Neubau Sicherheitsoptionen bei Fenster und Haustür

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Tolentino

Tolentino

Nee, mich kann man echt nicht jedem antun, vor allem Fresse ich zu viel.
Meinen Pudel klonen und jedem einen schenken, wäre schon was anderes. Ist eine Bereicherung für die geistige und die körperliche Gesundheit, Wärmflaschenersatz, Spielkamerad für die Kinder, Zuckersüß und eben ne Alarmanlage. Die Menge des Essens ist bei ihm auch kein Problem, eher die Auswahl. Der ist wählerisch wie ein... Pudel.

P.S. er ist auch ziemlich unerschrocken Beweisfoto:
Gewichtsunterschied Faktor 12-15
Der Knochen gehörte dem Bärenhund. Dachte er...

IMG_20220207_111408.jpg
 
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B

BlackLotus

Die Polizei hat am Anfang auch vermutet, dass da vorher irgendetwas ausgespäht wurde. Die genauere Betrachtung der Tatort-Situation weist dann jedoch eher darauf hin, dass es sich um einen "normalen" Einbruch gehandelt hat. Zuerst wurde angefangen, alles zu durchwühlen und auch als "Beutesäcke" umfunktionierte vor Ort behändigte Kissenbezüge wurden mit "Kleinkram" (Zigarren, Parfüm, usw.) gefüllt. Als man dann den Einbau-Tresor gefunden hat, hat sich das Täterverhalten wohl dahingehend verändert, dass im Keller gezielt nach Werkzeug gesucht wurde, um diesen aus dem wandschrank und der Wand rauszubrechen. Die Flex samt passenden Scheiben hatten sie sich im Keller auch rausgesucht. Die angewendete rohe Gewalt führte dann auch zu einem hohen Sachschaden im 5-stelligen Bereich. Am Schluss wurde der herausgebrochene, jedoch noch verschlossene, Tresor über das Fenster vermutlich zu einem bereitstehenden Fluchtfahrzeug abtransportiert. Die "Beutesäcke" wurden am Schluss sogar liegen lassen und nur der Tresor als "Jackpot" mitgenommen.

Diebesgut war zu 95% Schmuck, der sich über die Jahrzehnte so angesammelt hatte. Darunter auch viele Einzelstücke, die ein Verwandter mit Schmuckherstellung als Hobby über die Jahrzehnte angefertigt hatte und deren hoher Wert nicht mal im Material (worauf die Täter ja am Schluss aus sind - das wird eigentlich alles eingeschmolzen) an sich bestand, sondern vielmehr im hohen Herstellungsaufwand und dementsprechend hohem Wiederbeschaffungswert. Das war zwar zum Grossteil alles versichert, aber das eigentliche Problem ist halt der entstandene psychologische Schaden. Die Polizei schloss nicht aus, dass meine Mutter die Täter bei der Tatausführung gestört haben könnte. Zum Glück ist sie jedoch nicht direkt auf die Täter gestossen, sondern geistesgegenwärtig wieder rausgegangen, hat die Haustür verschlossen, bei Nachbarn geklingelt und die Polizei verständigt. Gut geschlafen hat sie aber erst wieder, als das ganze Haus entsprechend aufgerüstet war. Zu holen gibts in dem Haus heute nicht mehr viel, da knapp die Hälfte der Versicherungssumme in die Aufrüstung geflossen ist. Und vom wiederangeschafften Schmuck befindet sich heute ein Grossteil jeweils im Bankschliessfach.

Wegen den "komischen Gestalten" mache ich mir nicht allzu grosse Sorgen. Das scheint heute leider normal zu sein, wenn ich mir diverse Social-Media-Gruppen hier aus der Gegend anschaue, wo Leute ihre Überwachungs-Aufnahmen posten. Nur bekommen die meisten Leute ohne Videoüberwachung halt einfach nicht mit, was in der Realität rund um ihr Haus so abläuft. Mittlerweile werde ich von Freunden ab und zu gefragt, ob ich bei ihrem Haus eine Sicherheitsbewertung vornehmen kann. Da ist schon spannend, wenn man meine Bewertung (die auf eigenen Erfahrungen und Recherchen sowie verschiedenen Kriminalistik-Studien, wie z.B. vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen basieren) dann mit den Aussagen von der polizeilichen Sicherheitsberatung vergleicht; irgendwie habe ich den Eindruck, die Polizei ist da ein wenig in der Vergangenheit hängen geblieben bzw. hat die Zukunft nicht im Blick. Vor 15 Jahren mag die Aussage "die kommen nicht übers Fenster" noch grossteils zugetroffen haben, aber wenn man schon Geld in eine Absicherung investiert, dann soll die Absicherung meiner Ansicht nach möglichst auch sich veränderndes Täterverhalten in der Zukunft mitberücksichtigen. Klar, Panzerglas mag heute totaler Overkill sein, aber wenn heute immer mehr Leute sichere Fenster-Rahmen einbauen, dann werden sich die Täter halt in den nächsten 10-15 Jahren entsprechend anpassen. Von dem her rechne ich damit, dass Angriffe über das Fensterglas in Zukunft noch stark zunehmen werden.

Im Übrigen wird bei Fenstern leider immer nur von den RC-Kategorien gesprochen. Die RC-Kategorien sind zwar ein guter Hinweis auf die Sicherheit des Rahmens, aber die den RC-Kategorien zugeordneten Gläser bleiben leider der grosse Schwachpunkt wenn man nur auf die RC-Kategorie schaut. Zur Veranschaulichung:
RC1N: Keine Anforderungen an das Glas
RC2N: Keine Anforderungen an das Glas (Prüfung erfolgt zwar mit P4A-Glas, Inverkehrbringen darf der Hersteller danach aber Fenster als Kategorie RC2N mit BELIEBIGEM Glas!)
RC2: P4A-Glas ("durchWURFhemmend"), Prüfkriterien: 3x Metallkugel mit einem Durchmesser von 10 cm und einem Gewicht von 4,1 kg aus 9m Höhe fallen lassen
RC3: P5A-Glas ("durchWURFhemmend"), Prüfkriterien: 9x Metallkugel mit einem Durchmesser von 10 cm und einem Gewicht von 4,1 kg aus 9m Höhe fallen lassen
RC4: P6B-Glas ("durchBRUCHhemmend"), Prüfkriterien: Muss 30-50 Axtschläge einer 2kg schweren Axt standhalten

Mit einem Hammer und einem Schraubendreher hat man (wegen der geringen Fläche auf welche sich die Schlagkraft konzentriert) sehr schnell eine Durchgreiföffnung in einem normalen RC2/RC3-Fenster erstelllt. Die normalen abschliessbaren Griffe lassen sich dann auch relativ einfach aufwürgen. Darum empfehle ich eigentlich jedem, allermindestens RC2, jedoch besser RC3, zu nehmen und das Glas immer mindestens P6B sowie die Griffe 200Nm oder besser. Der Rest ist meiner Meinung nach eher ein schlechter Witz, da kann man sich den Aufwand eigentlich auch sparen. Die Material-Aufpreise für P6B-Glas sind übrigens nicht so hoch, wie man anfangs vermuten würde. Ob sich der Fenster-Hersteller den Materialkosten-Aufpreis dann noch vergolden lassen will, ist nochmal eine andere Frage.

Aber klar, wieviel man da Investieren will, bleibt jedem selbst überlassen. Denkt aber bitte einfach daran, dass es bei einem Einbruch nicht nur um den materiellen Schaden geht, sondern auch um das Sicherheitsgefühl und die Psyche, was nach einem Einbruch erheblich beeinträchtigt sein kann.
 
Zuletzt aktualisiert 28.04.2024
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