ᐅ Mehrtägiger Stromausfall wie aktuell in Berlin: Gefahr für Heizung und Wasserleitungen?
Erstellt am: 06.01.26 10:01
wiltshire07.01.26 14:18
Pianist schrieb:
Aber meine politische Bewertung fällt anders aus. Terroristen sind extrem gut informiert und wissen, wie sie mit wenig Aufwand maximalen Schaden anrichten können. Und dieses Problem wird eher noch zunehmen.Schön, dass Du Bewertung schreibst, denn genau darum geht es ja bei der Dimensionierung der Maßnahmen zur Gefahrenabwehr. Und dass man zu unterschiedlichen Bewertungen kommen kann ist klar, denn neben der Datenlage spielten Emotionen und Phantasie dazu immer eine große Rolle.Ich komme zu einer anderen Bewertung. Dazu bediene ich mich gerne der Mathematik. Schadenauswirkung und Schadeneintrittswahrscheinlichkeit stehen für mich in einem Verhältnis, welches mich nicht zu Investitionen anregt, auch nicht, wenn sich die Anschlagshäufigkeit verzehnfachen würde.
In der politischen Betrachtung unserer Gesellschaft mache ich mir andere Sorgen.
Papierturm07.01.26 19:48
Uns ist im Dezember bei der Estrich-Aufheizphase die Heizpatrone kaputt gegangen. Damals so Außentemperaturen zwischen 1-4°C, bewölkt. Immer noch Handwerker aktiv, daher oft Fenster und Türen offen.
- nach einem Tag merkten wir noch keinen Unterschied.
- nach zwei Tagen merkten wir, dass es zwar immer noch warm war (>25° im Haus), es jedoch kühler wurde.
- nach vier Tagen war die Temperatur bei etwa ~15°
- erst als die nächste Heizpatrone kam (acht Tage später, grml), war es im Haus nur minimal wärmer als draußen.
Allerdings: Einerseits war es draußen bei weitem nicht so kalt und innen wärmer, andererseits war da wegen der Handwerker immer wieder Fenster / Türen auf.
Aber das ist eigentlich nicht so relevant. Terroristen wollen, wenn dann möglichst großen Schaden anrichten. Warum da eine kleine Vorstadtsiedlung mit EFHs und ein paar Doppelhäusern und kleinen MFHs treffen? Richtig Schaden wird in Großstädten angerichtet - da ist dann die Reparatur auch viel aufwendiger.
Ich würde daher da das Risiko als sehr vernachlässigbar einschätzen.
- nach einem Tag merkten wir noch keinen Unterschied.
- nach zwei Tagen merkten wir, dass es zwar immer noch warm war (>25° im Haus), es jedoch kühler wurde.
- nach vier Tagen war die Temperatur bei etwa ~15°
- erst als die nächste Heizpatrone kam (acht Tage später, grml), war es im Haus nur minimal wärmer als draußen.
Allerdings: Einerseits war es draußen bei weitem nicht so kalt und innen wärmer, andererseits war da wegen der Handwerker immer wieder Fenster / Türen auf.
Aber das ist eigentlich nicht so relevant. Terroristen wollen, wenn dann möglichst großen Schaden anrichten. Warum da eine kleine Vorstadtsiedlung mit EFHs und ein paar Doppelhäusern und kleinen MFHs treffen? Richtig Schaden wird in Großstädten angerichtet - da ist dann die Reparatur auch viel aufwendiger.
Ich würde daher da das Risiko als sehr vernachlässigbar einschätzen.
wiltshire08.01.26 08:19
Papierturm schrieb:
Terroristen wollen, wenn dann möglichst großen Schaden anrichten.Nach meiner Laienmeinung geht es bei strategischem Terrorismus weniger um Schaden, sondern mehr um Wirkung. Die Wirkung entsteht entweder durch maximalen Schrecken, oder durch eine möglichst weitreichende Verunsicherung, die dadurch entsteht, dass Selbstverständliches infrage gestellt wird. Die Vorstellung „Das könnte mich auch treffen“ spielt eine enorme Rolle und jeder kann sich vorstellen, wie unangenehm es sein kann, wenn der Strom ausfällt.Die beste Sicherung gegen Terrorismus sind aus meiner Sicht eine offene gemeinsame Kultur, die nicht beliebig ist und eine Politik, die Teilhabe als wesentliches Element des Handelns sowohl innen-, als auch außenpolitisch als eine der Leitlinien berücksichtigt. Die Anschlagswahrscheinlichkeit sinkt extrem, die Lebensqualität steigt. Die vielen Helfenden in Berlin machen es vor: Wir halten zusammen und kommen klar. Bitte auch mehr davon im Alltag.
Pianist08.01.26 09:13
wiltshire schrieb:
Nach meiner Laienmeinung geht es bei strategischem Terrorismus weniger um Schaden, sondern mehr um Wirkung. Die Wirkung entsteht entweder durch maximalen Schrecken, oder durch eine möglichst weitreichende Verunsicherung, die dadurch entsteht, dass Selbstverständliches infrage gestellt wird. Die Vorstellung „Das könnte mich auch treffen“ spielt eine enorme Rolle und jeder kann sich vorstellen, wie unangenehm es sein kann, wenn der Strom ausfällt.
Die beste Sicherung gegen Terrorismus sind aus meiner Sicht eine offene gemeinsame Kultur, die nicht beliebig ist und eine Politik, die Teilhabe als wesentliches Element des Handelns sowohl innen-, als auch außenpolitisch als eine der Leitlinien berücksichtigt. Die Anschlagswahrscheinlichkeit sinkt extrem, die Lebensqualität steigt. Die vielen Helfenden in Berlin machen es vor: Wir halten zusammen und kommen klar. Bitte auch mehr davon im Alltag.Ich kann da jeden Satz voll und ganz unterstreichen!
Allerdings müssen wir leider davon ausgehen, dass es Kräfte gibt, die eben gerade keine offene gemeinsame Kultur des Miteinanders und Teilhabe für alle wollen. Das ist ja gerade das Wesensmerkmal von Extremismus, egal ob von rechts, von links, aus dem islamistischen Spektrum, oder auch von Destabilisierungsversuchen aus Russland. Daher brauchen wir eine Doppelstrategie der Vorbeugung mit dem Ziel der Verhinderung, aber eben auch viel Hilfe, wenn es dennoch passiert. Und zwar sowohl im Kleinen vor Ort, wie jetzt im Süden Berlins, aber eben auch gesamteuropäisch.
Matthias
MachsSelbst09.01.26 09:29
Ist wie bei jedem Anschlag. Die Leute haben dann Angst, aber diese Angst ist irrational.
Da ist es wesentlich gefährlicher, sich heute bei Schneesturm ins Auto zu setzen und Autobahn zu fahren.
Ich finds übrigens ganz erstaunlich wie schnell ein solch massiver Schaden an einer 110kV Trasse behoben werden konnte. Das ist also auch ermutigend, dass man im Notfall relativ schnell reagieren und vor allem reparieren kann.
Die Prepper haben natürlich jetzt gerade wieder Oberwasser, keine Frage. Aber ob ich jetzt viele tausend Euro ausgebe, um mich für 3, 4 Tage Stromausfall zu rüsten... ich glaube nicht, dafür ist die Wahrscheinlichkeit einfach zu gering.
Da ist es wesentlich gefährlicher, sich heute bei Schneesturm ins Auto zu setzen und Autobahn zu fahren.
Ich finds übrigens ganz erstaunlich wie schnell ein solch massiver Schaden an einer 110kV Trasse behoben werden konnte. Das ist also auch ermutigend, dass man im Notfall relativ schnell reagieren und vor allem reparieren kann.
Die Prepper haben natürlich jetzt gerade wieder Oberwasser, keine Frage. Aber ob ich jetzt viele tausend Euro ausgebe, um mich für 3, 4 Tage Stromausfall zu rüsten... ich glaube nicht, dafür ist die Wahrscheinlichkeit einfach zu gering.
wiltshire10.01.26 11:57
MachsSelbst schrieb:
Die Prepper haben natürlich jetzt gerade wieder Oberwasser, keine Frage.In Ergänzung, nicht als Widerspruch: Ich muss mich von einer Gruppe von Menschen, die intensive Vorkehrungen gegen Stromausfälle und andere Katastrophen treffen nicht abgrenzen, nur weil ich das selbst anders handhabe. Diese Spaltung ergibt für mich keinen Sinn.Wie bei eigentlich allen Themen:
1. Ich möchte selbst keinem Missionarentum ausgesetzt sein.
2. Ich lehne es ab, wenn absichtlich erzeugte und verstärkte Angst und Unsicherheit dazu instrumentalisiert werden, daraus politischen oder wirtschaftlichen Gewinn zu ziehen.
Ähnliche Themen