ᐅ Sanierung 2-adrige Elektrik - wie günstiger gestalten (vom Fachmann)?
Erstellt am: 25.04.26 08:02
C
ColinMHallo zusammen,
wir sind kurz vor Notartermin für ein Objekt, dass uns sehr gefällt. Es ist ein altes Haus (1939), aber im Jahre 2000 umfassend hochwertig saniert (Holzfaserdämmung außen und auf den Sparren, Tonziegel, neue Brennwerttherme von 2023). Grundstück, Lage, Garage, trocken Keller, alles Top.
Leider ist nun ein großer Mangel zutage getreten. Hausanschluss, Zählerschrank und Verteilerkasten sind neu. Hinter dem Verteilerkasten ist alles noch 2-adrig, vermutlich auch Alukabel aus DDR-Zeiten. Das ganze Haus ist auch realtiv wild ausgestattet mit Holzpaneelen an Decken und Wändern, ümzig Deckenleuchten, Steckdosen überall etc. Ein Elektriker hat 2025 alle Leitungen vermessen und für OK befunden, mit dem Hinweis, dass dies nicht dem Stand der Technik entspreche und renoviert werden müsse. Laut Aussage der Verkäuferin hat sie noch einen dicken Aktenordner, wo der Verkauf aller Kabel, Rohre etc. inkl. Fotos dokumentiert worden ist. Der ausführende Herr war selbst Handwerker und Bauunternehmer, ich gehe jetzt mal davon aus, dass das so halbwegs passt und den Elektrikern als Grundlage dienen kann. Ob da noch nach der Wende Schindluder mit klassischer Nullung getrieben worden ist, kann ich aktuell nicht einschätzen.






Ich habe mit dem Elektriker telefoniert, der den Hausanschluss gemacht hat. Er rechnet mit 16-18k für eine Vollsanierung der Elektrik dank Ost-Lohn. Das wäre noch im Rahmen unseres Budgets, aber ich habe Angst vor Folgekosten, z.B. dass der ganze Putz runterkommt, wenn man eine Wand anfräßt. Auch verzögert sich dadurch alles, dann kommen noch Sommerferien etc, was dann zu langer Doppelbelastung Miete + Rate führt. Große Sorgen machen mir aber vor allem das Bad und die Küche. Das Bad ist zwar geschmacklich etwas putzig, aber sehr hochwertig. Die alte Einbauküche wollten wir eigentlich auch so belassen und nur die Fronten lackieren oder folieren und unsere neueren Geräte einsetzen. Leider sind Bad und Küche bis zur Schulterhöhe vollständig gefließt.
Daher meine Frage:
Gibt es Möglichkeiten, das Ganze günstiger zu gestalten und vor allem Folgearbeiten zu reduzieren? Vorschläge, die ich bisher aus dem Bekanntenkreis erhalten habe:
- Im Obergeschoss Fußbodenheizung in Trockenbauweise (da Lehmdecke) verlegen. Die Module sind meistens a 25mm hoch. An den Rändern etwas Platz lassen, dort die neuen Leitungen ziehen und dann nur zur Steckdose hochfräßen.

- Für die Deckenleuchten durch die jeweilige Decke oben drüber gehen. Lichtschalter könnte man imho ganz abklemmen, dann mache ich halt Hue-Birnen (haben wir eh noch) rein und installiere Funktaster mit Batterie. Das ist zwar nicht optimal, aber günstiger als Wand und Decke aufstemmen und neu verputzen.
- Selten genutzte Dosen (Außenbereich, Keller, Infrarotsauna) so lassen wie sie sind und mit einer FI-Aufsteckdose (habe ich Made in Germany ab 21 EUR gefunden) sichern. Das Gleiche gilt für den Stromkreis "Beleuchung Küche, Jalousien". Auf den habe ich am wenigsten Bock und es hängen nur die Jalousien und paar Spots dran.
- In der Küche vom Flur aus kommend Herdanschluss und Steckdosenstromkreise lose Aufputz mit Gummikabel verlegen und unterm Sockel oder hinter den Schrnänken verschwinden lassen. Dann von unten Aufputz zu den Steckdosen.
- Generell hier und da einfach die alten Kabel abkklemmen, in der Wand lassen und Aufputzlösungen bevorzugen.
Alle Arbeiten sollen von einem Fachmann ausgeführt werden. Die Frage ist nur: Geht das rechtlich, technisch und aus Sicherheitssicht so und machen die das mit? Das ist zwar alles bisschen Gebastel und optisch unschön, aber wenn ich die Wahl zwischen "paar Aufputzleitungen und in einem Haus mit Garten wohnen" oder "alle Leitungen unter Putz und weiter in der Platte mit dauerkiffenden Nachbarn zur Miete wohnen" bzw. "noch ein Kredit mit dann schlechten Zinsen" entscheide ich mich für die Aufputz-Leitung.
Wir haben ca. 60k Renovierungsbudget und das wird aktuell gesprengt.
https://www.perplexity.ai/search/f2dec696-1d38-4a89-a695-c8356d66a5fa
Vielen Dank für Eure Tipps!
wir sind kurz vor Notartermin für ein Objekt, dass uns sehr gefällt. Es ist ein altes Haus (1939), aber im Jahre 2000 umfassend hochwertig saniert (Holzfaserdämmung außen und auf den Sparren, Tonziegel, neue Brennwerttherme von 2023). Grundstück, Lage, Garage, trocken Keller, alles Top.
Leider ist nun ein großer Mangel zutage getreten. Hausanschluss, Zählerschrank und Verteilerkasten sind neu. Hinter dem Verteilerkasten ist alles noch 2-adrig, vermutlich auch Alukabel aus DDR-Zeiten. Das ganze Haus ist auch realtiv wild ausgestattet mit Holzpaneelen an Decken und Wändern, ümzig Deckenleuchten, Steckdosen überall etc. Ein Elektriker hat 2025 alle Leitungen vermessen und für OK befunden, mit dem Hinweis, dass dies nicht dem Stand der Technik entspreche und renoviert werden müsse. Laut Aussage der Verkäuferin hat sie noch einen dicken Aktenordner, wo der Verkauf aller Kabel, Rohre etc. inkl. Fotos dokumentiert worden ist. Der ausführende Herr war selbst Handwerker und Bauunternehmer, ich gehe jetzt mal davon aus, dass das so halbwegs passt und den Elektrikern als Grundlage dienen kann. Ob da noch nach der Wende Schindluder mit klassischer Nullung getrieben worden ist, kann ich aktuell nicht einschätzen.
Ich habe mit dem Elektriker telefoniert, der den Hausanschluss gemacht hat. Er rechnet mit 16-18k für eine Vollsanierung der Elektrik dank Ost-Lohn. Das wäre noch im Rahmen unseres Budgets, aber ich habe Angst vor Folgekosten, z.B. dass der ganze Putz runterkommt, wenn man eine Wand anfräßt. Auch verzögert sich dadurch alles, dann kommen noch Sommerferien etc, was dann zu langer Doppelbelastung Miete + Rate führt. Große Sorgen machen mir aber vor allem das Bad und die Küche. Das Bad ist zwar geschmacklich etwas putzig, aber sehr hochwertig. Die alte Einbauküche wollten wir eigentlich auch so belassen und nur die Fronten lackieren oder folieren und unsere neueren Geräte einsetzen. Leider sind Bad und Küche bis zur Schulterhöhe vollständig gefließt.
Daher meine Frage:
Gibt es Möglichkeiten, das Ganze günstiger zu gestalten und vor allem Folgearbeiten zu reduzieren? Vorschläge, die ich bisher aus dem Bekanntenkreis erhalten habe:
- Im Obergeschoss Fußbodenheizung in Trockenbauweise (da Lehmdecke) verlegen. Die Module sind meistens a 25mm hoch. An den Rändern etwas Platz lassen, dort die neuen Leitungen ziehen und dann nur zur Steckdose hochfräßen.
- Für die Deckenleuchten durch die jeweilige Decke oben drüber gehen. Lichtschalter könnte man imho ganz abklemmen, dann mache ich halt Hue-Birnen (haben wir eh noch) rein und installiere Funktaster mit Batterie. Das ist zwar nicht optimal, aber günstiger als Wand und Decke aufstemmen und neu verputzen.
- Selten genutzte Dosen (Außenbereich, Keller, Infrarotsauna) so lassen wie sie sind und mit einer FI-Aufsteckdose (habe ich Made in Germany ab 21 EUR gefunden) sichern. Das Gleiche gilt für den Stromkreis "Beleuchung Küche, Jalousien". Auf den habe ich am wenigsten Bock und es hängen nur die Jalousien und paar Spots dran.
- In der Küche vom Flur aus kommend Herdanschluss und Steckdosenstromkreise lose Aufputz mit Gummikabel verlegen und unterm Sockel oder hinter den Schrnänken verschwinden lassen. Dann von unten Aufputz zu den Steckdosen.
- Generell hier und da einfach die alten Kabel abkklemmen, in der Wand lassen und Aufputzlösungen bevorzugen.
Alle Arbeiten sollen von einem Fachmann ausgeführt werden. Die Frage ist nur: Geht das rechtlich, technisch und aus Sicherheitssicht so und machen die das mit? Das ist zwar alles bisschen Gebastel und optisch unschön, aber wenn ich die Wahl zwischen "paar Aufputzleitungen und in einem Haus mit Garten wohnen" oder "alle Leitungen unter Putz und weiter in der Platte mit dauerkiffenden Nachbarn zur Miete wohnen" bzw. "noch ein Kredit mit dann schlechten Zinsen" entscheide ich mich für die Aufputz-Leitung.
Wir haben ca. 60k Renovierungsbudget und das wird aktuell gesprengt.
https://www.perplexity.ai/search/f2dec696-1d38-4a89-a695-c8356d66a5fa
Vielen Dank für Eure Tipps!
M
MachsSelbst25.04.26 09:00Entscheidend ist, dass überall N und PE mitgeführt wird, ansonsten darfst du NYM im Innennereich Aufputz verlegen. In Bereichen wie der Küche ließen sich dafür sicherlich elegantere Lösungen finden, als Aufputzsteckdosen. Man kann Steckdosen in die Arbeitsplatte einlassen oder Steckdosentürme darauf installieren.
FI-Aufsteckdose bringt dir nix, du musst zu allen Steckdosen und Lampenauslässen N und PE führen, daran führt kein Weg vorbei...
FI-Aufsteckdose bringt dir nix, du musst zu allen Steckdosen und Lampenauslässen N und PE führen, daran führt kein Weg vorbei...
Es gibt keine Vorschrift deine E. Inst. 3 adrig zu betreiben / aufrüsten , wenn dann ist es dein Wunsch.
In der Sicherungsverteilung ist ein Fi mit 30 mA vermutlich für das Bad vorhanden. Einfach mal testen 🤗.
Alles gut 👍
Nur wenn Steckdosen erweitert oder neue Stromkreise nachgerüstet / angelegt werden , müssen diese über Fi betrieben werden , aber auch dafür gibt es Lösungen.
In der Sicherungsverteilung ist ein Fi mit 30 mA vermutlich für das Bad vorhanden. Einfach mal testen 🤗.
Alles gut 👍
Nur wenn Steckdosen erweitert oder neue Stromkreise nachgerüstet / angelegt werden , müssen diese über Fi betrieben werden , aber auch dafür gibt es Lösungen.
M
MachsSelbst25.04.26 15:12Nö. Wird die Anlage wesentlich geändert/erweitert, also neue Steckdosen, erlischt der Bestandsschutz und muss vollständig auf aktuellen Stand gebracht werden. Punkt.
Bestandsschutz für klassische Nullung oder noch ältere Elektroinstallationen besteht ausdrücklich nur für bestehende Anlagen, die nicht erweitert oder geändert werden.
Ein FI-Schalter ist bei klassischer Nullung übrigens keine Garantie, eine Unterbrechung des PEN schaltet weder Kurzschluss noch Fehlerstrom ab, das Gehäuse kann unter Spannung stehen.
Der FI ist für den Whirlpool, ganz unten im Protokoll zu lesen und nicht etwa fürs gesamte Bad. Die Versorgungen für das Bad hängen an 2 B10-LS-Automaten.
Ich kann nachvollziehen, dass keine Zeit und wenig Budget vorhanden sind. Aber das eigene Leben und auch das der Familie sollte einem mehr wert sein, als ein paar tausend EUR. Vor 60, 70 Jahren gab es 2-3 Elektrogeräte im Haus, die Gefahr durch einen Fehler und Nullung war gering. Heute hat man 20, 30 und mehr Elektrogeräte zuhause... jedes von denen kann man kaputt gehen. Nullung ist nicht mehr zeitgemäß, wirf sie raus.
Bestandsschutz für klassische Nullung oder noch ältere Elektroinstallationen besteht ausdrücklich nur für bestehende Anlagen, die nicht erweitert oder geändert werden.
Ein FI-Schalter ist bei klassischer Nullung übrigens keine Garantie, eine Unterbrechung des PEN schaltet weder Kurzschluss noch Fehlerstrom ab, das Gehäuse kann unter Spannung stehen.
Der FI ist für den Whirlpool, ganz unten im Protokoll zu lesen und nicht etwa fürs gesamte Bad. Die Versorgungen für das Bad hängen an 2 B10-LS-Automaten.
Ich kann nachvollziehen, dass keine Zeit und wenig Budget vorhanden sind. Aber das eigene Leben und auch das der Familie sollte einem mehr wert sein, als ein paar tausend EUR. Vor 60, 70 Jahren gab es 2-3 Elektrogeräte im Haus, die Gefahr durch einen Fehler und Nullung war gering. Heute hat man 20, 30 und mehr Elektrogeräte zuhause... jedes von denen kann man kaputt gehen. Nullung ist nicht mehr zeitgemäß, wirf sie raus.
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