ᐅ Einfamilienhaus Neubau - Wie kommen wir jetzt zu einer Entscheidung?
Erstellt am: 16.02.23 21:50
K
Karlsson
Uns ist Ende letzten Jahres durch einen glücklichen Zufall ein sehr schönes Grundstück angeboten worden. War ein Rückläufer aus dem letzten Neubaugebiet. Die vorherigen Eigentümer haben es verpasst, innerhalb der 3-jährigen Frist zu bauen. Alle anderen vor uns auf der Warteliste wollten das Grundstück nicht mehr und jetzt haben wir einfach zugeschlagen. Wir haben uns dann in den letzten Wochen in diversen Musterhäusern und bei Werksbesichtigungen von Fertighausherstellern informiert und sind gerade etwas überfordert, wie man nun am besten zu einer Entscheidung kommt. Ich kann ja jetzt nicht irgendwo einfach einen Werkvertrag machen und mal schauen, was am Ende für ein Haus dabei rauskommt und wie teuer es wird. Und ich kann auch nicht bei mehreren Herstellern eine Planung für X Tausend EUR in Auftrag geben, um vergleichen zu können, was mich der Spaß am Ende kostet. Aber ich muss doch irgendwie das richtige Haus für uns auf genau diesem Grundstück planen. Wie seid ihr denn bei eurer Entscheidungsfindung vorgegangen?
Wir würden gerne ökologisch und nachhaltig bauen und ich bin erschrocken, mit welchen voraussichtlichen Preisen wir bisher konfrontiert wurden. Frammelsberger Holzhaus und Stommel Haus rechnen mit ca. 3500 EUR pro Quadratmeter, ohne Bodenplatte und Garage, aber immerhin für EH40. Wir waren auch mal bei dem Architekten mit dem unsere Nachbarn gebaut haben und der rechnet mit der gleichen Summe, aber immerhin inkl. Bodenplatte und Carport, allerdings nur EH55 und bei einem Architektenhaus muss ich auch bestimmt noch einen ordentlichen Puffer einplanen. An NH-Klasse will ich gar nicht erst denken. Sind die Fertighäuser bzw. Holzständerbauweisen wirklich so teuer geworden? Wer soll das denn noch bezahlen?
Wir würden gerne ökologisch und nachhaltig bauen und ich bin erschrocken, mit welchen voraussichtlichen Preisen wir bisher konfrontiert wurden. Frammelsberger Holzhaus und Stommel Haus rechnen mit ca. 3500 EUR pro Quadratmeter, ohne Bodenplatte und Garage, aber immerhin für EH40. Wir waren auch mal bei dem Architekten mit dem unsere Nachbarn gebaut haben und der rechnet mit der gleichen Summe, aber immerhin inkl. Bodenplatte und Carport, allerdings nur EH55 und bei einem Architektenhaus muss ich auch bestimmt noch einen ordentlichen Puffer einplanen. An NH-Klasse will ich gar nicht erst denken. Sind die Fertighäuser bzw. Holzständerbauweisen wirklich so teuer geworden? Wer soll das denn noch bezahlen?
Zuerst einmal vielen Dank für die vielen Antworten. Der Architekt, den wir jetzt an der Hand haben, macht uns auch erstmal einen kostenlosen Entwurf und dann können wir weitersehen. Er hat hier in der Gegend schon einige Häuser mit lokalen Unternehmen gebaut und das werden wir uns auf jeden Fall auch mal anhören. Die bauen zwar immer "nur" KFW55-Standard, aber ich frage mich gerade, warum ich mich eigentlich so auf den 40er Standard fokussiert habe. Ein ordentliches Wärmepumpensystem mit Photovoltaik und vielleicht später mal ein Batteriespeicher und dann dürfte das doch auch gar keine Rolle mehr spielen, oder nicht?
Mit dem Entwurf kann man dann vielleicht auch noch einmal auf die Fertighaushersteller zugehen und Angebote einholen. Ich habe die Hoffnung, dass der Architekt ein paar gute Ideen hat, wie man aus möglichst wenig Grundfläche für uns den besten Wohnraum rausholt.
Mit dem Entwurf kann man dann vielleicht auch noch einmal auf die Fertighaushersteller zugehen und Angebote einholen. Ich habe die Hoffnung, dass der Architekt ein paar gute Ideen hat, wie man aus möglichst wenig Grundfläche für uns den besten Wohnraum rausholt.
W
WilderSueden17.02.23 21:01Auf EH40 oder gar 40+ zu gehen war interessant als die Förderung hoch war. Ohne Förderung wirst du Mehrkosten eher selten durch gesparte Heizkosten reinholen, insbesondere weil die meisten Bauunternehmen gerne über solche Upgrades ihre Marge steigern. Und in der Praxis ist auch nicht jedes Haus im 55er Standard gleich, da gibt es bessere und schlechtere. Auch abhängig von der konkreten Bauweise und -ausführung.
Karlsson schrieb:Hier gilt guter Input -> guter Output. Je besser und ehrlicher eure Wunschliste ist, desto besser wird am Ende auch das Haus. Bei einfachen Grundstücken und ohne besondere Anforderungen sind aber Kataloggrundrisse meistens schon sehr gut
Ich habe die Hoffnung, dass der Architekt ein paar gute Ideen hat, wie man aus möglichst wenig Grundfläche für uns den besten Wohnraum rausholt.
11ant schrieb:
Sowohl die Lösung als auch Hinweise auf den Weg zu mir findest Du in https://www.hausbau-forum.de/threads/architekten-leistungsphase-1-4-welche-unterlagen-muessen-sein.43438/post-613603 bzw. mit dem Suchbegriff "11ant Hausbau-Fahrplan". Auch ein anderer Bauherrenberater (in Heidelberg) wurde hier im Forum bereits erwähnt. Wo in RLP ist denn das Grundstück ?
Wie man prinzipiell methodisch vorgeht, habe ich hier auch bereits an vielen Stellen erörtert.Ich habe den Hausbau-Fahrplan jetzt gelesen. Sehr informativ und hilfreich für einen Laien wie mich. Vielen Dank dafür! Kleiner Hinweis: Der ein oder andere Link zeigt noch auf die alte Homepage.
Karlsson schrieb:
Die bauen zwar immer "nur" KFW55-Standard, aber ich frage mich gerade, warum ich mich eigentlich so auf den 40er Standard fokussiert habe. Ein ordentliches Wärmepumpensystem mit Photovoltaik und vielleicht später mal ein Batteriespeicher und dann dürfte das doch auch gar keine Rolle mehr spielen, oder nicht?Wir hatten zunächst ein KFW55 Haus gebaut, und das ist schon in einem Maße dicht, dass wir uns beim neuen Haus den 40er Standard ohne zu zögern gespart haben. Zu uns sagte mal ein Berater vom Fach, dass bei 55er vs. 40er Standard am Ende viel nur noch auf dem Papier stattfindet. Also rein rechnerisch hat man diese Vorteile zB noch, aber wenn man im Winter nach dem Einkaufen das Auto ne Minute länger ausräumt, kann man sich damit die Größenordnung an Unterschied schon ruinieren.Ich weiß nicht ob er das überspitzt oder ernst gemeint hat, aber ich hatte im KFW55-Haus schon das Gefühl, dass man die Wärme kaum los wird. Durch die Flächenheizung war es auch immer angenehm gleichmäßig warm. Wir bauen aktuell wieder mit 55er Standard, ohne Bauchschmerzen.
Karlsson schrieb:
Der Architekt, den wir jetzt an der Hand haben, macht uns auch erstmal einen kostenlosen Entwurf und dann können wir weitersehen. Er hat hier in der Gegend schon einige Häuser mit lokalen Unternehmen gebaut und das werden wir uns auf jeden Fall auch mal anhören. [...]
Mit dem Entwurf kann man dann vielleicht auch noch einmal auf die Fertighaushersteller zugehen und Angebote einholen. Ich habe die Hoffnung, dass der Architekt ein paar gute Ideen hat, wie man aus möglichst wenig Grundfläche für uns den besten Wohnraum rausholt.Von der Pfiffigkeit eines Akquise-Hausentwurfes erwarte ich keine Offenbarungen. Ein eingespieltes Team von Architekt und Ausführenden aus der Region klingt da schon eher überzeugend. Für erste Angebote genügen Vorentwürfe, und da würde ich noch ohne Festlegung auf die Bauweise fragen. Optimiert sind bewährte Katalogentwürfe meist bereits so weit, daß es mit weiterer Tüftelei eher verschachtelt als noch besser wird.Karlsson schrieb:
Die bauen zwar immer "nur" KFW55-Standard, aber ich frage mich gerade, warum ich mich eigentlich so auf den 40er Standard fokussiert habe. Ein ordentliches Wärmepumpensystem mit Photovoltaik und vielleicht später mal ein Batteriespeicher und dann dürfte das doch auch gar keine Rolle mehr spielen, oder nicht?Gratulation zur Zurücknahme der Fokussierung auf Avantgarde-Standards. Normalverdienerbauherren fehlt es auch am Mäzenatenpotential für diesen Weg. Deine Anführungszeichen beim "nur" vor EH 55 stehen da genau richtig. Beim Heizkonzept rate ich zur übertragenen Anwendung des "11ant Steinemantras": nimm´ nicht das Perfekteste, sondern nur Technik, die der Auftragnehmer mit profunder Erfahrung verbaut.Karlsson schrieb:
Ich habe den Hausbau-Fahrplan jetzt gelesen. Sehr informativ und hilfreich für einen Laien wie mich. Vielen Dank dafür!Gerne, ich gebe das Lob an meine Bearbeiterin weiter, die maßgeblich die Laienverdaulichkeit meiner Beiträge erarbeitet hat - die Manuskripte waren eher in meinem Schreibstil wie hier. Bedenke dabei, daß diese Beitragsreihe bisher nur das lehrbuchmäßige Vorgehen beschreibt. Ein Aufzeigen, wann und in welcher Weise davon abzuweichen eine gute Alternative sein kann, folgt erst noch. Darüber können wir aber gerne unverbindlich persönlich sprechen.Karlsson schrieb:
Kleiner Hinweis: Der ein oder andere Link zeigt noch auf die alte Homepage.Da habe ich doch hoffentlich keine interne Verlinkung übersehen ? - falls doch, bin ich für Hinweise per Kommentar oder auf den gezeigten Kommunikationswegen dankbar. Die Popularität der alten URL´s in den Suchmaschinen wäscht sich hoffentlich bald aus, und in den Hinweisen in hiesigen Beiträgen kann ich nichts editieren. Vermehrt finden auch meine IG-Leser (11antgmxde) den Weg zu den Beiträgen 🙂https://www.instagram.com/11antgmxde/
https://www.linkedin.com/company/bauen-jetzt/
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