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ᐅ WDVS, Außenwand, Dämmung, Energieexperten Erfahrungsberichte


Erstellt am: 19.03.12 07:40

€uro13.04.12 19:41
Hallo,
Dudlove schrieb:
Das Problem ist, dass ein angehender Bauherr, welcher seine kostbare Zeit in solchen Foren verbringt um Informationen zu bekommen, halt keine Ahnung von der Materie hat und mit solchen pauschalen Antworten nicht viel anfangen kann.
Nun, Foren bringen sicherlich viel Informationen, die Frage ist halt nur, wie belastbar diese sind. Hier äußern sich neben redlichen Auskunftgebern auch anonym Hobbyexperten, mitunter Wichtigtuer, Wettbewerber u.v.m.. Teilweise werden bewußt/unbewußt Falschinformationen gestreut. Der angehende Bauherr ist nun mal Laie, wie will er den Wahrheitgehalt einer noch so schönen Formulierung ohne vorhandene Fachkenntnisse überprüfen?
Eine wesentliche Investitionsentscheidung würde ich niemals von solchen Aussagen abhängig machen. Forenbeiträge können nun mal eine exakte Planung/Dimensionierung nicht ersetzen. So einfach wie in diesem Fall, geht es in aller Regel nicht. Wenn es so wäre, könnten sämtliche Fachleute ihren Beruf an den Nagel hängen.
Dudlove schrieb:
... Ganz zu schweigen davon, dass er die Gesamtzusammenhänge zwischen Gebäudehülle, Technik, Ökonomie, Ökologie und was weiß ich noch alles nie begreifen kann. Sicherlich sind viele Antworten oder Forenbeiträge technisch richtig nur kann sich eine Hilfesuchender (der nicht vom Fach kommt) selten etwas brauchbares daraus nehmen.
Dann hat er nicht selten ein Riesen Problem und das Wesentliche nicht verstanden! Gerade wegen der komplexen Zusammenhänge ist die objektive und verkaufsunabhängige Hilfestellung eines Fachmanns unerlässlich. Andernfalls wird der unbedarfte Bauherr dem geschulten und geschickten Verkäufer auf den Leim gehen.
Ich sehe nahezu täglich vermurkste Anlagen. In vielen Fällen bemerken die Bauherren nicht einmal, wie und das sie übervorteilt wurden. Nur wenigen und technisch Interessierten fällt mitunter Etwas auf. Meist ist im Nachherein lediglich eine kosmetische Korrektur mit begrenztem Erfolg möglich. Die Vorstellung an ein paar Schaltern zu drehen und schon wird Alles gut, ist absolut irrig. Pech gehabt, trotz den hohen Investitionskosten! Und nun? Kostenintensiv Klagen oder mit dem Übel auf Dauer leben?
Schöne Aussichten
Für mich immer wieder verwunderlich, wie wenig sich angehende Bauherren für wesentliche Dinge interessieren. Da ist die Gaube wichtig, Form und Farbe der Fliesen, die güldenen Türgriffe, Dachsteine, schicke Dusche und Badewanne...etc.. Wie hoch später der tatsächliche Bedarf/Verbrauch für Heizung/WW/ u. ggf. Lüftung ist- keine Ahnung. Auf dieser Grundlage lässt sich nahezu jeder Schrott an den Mann bringen. Aber ein schöngerechneter Energieeinsparverordnung/KFW Nachweis ist ja als Beruhigungspille vorhanden.
Was mir immer in den Ohren klingelt sind dann die Sprüche der Geprellten: " Ja, wenn wir das vorher gewußt hätten, dann hätten wir..."

v.g.
Bauexperte13.04.12 22:34
Hallo,
Dudlove schrieb:
Mit diesem Text hast du mir förmlich aus der "Seele" geschrieben und meine letzten Zweifel, bezüglich meines Wandaufbaus und meiner Gebäudetechnik, zerstreut. Besonders deine letzten beiden Absätze sind meiner Meinung nach eine ehrliche und objektive Einschätzung zum sehr verwirrenden Thema Energie + Haustechnik + Gebäudehülle.
Ich bin immer ehrlich; ich bin schlichtweg zu faul zu lügen

Was ich noch hätte hinzufügen sollen, ist, dass - da wir eine kleine, aber ambitionierte Bauberatung sind - wir in der glücklichen Lage sind, gleich "tickende" Menschen unsere Partner nennen zu dürfen; dazu gehört u.a. auch ein TGA-Planer. Wir "definieren" Häuser nicht ausschließlich nach der Energieeinsparverordnung oder als KFW-Haus, sondern als ganzheitliches Konzept. Dazu gehört bspw. auch, die Lage des Grundstücks und dessen geologische Eigenheiten in die Planung einzubeziehen.

Was €uro zu Recht anmahnt, ist, dass die meisten Bauherren ausschließlich danach streben, ihre Wunschausstattung mit ihrem Finanzierungsvolumen in Einklang zu bringen; dabei sind dies mehrheitlich Positionen, welche - in aller Regel - einem Austauschrhythmus von 5 Jahren unterliegen. Was langlebiger ist, ist die Gebäudehülle und die verbaute Technik. Und da diese einen nicht unwesentlichen Teil der Kosten beim Neubau einnimmt, müßte sich das Augenmerk der Bauherren vornehmlich mit dem befassen, was langfristig solide und wirtschaftlich sinnvoll ausgeführt sein muß.

Das Gegenteil ist leider häufig der Fall; kommt ein geschickter Verkäufer dazu, wird der letzte Mist verkauft und die Bauherren sind auch noch stolz. Das Traurige daran ist, dass sich diese vermeintlichen "Schnäppchen" immer als die teuerste Variante herausstellen; durchgängig in jedem Gewerk . Deshalb bin ich sehr vorsichtig, wenn sich hier im Forum ein "betrogener" Bauherr zu Wort meldet. Die Berufserfahrung hat mich gelehrt, dass jeder Topf seinen Deckel findet; diese Binsenweisheit ist auch beim Hausbau zutreffend.

Letztlich ist das auch der Grund, weshalb ich im Forum einen guten Teil meiner Freizeit investiere. Aufklärung ist sehr wichtig, ebenso der dringliche Hinweis, dass es für einen Laien nahezu unmöglich ist, ein Projekt wie den Neubau eines Einfamilienhaus zu verstehen. Als Erstinfo ist das I-Net sicher ein guter Ansatz; er darf aber nicht als Ersatzhandlung - Fachleute zu Rate zu ziehen - angesehen werden.
Dudlove schrieb:
Danke dafür!!!
Nicht dafür

Freundliche Grüße
fachleuteenergieeinsparverordnungkfwneubau