ᐅ Hausbau mit bald 60 ? Risiken des Hausbaus/-kaufs.
Erstellt am: 16.10.2014 14:16
ruedigold 16.10.2014 14:16
Vor meinem Erstpost: zunächst einen netten Gruß an all die freundlichen PosterIinnen.
Ich war bisher überzeugter Mieter... der Flexibilität wegen, und aus finanziellen und familiären Erwägungen. Nun hat dieser Herr Draghi & seine Jasager die Welt auf den Kopf gestellt: Geld ist das billigste, was es zu kaufen gibt.
Für ein Hausbauprojekt kann ich meine stattliche Miete in die Waagschale werfen und selbst was dazugeben. Mit 40 % Eigenkapital sauber grundfinanziert würde so ein eigenes Haus (naja, zu 60 % gehört es dann noch der Bank) rein ökonomisch wohl Sinn machen. Ich verliere meine Flexibilität, aber die brauche ich so wie früher nicht mehr.
Von Immobilien verstehe ich so wenig wie von Autos. Beides sind notwendige Wirtschaftsgüter, die gehörig in den Geldbeutel gehen und Ärger machen.
Dennoch hat beides seinen Reiz. Ich gehe zum ersten Mal ernsthaft Überlegungen nach, was würde es bedeuten, wenn ich mir ein Haus zulege, d.h. bauen lasse, denn ich kann keine arbeitstechnischen Eigenleistungen erbringen.
Was mich stört sind die Risiken des Hausbaus/-kaufs. Auch hier bemühe ich den Autovergleich.
Beim Auto bekomme ich 100% geliefert wie bestellt. Bei Mängeln gibts ein paarmal Beseitigungsversuche, dann geht das Gefährt an den Verkäufer zurück. Und wie ist es bei einem Haus? Verbraucherschutz Fehlanzeige.
Dennoch, einen Versuch scheint es angesichts der Rahmenbedingungen wert. Ich mache mir jetzt einen Plan. Als erstes fahre zur Musterhaussiedlung nach Frechen. Und bereits da habe ich das mulmige Gefühl, dass ich da ziemlich allein sein werde mit meinen Fragen und Zweifeln.
Daher meine erste strategische Überlegung überhaupt, und daher das Posting hier: Ich brauche Beratung. Jemanden, der mich solide und aufgrund eigener langjähriger Erfahrung berät. Jemand, der die Fallstricke kennt, über die ein greenhorn stolpert. Architekt? Wieso brauche ich einen Architekten, wenn das Haus vom Fertighaushersteller geliefert, und wie vertraglich vorgesehen, hingestellt wird? Was soll der Architekt mir sagen?
Dann lese ich, dass die Verträge mit den Hausherstellern sehr häufig schwere Mängel enthalten, weil Leistungen nicht aufgeführt sind. Dann ist der Ärger vorprogrammiert. Den will ich unter allen Umständen vorsorglich vermeiden.
In den Prospekten der Hersteller sehe ich immer nur Häuser. Aber was ist mit den Garagen? Wohin kommen die 4 Mülleimer? Wo haben meine Räder Platz? Wo steht mein Grill im Winter und wo im Sommer? Meine Nachbarn mit Doppelhaushälfte plus Garage haben ihre oft drei Autos überall stehen, nur in der Garage steht kein Auto. Die Garage ist die fehlende Abstellkammer im Haus. War das alles vorher so vom Architekten geplant?
Ich verstehe so wenig davon, dass mich ein Bauvorhaben immer noch erschreckt.
Wie sehen Leute mit Erfahrung das Bild, das ich hier gezeichnet habe? Das würde mich wirklich sehr interessieren, vielen Dank.
Ich war bisher überzeugter Mieter... der Flexibilität wegen, und aus finanziellen und familiären Erwägungen. Nun hat dieser Herr Draghi & seine Jasager die Welt auf den Kopf gestellt: Geld ist das billigste, was es zu kaufen gibt.
Für ein Hausbauprojekt kann ich meine stattliche Miete in die Waagschale werfen und selbst was dazugeben. Mit 40 % Eigenkapital sauber grundfinanziert würde so ein eigenes Haus (naja, zu 60 % gehört es dann noch der Bank) rein ökonomisch wohl Sinn machen. Ich verliere meine Flexibilität, aber die brauche ich so wie früher nicht mehr.
Von Immobilien verstehe ich so wenig wie von Autos. Beides sind notwendige Wirtschaftsgüter, die gehörig in den Geldbeutel gehen und Ärger machen.
Dennoch hat beides seinen Reiz. Ich gehe zum ersten Mal ernsthaft Überlegungen nach, was würde es bedeuten, wenn ich mir ein Haus zulege, d.h. bauen lasse, denn ich kann keine arbeitstechnischen Eigenleistungen erbringen.
Was mich stört sind die Risiken des Hausbaus/-kaufs. Auch hier bemühe ich den Autovergleich.
Beim Auto bekomme ich 100% geliefert wie bestellt. Bei Mängeln gibts ein paarmal Beseitigungsversuche, dann geht das Gefährt an den Verkäufer zurück. Und wie ist es bei einem Haus? Verbraucherschutz Fehlanzeige.
Dennoch, einen Versuch scheint es angesichts der Rahmenbedingungen wert. Ich mache mir jetzt einen Plan. Als erstes fahre zur Musterhaussiedlung nach Frechen. Und bereits da habe ich das mulmige Gefühl, dass ich da ziemlich allein sein werde mit meinen Fragen und Zweifeln.
Daher meine erste strategische Überlegung überhaupt, und daher das Posting hier: Ich brauche Beratung. Jemanden, der mich solide und aufgrund eigener langjähriger Erfahrung berät. Jemand, der die Fallstricke kennt, über die ein greenhorn stolpert. Architekt? Wieso brauche ich einen Architekten, wenn das Haus vom Fertighaushersteller geliefert, und wie vertraglich vorgesehen, hingestellt wird? Was soll der Architekt mir sagen?
Dann lese ich, dass die Verträge mit den Hausherstellern sehr häufig schwere Mängel enthalten, weil Leistungen nicht aufgeführt sind. Dann ist der Ärger vorprogrammiert. Den will ich unter allen Umständen vorsorglich vermeiden.
In den Prospekten der Hersteller sehe ich immer nur Häuser. Aber was ist mit den Garagen? Wohin kommen die 4 Mülleimer? Wo haben meine Räder Platz? Wo steht mein Grill im Winter und wo im Sommer? Meine Nachbarn mit Doppelhaushälfte plus Garage haben ihre oft drei Autos überall stehen, nur in der Garage steht kein Auto. Die Garage ist die fehlende Abstellkammer im Haus. War das alles vorher so vom Architekten geplant?
Ich verstehe so wenig davon, dass mich ein Bauvorhaben immer noch erschreckt.
Wie sehen Leute mit Erfahrung das Bild, das ich hier gezeichnet habe? Das würde mich wirklich sehr interessieren, vielen Dank.
HilfeHilfe 16.10.2014 14:38
warum ein HAus und keine Wohnung ?
ruedigold 16.10.2014 15:00
Wir sind Landmenschen.... mir schwebt ein Haus mit zwei halbwegs getrennten Wohnbereichen , 2 Bäder, etc. vor... Kinder und Enkel sollen sich wohlfühlen.
Musketier 16.10.2014 16:42
Für das Thema Mängel kann man sich externen Sachverstand in Form eines Baubetreuer/Bauüberwacher hinzuziehen.
Haben wir auch so gemacht, da wir keine Ahnung vom Bau hatten.
Für den Rest heißt es Gedanken machen, Lebensabläufe durchgehen, Listen erstellen (Dinge, die das Haus unbedingt haben muß, die schön wären usw.), mit Baufirmen und Handwerkern reden, mit aktuellen und ehemaligen Bauherren reden, Foren durchstöbern, Gespräche mit Banken führen usw.
Man wächst mit dem Bau in das Thema so nach und nach rein. Also nichts überhasten.
Außerdem sollte man ein Haus mit 60 anders planen, als ein Haus mit 30.
Bei uns im Baugebiet sind auch ein paar Pärchen, die Bungalows für den Lebensabend gebaut haben. Funktioniert also.
Allerdings finde ich 40% Eigenkapital mit fast 60 Jahren nicht üppig. Als Altersvorsorge solltest du diese Investition also nicht ansehen.
Haben wir auch so gemacht, da wir keine Ahnung vom Bau hatten.
Für den Rest heißt es Gedanken machen, Lebensabläufe durchgehen, Listen erstellen (Dinge, die das Haus unbedingt haben muß, die schön wären usw.), mit Baufirmen und Handwerkern reden, mit aktuellen und ehemaligen Bauherren reden, Foren durchstöbern, Gespräche mit Banken führen usw.
Man wächst mit dem Bau in das Thema so nach und nach rein. Also nichts überhasten.
Außerdem sollte man ein Haus mit 60 anders planen, als ein Haus mit 30.
Bei uns im Baugebiet sind auch ein paar Pärchen, die Bungalows für den Lebensabend gebaut haben. Funktioniert also.
Allerdings finde ich 40% Eigenkapital mit fast 60 Jahren nicht üppig. Als Altersvorsorge solltest du diese Investition also nicht ansehen.
Bauexperte 16.10.2014 19:36
Guten Abend,
Willst Du massiv bauen, braucht es auch den Architekten, welcher den Bauantrag stellen darf; in seltenen Ausnahmen reicht auch ein schlichter Planverfasser (also kein Architekt).
Menschen mit gesundem Menschenverstand findest Du mit negativen Äußerungen zu ihrem Baupartner eher selten; natürlich gibt es auch da mal den schwarzen Montag, das will ich gar nicht beschönigen. Aber - wer mit offenen Augen und Verstand an die Sache Hausbau herangeht und verinnerlicht hat, daß ein Stück Haus den Preis "X" erfordert - auch wenn andere meinen "W" wäre viel billiger - der findet am Ende auch den Gegenwert seines Geldes wieder ... ohne Pfusch am Bau 😉
Grüße, Bauexperte
ruedigold schrieb:Das kann auch in einem ½-stündigen Gespräch - wenn es gut läuft, also kaum Frequenz ist - nicht funktionieren. Frechen dient, wie alle anderen Musterhausparks, in erster Linie der Adressaufnahme; btw. stehen in Frechen nur Fertighäuser. Ein vernünftiges Erstgespräch dauert immer zwischen 1.5 und 2 Stunden; wir haben auch schon 5-Stundengespräche geführt; passiert gar nicht so selten, wenn die (Schwieger)Eltern mit am Tisch sitzen 😉
Als erstes fahre zur Musterhaussiedlung nach Frechen. Und bereits da habe ich das mulmige Gefühl, dass ich da ziemlich allein sein werde mit meinen Fragen und Zweifeln.
ruedigold schrieb:Dafür gibt es Selbstständige, welche sich auf diesen Aspekt der Beratung spezialisiert haben. Infos findest Du auch in Veranstaltungen zum Thema Hausbau, bspw. Volkshochschulen oder die Verbraucherzentrale oder auch auf Messen (Anfang November findet btw. eine Messe in Hilden statt). Einfacher ist es, das ein oder andere Beratungsgespräch mit HausverkäuferINNEN zu führen. Auch ein absoluter Laie entwickelt früher oder später - sofern sein einziges Augenmerk nicht dem Preis unten rechts gilt - ein Gefühl dafür, welcher "Berater" ihn tatsächlich berät oder ausschließlich sein Bestes will. Im Prinzip "lernst" Du nach dem Ausschlußprinzip.
Ich brauche Beratung. Jemanden, der mich solide und aufgrund eigener langjähriger Erfahrung berät. Jemand, der die Fallstricke kennt, über die ein greenhorn stolpert. Architekt?
ruedigold schrieb:Es gibt nicht wenige Fertighausanbieter, welche die Leistung Architektur incl. Bauantrag + Ausführungspläne nicht im Leistungsumfang anbieten. Dann braucht es einen Architekten, welcher diese Aufgabe übernimmt. Häufig haben die Fertighausanbieter Empfehlungen für ihre Klientel, haben aber auch kein Problem damit, wenn sich ihr Interessent seinen Architekten selbst sucht.
Wieso brauche ich einen Architekten, wenn das Haus vom Fertighaushersteller geliefert, und wie vertraglich vorgesehen, hingestellt wird? Was soll der Architekt mir sagen?
Willst Du massiv bauen, braucht es auch den Architekten, welcher den Bauantrag stellen darf; in seltenen Ausnahmen reicht auch ein schlichter Planverfasser (also kein Architekt).
ruedigold schrieb:Es ist interessant, daß immer die negativen Aspekte hängen bleiben - keiner aber fragt, woran es gelegen haben könnte; vorauseilend immer die böse Baubranche als Buhmann erkannt wird. So ist es mitnichten stets und immer. Jeder Topf findet seinen Deckel und wenn der Topf billig ist, findet er auch einen billigen Deckel!
Dann lese ich, dass die Verträge mit den Hausherstellern sehr häufig schwere Mängel enthalten, weil Leistungen nicht aufgeführt sind. Dann ist der Ärger vorprogrammiert. Den will ich unter allen Umständen vorsorglich vermeiden.
Menschen mit gesundem Menschenverstand findest Du mit negativen Äußerungen zu ihrem Baupartner eher selten; natürlich gibt es auch da mal den schwarzen Montag, das will ich gar nicht beschönigen. Aber - wer mit offenen Augen und Verstand an die Sache Hausbau herangeht und verinnerlicht hat, daß ein Stück Haus den Preis "X" erfordert - auch wenn andere meinen "W" wäre viel billiger - der findet am Ende auch den Gegenwert seines Geldes wieder ... ohne Pfusch am Bau 😉
ruedigold schrieb:Ein Fertig- und auch Massivhausbauer bietet Dir immer ein Stück Haus an; nicht mehr und nicht weniger. Das tut er in erster Linie um am Markt konkurrenzfähig zu sein. DAS bedeutet jedoch nicht, daß Du die Leistung Außenanlagen und Garage nicht hinzukaufen kannst. Sie ist lediglich aufpreispflichtig, nicht durch den Standard der jeweiligen BB abgedeckt.
In den Prospekten der Hersteller sehe ich immer nur Häuser. Aber was ist mit den Garagen? Wohin kommen die 4 Mülleimer? Wo haben meine Räder Platz? Wo steht mein Grill im Winter und wo im Sommer? Meine Nachbarn mit Doppelhaushälfte plus Garage haben ihre oft drei Autos überall stehen, nur in der Garage steht kein Auto. Die Garage ist die fehlende Abstellkammer im Haus. War das alles vorher so vom Architekten geplant?
ruedigold schrieb:Das sollte es zunächst auch, denn es handelt sich um einen großen Batzen Geld, welchen Du bewegen willst. Da ist Gevatter Vorsicht immer ein guter Gefährte 😉
Ich verstehe so wenig davon, dass mich ein Bauvorhaben immer noch erschreckt.
Grüße, Bauexperte
ypg 16.10.2014 23:40
Mein Mann ist auch irgendwann "bald" 60, ich habe noch eine Generation Zeit 😉
Und wir haben auch neu angefangen.
Ein schöner altersgerechter Bungalow mit ausgebautem Dach für Kind und Kegel oder ein Bungalow mit zwei Schlafflügeln, das sehe ich für Euch.
Ein Problem könnten die Banken machen, die wollen ungern auf Renten finanzieren (so habe ich es bis jetzt verstanden).
Also würde ich sagen: mal einen Finanzberater konsultieren, was er dabei denkt 🙂
Und lesen, lesen, lesen: macht nicht dümmer, und peu a peu weiss man, worum es beim Hausbau geht - nur nicht verängstigen lassen!
P.s. Ich mag Deinen Schreibstil!
Und wir haben auch neu angefangen.
Ein schöner altersgerechter Bungalow mit ausgebautem Dach für Kind und Kegel oder ein Bungalow mit zwei Schlafflügeln, das sehe ich für Euch.
Ein Problem könnten die Banken machen, die wollen ungern auf Renten finanzieren (so habe ich es bis jetzt verstanden).
Also würde ich sagen: mal einen Finanzberater konsultieren, was er dabei denkt 🙂
Und lesen, lesen, lesen: macht nicht dümmer, und peu a peu weiss man, worum es beim Hausbau geht - nur nicht verängstigen lassen!
P.s. Ich mag Deinen Schreibstil!
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