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ᐅ Finanzierung mit niedriger Tilgung und vielen Sondertilgungen


Erstellt am: 15.02.18 17:07

Stagenberger15.02.18 17:07
Habe mich nun mehr oder weniger für einen Bauträger entschieden, nun geht es an die Finanzierung.

Eine bekannte Online-Bank mit wenigen Filialen hat mir verschiedene Tilgungssätze in Aussicht gestellt:

1%; 1,5% oder 2%.

Ich persönlich mag eine niedrigere Rate (1 bis 1,5% Tilgung) um im Falle eines kurzfristigen finanziellen Engpasses mir keine Sorgen um die Hausrate machen zu müssen, sondern aufgrund einer niedrigeren Belastung immer relativ entspannt alles laufen lassen zu können. Ich würde dann einen Betrag X auf ein Extrakonto überweisen und das jährlich Ersparte zusammen mit Weihnachtsgeld und Steuererstattung als Sondertilgung zu verwenden. Wenn dann irgendwas Außerplanmäßiges kommt, wird eben dann ein Teil des Geldes nicht zur Tilgung sondern beispielsweise zu Autoreparatur verwendet.

Ein Finanzierer A sagt: "Geht nicht, da spielen unsere Partner nicht mit, weil die Kreditlaufzeit damit theoretisch über 35 Jahre beträgt und außerdem weit in ihre Rentenzeit hineingeht."

Die Hausbank sagt: "Wir bieten keine so niedrigen Tilgungsraten an, unter 2% gibt es nichts. Maximale Zinsbindung außerdem: 10 Jahre.

Die Direktbank sagt: "Kein Problem, wir können das genauso machen wie sie wollen...sie müssen nur wissen, dass bei einer Zinsbindung von maximal 15 Jahren bei einer 1% Tilgung nicht gigantisch viel passiert ist, wenn Sie keine Sondertilgungen machen."

Wer kennt sich hier aus? Findet ihr mein Modell mit niedriger festgeschriebener Tilgung und vielen Sondertilgungen sinnvoll und machbar?
Maria1615.02.18 17:22
Doofe Frage: was passiert, wenn jedes Jahr irgendwas ist? Erst Auto, dann Kühlschrank, dann doch mal Urlaub...

Mir wäre es zu riskant in dem Sinne, dass man nie von den Schulden runter kommt und bei der irgendwann fälligen Anschlussfinanzierung und ggf. auch nur minimal höheren Zinsen die dann nötige Rate nicht mehr stemmen kann.
chand198615.02.18 17:33
Das Prinzip ist sinnvoll, erfordert aber die meiste Disziplin. An das gut gefüllte Extrakonto im Jahr nicht ran zu gehen, obwohl die Verlockung winkt, ist nicht jedem gegeben.

Bsp.: Urlaub von dem Geld wäre daneben. Aber macht man es nur einmal, ist das nächste Mal leichter, nicht schwerer.

Hier muss auch Einigkeit bei Partnern bestehen.

Sinnvoll, aber mit gewissen Fallstricken behaftet. Bei einer höheren Tilgung ist mit dem Geld auch gleich die Verlockung weg.

Kannst nur du wissen.
lastdrop15.02.18 17:36
In der Praxis werden viele Sondertilgungsmöglichkeiten nicht oder wenig genützt. Deshalb halte ich es auch für ein bisschen Selbstbelügung, wenn man darauf bauen will. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Ich würde es nicht machen, sondern die Selbstdisziplinierung der höheren Tilgung monatlich nutzen.

Viel wichtiger wäre für mich eine Option, den Tilgungssatz während der Laufzeit anpassen zu können, falls ich tatsächlich auf absehbare Zeit nicht die Mittel zur Tilgung hätte.
Egon1215.02.18 17:57
Machen wir genau so, wahrscheinlich mit der gleichen Bank ..läuft 1% Tilgung ...Extrakonto (was für ein Wortspiel) auf dem wird die jährliche Sondertilgung angespart. Wir kommen so effektiv auf ~ 2,5 % Tilgung, das braucht natürlich ein bisschen mehr Disziplin
Alex8515.02.18 18:53
Willst du die 1% haben weil du dann besser disponieren kannst oder weil du dir nicht mehr leisten kannst? Dann lass es.
Wenn du 2,5-3% Tilgung zahlen könntest, dies nur nicht monatlich willst, dann ist dein Modus ok, sofern du es auch durchziehst.
Ansonsten ist das Haus nach der ersten Zinsbindung weg.
sondertilgungenzinsbindungrate