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ᐅ Neubau Doppelhaushälfte / Lösung für Dämmung Zwischenraum


Erstellt am: 01.10.25 17:31

P
pfrieder
01.10.25 17:31
Liebes Forum,

wir planen derzeit den Neubau einer Doppelhaushälfte, der Abriss ist bereits erfolgt und der Winter rückt an. Das neue Haus in Holzständerbauweise (Fertighaus, KfW40) wird voraussichtlich Ende Februar gestellt. Geplant war das anders, sprich das Haus sollte längst stehen, aber das ist ein anderes Thema.

Der Nachbar bat uns eine Dämmung der verbleibenden Kommunwand anzubringen, da diese ja nun von unserer Seite nicht mehr beheizt wird. Die Wand ist derzeit mit Folie gegen den Regen geschützt. Das Bestandsgebäude ist von 1942 teilunterkellert und mit 1,5 Geschossen. Gedämmt werden müssten nur die beiden oberen Geschosse. Das verbleibende Gebäude wurde irgendwann um 1986 noch mit einer Außendämmung mit ca. 4cm versehen.

Die Kommunwand ist vom Aufbau her von Innen nach Außen auf den oberen zwei Geschossen:
  • Innenputz
  • 240cm Bimsbetonsteine
  • Innenputz
Das neue Gebäude wird aufgrund der notwendigen Toleranz auf einen Grenzabstand von 18cm gestellt. Sprich 24cm/2 + 6cm Abstand (Luft). Der Keller wird weiter weg gestellt, da hier eine Unterfangung des Bestandsgebäudes ausgeführt wird. Der Keller soll im November erstellt werden, im Dezember würden wir dann ohnehin ein Gerüst stellen, damit Dach und Wand winterfest gemacht werden können, in diesem Zuge könnte man auch die Bestandswand dämmen / verputzen.

Das Fertigbauunternehmen sagt, dass hier ja nichts gemacht werden müsste, einfach das Haus davorstellen und gut, allerdings habe ich Zweifel, was den Wärmeschutz für den Nachbarn angeht. Hier bleibt natürlich nicht viel Spielraum für eine sinnvolle Dämmung, möglich wären aus meiner Sicht:
  • Einblasdämmung
  • Dünne Dämmplatten an der Bestandswand
  • Isolierputz an der Bestandswand
  • Trennfugendämplatte aus Steinwolle (bekommt man das noch dahinter, die ganze Wand wird ja als ein Teil vorverputzt davorgetzt?)
Weiterhin ist ein wenig ungeklärt, wie die Überblendung der Gebäuden am Dach und auch an der Wand erfolgt. Am Dach macht wohl ein Blech Sinn, die Trennfuge könnte man vermutlich auch irgendwie ausfüllen.

Wir suchen jetzt eine bezahlbare Lösung, die einerseits den Winter überbrückt, aber auch langfristig zu keiner Verschlechterung für den Nachbarn führt.

Viele Grüße
N
Nauer
01.10.25 18:52
Guten Abend,

die Situation mit der Kommunwand und dem 18cm Grenzabstand ist keineswegs trivial und verlangt nach einer sauberen Lösung, schon allein wegen der bauphysikalischen Konsequenzen für den Nachbarn. Dass das Fertighausunternehmen lapidar auf „Haus davorstellen und fertig“ verweist, ignoriert schlicht die Folgen für den Wärmehaushalt der gemeinsamen Wand. Gerade bei älteren Wänden ohne nennenswerten Dämmstandard aus heutiger Sicht können selbst kleine konstruktive Nachlässigkeiten später teure Probleme erzeugen – feuchte Stellen, Schimmel oder gar thermische Brücken, die auf beiden Seiten für Ärger sorgen.

Isolierputz oder eine dünne Dämmplatte bringen zwar einen Hauch Verbesserung, sind aber physikalisch schnell am Ende, wenn die Wand schon einen gewissen U-Wert unterschreitet. Eine Einblasdämmung ist theoretisch interessant, scheitert aber oft an offenen Fugen und der Tatsache, dass Altwände dieser Art selten luftdicht sind. Die Frage ist daher, wieviel Aufwand ihr betreiben wollt: Reicht euch ein notdürftiges Überbrücken bis zum Bauabschluss oder sucht ihr eher eine nachhaltige, nachrüstfreie Lösung? Es gibt Steinwolldämmplatten ab 3-4 cm, die mit mineralischem Kleber angesetzt werden können – wäre das eine akzeptable Dicke oder kollidiert das schon mit dem geplanten Abstand?

Wichtig ist aus bauordnungsrechtlicher Sicht auch das Thema Brandschutz bei verbleibenden Hohlräumen zwischen beiden Gebäuden. Ein ungedämmter Luftspalt kann – je nach Ausführung – strengen Vorschriften unterliegen. Habt ihr dazu schon mit der örtlichen Baubehörde oder einem öffentlich bestellten Sachverständigen Bauphysik gesprochen, insbesondere zur Fugenausbildung und Anschluss an die Dachfläche?

Wie wollt ihr die Luftschicht zwischen Altbau und Neubau langfristig trocken halten, gerade auch im Übergangsbereich zum Dach? Und kann der Nachbar mit einer temporären Notlösung leben, wenn ihr signalisiert, dass nach Fertigstellung eine dauerhafte Dämmung umgesetzt wird?

Viel Erfolg!
1
11ant
01.10.25 19:19
pfrieder schrieb:

Weiterhin ist ein wenig ungeklärt, wie die Überblendung der Gebäuden am Dach und auch an der Wand erfolgt. Am Dach macht wohl ein Blech Sinn, die Trennfuge könnte man vermutlich auch irgendwie ausfüllen.
Wir suchen jetzt eine bezahlbare Lösung, die einerseits den Winter überbrückt, aber auch langfristig zu keiner Verschlechterung für den Nachbarn führt.
Euer Bauvorhaben ist ein Fall für einen Architekten. Ein GU des "Anbauenden" mit der Haltung "nach der Grenze die Sintflut" birgt Probleme bis Katastrophen, an denen außer dem Bauherrn niemand Schuld sein wollen wird. Der Umgang mit der Nachbarhälfte gehört(e) in die Planung des Bauvorhabens einbezogen - spätestens aber in die Detailplanung Eures GU, wie der Zwischenraum auszuführen und abzudichten sei. Vertriebsfuzziplanungen rächen sich.
https://www.instagram.com/11antgmxde/
https://www.linkedin.com/company/bauen-jetzt/
P
pfrieder
01.10.25 21:10
Nauer schrieb:

Guten Abend,

die Situation mit der Kommunwand und dem 18cm Grenzabstand ist keineswegs trivial und verlangt nach einer sauberen Lösung, schon allein wegen der bauphysikalischen Konsequenzen für den Nachbarn. Dass das Fertighausunternehmen lapidar auf „Haus davorstellen und fertig“ verweist, ignoriert schlicht die Folgen für den Wärmehaushalt der gemeinsamen Wand. Gerade bei älteren Wänden ohne nennenswerten Dämmstandard aus heutiger Sicht können selbst kleine konstruktive Nachlässigkeiten später teure Probleme erzeugen – feuchte Stellen, Schimmel oder gar thermische Brücken, die auf beiden Seiten für Ärger sorgen.

Isolierputz oder eine dünne Dämmplatte bringen zwar einen Hauch Verbesserung, sind aber physikalisch schnell am Ende, wenn die Wand schon einen gewissen U-Wert unterschreitet. Eine Einblasdämmung ist theoretisch interessant, scheitert aber oft an offenen Fugen und der Tatsache, dass Altwände dieser Art selten luftdicht sind. Die Frage ist daher, wieviel Aufwand ihr betreiben wollt: Reicht euch ein notdürftiges Überbrücken bis zum Bauabschluss oder sucht ihr eher eine nachhaltige, nachrüstfreie Lösung? Es gibt Steinwolldämmplatten ab 3-4 cm, die mit mineralischem Kleber angesetzt werden können – wäre das eine akzeptable Dicke oder kollidiert das schon mit dem geplanten Abstand?

Wichtig ist aus bauordnungsrechtlicher Sicht auch das Thema Brandschutz bei verbleibenden Hohlräumen zwischen beiden Gebäuden. Ein ungedämmter Luftspalt kann – je nach Ausführung – strengen Vorschriften unterliegen. Habt ihr dazu schon mit der örtlichen Baubehörde oder einem öffentlich bestellten Sachverständigen Bauphysik gesprochen, insbesondere zur Fugenausbildung und Anschluss an die Dachfläche?

Wie wollt ihr die Luftschicht zwischen Altbau und Neubau langfristig trocken halten, gerade auch im Übergangsbereich zum Dach? Und kann der Nachbar mit einer temporären Notlösung leben, wenn ihr signalisiert, dass nach Fertigstellung eine dauerhafte Dämmung umgesetzt wird?

Viel Erfolg!
Hallo Nauer,
ja ich fand das auch etwas nachlässig, weshalb ich jetzt schaue, wie wir es besser machen können.

Brandschutztechnisch denke ich ist es so, dass unsere neue Grenzwand als Brandschutzwand ausgeführt ist, ich vermute das erschlägt das aus rechtlicher Sicht erstmal, tatsächlich habe ich aber für den Brandschutz einen Freund, der mir weiterhelfen könnte.

Steinwolle sollte gehen, das wäre ja auch elastisch, falls man doch zu nah dran kommt, bzw. könnte es partiell entfernen, falls es kollidiert. Für die Übergangszeit müsste das dann ja vermutlich mit Folie geschützt werden. Ich denke bis insgesamt 5cm sollte es machbar sein, vermutlich würden wir die Wand dann vor dem Stelltermin vom Vermesser nochmal einmessen lassen, so dass der Aufbau problemlos klappt.

Grundsätzlich soll das dann später trocken bleiben. Im Dach soll der Flaschner Übergangsbleche machen, am Dachstuhl muss man aber mindestens kleiner Dinge ausbessern und die Ziegel bis auf / über die Kommunwand führen. Das würde man aber erst mit Gerüst im Dezember sehen.

Der Nachbar könnte vermutlich mit einer Notlösung leben, es wäre im Zweifel auch billiger ich stelle ihm für die zwei / drei Monate zwei Elektroheizkörper + Strom hin, als jede andere Lösung.
P
pfrieder
01.10.25 21:13
11ant schrieb:

Euer Bauvorhaben ist ein Fall für einen Architekten. Ein GU des "Anbauenden" mit der Haltung "nach der Grenze die Sintflut" birgt Probleme bis Katastrophen, an denen außer dem Bauherrn niemand Schuld sein wollen wird. Der Umgang mit der Nachbarhälfte gehört(e) in die Planung des Bauvorhabens einbezogen - spätestens aber in die Detailplanung Eures GU, wie der Zwischenraum auszuführen und abzudichten sei. Vertriebsfuzziplanungen rächen sich.

Ja korrekt, als Bauherr wird das von den "Vertriebler", was aber auch ein Architekt ist recht einfach dargestellt, als Laie verbringe ich dann aber Tage und Nächte damit das abzuklären und bin am Ende auch noch der Trottel. Auch die Unterfangung wurde als ach so einfach dargestellt und kostet nun ca. 100k€ und dauert zig Monate. Wir fühlen uns da auch allein gelassen vom Bauunternehmen, aber hängen jetzt schon so tief drin, dass wir im Grunde nicht mehr rauskommen.

Jetzt geht es darum eine Lösung zu finden, die irgendwie für beide Seiten passt
N
Nauer
04.10.25 15:00
Hi,

deine Einschätzung, dass die „einfache“ Darstellung durch Vertriebler oder den Architekten am Ende auf den Laien abgewälzt wird, ist sehr treffend – die Praxis holt solche Versprechungen leider viel zu oft ein. Dass eure Nachbarwand letztlich für beide Seiten funktioniert, ist tatsächlich eher euer Problem als das des GU, zumal der spätere Streit beim ersten Schimmelbild oder Energieverlust meist auf dem Bauherren sitzen bleibt.
Steinwolleplatten mit 5cm klingen realistisch, zumal sich damit auch kleine Unebenheiten oder Maßtoleranzen überbrücken lassen – elastisch sind die ja tatsächlich, wie du schreibst. Aber: Hast du mal ausgerechnet, wo der Taupunkt nach dem Dämm-Upgrade im Bestandslayer landet? Nicht dass die zusätzliche Dämmung (gerade über den kalten Winter) dazu führt, dass die Restfeuchte aus der Kommunwand nicht mehr ausreichend austrocknen kann.

Übergangsweise reine Folie reicht als Schutz, aber die führt am Ende leider auch oft dazu, dass sich hinterher Staunässe bildet – kontrollierte Hinterlüftung kann den Trocknungsprozess mitnehmen, bevor im Frühjahr fest aufgebaut wird. Ein klassischer Schwachpunkt ist übrigens der Sockelbereich im Übergang von Mauerwerk zu Holzständer, gerade wenn im Altbau eine etwas andere Setzung/Ausdehnung stattfindet oder sich (auch witterungsbedingt) Tauwasser ansammelt. Wird das bei eurem Detailanschluss explizit mitgeplant? Oder gibt es da wenigstens einen Entwässerungs- oder Lüftungsspalt im unteren Bereich?
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