KNX Installation im EFH – Ratlosigkeit

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allstar83

Was bedeutet „zentral“ bzw. „Dezentral“. Nicht falsch verstehen, ich kann deutsch, ich meine die Frage im technischen Sinne.
Denke dass bei KNX die Logik dezentral verteilt in die jeweiligen Aktoren parametrisiert gelegt wird. Geht ein Aktor kaputt ist halt eine Funktion dahin.
Bei Loxone zum Beispiel geht die Steuerung von Loxone Schaltern und Aktoren zentral vom Miniserver aus. Ist der kaputt geht nichts mehr.
 
F

Fuchur

Dezentral heißt, dass die Funktionen, Logiken etc. in den einzelnen Geräten, Tastern, Aktoren,... genutzt werden, um die gewünschten Funktionen abzubilden.

Zentral heißt, es wird ein zentrales Steuergerät, z.B. Homeserver o.ä. genutzt, um diese Logiken abzubilden, während von z.B. den Tastern ausschließlich die gedrückte Taste gemeldet wird.

Beides funktioniert, kann auch beliebig gemischt werden. Vorteil der zentralen Steuerung ist eine gewisse Einheitlichkeit der Funktionalitäten und Bezeichnungen, gerade wenn man viele verschiedene Hersteller im Haus gemischt hat. Nachteile habe ich oben skizziert.

Im Gegensatz zu früher sind viele Geräte heute mit umfangreichen Funktionen ausgestattet, so dass man allgemein eher dezentral arbeitet. Oft dienen die Zentralkomponenten nur für eine Visu oder besondere Funktionen wie komplexe Logiken, die die Geräte selbst nicht beherrschen.

Übrigens: KNX ist gerade keine Sternverkabelung. Was du meinst sind die Verkabelungen der Verbraucher sternförmig zum Aktor. KNX wird in Baumstruktur verkabelt.
 
Tarnari

Tarnari

Verstehe (glaube ich)...
Dezentral=Schalter sendet Befehl an Aktor im Schaltschrank, Aktor im schaltschrank sendet begehl an Sensor im Gerät. Gerät kaputt=geht nichts, Aktor oder Sensor kaputt=gleich dieser eine spezielle Befehl funktioniert nicht

Zentral=Schalter sendet Befehl an Steuereinheit (Server), Steuereinheit sendet Befehl an Aktor und der an Sensor
Server kaputt=gar nichts geht mehr
Gerät, Sensor oder Aktor kaputt=Siebe oben

Dezentral: will ich eine Visualisierung ist die Herausforderung alle Ausgaben untereinen Hut zu bringen.

Zentral=der Server, der alles steuert, erleichtert logischerweise die visualisierungen

ist das so in etwa korrekt?
 
F

Fuchur

Weitestgehend ja

Nur der Sensor passt dort nicht rein, denn der ist praktisch immer selbst nur ein Sender von Werten. Richtig wäre hier ein Verbaucher (Leuchte, Rolladenmotor, Heizungsventil,...)

Eine Visu geht natürlich auch bei dezentraler Logik. Du brauchst halt ein Gerät, dass die Visu bereitstellt und auf dem Bus mitlauscht, was so passiert. Das Tablet, Handy oder was auch immer ist nur Anzeigegerät, ihm fehlt ja der Buszugang.
 
Tarnari

Tarnari

Ok. Glaube, das verstehe ich.
was sollte dann für eine zentrale Lösung sprechen?

und wie wirken sich beide Variante in den Kosten aus?
 
F

Fuchur

Das ist ein wenig die falsche Fragestellung. Du musst dich nicht vorab entscheiden, sondern kannst das beliebig mischen.

Ein zentrales Gerät musst du kaufen. Ist das ein Logikmodul, dann kostet das wenig. Ist das ein Homeserver, dann kostet der knapp 2000€. Willst du eine Visu, dann muss die irgendwo bereitgestellt werden. Auch hier gibt es je nach Vorstellung, Anspruch und Optik Varianten von "fast" kostenlos bis sehr teuer.

Willst du zentrale Logik auf jeden Fall vermeiden, dann müssen alle deine Geräte die gewünschten Funktionen selbst bereitstellen. Willst du nun aber z.B. einen bestimmten Taster haben wegen der Optik und dieser kann eine Funktion nicht, dann wirst du ein Zusatzgerät brauchen.

Am Ende des Tages wird es also immer irgendeine Mischung werden. Standardfunktionen kann man heute komplett dezentral abbilden. Werden die Logiken sehr komplex, dann gibt es auch keine Alternativen zu spezieller Hardware hierfür.
 
untergasse43

untergasse43

Das Buch vom Stefan ist super, das schafft auf jeden Fall mal einen Überblick, um was es überhaupt geht. Du hast - und das ist kein Angriff oder Vorwurf - offensichtlich keine Ahnung, was KNX im Hintergrund überhaupt macht und was wie zusammen hängt. Das Buch hilft dabei immens!

Was bedeutet „zentral“ bzw. „Dezentral“. Nicht falsch verstehen, ich kann deutsch, ich meine die Frage im technischen Sinne.
Wir reden doch in jedem Fall von einer sternverkabelung, die in den Kästen zusammen läuft, oder?
Ist dadurch bedingt nicht alles irgendwie zentral?
So gut wie jeder Aktor hat grundlegende Logikfunktionen im Sinne von Logikgattern wie und/oder/nicht usw., d.h. du kannst einem Schaltaktorkanal sagen, dass er nur schalten soll, wenn der Bewegungsmelder eine Bewegung meldet, eine Zeitschaltuhr ihr OK dazu gibt und die Helligkeit über oder unter einem bestimmten Level liegt. Das wäre dann dezentral. Zentral wäre es (in einer Logikmaschine oder einem Visu-Server), wenn der Bewegungsmelder, der Lichtsensor und die Zeitschaltuhr ihre Daten an den Server bzw. die zentrale Intelligenz liefern und DORT dann anhand einer Parametrierung oder Programmierung entschieden wird, dass der Schaltaktor schalten soll. Nachteil der zentralen Lösung ist wie gesagt, dass garnichts mehr aus diesem Blumenstrauß der Automation läuft, wenn die zentrale Instanz weg ist. Daher bin ich ein Fan von gemischten Lösungen, d.h. das Wichtigste bzw. die Basics dezentral und die komplizierten Sachen zentral.
 
Tarnari

Tarnari

Das Buch vom Stefan ist super, das schafft auf jeden Fall mal einen Überblick, um was es überhaupt geht. Du hast - und das ist kein Angriff oder Vorwurf - offensichtlich keine Ahnung, was KNX im Hintergrund überhaupt macht und was wie zusammen hängt. Das Buch hilft dabei immens!


So gut wie jeder Aktor hat grundlegende Logikfunktionen im Sinne von Logikgattern wie und/oder/nicht usw., d.h. du kannst einem Schaltaktorkanal sagen, dass er nur schalten soll, wenn der Bewegungsmelder eine Bewegung meldet, eine Zeitschaltuhr ihr OK dazu gibt und die Helligkeit über oder unter einem bestimmten Level liegt. Das wäre dann dezentral. Zentral wäre es (in einer Logikmaschine oder einem Visu-Server), wenn der Bewegungsmelder, der Lichtsensor und die Zeitschaltuhr ihre Daten an den Server bzw. die zentrale Intelligenz liefern und DORT dann anhand einer Parametrierung oder Programmierung entschieden wird, dass der Schaltaktor schalten soll. Nachteil der zentralen Lösung ist wie gesagt, dass garnichts mehr aus diesem Blumenstrauß der Automation läuft, wenn die zentrale Instanz weg ist. Daher bin ich ein Fan von gemischten Lösungen, d.h. das Wichtigste bzw. die Basics dezentral und die komplizierten Sachen zentral.
klingt sehr einleuchtend.
Und ja, du hast recht, ich habe keine Ahnung. Bis wir uns näher mit dem Hausbau beschäftigt haben, wussten wir gar nicht, dass es das überhaupt gibt.
Hab gestern in dem Buch angefangen und glaube, dass es wirklich gut ist.
 
Zuletzt aktualisiert 19.05.2022
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