Hallo,
ich will noch mal etwas detaillierter auf das technische Prinzip eingehen:
Ein Regal wie Kallax ist in der Konstruktion als Rahmen ausgelegt – hauptsächlich mit vertikalen Seiten und horizontalen Fachböden. Die Stabilität gegen Verkanten (Scherung) hängt entscheidend von der Verbindungssteifigkeit der Eckpunkte ab.
Winkel an den Ecken steigern zwar die Steifigkeit zwischen den einzelnen Bauteilen, allerdings übertragen sie hauptsächlich Zug- und Druckkräfte in diesen Punkten. Sie verhindern nicht per se, dass das Regal als Ganzes unter Last seitlich wegsackt, weil das Regal ohne Rückwand keine ausreichende Schubsteifigkeit besitzt.
Die Rückwand wirkt wie eine Fläche, die diese schubartige Verformung verhindert und damit das Regal verwindungssteifer macht.
Wenn du dich entscheidest, nur Winkel zu verwenden, musst du idealerweise die Anzahl der Befestigungspunkte erhöhen, qualitativ hochwertige Winkel verwenden (am besten ein Winkel mit großem Auflagebereich und mehrere Schrauben) und das Magazin gleichmäßig belasten.
Grundsätzlich ist das zwar technisch möglich, aber nicht so sicher oder langlebig wie mit einer Rückwand oder diagonalen Verstrebung.
Wenn du das Regal frei im Raum nutzen möchtest, würde ich außerdem auf jeden Fall eine Sicherung zum Boden und idealerweise eine Querverstrebung oben oder unten empfehlen – oder du kommst nicht umhin, eine dünne Rückwand als Design-Element zu integrieren.
ich will noch mal etwas detaillierter auf das technische Prinzip eingehen:
Ein Regal wie Kallax ist in der Konstruktion als Rahmen ausgelegt – hauptsächlich mit vertikalen Seiten und horizontalen Fachböden. Die Stabilität gegen Verkanten (Scherung) hängt entscheidend von der Verbindungssteifigkeit der Eckpunkte ab.
Winkel an den Ecken steigern zwar die Steifigkeit zwischen den einzelnen Bauteilen, allerdings übertragen sie hauptsächlich Zug- und Druckkräfte in diesen Punkten. Sie verhindern nicht per se, dass das Regal als Ganzes unter Last seitlich wegsackt, weil das Regal ohne Rückwand keine ausreichende Schubsteifigkeit besitzt.
Die Rückwand wirkt wie eine Fläche, die diese schubartige Verformung verhindert und damit das Regal verwindungssteifer macht.
Wenn du dich entscheidest, nur Winkel zu verwenden, musst du idealerweise die Anzahl der Befestigungspunkte erhöhen, qualitativ hochwertige Winkel verwenden (am besten ein Winkel mit großem Auflagebereich und mehrere Schrauben) und das Magazin gleichmäßig belasten.
Grundsätzlich ist das zwar technisch möglich, aber nicht so sicher oder langlebig wie mit einer Rückwand oder diagonalen Verstrebung.
Wenn du das Regal frei im Raum nutzen möchtest, würde ich außerdem auf jeden Fall eine Sicherung zum Boden und idealerweise eine Querverstrebung oben oder unten empfehlen – oder du kommst nicht umhin, eine dünne Rückwand als Design-Element zu integrieren.
Vielen Dank für eure bisherigen Antworten!
Das klingt für mich schon mal plausibel.
Eine Rückwand möchte ich nach Möglichkeit vermeiden, weil sie optisch und in der Lichtführung stört. Die Idee mit dünnen diagonal angebrachten Verstrebungen (z.B. mit einem dünnen Metallstab) finde ich interessant.
Hat jemand Erfahrung, ob so eine diagonale Verstrebung an einem Kallax sinnvoll und einfach zu montieren ist? Auf was müsste ich achten, um das sauber umzusetzen?
Und wie würde man die Winkel richtig dimensionieren? Gibt es da Größen oder Dicken, die besonders empfehlenswert sind?
Genevieve schrieb:
Wenn du keine Rückwand hast, die eine flächige Stabilität bietet, können die Winkel das Gesamtregal unter Belastung kippen oder verwinden lassen.
Das klingt für mich schon mal plausibel.
Eine Rückwand möchte ich nach Möglichkeit vermeiden, weil sie optisch und in der Lichtführung stört. Die Idee mit dünnen diagonal angebrachten Verstrebungen (z.B. mit einem dünnen Metallstab) finde ich interessant.
Hat jemand Erfahrung, ob so eine diagonale Verstrebung an einem Kallax sinnvoll und einfach zu montieren ist? Auf was müsste ich achten, um das sauber umzusetzen?
Und wie würde man die Winkel richtig dimensionieren? Gibt es da Größen oder Dicken, die besonders empfehlenswert sind?
G
GUSTAVO5625.10.20 14:11Zu den Fragen mit Verstrebungen und Winkeln gerne eine Einschätzung:
Eine diagonale Verstrebung aus Metall – zum Beispiel ein Stahlstab oder ein dünnes Rohr – ist eine ausgezeichnete Lösung, um das Verkanten des Regals deutlich zu reduzieren. Wichtig ist, dass sie entweder von einer oberen Ecke zu gegenüberliegenden unteren Ecke gespannt wird, damit sie Zugkräfte aufnehmen kann.
Montagehinweis:
- Die Verstrebung wird an beiden Enden mit Schrauben und Winkelbefestigung fixiert.
- Es sollte auf eine feste Verankerung geachtet werden, da sonst die Wirkung der Stabilisierung verloren geht.
Was Winkeldimensionen angeht:
- Für Kallax empfehle ich mindestens Winkel mit 40-50 mm Schenkellänge und mindestens 2-3 mm Materialstärke.
- Mehrere kleine Winkel verteilen die Kräfte besser als wenige große.
- Verzinkte oder lackierte Winkel sind besser, da sie langlebiger sind und im Innenraum nicht rosten.
Klares Augenmerk ist, dass die Schrauben tief genug hineingreifen und die Befestigung das Regalmaterial nicht beschädigt.
Hast du vor, das Regal oft zu zerlegen und neu aufzubauen? Weil des öfteren Schrauben rein/raus kann die Stabilität beeinträchtigen.
Eine diagonale Verstrebung aus Metall – zum Beispiel ein Stahlstab oder ein dünnes Rohr – ist eine ausgezeichnete Lösung, um das Verkanten des Regals deutlich zu reduzieren. Wichtig ist, dass sie entweder von einer oberen Ecke zu gegenüberliegenden unteren Ecke gespannt wird, damit sie Zugkräfte aufnehmen kann.
Montagehinweis:
- Die Verstrebung wird an beiden Enden mit Schrauben und Winkelbefestigung fixiert.
- Es sollte auf eine feste Verankerung geachtet werden, da sonst die Wirkung der Stabilisierung verloren geht.
Was Winkeldimensionen angeht:
- Für Kallax empfehle ich mindestens Winkel mit 40-50 mm Schenkellänge und mindestens 2-3 mm Materialstärke.
- Mehrere kleine Winkel verteilen die Kräfte besser als wenige große.
- Verzinkte oder lackierte Winkel sind besser, da sie langlebiger sind und im Innenraum nicht rosten.
Klares Augenmerk ist, dass die Schrauben tief genug hineingreifen und die Befestigung das Regalmaterial nicht beschädigt.
Hast du vor, das Regal oft zu zerlegen und neu aufzubauen? Weil des öfteren Schrauben rein/raus kann die Stabilität beeinträchtigen.
Eine diagonale Verstrebung anzubringen ist an sich nicht schwierig, aber hier ein paar praktische Ratschläge:
- Maß genau nehmen: Die Verstrebung darf nicht zu locker sitzen, da sonst die gesamte Steifigkeit verloren geht.
- Befestigungspunkte gerade an der Ober- und Unterkante mit Winkeln und zumindest 2 Schrauben je Ende sichern.
- Auch wenn die Verstrebung nicht sichtbar sein soll, ist es besser, sie an der Innenseite einzubauen.
- Bei Holz ist ein kleines vorbohren der Schraublöcher ratsam, um Materialrisse zu vermeiden.
Was Winkel betrifft: Für ein Möbelstück, das nicht dauernd umgebaut wird, sind Flachwinkel mit 30-40 mm Schenkel, Stahl 2 mm dick, stabil genug.
Wenn die Optik eine Rolle spielt, gibt es auch dekorative Winkel aus Edelstahl oder schwarzen pulverbeschichteten Modellen.
Bei losem oder zu wenig belastetem Holz kann man auch auf selbstklebende Winkel verzichten, die sind aber nicht belastbar genug.
- Maß genau nehmen: Die Verstrebung darf nicht zu locker sitzen, da sonst die gesamte Steifigkeit verloren geht.
- Befestigungspunkte gerade an der Ober- und Unterkante mit Winkeln und zumindest 2 Schrauben je Ende sichern.
- Auch wenn die Verstrebung nicht sichtbar sein soll, ist es besser, sie an der Innenseite einzubauen.
- Bei Holz ist ein kleines vorbohren der Schraublöcher ratsam, um Materialrisse zu vermeiden.
Was Winkel betrifft: Für ein Möbelstück, das nicht dauernd umgebaut wird, sind Flachwinkel mit 30-40 mm Schenkel, Stahl 2 mm dick, stabil genug.
Wenn die Optik eine Rolle spielt, gibt es auch dekorative Winkel aus Edelstahl oder schwarzen pulverbeschichteten Modellen.
Bei losem oder zu wenig belastetem Holz kann man auch auf selbstklebende Winkel verzichten, die sind aber nicht belastbar genug.