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ᐅ Graue Flecken auf der eigentlich weißen Fassade


Erstellt am: 25.01.2017 14:42

ypg 26.01.2017 14:18
Google mal "Bau optischer mangel"
(auch wenn es das nicht gibt )
Es kommen mehrere Gerichtsurteile raus, zB:


Unter bestimmten Umständen können Bauherren auch bei rein optischen Mängeln die Abnahme verweigern oder Ansprüche gegen den Bauhandwerker geltend machen. Baumangel ist üblicherweise, wenn "die Nutzbarkeit des Bauwerkes für die übliche oder im Bauvertrag vorausgesetzte Verwendung beeinträchtigt ist oder wenn das Bauwerk nicht dem entspricht, was die Vertragsparteien vereinbart haben". Voraussetzung für optische Mängel ist allerdings, dass es sich nicht nur um geringfügige Mängel handelt. Hier sind drei interessante Gerichtsurteile zum Thema.

Die grün verfärbte Fassade:
Eine Eigentümergemeinschaft hatte eine Fassadensanierung mit Wärmedämmung in Auftrag gegeben. Die Fassade war weiß, aber schon nach zwei Jahren zeigten sich dunkle, grünliche Verfärbungen. Dabei handelte es sich um Schimmelpilze und Algen. Die Eigentümergemeinschaft wollte Gewährleistungsrechte geltend machen. Der Unternehmer verteidigte sich mit der Begründung, dass sich eine Fassade durch Umwelteinflüsse eben verfärben könne und gelegentlich zu reinigen sei.

Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main bestätigte, dass hier ein Mangel vorlag. Zwar verfärbe sich jede Fassade nach und nach infolge von Witterungseinflüssen – aber nicht schon nach zwei Jahren. Einem Sachverständigen zufolge hätten sich die ebenfalls hellen Fassaden der Nachbarhäuser nicht in dieser Weise verfärbt. Die verwendeten Materialien waren für sich genommen einwandfrei. Abhilfe war laut dem Sachverständigen durch eine Verbreiterung von Zinkblechabdeckungen möglich, die ein ständiges Herablaufen von Regenwasser an der Fassade verhindern könnten. Das Gericht sah die erbrachte Werkleistung als mangelhaft an. Dies sei der Fall, weil das Gebäude schon nach kurzer Zeit ein unschönes äußeres Erscheinungsbild aufgewiesen habe und obendrein alle zwei Jahre ein unüblicher Reinigungsaufwand anfalle.

[I]Oberlandesgericht Frankfurt am Main, Beschluss vom 7. Juli 2010, Az. 7 U 76/09
[/I]

Bieber0815 26.01.2017 23:12
Im fettgedruckten Teil taucht das Wort optisch zum Glück nicht auf; ich dachte schon, das gäbe es wirklich .

Peanuts74 27.01.2017 07:56
Hatte unser Nachbar auch. Das könne auch von Restfeuchtigkeit kommen, die noch im Mauerwerk ist.
Auf jeden Fall hatten wir dann mal mit der Wärmebildkamera geschaut, von Wärmebrücken konnte nicht die Rede sein.
Im Normalfall haben die Platten ja auch eine "Stufe" und sind somit überlappend. Dennoch vorhandene Fugen werden dann mit Bauschaum gefüllt.
Letzten Endes hat sein GU die Wand mit einer Farbe gestrichen, die die Feuchtigkeit von innen nach außen durch lässt, aber dennoch nach innen "dicht" ist.
Er hat jetzt seit Jahren Ruhe, und das war kein großer Aufwand...

Bieber0815 27.01.2017 10:09
Peanuts74 schrieb:
Dennoch vorhandene Fugen werden dann mit Bauschaum gefüllt.
Bauschaum ist ein dehnbarer Begriff. Richtig wäre möglicherweise ein PU-Dämmschaum, näheres verrät das Datenblatt des WDVS-Anbieters.

Peanuts74 27.01.2017 10:15
Bieber0815 schrieb:
Bauschaum ist ein dehnbarer Begriff. Richtig wäre möglicherweise ein PU-Dämmschaum, näheres verrät das Datenblatt des WDVS-Anbieters.

Oder so, habe zwar viel selbst gemacht, aber alles was mit Verputzen zu tun hat ist für mich Hexenwerk Sieht halt nach Bauschaum aus...

pickonja 24.05.2017 10:30
Update ....
Auf meinen Mangelbrief hat der Dienstleister nicht reagiert. Habe daraufhin einen Anwalt angesetzt und .. siehe da ... es lebt ... sofort ein Schreiben ... "mehrfach kontaktiert, soll mal seine Mailbox abhören".

Habe dann telefonisch ein Feedback erhalten: es handelt sich um keinen Mangel.
Es sind Verschmutzungen von den Algen und Fischen (vom Bach) bzw. von der Klimaanlage.
=> so mal am Rande notiert: es gibt gar keine Fisch in dem Bach.

Eigentlich lustig, wenn es nicht so traurig wäre
Geht also in die nächste Runde.

Grüße
Mario
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