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ᐅ Solar oder Lüftung? Energieeinsparverordnung

Erstellt am: 14.03.16 22:43
W
Willem81
Hallo zusammen,

...ich hab ein kleines Problem und brauche mal Eure fachkundige Hilfe 🙂

Wir beginnen im nächsten Monat den Bau unseres Einfamilienhauses. Es handelt sich um ein 1,5 geschossiges Massivholzhaus aus diffusionsoffenen Brettsperrholzplatten mit ca. 170qm Wohnfläche.

Der Wandaufbau sieht so aus: Brettsperrholz (Fichte, 100mm), Pavaflex Holzfaserdämmung (140mm), diffusionsoffene Unterspannbahn (Rewa-Flex, 16mm), Hinterlüftung (30mm), OSB (18mm) und Fassade (dunkel lasiertes sägerauhes Fichtenholz). Der U-Wert der Außenwand liegt bei 0,217W/m2, der TA-Wert bei 29,7. Das Satteldach ist mit Winkelstehfalz gedeckt.

Wir haben einen Gas-Brennwertkessel und verbauen eine Fußbodenheizung mit getrennten Heizkreisen für die unterschiedlichen Räume, bzw. Nutzungszonen. Soweit so gut, alles zwischen unserem Architekten und dem Sanitär-Typen abgestimmt und von uns abgenickt.

Nun gibt es noch einen offenen Punkt, der zu etwas widersprüchlichen Aussagen führt - abhängig davon, mit wem man spricht :/ Deshalb würde ich Euch einfach mal um Eure Erfahrungen bitten: es geht um die Konsequenzen der Energieeinsparverordnung. Unser Sanitär- und Heizungsinstallateur hat uns - wie es sich gehört - darüber informiert, dass wir laut Energieeinsparverordnung dazu verpflichtet sind einen Teil unserer Energie aus regenerativen Energiequellen zu gewinnen, oder alternativ mehr Technik zur Verringerung des Energiebedarfs zu verbauen. Soweit, so gut. Er hat uns zwei Optionen angeboten: entweder zwei solarkollektoren mit einem entsprechenden 300l-Speicher, oder einer zentralen Lüftungseinheit mit Wärmerückgewinnung. Die angebotenen Preise sind für beide Posten völlig ok, mir geht's in erster Linie darum, was sinnvoller ist. Der Sanitärtyp meinte, wir sollten uns für die Lüftungsanlage entscheiden, weil die Solargeschichte nicht so sinnvoll sei. Das Dach habe keine Südausrichtung (dafür aber eine Süd-Ost-Ausrichtung) und wirklich merken würde man die Anlage nicht. Grundsätzlich kann ich der Lüftungsanlage einige positiven Aspekte abgewinnen, gleichzeitig gefällt sie mir aber auch nicht so bedingungslos. Und das aus verschiedenen Gründen:
  • die Lüftungsschläuche müssen verkleidet und sinnvoll durch die Räume geleitet werden (ok, das ist nur ein kleiner Punkt...)
  • die Filter müssen regelmäßig gereinigt (oder gewechselt?) werden (hat da jemand Erfahrung, wie das mit den Kosten aussieht?)
  • ich habe von Fällen gehört, in denen die Filter trotz regelmäßiger Wartung mit Keimen versehen waren und sich so Sporen von Schimmelpilzen über die Lüftung im Haus verteilt haben - und das, obwohl die Lüftungsanlage ja genau das Gegenteil bewirken soll
  • es ist außerdem zu lesen, dass bei einigen Nutzern im Winter die relative Luftfeuchtigkeit so sehr abnimmt, das teilweise Atemwege und Augen durch Trockenheit gereizt sind - hat da jemand Erfahrungen?
  • das Haus ist extra so konzipiert, dass die Wände atmen können - führt eine Lüftungsanlage das nicht ad absurdum?
  • die Lüftung überträgt Schall von außen nach innen und hat zudem eine wahrnehmbare Eigenlautstärke
Uns ist gerade die Qualität der Luft extrem wichtig, das ist auch der Grund, weshalb wir uns überhaupt zu so einer ökologischen Bauweise entschlossen haben (unter anderem wegen schimmelbedingter Atemwegs- und Hauterkrankungen, mit denen wir zu kämpfen haben). Was würdet Ihr machen? Solar oder Lüftung? Während der Sanitärtyp zur Lüftungsanlage rät (klar, die kostet ja auch mehr), hat unser Architekt keine deutliche Präferenz... das macht es für uns etwas schwieriger. Ich kann nicht beurteilen, wie effektiv die solaranlage wäre. Ich möchte aber auch nicht irgendetwas in Auftrag geben, nur weil die Energieeinsparverordnung es fordert, und sich später dann herausstellt, dass diese Maßnahme gar keinen Nutzen bringt.

Ich danke Euch für die Hilfe!
Beste Grüße,

Willem
B
Bieber0815
15.03.16 22:39
Willem81 schrieb:
Merkt Ihr eine deutliche Ersparnis was Eure Heizenergie angeht?
Dafür müssten die Leute hier ein paar Jahre im selben Haus nur ohne Kontrollierte-Wohnraumlüftung gelebt haben. Wie soll man das merken? Der Durchschnittshausbauer hier zieht aus irgendeiner Höhle in ein Energieeinsparverordnung-oder-besser-Haus mit oder ohne Kontrollierte-Wohnraumlüftung. Ja, da spart er dann Heizenergie, in jedem Fall.

Nimm die Kontrollierte-Wohnraumlüftung! Die hat sogar dann einen Nutzen, wenn sich ihre Energieeinsparung nie amortisiert.
wohnraumlüftung