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ᐅ Bodenaufbau Estrich geringe Aufbauhöhe


Erstellt am: 17.06.24 23:25

Gotop0917.06.24 23:25
Hallo zusammen,

ich bin schon seit Wochen wegen unserem Bodenaufbau am rätseln und wollte daher mal in die Runde fragen...

Wir haben ein altes Haus Baujahr 66 und wollen nun komplett sanieren, inkl. neuer Fußbodenheizung in EG, OG und DG. Keller ist auch vorhanden, aber nicht beheizt.
Der bisherige Bodenaufbau ist jedoch sehr überschaubar und hat samt Dämmung, Estrich und Belag nur rund 6,0 - 6,5cm.
Ich wollte grundsätzlich alles erstmal raushauen und dann einen schwimmenden Estrich samt den 16mm Fußboden-Röhrchen auf einer vernünftigen Dämmschicht verlegen.

Nach Rücksprache mit diversen Estrichlegern bin ich nun verwirrter denn je, jeder sagt was anderes...
Einer empfiehlt die Schlüter Noppenplatten, da man dafür lediglich 0,8cm Rohrüberdeckung braucht, ich habe dann aber gesehen dass die Platten allein schon 4,4cm haben, damit bin ich ja wieder bereits bei mind. 5,2 cm, ich rechne mal mit 5,5cm plus Dämmung ca. 2 cm? Damit insgesamt bei 7,5cm plus Belag.

Der andere empfiehlt eine Lösung mit Retanol Zusatzmitteln, dadurch könnte man die Überdeckung auf ca. 2,5-3,0cm reduzieren somit mit Fußboden Röhren ca. 4,5 cm plus Dämmung wäre ich bei 6,5cm plus Belag. Klingt jetzt erstmal nicht schlecht, jedoch ist das vermutlich richtig teuer, ein Preis wurde mir nämlich noch nicht genannt...

Der dritte würde die Dämmung weglassen und ganz konventionell aufbauen, mit ca. 6,5cm insgesamt plus Belag.


Hat jemand zudem Tipps ob Zementestrich oder Calciumsulfat? Ich weiß Zementestrich geht für Nassräume und draußen, der Calciumsulfat leitet dagegen besser, sollte aber nicht nass werden. Wie ist das aber mit den Retanol Zusätzen? Oder gehen die eh nur für Zementestriche?

Und was sagt ihr zur Wärmedämmung mit 2cm? Kriegt man da was vernünftiges? Nach welcher Klassifizierung oder Produkt soll ich da mal schauen?
Oder wie schaut es aus mit Dämmung weglassen? Oder von unten an die Kellerdecke? Bringt das überhaupt was? Kellerhöhe wäre sogar mit knapp 2,2m vorhanden.

Ich hoffe ich habe erstmal so viele Infos reingepackt wie möglich, gerne stehe ich für weitere Fragen aber zur Verfügung.
Wäre euch erstmal für jeden Rat dankbar!
LG
nordanney18.06.24 07:21
Gotop09 schrieb:

Hat jemand zudem Tipps ob Zementestrich oder Calciumsulfat? Ich weiß Zementestrich geht für Nassräume und draußen, der Calciumsulfat leitet dagegen besser,
Beides funktioniert praktisch gleich gut - egal ob Feuchtraum oder nicht.

Ich hatte einen ähnlichen Aufbau. "Ordentlich" Dämmung auf die Decke ist nonsens, wenn Du die Kellerdecke von unten gut einpacken kannst (z.B. 10-12cm PUR).
Vorschlag: Nimm 20mm PUR alukaschiert für die Dämmung auf der Decke. Darauf tackerst Du direkt die Fußbodenheizung Rohre (dafür gibt es passende Rasterfolie) und lässt Dir einen dünnen Estrich legen - egal ob mit Retanol oder anderen Produkten. Der Aufpreis ist überschaubar und wenn Du dann noch einen Beschleuniger reinpacken lässt, holst Du die Mehrkosten durch einen z.B. 4 Wochen schneller trockenen Estrich wieder rein.
Gotop0918.06.24 09:16
nordanney schrieb:

wenn Du die Kellerdecke von unten gut einpacken kannst (z.B. 10-12cm PUR).
Vorschlag: Nimm 20mm PUR alukaschiert für die Dämmung auf der Decke.

Also vielen Dank erstmal für deine unglaublich schnelle Rückmeldung!

Würdest du dann bei der Kelllerdecke tatsächlich beides machen, also von unten und oben einpacken? Oder ist das dann doppelt gemoppelt und eigtl. überflüssig?
Oder ist die 20mm Dämmschicht auf der Decke dann eher als Trittschall zu sehen?
Das Thema Trittschalldämmung habe ich bisher egtl. ignoriert weil ich dachte dafür habe ich eh keine Aufbauhöhe und so ne 20mm Dämmung bringt ja hoffentlich auch bisschen was für den Schall!?
nordanney18.06.24 10:46
Gotop09 schrieb:

Würdest du dann bei der Kelllerdecke tatsächlich beides machen, also von unten und oben einpacken? Oder ist das dann doppelt gemoppelt und eigtl. überflüssig?
Wenn Du später ein Thermometer an die Kellerdecke hältst, dann weißt Du, dass Du diese besser gedämmt hättest. Also ja, wenn Du die Wohnräume und nicht den Keller mit der Fußbodenheizung beheizen möchtest, dann ist eine ordentliche Dämmung absolut zwingend (wirst Du auch an den Heizkosten sehen).
Gotop09 schrieb:

Oder ist die 20mm Dämmschicht auf der Decke dann eher als Trittschall zu sehen?
Sieh sie als kleine Dämmung und als Unterlage, auf der die Rohre getackert werden können. Trittschalldämmung kannst Du fast vernachlässigen, da Du unter den Räumen ja nur den Keller hast. Da stört sich niemand am Trittschall.
Gotop0919.06.24 11:39
nordanney schrieb:

Wenn Du später ein Thermometer an die Kellerdecke hältst, dann weißt Du, dass Du diese besser gedämmt hättest. Also ja, wenn Du die Wohnräume und nicht den Keller mit der Fußbodenheizung beheizen möchtest, dann ist eine ordentliche Dämmung absolut zwingend (wirst Du auch an den Heizkosten sehen).

Sieh sie als kleine Dämmung und als Unterlage, auf der die Rohre getackert werden können. Trittschalldämmung kannst Du fast vernachlässigen, da Du unter den Räumen ja nur den Keller hast. Da stört sich niemand am Trittschall.


Vielen lieben Dank! Das klingt wirklich schon mal ganz gut!
ich fasse nochmal kurz zusammen:
Kellerdecke von unten dämmen 10-12cm
dann auf der Decke erstmal 2cm Dämmplatte plus Folie, dann Fußbodenheizung-Rohre drauf getackert und dann möglichst geringer Estrich drüber. Wenn möglich mit Zusatz (Retanol) damit die Dicke und auch die Trocknungszeit verringert wird.
Ich komme dann vsl. auf ca. 6,5cm aufbauhöhe zzgl. Belag sind wir bei rund 7,5cm. Das ist knapp 1,5cm mehr Aufbauhöhe als im Bestand aber ich glaube damit kann ich leben.

Bzgl. Trittschall hoffe ich einfach dass die 2cm Dämmschicht bisschen was bringt. Für den Keller ist natürlich egal, aber im OG und DG sollte ja der gleiche Bodenaufbau erfolgen. Das heißt ich soll mich einfach nicht so anstellen und die Kinder ertragen?
Oder gibts da evtl. auch noch n Tipp? Ich schätze so ne paar mm Trittschalldämmung auf dem Estrich ist Blödsinn bei Fußbodenheizung, oder?
Ach so und wir haben Laminat geplant, kann ich den dann schon bedenkenlos einfach auf den Estrich drauf legen oder brauch ich da noch ne Unterlage?

Und braucht man egtl. eine Sperrschicht zwischen Rohdecke und Dämmung, s. Bild? Bzw. was genau soll das sein?
LG
Querschnitt eines Fußbodenheizung-Aufbaus mit Heizrohren, Dämmplatten, Sperrschicht und Bodenplatte
Harakiri19.06.24 13:00
Ich glaube, dass bei 2 cm PIR/PUR Dämmung alukaschiert wird es mit Tackern etwas eng. Auf jeden Fall klären, dass die Platten (in dieser Stärke) zum Tackern zugelassen sind, und beim Tackernadeln auf die Länge aufpassen. Es gibt aber auch Klettsysteme die nahezu gleichgut funktionieren.

PIR/PUR alleine ist für Trittschalldämmung nicht geeignet. Es gibt jedoch Kombiplatten, die PIR/PUR mit EPS verbinden und in gewisser Hinsicht die Vorteile beide Materialien zusammenbringen. Dann ist aber die Dicke entsprechend größer.

Aber sofern EG & DG im gleichen „Klimazone“ in Bezug auf Fußbodenheizung liegen, dann ist es nicht notwendig, im DG teure PUR zu verlegen – dort benötigst du per se keine Dämmung, wenn die Räume relativ gleichmäßig klimatisiert werden.
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