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ᐅ Lastplattendruckversuche scheitern wiederholt


Erstellt am: 27.07.22 15:48

Tolentino 29.07.22 10:08
Kann sein, aber logisch erscheint es mir nicht. Denn mit RC Schotter werden Unterbaue für Straßen für 40t gebaut (ja, kleineres Gewicht, als ein Haus aber auf viel kleinere Fläche konzentriert).
Also m.E. muss entweder der Untergrund so bescheiden sein dass ihr ein tieferes Schotterbett braucht oder mit dem Schotter stimmt was nicht (wie weiter oben schon jemand sagte).

i_b_n_a_n 29.07.22 12:40
grundsätzlich muss der RC Schotter in dem Bereich zugelassen sein durch die untere Wasserbehörde wenn "betroffenes Gebiet".
zuudem muss das NATÜRLICH mit dem Statiker abgestimmt sein, der berechnet ja letztendlich und muss dafür passende Werte annehmen die sich bei RC- und KS (o.a.) Schotter z.T. deutlich unterscheiden. Dann muss auch noch der Erd- bzw. Betonbauer mitspielen, nicht jeder arbeitet mit jedem Material. RC Schotter hat i.d.R. auch eine Zulassung, aber ich habe RC Schotter "von bis" gesehen. Mal mit viel Müll (Organische Stoffe, Plastik etc.) oder sauberen gesehen. Nebenan bei uns hat einer ausschliesslich mit RC Schotter gebaut, und das ist eine der teuersten Designerhütten hier im Baugebiet (Nelskamp Solardachziegel!, "Designer" Gartenhütte u.v.m.)
Wenn vom TE aber keine Rückmeldung mehr kommt muss hier auch nicht mehr viel dazu gesagt werden. Ich habe aus dem Eingangstext auch vielleicht herausgelesen das der TE das Gewerk selber gemacht hat (ohne Absprache mit den anderen Gewerken?)

Cronos86 29.07.22 13:51
Moin,

Unter gewissen Voraussetzungen ist RC Material für den Einbau als Tragschichtmaterial geeignet. Ich persönlich finde RC Material sogar ziemlich gut. Ich zähle einfach mal ein paar Punkte auf die es jedoch dabei zu beachten gibt.

-Kornabstufung muss geeignet sein (ist aber bei allen Materialien so)
-oft bei RC Material keine Eignung als Frostschutz (ist bei 40 cm Aufbau eh nicht relevant, da entweder Keller oder Frostschürzen geplant sind)
-unter Umständen genehmigungspflichtig, da aufgrund der Bestandteile die LAGA Klasse Z1.1 oder Z1.2 vorliegt. Z 1.2 darf z.b. nur in hydrologisch günstigen Bereichen eingebaut werden (Lehmige Bodenschichten und ein Grundwasserabstand von > 2 m). Da hier Fels vorliegt, wird das auch kein Problem darstellen.

Wie schon geschrieben wurde, sollte das Material beim Einbau ausreichend gewässert werden. Aber das Wasser darf nicht im Polster stehen.

Generell sehen die Werte nicht schlecht aus. Durchgängig ein EV2 von >100 MN ist vollkommen ausreichend. Die Frage ist was gefordert wurde 80 MN/m² ist gängig für ein Einfamilienhaus.

Der EV2/EV1 Wert gibt das Verhältnis der beiden Belastungen durch den Plattendruckversuch an. EV1 ist die Erstbelastung und der EV2 dann die Zweitbelastung. Der Boden wird über den Stempel belastet und verdichtet das Polster, dann wird entlastet und der Stempel hebt sich etwas. Dann kommt die Zweite Belastung. Der Wert gibt somit an wie gut das Material verdichtet wurde und ob theoretisch noch Spielraum ist.

So jetzt zum Problem:
Meine persönliche Meinung: Das wird schon halten... 40 cm und dann kommt der Fels. Wo sollen da schädliche Setzungen auftreten? Eigentlich dient das Polster noch nur als Sauberkeitsschicht... (natürlich auch abhängig wie der Fels aussieht, ob es überhaupt Fels ist... Habe schon Erdbauer gesehen die von Fels gesprochen haben und ich den Künzelstab mit der Hand reindrücken konnte) .

Aber es geht ja leider um die Gewährleistung bei auftretenden Schäden.... was auch immer die verursacht.

So, was könnte das Problem sein.... eigentlich wie der Vorredner schon sagte, zu wenig Aufbau (der Plattendruckversuch reicht ca. 60 cm in den Baugrund) und misst den "Fels" mit. Falsche Kornabstufung (Werte sind Gut, Verdichtung nicht). Nicht Gut verdichtet (aus welchen Gründen auch immer... falsches Gerät, falsche Bedienung, zu wenig Wasser, zu viel Wasser)

Ich würde beim Bodengutachter anrufen und den um seine Meinung bitten. Der hat den Aufbau so empfohlen und kennt den Baugrund.

Gruß

Pitiglianio 29.07.22 14:24
Erstmal vielen Dank an alle.
i_b_n_a_n schrieb:

aussagekräftige Bilder des RC Schotters (nah, gesamt, hochauflösend)
Foto ist anbei
Heute war der Bodengutachter da, der meinte dass unser verbauter RC Schotter einen sehr hohen Sandanteil hätte. Zu hoch vermutet er. Hat sich einen Eimer voll mitgenommen und analysiert den. Rückmeldung steht noch aus.
Die Vorgaben für 40cm RC Schotter, zweilagig eingebaut und verdichtet kommen vom Bodengutachter.
i_b_n_a_n schrieb:

"Schwimmt" die Rüttelplatte beim verdichten auf dem Boden?
Verstehe nicht genau wie du dass meinst?!
Cronos86 schrieb:

Die Frage ist was gefordert wurde 80 MN/m² ist gängig für ein Einfamilienhaus.
Ja, die 80 MN/m² sind gefordert, und eben der Wert von <2,5 EV2/EV1.
Cronos86 schrieb:

Aber es geht ja leider um die Gewährleistung bei auftretenden Schäden.... was auch immer die verursacht.
Ja, der Rohbauer fängt verständlicherweise aus Gewährleistungsgründen nicht an, solange die Werte beim LP nicht erfüllt sind.
Cronos86 schrieb:

So, was könnte das Problem sein....
Falsche Kornabstufung (Werte sind Gut, Verdichtung nicht).
Kornabstufung 0-32mm, wie oben schon geschrieben mit zu?hohem Sand-Anteil?
Cronos86 schrieb:

falsches Gerät, falsche Bedienung, zu wenig Wasser, zu viel Wasser)
Rüttelplatte ist ne Wacker DPU mit ca. 550kg. Tiefbauer meint, dass die völlig ausreicht.
Sind diese Woche sogar sicherheitshalber zusätzlich mit 1,2t Walze drüber gegangen. Ohne Erfolg...

Was ist zu wenig Wasser oder zu viel? Es wurden beide Lagen gewässert und verdichtet. Eventuell mit zu wenig Wasser. Geregnet hats leider überhaupt nicht in den letzten beiden Wochen, und davor auch kaum.
Cronos86 schrieb:

Ich würde beim Bodengutachter anrufen und den um seine Meinung bitten. Der hat den Aufbau so empfohlen und kennt den Baugrund.
Ja, seine Antwort steht noch aus.

Nahaufnahme von grobem Kies, Erde und Schotter als Baugrund

Cronos86 29.07.22 15:50
Beim dem Bild ist mir der Anteil an Ziegelstein aufgefallen. Ziegelstein verhält sich vergleichsweise elastisch und "federt". Was das Polster wieder auflockert.
Das gleiche könnte durch den "Fels" passieren. Welches Gestein liegt den dort?
Wenn die Sandfraktion zu groß ist, müsste eher ein kleineres Gerät mit geringerer Fläche verwendet werden.

Eigentlich ist das "schlimmste" was in dem Fall passieren kann (wirklicher Fels vorausgesetzt, dass sich das Gebäude gleichmäßig 0,3 bis 0,5 cm setzt. Die Werte sind ja überall gleich. Solche Setzungen sind für Einfamilienhaus eigentlich kein Problem (Bei Lehmböden ist Standardmäßig mit Setzungen bis 2 cm zu rechnen.

Dir Gründung erfolgt über eine Bodenplatte oder werden noch Streifenfundamente "gegraben"?

Pitiglianio 29.07.22 20:08

Danke für die Info.
Ich habe anbei noch ein Foto angehängt.
Rechts ist der Fels gut auszumachen. Weiter nach hinten ist der Fels brüchiger und "kleinteiliger".
Gegründet wird mit WU Bodenplatte ohne Streifenfundamente.

Große Baugrube mit Sandboden, Erdmassen am Rand, Hintergrund mit Häusern und Kirchturm.
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