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ᐅ Lüftung im Neubau (zentral vs. dezentral), Geräuschbelästigung

Erstellt am: 20.06.16 20:41
K
Kiri123
Hallo zusammen,

ich mache mir aktuell Gedanken zur Lüftung in unserem geplanten Neubau (Details: Kfw 70, 2 Vollgeschosse + Keller + kalter DB, Walmdach, 200m² Wohnfläche). Wir wohnen auf dem Land und haben gerne auch die Fenster offen. Müssen deswegen also nicht unbedingt komplett auf Fensterlüftung verzichten.

Ich schwanke zwischen zentraler Kontrollierte-Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung, zentraler Abluft mit dezentraler Zuluft und dezentraler Zu-/Abluft mit Wärmerückgewinnung. Die Anforderungen die ich dabei habe sind:
• Entlüftung der Bäder (Elternbad, Kinderbad ohne Fenster und Gäste-WC ohne Fenster). Mit Bedarfslüftung nach Nutzung
• Ich möchte vermeiden, dass wir alle paar Stunden per Fenster Lüften müssen bei trotzdem hoher Luftqualität
• Nicht zu laut, ich bin sehr geräuschempfindlich, wenn ich schlafen will
• Ich bin auch empfindlich gegenüber trockener Luft, Kann zum Beispiel Luft von Klimaanlagen oder in Sporthallen nicht gut vertragen

Die Vor- und Nachteil der einzelnen Systeme, wie ich sie sehe, habe ich unten mal aufgelistet:

Zentrale Kontrollierte-Wohnraumlüftung
+das ausgereifteste System
-teuer (ich gehe von etwa 10k€ bis 13k€ aus)
-aufwendigere Planung inklusive Abhängen und Verkofferung der Leitungen
-(Habe ich von einem Anbieter von dezentralen Lüftungsanlagen gehört: Sobald ich die Lüftung im Wohnzimmer hochdrehe, wird mehr warme Luft ins Schlafzimmer gepustet --> nicht erstrebenswert)
-Die Luftqualität der Fertighäuser mit Kontrollierte-Wohnraumlüftung, die wir besucht haben, war immer sehr schlecht. Das macht mich auch skeptisch

Zentrale Abluft mit dezentraler Zuluft
+günstiger (vielleicht 2-3k€?)
+sollte Mindestanforderungen erfüllen
-Verschenkte Energie (oder kann ich die Wärmeenergie irgendwo weiterverwenden? Ich plane zur Heizung und Warmwasser-Erzeugung eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Vielleicht kann ich die Wärme irgendwie sinnvoll hier benutzen). Von einer kompletten Abluftwärmepumpe wurde mir aber abgeraten. Vielleicht gibt es kombinierte Abluft / Außenluft-WPs?
-kalt durch dezentrale Zuluft? (hier habe ich aber auch schon gelesen, dass dies bei vernünftiger Planung kein Problem wird, weil sich die Zuluft von außen „sinnvoll“ mit der bereits vorhandenen Luft vermischt)
-irgendwie widerspricht dies dem Gedanken von Energieeffizienten Häusern. Trotzdem ist dies wohl effizienter als durchgängig die Fenster auf Kipp zu haben.

Dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung
+Wenn ich einfach in den Wohn- Essbereich und in das Elternbad und das Kinderbad jeweils einen dieser Lüfter tue (+ Entlüftung des WCs), sollten die Mindestanforderungen erfüllt sein. Dafür schätze ich etwa 3k€ (1k€ pro Gerät)
-Wenn ich alle anderen Räume abdecken möchte um komplett auf Fensterlüftung verzichten zu können, wird es teurer (vielleicht ~8k€) und:
-Ich erhalte sehr viele Löcher in der Gebäudehülle
-Ich schrecke davor zurück, diese Dinger in Schlafzimmer oder Kinderzimmer einzubauen, weil ich denke, dass sie zu laut sein können.

Könnt ihr mir vielleicht bei der Entscheidungsfindung helfen? Vielleicht indem ihr eure Erfahrung mitteilt oder einige meiner Argumente bestärkt oder entkräftet? Ich würde mir auch gerne verschieden Lüfter in der Praxis anschauen. Habt ihr dafür Tipps? Ich habe gehört, dass man das in Berlin irgendwo machen kann, ich komme aber aus dem PLZ Bereich 5xxxx.

Ich bin gespannt auf eure Meinungen.
Kiri
BastianB29.06.16 08:03
Ich hatte bisher nicht das Gefühl, dass durch die Kontrollierte-Wohnraumlüftung abends (vorausgesetzt die Luft wird kühler) auch auf maximaler Stufe eine nennenswerte Temperaturänderung erreicht wird. Vermutlich sind - wie von Sebastian beschrieben - die Luftwechselraten einfach zu gering. Fenster auf und Durchzug bringt da schon einen deutlich schnelleren und besseren Effekt.
Mycraft29.06.16 08:08
Ja deswegen habe ich ja geschrieben, dass wenn die Anlage das Haus auch nur ein wenig im Sommer abkühlen soll, dann der Wärmetauscher völlig außer acht gelassen wird und die Frischluft nur über den Bypass kommt...alles andere gehört in die Bunten und glänzenden Hefte der Verkäufer....
BastianB29.06.16 08:09
Meine Antwort war eher auf Bieber's Aussage bezogen als auf Deine
S
Saruss
29.06.16 08:51
Es ist natürlich so, dass es keinen großen Kühl Effekt gibt, aber wenn man tagsüber 12h lang um 8 Grad kältere Luft reinholt mit Wt ist das in Summe doch ein Unterschied, als wenn der Bypass auch am Tag offen ist

von unterwegs
L
Legurit
29.06.16 08:58
Wir kommen nachts auch mit Sommermodus von 23°C auf 21.5°C wenn es entsprechend kühler ist nachts...allerdings keine Ahnung wie viel davon auch ohne Sommermodus passieren würde
B
Bieber0815
29.06.16 09:18
Wir hatten Freitag und übers Wochenende draußen > 30 °C, innen etwa 23/24 °C. Wenn ich nun das Fenster öffne, hole ich mir > 30 °C warme Luft ins Haus. Lüfte ich über die Kontrollierte-Wohnraumlüftung mit Wärmetauscher, so wird die Frischluft dort abgekühlt. Es bleibt länger kühl im inneren des Hauses. Erst wenn es im Haus zu warm ist und die Außentemperatur unter die Solltemperatur des Hauses sinkt, wird der Bypass geöffnet.

Siehe auch #35 https://www.hausbau-forum.de/threads/Lüftung-im-Neubau-zentral-vs-dezentral-vs-Abluft.16160/page-4#post-140525
wohnraumlüftungfensterwärmetauscherfrischluft