ᐅ Hohe Baukosten mit gestiegenen Bauzinsen
Erstellt am: 02.05.25 19:20
Haus12306.05.25 09:23
nordanney schrieb:
Und die haben im Vergleich zu heute eine so was von schlechtere Wohnqualität. Was Du erzählst, ist totaler Unsinn.
Also jetzt noch einmal ganz konkret. Warum ist die Wohnsituation heute schlechter als damals?Um es ganz simpel zu sagen: In meinem persönlichen Umfeld hat die große Mehrheit die Kindheit und Jugend in einem Neubau der 90er-Jahre verbracht. Diesen Leuten erklärt man nun gerade eben diesen 90er-Bau als das Nonplusultra, aber eher als Reihenhausvariante, da noch bezahlbar. Wenn es das nicht gibt, dann tut es auch die 50er-, im Glücksfall noch die 70er-Jahre-Hütte und damit man nicht friert den Pulli. Genau das nennt man Rückschritt in der Wohnsituation. Und schon der ist nur über familiäre Unterstützung zu erfüllen.
Natürlich ist das jetzt der Einzelfall herausgepickt, aber es ist genau so, wie es sich nur all zu häufig abspielt. Man darf dabei auch die innerdeutsche Wanderungsbewegung in die Städte nicht vergessen. Die Arbeitsplätze wandern vom Land in die Städte und die Menschen folgen. Auf dem Land hatte man das voluminöse Haus, in der Stadt die winzige Mietwohnung. Das ist zwar bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehbar, kriegt man aber trotzdem nicht aus den Köpfen. Und Kinder will man in dieser kleinen Mietwohnung eben auch nicht unbedingt.
nordanney06.05.25 09:38
Haus123 schrieb:
Nur sprechen wir hier von der ersten Generation, die schlechtere Wohnverhältnisse als ihre Elterngeneration haben wirdHaus123 schrieb:
Um es ganz simpel zu sagen: In meinem persönlichen Umfeld hat die große Mehrheit die Kindheit und Jugend in einem Neubau der 90er-Jahre verbracht. Diesen Leuten erklärt man nun gerade eben diesen 90er-Bau als das Nonplusultra, aber eher als Reihenhausvariante, da noch bezahlbar. Wenn es das nicht gibt, dann tut es auch die 50er-, im Glücksfall noch die 70er-Jahre-Hütte und damit man nicht friert den Pulli. Genau das nennt man Rückschritt in der Wohnsituation. Und schon der ist nur über familiäre Unterstützung zu erfüllen.Haus123 schrieb:
Die Elterngeneration ist eher die BoomergenerationHaus123 schrieb:
die vom Bauboom bis Mitte der 90erIch kann Deinen Gedankensprüngen nicht mehr folgen. Welche Generation heute hat schlechtere Wohnverhältnisse als damals? Denkst Du wirklich, dass wirklich alle auf die "alten Hütten" schielen, die noch nicht mal saniert oder renoviert sind? Das ist einfach nur Unsinn. Im 80/90er unrenovierten oder unsanierten Haus wohnen die wenigstens. Wer das Haus kauft, passt es den heutigen Gegebenheiten an. Da sind auch zwischendurch mal neue Materialien verbaut worden (oder werden es jetzt). Moderne Bäder, Böden, Fenster etc.
Und schon wohnst Du selbst in der 90er Immobilie besser als "damals".
Haus12306.05.25 09:51
Du stehst aber schon auf dem Schlauch. Die Boomer haben sich gegenüber ihrer Kindheit im Nachkriegshäuschen im Erwachsenenalter mit einem 90er-Jahre-Neubau deutlich verbessert, wohingegen deren Kinder Schwierigkeiten haben, ihre Kindheit im 90er-Jahrebau im Erwachsenenalter beizubehalten und den Standard ihrer Kindheit an ihre eigenen Kinder weiterzugeben.
Oh doch, viele Häuser der 80er- und 90er-Jahre sind noch komplett unrenoviert. Und dort wo renoviert wurde, handelt es sich im Regelfall eher um optische Verbesserungen. Wirklich "moderne" Bäder gibt es im Umbau übrigens nicht für umme, sondern da gehen schnell Zehntausende drauf, weil du für moderne Bäder im Regelfall alleine schon die Anordnung der Anschlüsse ändern musst, weil sich sonst begehbare Duschen etc. gar nicht verwirklichen lassen. Das heißt, alle Leitungen müssen raus, Elektrik muss auch neu und vieles andere. Da kannst du den Rückbau selbst machen, aber die Leitungen würde ich doch lieber dem Flaschner überlassen und dann wird der dir auch keine billigen Baumarktwaschbecken einbauen + einen angemessenen Stundenlohn einfordern. Ein "modernes" Bad bedeutet nicht nur einfach den Austausch einer Duschtasse, sondern Kernsanierung mit allem drum und ran.
Oh doch, viele Häuser der 80er- und 90er-Jahre sind noch komplett unrenoviert. Und dort wo renoviert wurde, handelt es sich im Regelfall eher um optische Verbesserungen. Wirklich "moderne" Bäder gibt es im Umbau übrigens nicht für umme, sondern da gehen schnell Zehntausende drauf, weil du für moderne Bäder im Regelfall alleine schon die Anordnung der Anschlüsse ändern musst, weil sich sonst begehbare Duschen etc. gar nicht verwirklichen lassen. Das heißt, alle Leitungen müssen raus, Elektrik muss auch neu und vieles andere. Da kannst du den Rückbau selbst machen, aber die Leitungen würde ich doch lieber dem Flaschner überlassen und dann wird der dir auch keine billigen Baumarktwaschbecken einbauen + einen angemessenen Stundenlohn einfordern. Ein "modernes" Bad bedeutet nicht nur einfach den Austausch einer Duschtasse, sondern Kernsanierung mit allem drum und ran.
nordanney06.05.25 12:07
Haus123 schrieb:
. Die Boomer haben sich gegenüber ihrer Kindheit im Nachkriegshäuschen im Erwachsenenalter mit einem 90er-Jahre-Neubau deutlich verbessert,Jep.Haus123 schrieb:
wohingegen deren Kinder Schwierigkeiten haben, ihre Kindheit im 90er-Jahrebau im Erwachsenenalter beizubehalten und den Standard ihrer Kindheit an ihre eigenen Kinder weiterzugeben.Die kennen nur einen Standard aus Mitte 80er bis Mitte 90er. Wenn die dann heute so ein Haus kaufen, ist es oder wird es gegenüber dem Ursprungsbaujahr schon i.d.R. deutlich verbessert, da renoviert/saniert. Der Standard bleibt im schlechtesten Fall gleich und wird im Normalfall besser.Dass so ein Haus 30-40 Jahre komplett nur abgewohnt wurde und dann mit Kauf dies nahtlos weiter geht, glaubst Du doch wohl selbst nicht.
Haus123 schrieb:
Oh doch, viele Häuser der 80er- und 90er-Jahre sind noch komplett unrenoviert.Dafür wohnen aber auch die Ursprungsbauherren noch drin und nicht die Nachfolgegeneration (die beim Kauf was dran machen).Haus123 schrieb:
Wirklich "moderne" Bäder gibt es im Umbau übrigens nicht für umme, sondern da gehen schnell Zehntausende drauf, weil du für moderne Bäder im Regelfall alleine schon die Anordnung der Anschlüsse ändern musst, weil sich sonst begehbare Duschen etc. gar nicht verwirklichen lassen. Das heißt, alle Leitungen müssen raus, Elektrik muss auch neu und vieles andere. Da kannst du den Rückbau selbst machen, aber die Leitungen würde ich doch lieber dem Flaschner überlassen und dann wird der dir auch keine billigen Baumarktwaschbecken einbauen + einen angemessenen Stundenlohn einfordern. Ein "modernes" Bad bedeutet nicht nur einfach den Austausch einer Duschtasse, sondern Kernsanierung mit allem drum und ran.Schon wieder Unsinn. Wenn man preisbewusst saniert, saniert man mit der Immobilie und nicht dagegen. Du musst nicht alle Leitungen rausreißen oder Elektrik neu verlegen (wofür eigentlich im Bad?). "Nur" die Dusche modernisieren, neue Böden/Wände, Stand-WC gegen Hänge-WC austauschen und "moderne" Sanitärobjekte machen aus einem alten Bad direkt was ganz neues. Ohne Kernsanierung.So what, warum braucht es zwingend die begehbare Dusche? Da sind wir direkt bei den Ansprüchen von heute. Eine flache Duschtasse tut es auch, ist modern und ein so angepasstes Bad für relativ kleines Budget erhöht den Standard nicht enorm? Muss es direkt die Kernsanierung sein?
Wenn man so wie Du denkt, ist es kein Wunder, dass man der Meinung ist, heute ist eine moderne Immobilie nicht mehr bezahlbar.
HuppelHuppel06.05.25 12:27
Häuser aus den späten 80ern/frühen 90er sind eben in einigen Regionen (z.B. Rhein-Main) nicht mehr für die breite Masse leistbar, da gut und gerne 500k+X. Wenn der Quadratmeter Bauland für 500€ verschachert wird, gibts das Bestandshaus mit 550qm Grundstück nicht für 350.000€.
Und bei Häusern aus dieser Zeit wurde halt oft noch nichts investiert (vielleicht mal die Heizung). Da hast du ein 35 Jahre altes Bad und selbst wenn man das nur fliesen lässt etc. hat man schnell 20k an der Backe. In meinem Bekanntenkreis (Mitte 30) führt niemand eine Kernsanierung durch, da nicht leistbar.
Und bei Häusern aus dieser Zeit wurde halt oft noch nichts investiert (vielleicht mal die Heizung). Da hast du ein 35 Jahre altes Bad und selbst wenn man das nur fliesen lässt etc. hat man schnell 20k an der Backe. In meinem Bekanntenkreis (Mitte 30) führt niemand eine Kernsanierung durch, da nicht leistbar.
Haus12306.05.25 13:26
Im "modernen" Bad hat die Kloschüssel einen Stromanschluss. Wusstest du das nicht? Man kann gerade auch optisch viel mit Licht machen, der Spiegel ist digital geworden u.v.m. 30-40 Jahre alte Bäder ermöglichen all das nicht. Braucht man das alles? Natürlich nicht. Gehört es zu einem "modernen" Bad dazu. Ja, absolut.
Wenn ein 30 Jahre altes Bad gut gepflegt wurde, würde ich das einfach drin lassen und mir die Kohle sparen und später groß ran. Wenn man aber eh ran muss, weil irgendetwas Gröberes nicht passt, dann sollte man es auch direkt richtig machen. Und dann kommt man von einem aufs andere. Ist aber letztlich in Summe trotzdem günstiger und weniger Stress, als wenn man nach 5 Jahren wegen irgendetwas anderem wieder ran muss. Dann lieber nur alle 40 Jahre einmal aufreißen. Dann hast du begehbare Dusche, Fußbodenheizung, moderne Elektrik, gemachte Wasserleitungen etc. auf einen Schlag. Optisch kannst du dann auch neue Akzente setzen und Moden mitgehen (wenn erwünscht) und auf deckenhohe Verfliesung verzichten etc. Alleine für Rückbau und Verputzen etc. kannst du immer noch mehr als genug Eigenleistung erbringen und trotzdem schwindelerregende Rechnungen erhalten.
Der Vorposter hat auch einen wesentlichen Punkt genannt, was Bestandshäuser gerne teuer macht: Die Grundstücke sind deutlich größer (noch stärker bei denen der 60er-70er, da sind die Käufer deshalb sehr oft Bauträger, die dann ein Mehrfamilienhaus drauf setzen) als heute. Daher ist der flächeneffiziente Doppelhaushälfte-Neubau mit Minigarten hier auch kaum teurer als das Abrisshaus mit großem Grundstück, das man eigentlich eh nicht braucht. Dabei sind die 500€ noch human, da geht schnell auch das Doppelte. In manchem Speckgürtel ist es gerade bei S-Bahn-Anschluss kaum günstiger als in der Stadt. Das sind wohl auch die Gebiete, wo es die Mittelschicht am meisten trifft. In der Stadt war das Haus nie normal und auf dem echten Land ist zumindest der Grund immer noch günstig.
Wenn ein 30 Jahre altes Bad gut gepflegt wurde, würde ich das einfach drin lassen und mir die Kohle sparen und später groß ran. Wenn man aber eh ran muss, weil irgendetwas Gröberes nicht passt, dann sollte man es auch direkt richtig machen. Und dann kommt man von einem aufs andere. Ist aber letztlich in Summe trotzdem günstiger und weniger Stress, als wenn man nach 5 Jahren wegen irgendetwas anderem wieder ran muss. Dann lieber nur alle 40 Jahre einmal aufreißen. Dann hast du begehbare Dusche, Fußbodenheizung, moderne Elektrik, gemachte Wasserleitungen etc. auf einen Schlag. Optisch kannst du dann auch neue Akzente setzen und Moden mitgehen (wenn erwünscht) und auf deckenhohe Verfliesung verzichten etc. Alleine für Rückbau und Verputzen etc. kannst du immer noch mehr als genug Eigenleistung erbringen und trotzdem schwindelerregende Rechnungen erhalten.
Der Vorposter hat auch einen wesentlichen Punkt genannt, was Bestandshäuser gerne teuer macht: Die Grundstücke sind deutlich größer (noch stärker bei denen der 60er-70er, da sind die Käufer deshalb sehr oft Bauträger, die dann ein Mehrfamilienhaus drauf setzen) als heute. Daher ist der flächeneffiziente Doppelhaushälfte-Neubau mit Minigarten hier auch kaum teurer als das Abrisshaus mit großem Grundstück, das man eigentlich eh nicht braucht. Dabei sind die 500€ noch human, da geht schnell auch das Doppelte. In manchem Speckgürtel ist es gerade bei S-Bahn-Anschluss kaum günstiger als in der Stadt. Das sind wohl auch die Gebiete, wo es die Mittelschicht am meisten trifft. In der Stadt war das Haus nie normal und auf dem echten Land ist zumindest der Grund immer noch günstig.
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