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ᐅ Hausbau finanziell machbar oder Luftschloss?


Erstellt am: 01.08.2017 14:39

Xorrhal 03.08.2017 08:59
Wir stehen auf der Warteliste bei uns in der Gemeinde im Neubaugebiet. Die werden Ende 2017 vergeben. Wir haben als Gemeinde-Einwohner mit Kindern sehr gute Chancen eins zu bekommen - wir sind aktuell einer von 76 Bewerbern auf 16 Bauplätze, die wie gesagt nach verschiedenen Kriterien vergeben werden. Laut Bauamtsleiter (kennen wir) werden wir fast sicher den Zuschlag bekommen - müssen uns dann aber binnen 3 Monaten entscheiden.

Zudem gibt es dort noch 54 weitere Grundstücke von Privatpersonen zu erwerben - davon stehen einige schon heute auf verschiedenen Portalen drin, obwohl sie noch gar nicht bebaut werden können/dürfen.

Grundstück wäre sicher nicht das Problem in den kommenden Jahren. Hier wird sehr viel erschlossen derzeit.

Und wenn hier solche Zahlen veranschlagt werden, frage ich mich, wer denn da überhaupt bauen will.

Ich gehöre mit 3.000€ netto zu den oberen 15% was das Einkommen in Deutschland angeht. Wenn ich mir nen Neubau nicht leisten kann, woher kommen dann die ganzen Neubauten?

Evolith 03.08.2017 09:07
Die Neubauten kommen oft von Paaren, wo beide berufstätig sind (man sehe unser Beispiel) oder viel Eigenkapital vorhanden war oder schlicht kleiner gebaut wurde. Du kannst denen halt nur bis vor die Haustür schauen.

Guckt euch doch jetzt schon ein Grundstück aus. Denkt an eine hohe Grundflächenzahl bzw eine ausreichende Breite.
Euch nutzt kein Grundstück, auf dem man gerade so ein Einfamilienhaus bauen kann.

Dann ab zur Bank und die Finanzierung grob abstecken.

Schaut euch Grundrisse an! Was würde für euch passen und klopft mal vorsichtig bei Hausanbietern an, für welchen Taler die euch das hinstellen würden.

Wenn dann die Zusage zu einem Grundstück kommt, könnt ihr ohne viel Gehampel zuschlagen oder dankend ablehnen.

Ach so und verabschiede dich mal innerlich von viel Eigenleistung. Ihr habt 2 kleine Kinder plus eventuell bald ein drittes. Wir haben ein Kleinkind Zuhause und ohne Oma und Opa hätten wir kaum die normalen Anschlussarbeiten (Tapezieren, Streichen, Laminat) erledigen können. Spart euch die Energie für die Außenarbeiten auf.

Musketier 03.08.2017 09:22
Ich hab jetzt nicht alles gelesen, aber wenn ich deine Zahlen sehe, dann hast du aktuell einen Schuldenstand abzgl.. Bausparguthaben von 170T€. Dem gegenüber steht ein Verkaufspreis von ca. 300T€.
Effektiv also 130T€ verfügbares Kapital. von dem gehen eventuell noch Steuern und VFE ab.
Rechnet man dieses Kapital vorrangig gegen das lebenslange Wohnrecht und damit gegen die zusätzlich zu bauenden 80m²
bei einem Baupreis von 1600-1800€, dann bleiben für deinen Wohnungsanteil Null Eigenkapital übrig. Deshalb ist das natürlich eine andere Hausnummer, als wenn eine Familie mit gleichem Einkommen 160m² bauen würde.
Bewertungstechnisch ist das nicht ganz richtig, da die statistische Lebenserwartung vermutlich nur von 10-15 Jahren ausgeht und danach eine Vermietung mit entsprechender Einnahmenerhöhung möglich wäre. Die Frage ist, will man danach Mieter in seinem Haus haben oder bleibt die Wohnung für die Kinder.


Für was habt ihr eigentlich das Wohnrecht gewährt, wenn ihr dann doch die Wohnungen abgekauft habt?

Xorrhal 03.08.2017 09:26
Zu viel Eigenleistung rechne ich schon nicht ein.

Wir dachten in der Tat an Außenanlagen in erster Linie. Boden- und Malerarbeiten würden wir großteils vergeben an einen befreundeten Unternehmer, der sicher einen guten Preis machen würde.

Elektriker haben wir noch 2 in der Familie, die könnten einen Großteil der Arbeitsleistung für Elektroinstallation machen. Nicht die Welt, aber spart auch - die dürfen sogar den Hausanschluss durchführen.

Ansonsten ist mein Vater ein sehr guter Fliesenleger, er würde Küche und Bad Fliesen.

Viel mehr Eigenleistung sehe ich nicht.

Xorrhal 03.08.2017 09:29
Musketier schrieb:
Ich hab jetzt nicht alles gelesen, aber wenn ich deine Zahlen sehe, dann hast du aktuell einen Schuldenstand abzgl.. Bausparguthaben von 170T€. Dem gegenüber steht ein Verkaufspreis von ca. 300T€.
Effektiv also 130T€ verfügbares Kapital. von dem gehen eventuell noch Steuern und VFE ab.
Rechnet man dieses Kapital vorrangig gegen das lebenslange Wohnrecht und damit gegen die zusätzlich zu bauenden 80m²
bei einem Baupreis von 1600-1800€, dann bleiben für deinen Wohnungsanteil Null Eigenkapital übrig. Deshalb ist das natürlich eine andere Hausnummer, als wenn eine Familie mit gleichem Einkommen 160m² bauen würde.
Bewertungstechnisch ist das nicht ganz richtig, da die statistische Lebenserwartung vermutlich nur von 10-15 Jahren ausgeht und danach eine Vermietung mit entsprechender Einnahmenerhöhung möglich wäre. Die Frage ist, will man danach Mieter in seinem Haus haben oder bleibt die Wohnung für die Kinder.


Für was habt ihr eigentlich das Wohnrecht gewährt, wenn ihr dann doch die Wohnungen abgekauft habt?

Das Wohnrecht taucht nirgendwo auf im Grundbuch. Das ist eine Vereinbarung im Kaufvertrag. Mir wurde das Haus für kleines Geld (eigentlich unterm Strich für 0€) überschrieben, dafür wurde vereinbart dass beide Elternteile bis an ihr Lebensende mietfrei in der Wohnung leben können.

Die würden das auch problemlos ändern/auflösen lassen, wenn es rechtliche oder sonstige Probleme damit geben würde. Eine Bank wird davon nichts sehen und somit auch nicht "beeinträchtigt".

Mieter ins Haus holen werde ich mir mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht. Eventuell meine Schwester mit Familie, falls es irgendwann mal so kommen sollte - man hofft ja schließlich dass die Eltern noch lange leben.

apokolok 03.08.2017 10:19
Dein Problem sind deine Eltern und dein Umgang mit Geld.
Im Endeffekt hast du dir einen riesigen Brocken, nämlich den Unterhalt von zwei Erwachsenen ans Bein gebunden.
Der Gegenwert ist mir nicht ganz klar, 100-150.000€ quasi geschenkt im alten Haus. Das war wirtschaftlich betrachtet ein sehr sehr schlechter Deal, persönlich sicherlich anders zu beurteilen. Dann hast du ja offensichtlich noch Schulden auf's Haus aufgenommen und damit konsumiert.
Diese Situation unterscheidet dich eben von anderen Bauherren mit deinem Einkommen. Die müssen ihren Eltern keine Einliegerwohnung bauen, zu deren Finanzierung diese noch Nichtmal beitragen. Die bekommen 100k bar auf die Kralle von den Eltern und können das als Eigenkapital ins eigene Haus stecken.
Ich sehe einen Neubau in der Größenordnung nicht mit eurem Einkommen. Entweder die Anbau-Lösung oder aber mal drüber nachdenken, ob deine Kinder nicht wichtiger sind als deine Eltern.
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