: Betonieren braucht einen hohen Anteil erfahrene Arbeiter, beim Mauern können Lehrlinge mitschaffen, und Arbeit kostet mehr als Material. Just my 2 Cents ;-)
 
Zuletzt aktualisiert 02.12.2021
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