ᐅ Mehrtägiger Stromausfall wie aktuell in Berlin: Gefahr für Heizung und Wasserleitungen?
Erstellt am: 06.01.26 10:01
Pianist06.01.26 10:01
Schönen guten Tag!
Wie Ihr sicher aus den Nachrichten wisst, gibt es im Süden Berlins derzeit einen längerfristigen Stromausfall, der am Samstag begann und bis Donnerstag dauern soll. Daher frage ich mich: welche Auswirkungen hat ein mehrtägiger Stromausfall bei Außentemperaturen unter Null Grad auf die Haustechnik?
Gehen wir mal davon aus, dass ein Haus in unvorbereitetem Zustand dann nicht mehr nach üblichen Maßstäben bewohnbar ist. Das Frischwassersystem kann man entleeren, und den örtlichen Wasserversorger bitten, die Zuleitung in der Straße abzustellen. Dann sollte man für diesen Aspekt sicher sein. Aber was ist mit dem Zirkulationswasser in der Heizungsanlage? Man wird nicht zuverlässig jeden Heizkörper oder eine Fußbodenheizung komplett entleert bekommen.
Wie lange braucht ein gut gedämmtes Haus, welches aus gut speicherfähigem Material gebaut ist, bis es so dermaßen durchgefroren ist, dass die Gefahr besteht, dass Heizungsrohre platzen? Die Folgen wären ja fatal, bis hin zum Rausreißen des Estrichs…
Also gehen wir mal von minus zehn Grad und einer Woche ohne Strom aus. Gibt es da irgendwelche Erfahrungswerte aus früheren Ereignissen?
Matthias
Wie Ihr sicher aus den Nachrichten wisst, gibt es im Süden Berlins derzeit einen längerfristigen Stromausfall, der am Samstag begann und bis Donnerstag dauern soll. Daher frage ich mich: welche Auswirkungen hat ein mehrtägiger Stromausfall bei Außentemperaturen unter Null Grad auf die Haustechnik?
Gehen wir mal davon aus, dass ein Haus in unvorbereitetem Zustand dann nicht mehr nach üblichen Maßstäben bewohnbar ist. Das Frischwassersystem kann man entleeren, und den örtlichen Wasserversorger bitten, die Zuleitung in der Straße abzustellen. Dann sollte man für diesen Aspekt sicher sein. Aber was ist mit dem Zirkulationswasser in der Heizungsanlage? Man wird nicht zuverlässig jeden Heizkörper oder eine Fußbodenheizung komplett entleert bekommen.
Wie lange braucht ein gut gedämmtes Haus, welches aus gut speicherfähigem Material gebaut ist, bis es so dermaßen durchgefroren ist, dass die Gefahr besteht, dass Heizungsrohre platzen? Die Folgen wären ja fatal, bis hin zum Rausreißen des Estrichs…
Also gehen wir mal von minus zehn Grad und einer Woche ohne Strom aus. Gibt es da irgendwelche Erfahrungswerte aus früheren Ereignissen?
Matthias
nordanney06.01.26 10:42
Pianist schrieb:
Daher frage ich mich: welche Auswirkungen hat ein mehrtägiger Stromausfall bei Außentemperaturen unter Null Grad auf die Haustechnik?Grundstück. gar keinen.Pianist schrieb:
Man wird nicht zuverlässig jeden Heizkörper oder eine Fußbodenheizung komplett entleert bekommen.Musst Du auch nicht. Normales Entleeren reicht völlig aus.Pianist schrieb:
Wie lange braucht ein gut gedämmtes Haus, welches aus gut speicherfähigem Material gebaut ist, bis es so dermaßen durchgefroren ist, dass die Gefahr besteht, dass Heizungsrohre platzen? Die Folgen wären ja fatal, bis hin zum Rausreißen des Estrichs…Da der Fall nicht eintritt (Du entleerst ja), ist das nur Theorie.Pianist schrieb:
Also gehen wir mal von minus zehn Grad und einer Woche ohne Strom aus. Gibt es da irgendwelche Erfahrungswerte aus früheren Ereignissen?Ganz grob (kann man auch berechnen) geht das Haus nach etwa zwei Wochen in Richtung 2-5 Grad. Und bis dann auch noch so weit Frost reingekommen ist, kannst Du echt vielleicht noch mal zwei Wochen brauchen.Warum? Weil immer durch die Bodenplatte oder den Keller Wärme ins Haus kommt und dieses "beheizt". Dazu kommt der Faktor Sonne. Wenn mal die Sonne scheint, wärmt sich der Innenraum auch schnell wieder auf. Und gerade im Estrich (gegen Bodenplatte/Keller) mit seiner enormen Speicherfähigkeit bleibt es noch deutlich länger über dem Gefrierpunkt. Dann muss genug Wasser in den Rohren sein, um sich überhaupt ausdehnen zu können. Und das Material muss auch noch reißen (im Estrich gibt es noch Gegendruck durch den Estrich).
Würde mal das Problem von platzenden Leitungen genauso realistisch sehen, als wenn ein Meteorit Dein Dach durchschlägt.
Jesse Custer06.01.26 11:00
Am Ende ist das eher eine Analyse, die sich auf ein konkretes Haus beziehen muss.
PPS: wir hatten nach einem Todesfall in der Verwandtschaft und einem mehrjährigen Rechtsstreit nach drei Jahren einen Wasserschaden dank einer aufgefrorenen Heizungsleitung in einem echten Altbau aus den 30er Jahren... also selbst da...
- bei KfW 40 würde ich mir keinerlei Gedanken machen und aus dem Stand mal gar nix machen. Diese Häuser haben gerne eine Notstromversorgung über die Solaranlage und den Akku, die merken es unter Umständen gar nicht...
- bei KfW 55 wird es bei entsprechender Technik ähnlich laufen - in jedem Falle würde ich aber auch da nix machen.
- bei normalen Neubauten würde ich persönlich anfangen, intern über vorhandene Technik (Kaminofen?) oder Zusatz (Gas- / Petroleum-Öfen) zuzuheizen, ansonsten aber auch nix machen.
- bei allen anderen Gebäuden ist aus meiner Sicht eine pauschale Aussage Blödsinn - wir haben z.B. bei einem Haus aus Ende der 90er eine Solaranlage mit Akku und Notstrom, die man auch extern befeuern kann (Aggregat). Da würde ich auch einfach weiter drin wohnen. Ansonsten unterstütze ich die beiden letzten Absätze von , wobei ich aber den Meteoriten gegen so eine gefrorene Entsorgungskugel eines Flugzeugs tauschen würde...
PPS: wir hatten nach einem Todesfall in der Verwandtschaft und einem mehrjährigen Rechtsstreit nach drei Jahren einen Wasserschaden dank einer aufgefrorenen Heizungsleitung in einem echten Altbau aus den 30er Jahren... also selbst da...
Pianist06.01.26 11:05
Aber wenn das so ist, dass ewig nichts passieren würde, dann müsste man ja eigentlich auch nicht entleeren, oder? Ich hatte schon überlegt, ob ich im Sommer mal die Anlage entleere und die Füllung gegen etwas Frostsicheres ersetze.
Es ist ja auch die grundsätzliche Frage, in welcher Form und mit welchem Ziel man sich vorbereitet. Also ob man in einer solchen Situation das Haus verlässt, und zumindest schwere Schäden vermeiden möchte, oder ob man sich eine Rückfallebene schafft, die es einem ermöglicht, im Haus wohnen zu bleiben. Dafür bräuchte man dann wohl einen Einspeisepunkt, der von außen erreichbar ist, also eine rote 32A-CEE-Dose (männlich), und eine manuelle Umschaltung, die das Haus vom öffentlichen Netz trennt. Dann könnte man da einen Dieselgenerator anschließen. Die nächste Frage wäre dann, ob man sowas permanent vorhält, oder erst im Falle eines Falles mietet...
Bei einem Neubau würde ich mir da sicher konkrete Gedanken machen, wie ein gutes Gesamtkonzept aussehen könnte. Selbst mit Photovoltaik und 10kWh-Speicher wäre man da schnell am Ende... (selbst wenn man auf Kochen verzichtet)
Es ist ja auch die grundsätzliche Frage, in welcher Form und mit welchem Ziel man sich vorbereitet. Also ob man in einer solchen Situation das Haus verlässt, und zumindest schwere Schäden vermeiden möchte, oder ob man sich eine Rückfallebene schafft, die es einem ermöglicht, im Haus wohnen zu bleiben. Dafür bräuchte man dann wohl einen Einspeisepunkt, der von außen erreichbar ist, also eine rote 32A-CEE-Dose (männlich), und eine manuelle Umschaltung, die das Haus vom öffentlichen Netz trennt. Dann könnte man da einen Dieselgenerator anschließen. Die nächste Frage wäre dann, ob man sowas permanent vorhält, oder erst im Falle eines Falles mietet...
Bei einem Neubau würde ich mir da sicher konkrete Gedanken machen, wie ein gutes Gesamtkonzept aussehen könnte. Selbst mit Photovoltaik und 10kWh-Speicher wäre man da schnell am Ende... (selbst wenn man auf Kochen verzichtet)
nordanney06.01.26 11:12
Jesse Custer schrieb:
- bei KfW 55 wird es bei entsprechender Technik ähnlich laufen - in jedem Falle würde ich aber auch da nix machen.
- bei normalen Neubauten würde ich persönlich anfangen, intern über vorhandene Technik (Kaminofen?) oder Zusatz (Gas- / Petroleum-Öfen) zuzuheizen, ansonsten aber auch nix machen.Wo ist der tatsächliche Unterschied (bis auf Kleinigkeiten)? Alles was neu ist, liegt mit Gebäudeenergiegesetz / fast vergleichbar zu KfW 55 (KfW 55 fordert bessern Ht Wert, dafür Gebäudeenergiegesetz mit strengeren Einzelanforderungen an Bauteile) und KfW 40 im unkritischen Bereich. Klar ist Notstrom mit Photovoltaik/Speicher und/oder ein Kaminofen dann toll.Aber dank der insgesamt total entspannten Stromsituation kommst Du eh nur in absoluten Ausnahmefällen in die Bredouille, mal mehr als ein paar Stunden keinen Strom zu haben.
Pianist06.01.26 11:18
nordanney schrieb:
Aber dank der insgesamt total entspannten Stromsituation kommst Du eh nur in absoluten Ausnahmefällen in die Bredouille, mal mehr als ein paar Stunden keinen Strom zu haben.Sag das mal den Betroffenen...Zwar meine ich auch, dass das in meinem Teil Berlins nicht so "dicke" kommen kann wie dort, aber die Erfahrung lehrt, dass Täter extrem gut informiert sind und genau wissen, wo sie den maximalen Schaden anrichten können.
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