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ᐅ Erfahrungen Schwedenhaus | Holzhaus - Rörvikshus


Erstellt am: 26.04.25 17:32

Replique8226.04.25 17:32
Hallo Leute,
wir kommen aus Berlin und wollten ursprünglich mit dem Anbieter Rörvikshus unser eigenes Schwedenhaus bauen. Leider wird es dazu nicht kommen und ich möchte an dieser Stelle meine Erfahrungen mit dieser Hausbaufirma teilen, damit Andere nicht die gleichen Erfahrungen machen müssen.

Ich weiß gar nicht, ob sich Rörvikshus überhaupt Hausbauer nennen darf. Nach meinen Erfahrungen ist Rörvikshus nichts weiter als ein Wandhersteller und -aufsteller. Im Bauvertrag werden lediglich die Wände mit Fenster, Zwischendecken sowie das Dach angeboten. Alle anderen Gewerke müssen vom Bauherrn organisiert und auch beauftragt werden. Angefangen von der Erschließung, Bodenplatte, Architekten, Energieberater, der gesamte Innenausbau wie Heizung, Elektrik, Tischler für Treppe und Geländer und so weiter.
Ohne einen zusätzlichen, kostenintensiven Bauleiter ist gerade das Schnittstellenmanagement zwischen den Gewerken als Privatperson kaum stemmbar. Gleichzeitig muss in dem Fall der Bauleiter bei einer Finanzierung des Hauses für die Bank den Baufortschritt dokumentieren und die Abnahmen zur Qualitätssicherung der einzelnen Gewerke übernehmen. Diese Punkte zu den „externen“ Verhältnissen und die damit einhergehenden Risiken wurden uns vor der Vertragsunterschrift leider nicht erläutert.
Der Bauvertrag bei Rörvikshus ist nicht kostentransparent. Das heißt, die Leistungsbeschreibung hat keine einzelnen Kostenpositionen oder Kostengruppen und es ist nicht nachvollziehbar, wie sich der Gesamtpreis zusammensetzt. Außerdem schiebt Rörvikshus im Bauvertrag alle zusätzlichen Leistungen (Bereitstellung Kran, Gerüst, Schuttcontainer, Bau-WC, Innengerüst und andere) dem Bauherrn zu, was wiederum zu intransparenten Kosten führt, da diese bei Vertragsunterschrift mit keinen Angeboten hinterlegt sind. Nach deutschem Recht können diese Klauseln im Rörvikshusvertrag nach §307 Baugesetzbuch angefochten werden, da es sich hier um eine unangemessene Benachteiligung handelt. Ganz zu schwiegen von der Tatsache, dass dem Bauherrn kaum Angaben zu den erforderlichen Voraussetzungen gemacht werde. Was für ein Container in welcher Größe, für welche Abfallarten und welche Dauer? Die Zufahrt muss für LKWs mit mindestens 18m Länge geeignet sein.
Unser Vertriebspartner in Berlin / Brandenburg von Rörvikshus versprach uns vor Vertragsunterschrift volle Unterstützung bei der Koordination der Gewerke und den zusätzlichen Pflichten des Bauherrn. Auch kümmerte er sich anfangs um Angebote für den Innenausbau. Leider stellte sich heraus, dass das erste Angebot für die Bodenplatte von einem Fachmann war, dessen Rezensionen im Netz von mehrfacher Privatinsolvenz und äußerst wütenden Kunden schreit. Da wurden wir erstmalig skeptisch. Auch die folgenden zwei von ihm vorgelegten Angebote waren unseriös und wir haben uns letztlich selbst um alle Gewerke gekümmert. Der von ihm vermittelte Energieberater sagte uns einen Energienachweis in etwa 2 Wochen zu, aber nachdem wir alle Infos teilten, tat sich erst einmal nichts. Der Vertriebspartner sicherte zu, ihm alle Infos geliefert zu haben, doch es folgten weitere Wochen, in denen wir immer wieder telefonisch beim Energieberater nachharkten und er uns wissen ließ, dass immenroch die Infos vom Vertriebspartner fehlten.
Nach Vertragsunterschrift wurde es still um den Herrn. Es wurde nur wenige Mails beantwortet und auf konkrete inhaltliche Nachfragen wurde entweder nicht eingegangen oder wir bekamen Anekdoten aus seiner Vergangenheit zu hören, nach dem Motto: „Haben wir schon immer so gemacht.“.
Der von ihm angebotene freie Architekt (auch dieser muss extra durch den Bauherrn beauftragt und bezahlt werden) tat sich bei uns sehr schwer eine nachvollziehbare Baukostenaufstellung für die Bank anzufertigen. Nachdem der Bauantrag gestellt wurde, kam ein formaler Mängelbescheid mit Frist von 4 Wochen. Wir mussten erneut (!) ein Bodengutachten anfertigen lassen und baten den Architekten um Beantragung einer Fristverlängerung. Diese hat er per E-mail am Tag des Fristendes nach 18 Uhr gestellt. Er sicherte einen Termin zur Bauantragsnachreichung zu, doch 3 Werktage später hatten wir uns erkundigt und er sagte nur, er warte noch auf den Vermesser. An dieser Stelle scheint bewusst auf intransparente Kommunikation gesetzt zu werden.
Auch im Vertrag des Architekten wartete schon die nächste Überraschung. Hier wurden nur die in der HOAI definierten Leistungsphasen 1-4 angeboten. Für einen Laien ist dies zunächst nicht nachvollziehbar. Verbergen tut sich dahinter der entscheidende Fakt, dass der Architekt das Projekt nur bis zur Baugenehmigung (Planungsphase) begleitet. Die für die Beauftragung der Gewerke wie Elektrik, Gas und Wasser benötigten Detailzeichnungen werden demnach nicht vom Architekten angefertigt. Diese müssen zusätzlich durch entsprechende Fachplaner oder einen weiteren Architekten beauftragt werden.
In Summe kann ich nur festhalten, dass das Vertragskonstrukt bei Rörvikshus sehr viele Fallstricke, versteckte Kosten und Pflichten für den Bauherrn beinhaltet, die in keiner Weise erläutert werden. Der Eindruck hierbei ist ganz klar, dass bewusst mit selbstsicherem Auftreten, Versprechungen und größtmöglicher Intransparenz auf die Unwissenheit des Bauherrn gesetzt wird.
Wir haben den Vertrag mittlerweile wieder gekündigt und dafür eine Menge Lehrgeld bezahlen müssen.
11ant26.04.25 18:27
Ich kann hier kein "bewußtes auf Intransparenz Setzen" erkennen. Du wolltest einen Holzhaus-Rohbau-Bausatz erwerben. Wenn sich dessen Hersteller und Exporteur "Haushersteller" nennt, ist das nicht verwerflich und auch nicht irreführend oder strafbar, soweit der Vertrag ja schließlich konkretisiert, worin der eigentliche Liefergegenstand besteht und erkennbar ist, daß es sich nicht um ein einzugsfertiges Haus handelt. Wenn Du als Bauherr Dich nicht als Investor sondern wie ein Konsument verhältst und das "Haus" kaufst als sei es ein Fernseher oder eine Sitzgruppe, ist das kein Fehler Deines Vertragspartners. Ich sehe §307 Baugesetzbuch den Verkäufer eines Halbzeuges auch nicht verpflichten, Dir die Arrondierung seines Angebotes zu einem vollständigen Endprodukt in Einzelschritten aufzulisten oder gar vorzukauen. Wenn Dich Dein Vertragspartner mit Deiner Kündigung durchkommen läßt, gratuliere ich Dir zu diesem Mehr Glück als angemessener Sorgfalt. Auch daß ein Architekt wenn er nur den Mandatsumfang Leistungsphase 1 bis 4 leistet weder detailplant noch ausschreibt oder bauleitet, kannst Du im öffentlich zugänglichen "Inhaltsverzeichnis" der HOAI mühelos selbst erkennen und ist keine Bringschuld des Bausatzlieferanten, Dich darauf hinzuweisen. Eine mündlich zugesagte "Unterstützung" des Handelsvertreters ist kein Bestandteil Deines Vertrages mit dem Bausatzlieferanten. Das alles braucht nicht einmal einen Assessor, das kann Dir jeder Praktikant bei der Verbraucherzentrale erklären. Du warnst hier also eher vor der Nachahmung Deiner Naivität als vor dem Geschäftsgebaren Deines Vertragspartners (den Betroffenen wird es dennoch helfen, insofern also durchaus Danke auch dafür). Im übrigen endet eine Frist am Ablauftag um 24 Uhr, und nicht bereits bei Büroschluß. Allerdings ist der Architekt für die Vollständigkeit des Bauantrages verantwortlich (und auch berufshaftpflichtversichert). Als Bauherr hast Du auch Pflichten (und stehst auch für Versäumnisse Deiner Erfüllungsgehilfen ein).

Wenn Du - wie ich vermute - nun einen neuen Hausbau-Anbieter suchst und mit diesem Dein Projekt vorantreiben willst (und nichts dazugelernt hast, z.B. weil Du keinen Fehler bei Dir siehst), solltest Du Dir selbst einen freien Architekten - und wohl am besten auch einen einschlägig qualifizierten Anwalt - suchen. Den Architekten benötigst Du nicht zwingend für beide Halbzeiten (Leistungsphase 1 bis 8), sondern auch ein freier Bauberater kann Dir hier individuell sagen, wann Du wen brauchst (ich selbst bin allerdings aktuell bis in die Herbstferien "zu", habe aber zahlreiche Mitbewerber). Zur Einführung empfehle ich Dir meinen "Ein Hausbau-Fahrplan, auch für Sie: das Phasenmodell der HOAI!", den Du extern ergoogeln mußt und der Dir erläutert, wann (mit oder ohne Architekt) der Hase wo lang läuft.
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Rübe127.04.25 09:33
Was ich immer nicht verstehe: warum unterschreibt man sowas? Ist es wirklich der psychologische Druck, nächste Woche gibts nichts mehr, oder es steigen die Preise? Oder das gut riechende Rasierwasser? Es gibt doch eine Leistungsbeschreibung, da steht drin, was geliefert wird und was nicht. Liest man sich das in der Euphorie nicht durch? Auch wenn auf der Heimseite zu lesen ist, der Vertriebspartner begleitet Euch bis zum Ende, aber das ist doch bei jedem Vertriebspartner so, es gibt gute und es gibt schlechte. Oder ist/war es überzogene Erwartungshaltung?
Lüftermax01.05.25 20:59
Man merkt, dass du dir bei dem Projekt echt Mühe gegeben hast und am Ende enttäuscht wurdest. Das ist mega ärgerlich, besonders wenn es um so viel Geld und Energie geht. Dass Rörvikshus eher als Bausatzlieferant agiert und nicht als klassischer Hausbauer, ist für Laien oft nicht auf den ersten Blick erkennbar, vor allem wenn im Vorfeld mit Begleitung und Unterstützung geworben wird. Klar, rechtlich steht vieles im Kleingedruckten oder ist aus der Leistungsbeschreibung abzuleiten, aber ob man das als Laie sofort vollständig durchblickt, ist eine andere Sache.

Was bei euch gelaufen ist, zeigt halt, wie wichtig es ist, wirklich alles vor Vertragsunterschrift zu klären – nicht nur, was geliefert wird, sondern auch, wer für was zuständig ist und wer sich um was kümmert. Wenn dann noch das Gefühl entsteht, dass der Ansprechpartner nach Vertragsabschluss abtaucht oder sich nicht mehr verantwortlich fühlt, dann ist das Vertrauensverhältnis im Eimer, egal was auf dem Papier steht.

Ich finde es gut, dass du das hier so offen teilst. Am Ende ist das nicht nur ein Erfahrungsbericht über eine Firma, sondern auch eine Erinnerung daran, wie komplex so ein Bauprojekt ist und wie leicht man in Probleme läuft, wenn man denkt, man kauft „ein Haus“ wie ein fertiges Produkt. Hast du schon einen neuen Weg gefunden, wie ihr das Bauprojekt weiter angeht?
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