Bitte nicht verärgert sein, diese Frage hat keine praktische Relevanz, es interessiert mich nur und ich hoffe, dass hier im Forum auch Raum für solche Fragen ist.
Ich habe am Rande mitbekommen und denke seitdem darüber nach, dass "in den USA" unter den Häusern ein kleinerer Leerraum (kein Keller) ist, in dem flexible Rohre für Wasser, Abwasser etc. "sind" und wenn man in dem Haus darüber an der Raumaufteilung etwas ändern möchte, ist das ganz einfach möglich, weil die Rohre unter dem Haus frei zugänglich sind und beliebig in jeden Raum geführt werden können. Das scheint mir hier in Deutschland etwas komplizierter zu sein. Wisst Ihr weshalb oder welche Nachteile die oben geschilderte Bauweise aus den USA hat? Ich habe es im Sender HGTV gesehen, der viele Hausrenovierungen zeigt.
Ich habe am Rande mitbekommen und denke seitdem darüber nach, dass "in den USA" unter den Häusern ein kleinerer Leerraum (kein Keller) ist, in dem flexible Rohre für Wasser, Abwasser etc. "sind" und wenn man in dem Haus darüber an der Raumaufteilung etwas ändern möchte, ist das ganz einfach möglich, weil die Rohre unter dem Haus frei zugänglich sind und beliebig in jeden Raum geführt werden können. Das scheint mir hier in Deutschland etwas komplizierter zu sein. Wisst Ihr weshalb oder welche Nachteile die oben geschilderte Bauweise aus den USA hat? Ich habe es im Sender HGTV gesehen, der viele Hausrenovierungen zeigt.
H
hampshire29.01.20 10:05Die einzelnen Staaten haben sehr weitgehende Gesetzgebungskompetenz. Es würde mich sehr wundern, wenn es einheitlich vorgegebene Standards gäbe, die für die gesamte USA gelten würden. In den späten 80ern konnte man in New Mexico auf dem Land weitgehend bauen wie man wollte aber nicht wo Man wollte. In Santa Fe gab es sehr viele Bestimmungen, da das Stadtbild erhalten bleiben sollte. Das Gouverneursgebäude von 1610 ist übrigens das älteste öffentliche Gebäude des Landes. So neu ist auch nicht alles in der „neuen Welt“.
Ich schaue regelmäßig fixer up auf sixx. Da sieht man wie die Amis bauen. Ja man kann es nicht verallgemeinern, aber das ist manchmal erschreckend wie simpel. Keine Feuchtigkeitssperre, keine Dämmung nichts nur Balken und Latten. Wird im kälteren Norden natürlich nicht so sein, aber nicht ohne Grund pustet jeder 2 Hurrikan die Häuser weg.
H
hampshire29.01.20 10:43Häuser sind nicht überall so emotional aufgeladen wie bei uns. Man zieht um wenn es nicht mehr zum Lebensabschnitt passt wie man ein Auto tauscht. Der Anspruch auf Dauerhaftigkeit und Kapitalaufbau für die Nachkommen ist weitgehend fremd. Daraus folgen auch andere Häuser. Es sind Gebrauchsgegenstände - manchmal eben nur auf 15 Jahre ausgelegt. Energie und Klimatisierung sind billig, da lohnt kein hoher Dämm-Standard. Auch unser Ausbildungs- und Meisterwesen im Handwerk ist in sehr wenigen Ländern aud qualitativ vergleichbarem Niveau. Es gibt viele Gründe. Schlechter ist es deswegen nicht - nur eben anders.
Außerdem darf man ein paar Dinge nicht vergessen:
1) Holz ist in weiten Teilen der USA billig. Also, so richtig billig. Und man kann sehr viel selber machen. Das ist kein Vergleich der Kosten zwischen Holz und Stein.
2) Ein ausgewachsener Hurricane zerlegt auch bei uns so einige Häuser. Da ist ein Holzhaus billiger und schneller wieder aufgebaut.
3) Wie hampshire sagt, ist das Verhältnis zum Haus ein anderes.
4) Es gibt viele Gegenden in den USA, die klimatisch nicht mit uns vergleichbar sind.
5) Die USA haben weitestgehend richtig schlechten Baugrund, da dieser während der Eiszeit kaum verdichtet wurde. Deswegen muss dort fast alles auf Pfählen gegründet werden. Bei uns kann man für gewöhnlich auf Platten gründen, was deutlich simpler ist. Würde man eine "Installationsebene" schaffen, bräuchte man erst mal ein Trägerrost, auf dem die Bodenplatte aufliegt. Ggf. noch im Keller, was noch mal mehr Bodenaushub zur Folge hat. Oder das Haus schaut weiter aus der Erde heraus, was dann wieder ein Frostschutzproblem darstellt.
Letztlich könnte man es machen, aber ob der Nutzen in einem passenden Verhältnis zum Mehrpreis steht, ist die andere Frage.
1) Holz ist in weiten Teilen der USA billig. Also, so richtig billig. Und man kann sehr viel selber machen. Das ist kein Vergleich der Kosten zwischen Holz und Stein.
2) Ein ausgewachsener Hurricane zerlegt auch bei uns so einige Häuser. Da ist ein Holzhaus billiger und schneller wieder aufgebaut.
3) Wie hampshire sagt, ist das Verhältnis zum Haus ein anderes.
4) Es gibt viele Gegenden in den USA, die klimatisch nicht mit uns vergleichbar sind.
5) Die USA haben weitestgehend richtig schlechten Baugrund, da dieser während der Eiszeit kaum verdichtet wurde. Deswegen muss dort fast alles auf Pfählen gegründet werden. Bei uns kann man für gewöhnlich auf Platten gründen, was deutlich simpler ist. Würde man eine "Installationsebene" schaffen, bräuchte man erst mal ein Trägerrost, auf dem die Bodenplatte aufliegt. Ggf. noch im Keller, was noch mal mehr Bodenaushub zur Folge hat. Oder das Haus schaut weiter aus der Erde heraus, was dann wieder ein Frostschutzproblem darstellt.
Letztlich könnte man es machen, aber ob der Nutzen in einem passenden Verhältnis zum Mehrpreis steht, ist die andere Frage.
ypg schrieb:
Gibt es da drüben überhaupt einen MUSS-Standard? Die Hütten dort in Holz, wir in Beton, auch der Boden.Normen gibt es in den USA auch, z.B. die "Modell codes" der "american society of civil engineers" (ASCE) - ähnlich unserer DIN Normen. Welche Bereiche dort aber geregelt sind und in wie weit diese für Privatleute verpflichtend sind ist eine andere Frage..Ähnliche Themen