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ᐅ HOAI oder warum Architekten kein Interesse haben.....


Erstellt am: 26.02.2019 15:41

CrazyChris 26.02.2019 17:18
montessalet schrieb:
Da bin ich eben nicht sicher: Meines Wissens kann ein Architekt trotzdem nachträglich nach HOAI abrechnen - egal ob eine Pauschale vereinbart wurde. Ob er das macht, ist natürlich eine andere Frage..... (wo kein Kläger ist kein Richter).

korrekt, nennt sich Mindestsatzunterschreitung

Mal ein Hinweis an die Leute hier:


Viele Architekten leben noch in der Vergangenheit (z.B. HOAI 2002/2009) und rechnen anhand der sog. Kostenfeststellung ab (also den tatsächlichen Baukosten). Diese wurden häufig extra hoch getrieben um mehr Honorar zu erhalten.

Das ist nach der neuen HOAI 2013 nicht mehr vorgesehen. Grundlage des Honorars ist die Kostenberechnung (i.d.R. im Zuge der Entwurfs-/Genehmigungsplanung zu erstellen).

Warum: Weil der Gesetzgeber die Architekten und Ingis an Ihren Kostenermittlungen festhalten will um unter anderem dafür zu sorgen, dass die Baukosten auch tatsächlich eingehalten werden.

Auf gut Deutsch: Wenn der Architekt für das Haus 300k berechnet und es am Ende 500k kostet (weil seine Berechnung wie fast immer falsch war), sieht er keinen Cent mehr.

Und das ist auch gut so 😉

hampshire 26.02.2019 17:28
Milo3 schrieb:
Also: unser Architekt rechnet nach HOAI ab, ABER er nimmt eine kleinere Bausumme und sagte mir, dass er nach dieser Summe abrechnen muss ansonsten wäre es es für ihn unrentabel. Unser Haus geschätzt bezugsfertig 560k, Abgerechnet wird nach 300k.
Warum ist es für den Architekten unrentabel für dieselbe Leistung mehr abzurechnen? Auf den ersten Blick ist das unverständlich, bekäme er doch mit demselben Aufwand ein größeres Honorar, wenn er die höhere Summe abrechnen würde.
Ist er in Rente, Teilzeit oder sonstwie steuerlich besonders?

Milo3 26.02.2019 18:12
hampshire schrieb:
Warum ist es für den Architekten unrentabel für dieselbe Leistung mehr abzurechnen? Auf den ersten Blick ist das unverständlich, bekäme er doch mit demselben Aufwand ein größeres Honorar, wenn er die höhere Summe abrechnen würde.
Ist er in Rente, Teilzeit oder sonstwie steuerlich besonders?

Nein, ist ein renommierter und angesehener Architekt mit einem großen Büro (14 Angestellte Architekten). Er hätte zum einen den Auftrag nicht erhalten und zum anderen, sind die Baukosten eine vorsichtige Schätzung von ihm. Er möchte die baupreisentwicklung fairerweise nicht auf uns abwälzen. Mit den 300k Grundlage nagt er dennoch alles andere als am Hungertuch...

hampshire 26.02.2019 18:16
Nur weil Du schreibst, es sei für den Architekten unrentabel höhere Baukosten anzusetzen. Dass er Dir damit entgegenkommt verstehe ich schon gut.

Milo3 26.02.2019 18:22
Gemeint war, dass alles unter den 300k unrentabel für ihn ist. Man kann mit denen schon reden.

hampshire 26.02.2019 18:25
Nun verstehe ich auch ich die Logik.
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