Moin zusammen,
wir planen derzeit ein Neubauvorhaben, Einfamilienhaus auf vorhandenem Grundstück.
Das Grundstück ist knapp 400qm, mit einer ca. 30m langen Zufahrt.
Nachdem wir uns mit einem Nachbar bzgl. Grundstückszukauf im letzten Jahr nicht einig wurden und auch kein GU uns einen passenden Grundriss erstellen konnten, haben wir das Thema erstmal auf dieses Jahr zurückgestellt. „Damals“ waren die Aussichten für 2022 noch positiv.
Mit den GU sind wir hauptsächlich ins Gespräch gegangen, um mal eine grobe Richtung was den Preis angeht zu haben, bzw. zu sehen ob die eigenen Schätzungen realistisch sind. - Das waren sie zu dem Zeitpunkt absolut.
Da ich viele Handwerker aus den unterschiedlichsten Gewerken kenne, bzw. auch in der Familie habe, war mir eine Einzelvergabe aber schon immer lieber, da die GU verständlicherweise bzgl. der Handwerkerauswahl nicht unbedingt flexibel sind. Bzw. man auch nie die tatsächlichen Ersparniss gutgeschrieben bekommt.
Somit sind wir Anfang diesen Jahres an einen Architekten herangetreten, der mit uns zusammen einen für uns zu 100% passenden Grundriss entwickelt hat.
Letztlich liegen wir nun bei knapp 145qm Wohnfläche auf zwei Vollgeschossen und knapp 116qm Nutzfläche, wovon 99qm auf das UG und 17qm auf das DG entfallen (hier so wenig, da in den zwei Kinderzimmern zweite Ebene eingeplant zum späteren Ausbau). Das UG beinhaltet auch eine Doppelgarage, daher die 99qm. Die Garage war ursprünglich neben dem Haus geplant, aufgrund des nicht zustandegekommenen Grundstückskaufs, ist sie jetzt zurhälfte unters Haus und zur hälfte bis an die Grundstücksgrenze gewandert.
Das Grundstück ist kein Hanggrundstück, dennoch ergibt sich von der Straße bis zur oberen Grundstücksgrenze ein Höhenunterschied von knapp 2m. Hier hatte ich die Idee durch die Garage im UG einerseits auf dem Grundstück „Platz zu sparen“ und andererseits Aushub wieder zum verfüllen, bzw. anheben des Grundstücks zu verwenden und dadurch Kosten durch Abtransport zu sparen.
Im letzten Jahr lag unsere Budgetgrenze für das Haus bei 600.000€, dieses Jahr würden wir uns bei 700.000€ auch noch mit halbwegs gutem Gewissen darauf einlassen.
Wir bekommen bedingt durch zwei Kinder das Z15 Darlehen der L-Bank und damit einerseits 240.000€ zu 0% auf 15 Jahre und andererseits einen Tilgungszuschuss von 20.000€ bei Bau nach KfW55 Standard.
Jetzt zum aktuellen Problem.
Der Architekt hat auf Grundlage unseres Grundrisses eine Kostenschätzung erstellt, die bei ca. 850.000€!!!! Liegt. Ich halte das persönlich für wesentlich zu hoch. Den gleichen Grundriss haben wir auch nochmal bei einem der GU angefragt, der lag jetzt bei 699.000€ (Baubeginn Ende 2023!). Ausstattung ist im Grundsatz gleich:
KfW55
Massiv
L-W Wärmepumpe
Kontrollierte-Wohnraumlüftung
10kwP Photovoltaik
Keller weiße Wanne
Fußbodenheizung in OG,EG und UG (Garage ausgenommen)
Smarthome mit KNX
EG mit Raffstore
Podesttreppe in Holz ausgeführt
Der GU hat leider erst Ende 2023 wieder Kapazität und ist eigentlich auch - wie bereits oben erwähnt - aufgrund der Handwerkerwahl und nicht ganz so intensiv möglichen Eigenleistung eigentlich raus. Das Ganze mit dem Architekt auf Grundlage dieser Schätzung weiterzutreiben ist allerdings auch nicht machbar, da viel zu teuer.
Ich würde gerne im Innenausbau alle Gipserarbeiten, Böden inkl. Fliesen, Türen, Sanitärfertiginstallation, KnX Elektrik (Leerrohre legen, Leitungen ziehen) selbst machen. Für viele andere Arbeiten z.B. Zimmermann, Sanitär, Photovoltaik kenne ich Leute mit eigener Firma wo man hier und da auch noch bisschen unterstützen kann bzw. auch günstiger einkaufen kann.
Aktuell sind wir absolut in der Zwickmühle, ob wir das Projekt jetzt einstampfen oder mit Einzelvergabe weiter machen, wohl wissend, dass die Kosten nach der Schätzung viel zu hoch wären. Mir wäre ein Ergebnis wie vom GU - 700.000€ schlüsselfertig - vom Architekt am liebsten gewsen. Da wären wir mit viel Eigenleistung und Vitamin B in eine absolut darstellbare Richtung gekommen. Aber so....
Hierzu hätte ich gern eure Erfahrung, Meinung, Schimpfe,... alles her damit. Wenn ich jetzt essentielles vergessen hab, bitte melden.
Danke euch und Viel Glück
Grisu
wir planen derzeit ein Neubauvorhaben, Einfamilienhaus auf vorhandenem Grundstück.
Das Grundstück ist knapp 400qm, mit einer ca. 30m langen Zufahrt.
Nachdem wir uns mit einem Nachbar bzgl. Grundstückszukauf im letzten Jahr nicht einig wurden und auch kein GU uns einen passenden Grundriss erstellen konnten, haben wir das Thema erstmal auf dieses Jahr zurückgestellt. „Damals“ waren die Aussichten für 2022 noch positiv.
Mit den GU sind wir hauptsächlich ins Gespräch gegangen, um mal eine grobe Richtung was den Preis angeht zu haben, bzw. zu sehen ob die eigenen Schätzungen realistisch sind. - Das waren sie zu dem Zeitpunkt absolut.
Da ich viele Handwerker aus den unterschiedlichsten Gewerken kenne, bzw. auch in der Familie habe, war mir eine Einzelvergabe aber schon immer lieber, da die GU verständlicherweise bzgl. der Handwerkerauswahl nicht unbedingt flexibel sind. Bzw. man auch nie die tatsächlichen Ersparniss gutgeschrieben bekommt.
Somit sind wir Anfang diesen Jahres an einen Architekten herangetreten, der mit uns zusammen einen für uns zu 100% passenden Grundriss entwickelt hat.
Letztlich liegen wir nun bei knapp 145qm Wohnfläche auf zwei Vollgeschossen und knapp 116qm Nutzfläche, wovon 99qm auf das UG und 17qm auf das DG entfallen (hier so wenig, da in den zwei Kinderzimmern zweite Ebene eingeplant zum späteren Ausbau). Das UG beinhaltet auch eine Doppelgarage, daher die 99qm. Die Garage war ursprünglich neben dem Haus geplant, aufgrund des nicht zustandegekommenen Grundstückskaufs, ist sie jetzt zurhälfte unters Haus und zur hälfte bis an die Grundstücksgrenze gewandert.
Das Grundstück ist kein Hanggrundstück, dennoch ergibt sich von der Straße bis zur oberen Grundstücksgrenze ein Höhenunterschied von knapp 2m. Hier hatte ich die Idee durch die Garage im UG einerseits auf dem Grundstück „Platz zu sparen“ und andererseits Aushub wieder zum verfüllen, bzw. anheben des Grundstücks zu verwenden und dadurch Kosten durch Abtransport zu sparen.
Im letzten Jahr lag unsere Budgetgrenze für das Haus bei 600.000€, dieses Jahr würden wir uns bei 700.000€ auch noch mit halbwegs gutem Gewissen darauf einlassen.
Wir bekommen bedingt durch zwei Kinder das Z15 Darlehen der L-Bank und damit einerseits 240.000€ zu 0% auf 15 Jahre und andererseits einen Tilgungszuschuss von 20.000€ bei Bau nach KfW55 Standard.
Jetzt zum aktuellen Problem.
Der Architekt hat auf Grundlage unseres Grundrisses eine Kostenschätzung erstellt, die bei ca. 850.000€!!!! Liegt. Ich halte das persönlich für wesentlich zu hoch. Den gleichen Grundriss haben wir auch nochmal bei einem der GU angefragt, der lag jetzt bei 699.000€ (Baubeginn Ende 2023!). Ausstattung ist im Grundsatz gleich:
KfW55
Massiv
L-W Wärmepumpe
Kontrollierte-Wohnraumlüftung
10kwP Photovoltaik
Keller weiße Wanne
Fußbodenheizung in OG,EG und UG (Garage ausgenommen)
Smarthome mit KNX
EG mit Raffstore
Podesttreppe in Holz ausgeführt
Der GU hat leider erst Ende 2023 wieder Kapazität und ist eigentlich auch - wie bereits oben erwähnt - aufgrund der Handwerkerwahl und nicht ganz so intensiv möglichen Eigenleistung eigentlich raus. Das Ganze mit dem Architekt auf Grundlage dieser Schätzung weiterzutreiben ist allerdings auch nicht machbar, da viel zu teuer.
Ich würde gerne im Innenausbau alle Gipserarbeiten, Böden inkl. Fliesen, Türen, Sanitärfertiginstallation, KnX Elektrik (Leerrohre legen, Leitungen ziehen) selbst machen. Für viele andere Arbeiten z.B. Zimmermann, Sanitär, Photovoltaik kenne ich Leute mit eigener Firma wo man hier und da auch noch bisschen unterstützen kann bzw. auch günstiger einkaufen kann.
Aktuell sind wir absolut in der Zwickmühle, ob wir das Projekt jetzt einstampfen oder mit Einzelvergabe weiter machen, wohl wissend, dass die Kosten nach der Schätzung viel zu hoch wären. Mir wäre ein Ergebnis wie vom GU - 700.000€ schlüsselfertig - vom Architekt am liebsten gewsen. Da wären wir mit viel Eigenleistung und Vitamin B in eine absolut darstellbare Richtung gekommen. Aber so....
Hierzu hätte ich gern eure Erfahrung, Meinung, Schimpfe,... alles her damit. Wenn ich jetzt essentielles vergessen hab, bitte melden.
Danke euch und Viel Glück
Grisu
Grisu112 schrieb:
wenn sich jedes Gewerk die Gesamtpläne vorab anschaut.Aber du hast bis Leistungsphase 4 keine Auführungspläne erhalten. Nur grobe Skizzen und einen Plan für die Genehmigung. Da fehlen etliche Details, von denen du als Laie keine Ahnung hast. Das gibt dann sehr viele Nacharbeiten, die extra teuer sind und den Bau massiv verzögern. Und für jeden Sch** musst du spontan auf der Baustelle Rede und Antwort stehen. Ich hoffe das macht dein Arbeitgeber mit?
Ein Plan für eine Genehmigung ist halt viel weniger Detailreich als eine Ausführungsplanung.
Wie schon geschrieben kannst du dich selbst einarbeiten, aber sehr zeitaufwendig und fehleranfällig (vor allem wenn man nicht vom fach ist). Es ist halt schon empfehlenswert die Ausführungsplanung einem Profil machen zu lassen. Vor allem weil man als Laie oft gar nicht weiß was wichtig ist und was eher unwichtig.
Wie schon geschrieben kannst du dich selbst einarbeiten, aber sehr zeitaufwendig und fehleranfällig (vor allem wenn man nicht vom fach ist). Es ist halt schon empfehlenswert die Ausführungsplanung einem Profil machen zu lassen. Vor allem weil man als Laie oft gar nicht weiß was wichtig ist und was eher unwichtig.
K
k-man202123.06.22 13:26Grisu112 schrieb:
Kannst du hierfür mal Beispiele nennen?
Gründung müsste der Rohbauer eben vorgeben, was er da haben möchte bzw. macht den Aushub am Besten gleich selbst mit.Gründung: die hat bei uns der Bodengutachter zusammen mit dem Statiker festgelegt und auf der Baustelle überwachtProblembereiche sind speziell die Schnittstellen zwischen den Gewerken, bei unserem ersten Haus zB Abdichtung der Balkone (war weder bei Rohbauer noch Fliesenleger vernünftig spezifiziert), Elektroplanung und Rohbauer (Kabelführung und Planung), Putz und Raffstores, um nur die einige Problembereiche zu benennen - und das trotz Architekten.
Wir planen/bauen gerade nochmal und ich bin froh, dass unser jetziger Architekt die Ausschreibungen erst macht, nachdem die GESAMTE Detailplanung fertig ist. Aber das ist nur meine Meinung.
Grisu112 schrieb:
Kannst du hierfür mal Beispiele nennen?
Gründung müsste der Rohbauer eben vorgeben, was er da haben möchte bzw. macht den Aushub am Besten gleich selbst mit. Ich kann mir sonst gerade nur schwer vorstellen wo es zu massiven Problemen kommen könnte wenn sich jedes Gewerk die Gesamtpläne vorab anschaut. Abeer evtl. bin ich da gerade auch etwas zu optimistisch. Rohbaumaße sind ja soweit vorgegeben. Ich sehe beim Architekt ab Leistungsphase 5 eben nur massives Einsparpotenzial und frage mich gerade ob ich das alles wirklich brauche.Es denkt kaum wer tatsächlich und ordentlich für dich mit. Wenn du die Möglichkeiten hast, dich in alle Gewerke soweit einzuarbeiten, dass du den vorgeben kannst, wie Sachen gemacht werden sollen dann geht das.
Die Zeit und Möglichkeit haben aber nur sehr wenige Menschen.
Wir bauen in Einzelvergabe, aber mit einem Bauunternehmen, das die Architektenplanung und auch den Rohbau gemacht hat. Selbst da gab es Kommunikationsprobleme. Die Vorstellung auch noch dafür verantwortlich zu sein, da läuft es mir kalt den Rücken runter. Obwohl wir die Bauleitung nach dem Rohbau übernommen haben.
Grisu112 schrieb:
Gründung müsste der Rohbauer eben vorgeben, was er da haben möchte bzw. macht den Aushub am Besten gleich selbst mit.Soviel Beratung wie du dir vorstellst bekommst du nicht. Wenn du dann auf diese Weise ein Angebot erfragst bekommst du die teuerste oder einfachste Variante, aber nicht das, was du eigentlich brauchst.Aber die allermeisten Vorgaben ergeben sich doch schon aus der Statik und aus irgendwelchen energetischen Vorgaben bspw. KfW55. Was hat der Rohbauer dann noch an Möglichkeiten mir teuer oder billig zu verkaufen? Bei 3-4 Angeboten sollte sich ja dann schon eine grobe Richtung hervortun?!
Ähnliche Themen