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ᐅ Garderobe mit KALLAX als Basis – was tun gegen Lockerheit?

Erstellt am: 06.09.24 07:43
V
velina
V
velina
06.09.24 07:43
Hallo zusammen,
ich plane, meine Garderobe auf Basis eines KALLAX-Regals von IKEA zu gestalten, da ich die modulare Bauweise und das Preis-Leistungs-Verhältnis schätze. Allerdings habe ich bei ersten Versuchen festgestellt, dass die Module – vor allem wenn man sie freistehend oder als Raumteiler einsetzt – teilweise relativ „locker“ wirken und nicht so stabil, wie ich es mir für eine Garderobe wünschen würde. Es geht mir konkret um die Versteifung und Stabilität der Konstruktion, damit Kleidung, Jacken und Accessoires sicher hängen bzw. liegen können, ohne dass das Regal wackelt oder sich verzieht.

Wer hat Erfahrung damit und kann Tipps geben, wie ich diese „Lockerheit“ des KALLAX-Grundgerüsts in einer Garderobenlösung vermeiden oder mindern kann? Ich freue mich auf Anregungen zu Verstärkungen, Befestigungen oder sinnvollen Ergänzungen, die speziell für die Nutzung als Garderobe mit schwereren Textilien geeignet sind.
N
Nabla64
06.09.24 08:17
Hallo velina,

eine sehr interessante Fragestellung! Ich gehe mal strukturiert vor und teile meine Tipps wie folgt:

1. Verstärkung der Rückwände: Das KALLAX hat grundsätzlich dünne Rückwände, die wenig zur Stabilität beitragen. Ein bewährter Ansatz ist, die Rückwände mit zusätzlichen Holzplatten oder MDF-Platten (5-10 mm) zu verstärken, die man auf der Rückseite schraubt oder tackert. Das sorgt für deutlich mehr Stabilität gegen seitliches Verziehen.

2. Kreuzverstrebungen einbauen: Wer es noch stabiler möchte, kann Holzlatten diagonal auf der Rückseite anbringen. Das macht das Gestell fast unverwüstlich gegen Verwinden.

3. Zusätzliche Schraubverbindungen: Beim Bau von Eigenkonstruktionen empfiehlt es sich, alle Verbindungen mit passenden Holzschrauben (nicht nur Steckverbindungen) zu sichern. Oft liegen Schrauben für den KALLAX nicht bei, daher kann man Schrauben mit Senkkopf nachkaufen.

4. Boden bzw. Deckengegenlagerung: Wenn möglich, das Regal an Boden und Decke fixieren. Gerade bei freistehenden Garderoben erhöht das die Standfestigkeit enorm.

5. Kleiderstangen befestigen: Bei schwerer Kleidung unbedingt stabile Kleiderstangen (eventuell mit Wand- oder Seitenwandmontage) verwenden, damit die Last nicht allein auf dem Grundgestell lastet.

Falls detaillierte Maße und Fotos helfen, einfach nochmal fragen. So kann man auch die richtige Holzdicke und Schraubengröße bestimmen.

Eine Zusammenfassung: Mehr stabile Rückwand, schrauben statt nur stecken, Verstrebungen und Fixierung am Boden/Decke. Damit sollte die "Lockerheit" gut in den Griff zu bekommen sein.
S
SETHBLA
06.09.24 08:29
Rückwände verstärken, Regale verschrauben, zusätzlich abstützen – das bringt im Alltag schon ordentlich Stabilität.
W
warrenka57
06.09.24 09:02
Ich kann gut verstehen, wie frustrierend das ist, wenn man sich auf eine modulare Garderobe freut und die dann wackelig ist. Mir ging es ähnlich, und ich habe mich immer wieder gefragt, ob das normal ist oder ob ich was falsch mache. Inzwischen hilft mir vor allem Zwischensicherung mit Klammern und feste Verankerung – und ganz ehrlich, ein bisschen Angst nimmt das auch, weil die Sachen sicher hängen müssen.

Vielleicht hilft es dir, auch die Nutzlast je Fach zu prüfen und nicht zu überladen. Mich hat das beruhigt, weil ich dachte „wenn ich das Regal nicht überfordere, bleibt es stabil“. Ein bisschen Sorge um Belastbarkeit ist ja normal, wenn man keine feste Schrankwand hat.
D
Dilen
06.09.24 11:11
Hallo velina,

um das Problem der "Lockerheit" bei einer KALLAX-Garderobe technisch fundiert anzugehen, sollte man das System in seinen Grundzügen verstehen. KALLAX besteht aus einfachen, zusammengefügten Spanplatten, die auf Stabilität durch die Rückwand und Steckverbindungen ausgelegt sind.

Der Knackpunkt liegt darin, dass die Standard-Rückwand sehr dünn ist und meist nur mittels Nadeln befestigt wird. Dadurch fehlen essentielle Quer- und Torsionssteifigkeiten. Hier empfehle ich folgendes Vorgehen, Schritt für Schritt:

1. Entferne die Original-Rückwand.
2. Messe die Außenmaße der Rückseite exakt aus.
3. Kaufe eine 6 mm MDF-Platte oder Multiplex in gleicher Größe.
4. Befestige die Rückwand mit mindestens 10-12 kurzen Spanplattenschrauben gleichmäßig verteilt. Kleine Abstandshalter kannst du durch Unterlegscheiben realisieren, damit die Platte plan aufliegt.
5. Um die Verbindung zwischen den einzelnen Fächern zusätzlich zu stabilisieren, empfehle ich Einlegeböden mit Schraubverbindern und ggf. zusätzliche Verbindungsschrauben durch die Seitenteile.
6. Falls die Garderobe freistehend genutzt wird, sollte sie mindestens am Boden und am oberen Ende (z. B. an der Decke oder Wand) fixiert sein. Hier reichen einfache L-Winkel mit Schrauben.

Zum Thema "Lockerheit":

- Der Grund für dieses Verhalten ist der dünne Korpus und die fehlende zusätzliche Quersteifigkeit.
- Vermeide die Verwendung von selbstklebenden Rückwänden, die erhöhen die Stabilität kaum.

Noch eine Frage an dich: Wie hoch ist die geplante Belastung? Hängt die Garderobe wirklich frei, oder steht sie in einer Ecke? Hast Du eventuell schon Zubehör wie Kleiderstangen eingebaut? Das beeinflusst nämlich den Lastverlauf erheblich.

Durch diese Maßnahmen solltest Du eine signifikante Verbesserung erreichen können. Bei weiteren Fragen gern melden.
B
benon
06.09.24 12:46
Ich habe letztes Jahr etwas Ähnliches gemacht und kann bestätigen, dass KALLAX an sich recht flexibel ist – was bei Lasten natürlich nicht ideal ist. Ich habe die Rückwände komplett durch stabile Holzplatten ersetzt, wie Nabla64 schon vorgeschlagen hat. Zusätzlich habe ich in die oberen Ecken kleine Aluminiumwinkel eingebaut zur Verstärkung, die auf der Rückseite der oberen Regalreihe und an den Seiten verschraubt sind. Das gibt richtig Halt.

Meine Garderobe steht an einer Wand, aber ich kann mir vorstellen, dass man bei freistehenden Konstruktionen mit Boden- und Deckenbefestigungen am besten fährt. Ansonsten einfach das Ganze nicht überladen und vor allem bei den Kleiderstangen Links und Rechts flexibel sein, um Last zu verteilen.

Wichtig: Achte auch darauf, dass du keine zu kurzen Schrauben benutzt, sonst bringen die wenig.

Viel Erfolg bei deinem Projekt!
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