ᐅ Haus mit nicht genehmigten Anbauten verkaufen – Was tun?
Erstellt am: 22.07.25 12:22
Austraum22.07.25 12:22
Meine Eltern besitzen das Haus je zur Hälfte. Jetzt steht der Verkauf an und wir Kinder möchten ein Wertgutachten beauftragen. Allerdings hat mein Vater vor rund 20 Jahren verschiedene bauliche Veränderungen ohne Genehmigung vorgenommen. Meine Mutter hatte davon keine Kenntnis und bisher gab es keinerlei Probleme. Nun stellt sich die Frage: Wie sollten wir vorgehen, um nachträgliche Bußgelder zu vermeiden? Mit welchen Konsequenzen müssen wir unter diesen Umständen rechnen? Hinzu kommt, dass mein Vater an fortschreitender Alzheimer leidet und in ein Pflegeheim soll.
Über hilfreiche Antworten wären wir dankbar, wir wissen gerade keinen Rat.
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nordanney22.07.25 12:56
Austraum schrieb:
Nun stellt sich die Frage: Wie sollten wir vorgehen, um nachträgliche Bußgelder zu vermeiden? Mit welchen Konsequenzen müssen wir unter diesen Umständen rechnen?Nachträglich genehmigen lassen, falls möglich. Ansonsten zurückbauen - kann gerne passieren.Der Gutachter wird diesen Schwarzbauten eh keinen großen Wert zumessen, wenn es keine Genehmigung gibt.
Das würde dann auch einen potentiellen Käufer treffen. Der bezahlt nicht den Preis, den genehmigte Anbauten erzielen würde. Spätestens seine Bank zieht ihm den Zahn. Oder der Verkaufspreis muss niedrig genug sein.
Um was für Anbauten geht es denn konkret?
Grundaus22.07.25 14:34
nach 20 Jahren interessiert das niemand mehr.
Weder wird der Gutachter nachfragen was genehmigt ist , noch die Finanzierende Bank. Zu Not halt keinen Lageplan ohne die Anbauten herausrücken.
Weder wird der Gutachter nachfragen was genehmigt ist , noch die Finanzierende Bank. Zu Not halt keinen Lageplan ohne die Anbauten herausrücken.
nordanney22.07.25 15:22
Grundaus schrieb:
Weder wird der Gutachter nachfragen was genehmigt istDann ist er kein Gutachter. Er muss (nicht will, möchte, mag o.ä.) den Ist-Zustand mit dem genehmigten Zustand vergleichen.Was meinst Du denn, wie ein Gutachter arbeitet? Spätestens, wenn er als Minimalarbeitsaufwand die Pläne nimmt, um Flächen zu berechnen, wird er merken, dass z.B. ein Anbau fehlt, den er aber besichtigt hat. Und wenn er dies nicht berücksichtigt, ist er bestenfalls ausgebildeter Mezger, aber kein Gutachter.
Und wenn Du keine Idioten bei der Bank sitzen hast, fällt es auch dort auf. Der Banker gibt 120qm in sein Bewertungstool (oder auch der Vermittler), weil das in der Wohnflächenberechnung steht (oder aus den Plänen ersichtlich ist). Dann kann es natürlich sein, dass der Beleihungswert noch immer passt, weil genug Eigenkapital drin ist. Wenn es aber eine normale Finanzierung ist, wundert sich spätestens der Kunde, warum die Immobilie so abgewertet wurde bei seiner Anfrage. Der Banker sagt dann "sind ja auch nur 120qm Wohnfläche" und der Kunde antwortet "ich habe aber 180 gemessen, da auch 180 gebaut sind". Schon platzt der Kauf.
Grundaus schrieb:
Zu Not halt keinen Lageplan ohne die Anbauten herausrücken.Zur Not den Zutritt zum Gebäude verwehren, keine Bauunterlagen rausgeben und auch keinen (für die meisten Bundesländer sogar online durch die Gutachter und Privatpersonen abrufbar) Flurkarten o.ä. rausgeben. Den Gutachter bitten, in diesem speziellen Fall einfach den von Dir genannten Preis hinschreiben oder alternativ zu würfeln.Du hast vielleicht praxisferne Ideen...
Grundaus22.07.25 15:54
Hab vor 2 Jahren ein Haus gekauft, wo kürzlich das Liegenschaftsamt festgestellt hat dass die Garage nicht im Lageplan ist. Haus ist BJ 2006 Garage war genehmigt aber wurde nur 2 Jahre später gebaut. Bei meinem Wohnhaus wurde nach der Straßensanierung alle Grundstücke neu vermessen., da im Lageplan aus dem "Mittelalter" nichts stimmt. Da hier die Anbauten schon 20 Jahre alt sind, ist vermutlich das Haus noch älter.
Es wird ja nur ein einfaches Wertgutachten für den normalen Verkauf gemacht und bei normalen Finanzierungen schaut sich die Bank das Haus nur von außen an.
Wenn die Anbauten nicht halb auf dem Nachbargrundstück stehen interessiert es nach 20 Jahren niemand.
Es wird ja nur ein einfaches Wertgutachten für den normalen Verkauf gemacht und bei normalen Finanzierungen schaut sich die Bank das Haus nur von außen an.
Wenn die Anbauten nicht halb auf dem Nachbargrundstück stehen interessiert es nach 20 Jahren niemand.
nordanney22.07.25 16:05
Grundaus schrieb:
Hab vor 2 Jahren ein Haus gekauft, wo kürzlich das Liegenschaftsamt festgestellt hat dass die Garage nicht im Lageplan ist.Und? Was hat so etwas mit einem Gutachten oder einer Finanzierung zu tun? Hast ja nichts unrechtes getan.Grundaus schrieb:
Bei meinem Wohnhaus wurde nach der Straßensanierung alle Grundstücke neu vermessen., da im Lageplan aus dem "Mittelalter" nichts stimmt.Was willst Du damit sagen?Grundaus schrieb:
Es wird ja nur ein einfaches Wertgutachten für den normalen Verkauf gemachtDas Gutachten wird dann wie genau erstellt? Würde mich mal interessieren, wie so ein Gutachter arbeitet.Grundaus schrieb:
bei normalen Finanzierungen schaut sich die Bank das Haus nur von außen an.OK. Und indem von außen angeschaut wird, wird auch der Wert ermittelt? Oder wie macht "die Bank" das? Würde mich auch mal interessieren, da so etwas mein Job ist.Ähnliche Themen