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ᐅ Massivbau in Eigenvergabe & KfW 40


Erstellt am: 27.08.2025 10:18

anna2326 27.08.2025 10:18
Hallo,
hat jemand Erfahrung zum Thema Massivbau mit eigenständiger Vergabe aller Gewerke und Erreichen des KfW 40-Standards für Förderdarlehen?
Wir haben kürzlich ein Grundstück gekauft und uns dann erst bei Fertighausanbietern informiert, würden aber nun doch sehr gerne massiv bauen. Wir haben bislang ein Angebot von einem schlüsselfertigen Generalunternehmer eingeholt, sind da mit der Preisgestaltung aber nicht so zufrieden. Aktuell warten wir noch auf ein weiteres Angebot von einer anderen Firma.
Wir waren auch schon bei einem Rohbauer, der bereits 2x innerhalb unserer Familie gebaut hat und da würde es preislich mit Sicherheit besser aussehen.
Allerdings wollen wir Förderdarlehen über die L-Bank Baden-Württemberg (Z20) und KfW 300 aufnehmen (haben uns bei der Wohnraumförderstelle und wegen KfW 300 bei Banken informiert, Einkommen etc. würde passen) und da muss bzgl. KfW 40 natürlich alles eingehalten und dokumentiert werden. Bekommt man das mit einem guten Energieberater auch mit Eigenvergabe hin oder würdet ihr in dieser Situation eher einen GU empfehlen?

nordanney 27.08.2025 10:40
1. Fertighaus bedeutet nicht, dass es nicht massiv ist
2. Äh, wer macht denn die Planung fürs Haus? Die Ausschreibung, die Bauleitung usw.?
anna2326 schrieb:

Wir waren auch schon bei einem Rohbauer, der bereits 2x innerhalb unserer Familie gebaut hat und da würde es preislich mit Sicherheit besser aussehen.
Das wisst Ihr woher genau? Eine Ausschreibung für den Rohbau beinhaltet wahrscheinlich so 6-8 DIN A4 Seiten als Minimum. Die habt Ihr für die Planung des Rohbauers ihm vorgelegt, damit er final kalkulieren kann?
anna2326 schrieb:

Bekommt man das mit einem guten Energieberater auch mit Eigenvergabe hin oder würdet ihr in dieser Situation eher einen GU empfehlen?
Nein. Nur ein Energieberater und den Rest alleine ist für solche Laien wir Ihr es seid, nicht passend.

Lies Dich mal hier im Forum ein. Viele Wege können zum Ziel führen. Das kann ein Haus von der Stange sein (massiv vom Fertighausbauer oder eben auch Holzrahmen - KfW 40 ist mit Holzrahmen viel einfacher zu erreichen, nur mal so zur Info), eine Planung vom Architekten und dann ein GU (GU kann auch ein Fertighausbauer sein) oder gar mit Einzelvergabe (dann aber auch begleitet durch den Architekt). Ansonsten droht immer die Gefahr, dass Du alleine zwar etwas anfragst, dann aber einen ersten Preis bekommst, der sich während der Bauphase deutlich erhöht, weil Du einfach bei Deiner Anfrage absolut keine Ahnung hattest, was alles noch nötig ist aber von Dir nicht bedacht wurde (und das angefragte Unternehmen damit beim Angebot auch nicht kalkuliert hat).

Private Erfahrung: 1x Hausbau in Einzelgewerkevergabe, Bauleitung durch mich (Planung durch seinerzeitigen Schwiegervater), 1x Sanierung Zweifamilienhaus in Eigenleistung zum KfW 55 Haus

Papierturm 27.08.2025 10:54
Hm. Laut gedacht:
Um KFW40 zu erreichen gibt es ja mehr und weniger wichtige Aspekte des Gebäudes.
Ganz wichtig:
Dämmung (Hülle, Boden), Fenster und Türen, Luftdichtigkeit, Heiztechnik, Lüftung mit Wärmerückgewinnung.

Der Rohbau bildet da schon etwas ab.

Sagen wir, der Energieberater plant das ordentlich (bereits hier besteht ein Risiko). Dann sehe ich drei weitere Hauptrisiken, die gemanagt werden müssen:
1. energie-effizienzrelevante Merkmale müssen fachgerecht ausgeführt werden. Und zwar alle. Wenn es da bei Eigenvergabe zu Problemen kommt, kann es passieren, dass sich da der Ball zueinander zugespielt wird. (Beispiel: Blower-Door-Test fällt durch. Fehler in der Fassade? Im Einbau der Fenster?)
2. Während des Baus sind Preissteigerungen wahrscheinlich. Das ist der Nachteil von Eigenvergabe.
3. Die Koordinationsaufgaben sind ebenfalls bedeutsam, hier können schnell Verzögerungen entstehen (und die sind teuer). Hinzu kommt: Bauleitung? Architektenleistung? Und so weiter.

Insb. 2 & 3 sorgen dafür, dass das Einsparpotenzial insb. für Leute, die nicht vom Fach sind, oft bei weitem nicht so hoch sind wie anfangs erwartet.

Machbar ist da KFW40. Mit Holzrahmenbauweise übrigens einfacher als mit einem Massivbau.

Sehr wahrscheinlich wird es jedoch mit nem GU deutlich weniger stressig. (Und selbst mit GU wird es stressig.)

(QNG ist nochmal eine andere Hausnummer, das sehe ich ohnehin kritisch und halte es ohne GU für kaum machbar.)

anna2326 27.08.2025 10:58
Danke für die schnelle Antwort 🙂 ja, beim Begriff Fertighaus habe ich mich auf Fertighäuser in Holzständerbauweise bezogen, hätte ich besser mit reingeschrieben. Bei den Massiv-Generalunternehmern haben wir zwei aus der Region angefragt. Große Massiv-Fertighaushersteller kommen aktuell eher nicht für uns in Frage.
Ich weiß, dass man bei Holzständerbauweise KfW 40 deutlich einfacher erreichen würde, aber ich finde die aktuellen Preise überzogen und wir haben keine Firma gefunden, bei der wir ein richtig gutes Gefühl hatten.
Für Planung und Begleitung würden wir natürlich einen Architekten beauftragen. Also anders gefragt: Einzelvergabe mit gutem Architekten und Energieberater machbar oder trotzdem nicht empfehlenswert?

nordanney 27.08.2025 11:05
anna2326 schrieb:

aber ich finde die aktuellen Preise überzogen
Kannst Du finden, wie Du willst. Du hast aber nur die Wahl, diese zu bezahlen oder es sein zu lassen. In Einzelgewerkevergabe wird es voraussichtlich vergleichbar teuer. Ob ein GU Gewinn machen möchte oder ein einzelner Handwerker. Beide halten die Hand auf.
anna2326 schrieb:

Also anders gefragt: Einzelvergabe mit gutem Architekten und Energieberater machbar oder trotzdem nicht empfehlenswert?
Natürlich machbar. Das ist kein Hexenwerk und wir tagtäglich so gemacht.

anna2326 27.08.2025 11:06
Danke, 🙂 ja, die von dir angesprochenen Punkte haben wir uns auch schon überlegt. Aber kann man da nicht mit Rohbau-Firma und Fensterbauer vorher vertragliche Absprachen treffen, dass nachgebessert wird, wenn zB Probleme beim Blower-Door-Test auftreten? Die Generalunternehmer werden sich da ja auch irgendwie bei den Firmen absichern.
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