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ᐅ Projekt Eigenheim - Wo fängt man an?


Erstellt am: 04.02.26 09:10

M
mona_johansson
04.02.26 09:10
Hallo liebe Hausbau-Community,
ich bin Mona aus Bad Neustadt und wir starten gerade mit unserem Projekt Eigenheim. Momentan fühl mich ehrlich gesagt noch ziemlich erschlagen von den ganzen Möglichkeiten und kommenden Entscheidungen. 

Wo habt ihr euch am Anfang inspirieren lassen? Musterhausparks, Online-Galerien, Gruppen wie diese – was hat euch in der Anfangsphase geholfen? Gibt’s ein Tool oder so, in dem man Ideen, Bilder oder Wünsche sammeln und sortieren kann, ohne direkt mit einem Berater reden zu müssen? 

Ich habe bisher nur einen Ordner mit Screenshots und eine kleine Liste, aber das wird schnell unübersichtlich. Wie strukturiert ihr das – nutzt ihr Moodboards, Checklisten oder was ganz anderes? Freue mich über eure Tipps und Erfahrungen!
N
nordanney
04.02.26 09:18
Zuerst: Grundstück sichern!!!

Alles andere? Nachdem ein konkretes Grundstück vorhanden ist. Ohne Grundstück? Geh einfach bei Deinen Freunden/Bekannten durch die Häuser/Wohnungen, mach Spaziergänge durch Musterhausparks oder schau Dich im Netz um.

Am Ende wird es aber "nur" ein Haus mit Wänden, Lampen, Bad/Küche. Das ist kein Hexenwerk und Du wirst nichts finden, was es nicht schon gibt. Krampfhaft Inspirationen finden, finde ich schrecklich. Was erwartest Du an "Besonderheiten"? Die wichtige Frage (und wirklich einzige wichtige Frage) ist, was brauchst Du im Haus an Räumen und wie passen die zu Deinem individuellen Lebensstil (Familie, Kinder - alt oder jung und Anzahl, Lebensrhythmus, Dauerkocher für großen Freundeskreis, Lichtanbeter oder lieber dunkle Räume usw.). Alles andere sind marginale Details.
M
Mahri23
04.02.26 10:00
Moin,

Nordanney hat dir ja schon die wichtigsten Punkte genannt. Wir haben uns zunächst in einem Musterhauspark ein paar Anregungen geholt. Anschließend sind wir zu Bekannten gefahren und haben uns einige Häuser „live“ angeschaut. Danach haben wir die Baufirma ausgewählt und von dieser mehrere Musterhäuser kurz vor der Übergabe besichtigt. Dabei konnten wir uns mit den Bauherren unterhalten und offen über Vor- und Nachteile sprechen.

Anschließend fiel die Entscheidung für den Haustyp und die Ausstattung. Das hat alles sehr gut geklappt, und auch der Bauplan wurde – trotz Corona – zuverlässig eingehalten.

Inzwischen wohnen wir seit fünf Jahren in dem Haus und sind mit unserer Entscheidung nach wie vor sehr glücklich.

Y
ypg
04.02.26 10:02
mona_johansson schrieb:
Gibt’s ein Tool oder so, in dem man Ideen, Bilder oder Wünsche sammeln und sortieren kann,

Pinterest?

mona_johansson schrieb:
Ordner mit Screenshots und eine kleine Liste, aber das wird schnell unübersichtlich.

Ich sag mal so: dass, woran man sich nicht erinnert, ist auch nicht wichtig.
Die meisten Probleme bei unseren Grundrissdiskussionen hier sind ja die gesammelten Werke von Insta und Pinterest, es genau SO umsetzen zu wollen, wie es andere haben. Zudem kosten Nice-To-Haves wie Sitzfenster und Sex-in-the-City-Ankleiden ordentlich Geld, was den Hausbau teuer machen kann. Ein Haus ist keine neue Sache. Ja, Musterhäuser sind eine gute Sache, Raumgrößen auf sich wirken lassen zu können und auch zum Ausmessen geeignet. Die Sichtweise von Euch wird sich automatisch ändern - Ihr werdet auf vieles achten. Man kann sehr vieles aufsaugen und sich einfach merken. Und da bin ich wieder bei: dass, woran man sich nicht erinnert, ist auch nicht wichtig.
H
haydee
04.02.26 10:32
Ah Hallo schon fast eine Nachbarin. Komme aus dem Landkreis KG.

Erstellt euer Raumprogramm. Nicht nur Küche, Wohnen, Schlafen, sondern Garderobe mit Schrank für 200 Paar Schuhe, Essbereich mit Tisch in der Größe xyz und Platz für den Bauernschrank von Uropa Hermann usw. Also alles was rein soll.
Dann geht mit offenen Augen durch die Wohnungen und Häuser von Verwandten. Der Tisch ist schön groß welche Abmessungen hat er? Das Gäste-WC ist uns zu beengt. Auch da kann man höflich nach Abmessungen fragen oder sich notieren. 

Rensch-Haus und Hanse Haus sind nicht weit weg mit Musterhäuser ebenso der Park in Würzburg. Schaut euch das alles an, unterhaltet euch mit den Verkäufern und sammelt erstmal Infos. Schaut nicht nur in den Raum, sondern achtet z.B. auf Möbelgröße, Abstände etc.
Bei Rensch-Haus durften wir damals sogar in die Bemusterungsräume am Tag der offenen Tür. Da hatte man schonmal ein Gefühl bekommen was inklusive ist und was extra kostet.
Albert Haus meine ich hat in Burkardroth ein Musterhaus
Wir-Leben-Haus Oberthulba hat soweit ich weiß keine, die hatten früher allerdings Termine wo man in Häusern kann die gerade gebaut werden. Damals waren Bauherren, Bauleiter und auch Herr Kleinhenz anwesend.

Habt ihr ein Grundstück? Wird vermutlich Hanglage haben. Plant mit dem Berg und nicht dagegen. Wohnuntergeschoss geht durch aus, ohne Kellergefühl. Haben wir auch. Manche Holzständerbauer neigen zum Turmbau und schieben einfach einen Keller mit Abstellräumen oder Hobbyräumen unter.
1
11ant
04.02.26 13:01
mona_johansson schrieb:
ich bin Mona aus Bad Neustadt und wir starten gerade mit unserem Projekt Eigenheim. Momentan fühl mich ehrlich gesagt noch ziemlich erschlagen von den ganzen Möglichkeiten und kommenden Entscheidungen. 
Wo habt ihr euch am Anfang inspirieren lassen? [...] ohne direkt mit einem Berater reden zu müssen? [...] aber das wird schnell unübersichtlich. Wie strukturiert ihr das

Spiele einfach "zehn kleine Negerlein", dann reduziert sich die scheinbare Überzahl der Möglichkeiten ganz von selbst: hast Du Familie ? > schwupps, da waren es nur noch neun, Tinyhouse gestorben; druckst Du Dein Geld nicht selbst > schwupps, da waren es nur noch acht, Neuschwanstein auch gestorben; sagt der Bebauungsplan nur ein Vollgeschoss > Anstattvilla auch futsch, nur noch sieben und so weiter.

Mit dieser Reduktion der scheinbar zu vielen Möööglichkeiten auf eben doch nur Möglichkeiten nimmst Du ganz einfach Deinen Bedarf zur Hand und machst eine Liste "welche Räume für was bzw. wen", die Du dann anschließend qualifizierst, d.h. zunächst die Circa-Quadratmeterzahl hinter die Raumbezeichnungen schreibst und im nächsten Schritt noch eine Tabellenspalte anfügst: "nach oben", "nach unten" oder "egal". "Anderthalbgeschossig" verteilst Du das etwa 1 zu 0,6 auf EG und DG, zweigeschossig etwa 1 zu 1 auf EG und OG. Damit gehst Du (als Liste, beim Zeichnen brauchst Du ihr/ihm nicht zu helfen) zu einer/m freien Architekt/in und beauftragst zunächst das "Modul A" siehe "Ein Hausbau-Fahrplan, auch für Sie: das Phasenmodell der HOAI!" (zu finden mitsamt der Anführungszeichen oder über meine Signatur auf "Bauen jetzt" ). Dabei handelt es sich um die Leistungsphasen 1 (Feststellung der Rahmenbedingungen Deines Bedarfes und Grundstücks) und 2 (Anfertigung eines Vorentwurfes, also der Übersetzung des Bedarf-Möglichkeiten-Profils in eine realistisch dimensionierte Baukörpergestalt). Mit diesem Vorentwurf kannst Du eine Teigruhe einlegen und eine Weichenstellung angehen. Du legst also eine aktive Pause ein, in der Du Abschied von denjenigen Ideen nimmst, die Du in nur-einem-Haus nicht gleichzeitig verwirklichen kannst (Teigruhe), kannst mit diesen Plänen eine Bauvoranfrage an die Gemeinde stellen und auch (Weichenstellung) insgesamt eine Handvoll Baufirmen (gemischt Steiner und Holzer) fragen, was dieser Spaß in etwa kosten würde. Ausstattungsgleich sind Häuser beider Bauweisen auch in etwa preisgleich, aber in jedem Entwurf können spezielle Gründe liegen, in diesem konkreten Fall günstiger steinern oder hölzern zu bauen. Die "Frage 2" klärt dazu, welches "Kataloghaus" des jeweiligen Anbieters dem Profil des mit der/m Architekt/in gefundenen Vorentwurfes adäquat entspräche und zusätzlich den Vorteil der Serienreife hätte. Je nach Ergebnis läßt Du dann entweder den Vorentwurf weiter reifen oder den Kataloghaus-Bauvorschlag auf Deine Familie anpassen.

Frisiert, geschminkt und geschmückt wird die Braut erst zum Schluss, d.h. die Kiste mit den Inspirationsfotos brauchst Du erst spät auszuschütten - abgesehen von Merkmalen, die nicht Details sondern Konstruktionsmerkmale sind - beispielsweise, wenn Du (die Zustimmung des Bebauungsplanes vorausgesetzt) ein Tonnendach haben möchtest. Ibs. den Herren unter den Mitlesern sei noch mein Steinemantra ans Herz gelegt, also die Verarbeiter nicht zu Testsieger-Baumaterialien umerziehen zu wollen, sondern lieber ihre Praxiserfahrung zu nutzen.

Ganz wichtig ist auch, den überholten Spruch "man baut nur einmal" auf einen Zettel zu schreiben und zu zerreißen oder verbrennen, denn spätestens nach 25 bis 30 Jahren wird die Lebenssituation so anders gegenüber der heutigen sein, daß man günstiger neu als umbaut. "Unser´ Oma ihr klein´ Häuschen" als Familienerbstück war vorvorgestern, früher hatten wir einen Kaiser, aber die Welt dreht sich (und wer stehen bleibt, fällt runter).

Mit "mit einem Berater reden zu müssen" meinst Du vermutlich die "Paywall" der näheren Informationen erst nach Unterschrift. Da stellst Du Dich am besten taub. Im Sinne von Dir als Interessenpartei sind die "Berater" in den Musterhäusern ohnehin eher "Verräter" mit starken eigenen Interessen. Gute Berater für Dich sind nicht durch Provisionen, sondern von Dir selbst bezahlte wie Dein/e Architekt/in oder freie Bauberater wie ich (bauweisenneutral) oder meine KollegInnen (überwiegend "fertig"hausspezialisiert). Letztere erwähne ich hier regelmäßig: schaue mit deren Namen (Beuler, Freyermuth oder Zink) in der Forensuche nach. Sehr empfehlen kann ich auch den "Bauherrenführerschein" der RA´in Reibold-Rolinger (Bauglück). Meinerseits gibt es Dutzende Beiträge zur breit gefächerten Information der Bauwilligen auf meinem Infoblog, die Kollegen findest Du auf dem Kanal mit dem rot-weißen Playbutton und beispielsweise die Architektin Kittybob als Podcast.
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