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ᐅ Einschätzung Photovoltaikanlage, Dimensionierung


Erstellt am: 07.11.2019 21:55

Tarnari 07.11.2019 21:55
Hallo zusammen,

wir haben ein Angebot für eine Photovoltaikanlage auf dem Dach unseres fürs nächste Jahr geplanten Einfamilienhaus.
Unser Plan, ist das Süd-ausgerichtete Dach komplett voll zu machen.
Es handelt sich hierbei um ein Haus, mit den ca. Maßen 9x12m mit Dach Ausrichtung längs, Satteldach 45 Grad. Es wird keinen Dachüberstand geben und eine Dachgaube.
Einen Grundriss des Dachgeschosses mit den Grundmaßen findet Ihr als Anhang. Die Photovoltaikanlage wird dabei auf dem im Grundriss zu sehenden Dach mit der einzelnen Gaube errichtet und nicht auf der Seite mit den zwei Gauben.

Was uns an dem Angebot wundert, ist dass der Anbieter hierbei eine Fläche für die Photovoltaikanlage in Größe von 45,8 qm bzw. 28 Modulen ansetzt (um es deutlich zu machen, Photovoltaik-Fläche nicht Dachfläche), was laut dem Angebot in einer kWp von 8,8 endet.
Ich will nun extra nicht sagen, was ich an Dachfläche ausgerechnet habe (bin echt schlecht in Mathe, aber gibt ja entsprechende Rechner im Netz ), aber uns scheint, dass gemessen daran die Anlage viel größer sein könnte. Das Ziel war ursprünglich mindestens die 10 kWp voll zu machen, eher noch mehr. Nimmt die Gaube so viel Fläche?
Zusätzlich sagt unsere Architektin, es gäbe wohl Vorschriften, was die Abstände zum Dachrand und zur Gaube oder so ähnlich gäbe, kann das sein?
Dachgeschoss-Grundriss mit Treppen, Abstellraum und Zimmern; Maßlinien sichtbar.


Haben wir nun einen totalen Denk(rechen)Fehler oder ist die Anlage viel zu klein gemessen am Dach?
Wäre echt toll, wenn Ihr dazu mal Eure Einschätzung geben könntet.

Zusätzlich als optionale Frage, es handelt sich um IBC-Module und einen SMA-Wechselrichter, Gesamtpreis ca. 11,5K € netto.
Taugen die Sachen was und ist das in NRW ein angemessener Preis?

LG
Tarnari

miho 07.11.2019 23:26
Mit der Frage bist Du im photovoltaik Forum (googeln) besser aufgehoben.

Mal ein kurzer Versuch: Abstände vom Rand hängen von Eurer Windlastzone ab. Wir haben hier bei IIRC Zone 1 nur etwa 10cm.
Bei der Anlagengröße sollte ein kWp um die 1200 Euro netto kosten. Dein Angebot ist nicht total daneben, aber das geht vermutlich noch günstiger. Insbesondere wenn z.B. die Gerüste vom Hausbau mitgenutzt werden können.
Welche IBC Module sind es denn? Wie viele Wärmepumpe? Sind es schwarze Module? SMA macht brauchbare Wechselrichter.
Bei 45 GRad und Südausrichtung sollte man 70% weich regeln. Das geht mit ebenso guten Wechselrichtern von Fronius deutlich günstiger, weil man wesentlich günstigere Zähler anschließen kann.

Grüße
Michael

boxandroof 08.11.2019 00:25
Tarnari schrieb:

Haben wir nun einen totalen Denk(rechen)Fehler oder ist die Anlage viel zu klein gemessen am Dach?
Ergänzend zum gutem Vorpost: nein, Du bist nicht auf dem Holzweg. Gehe bis 10kWp oder wenn mehr geht ab >13kWp voll belegen. Leg die Module auf dem Papier selber auf Dein Dach und bestell dann genau so.

Ich weiß auch nicht, warum viele Solarteure einem das Dach nicht vollmachen und mehr verkaufen wollen. War bei uns nicht anders und ich bin froh um jedes zusätzliche Modul das wir nun haben.

nordanney 08.11.2019 07:20
boxandroof schrieb:

Ich weiß auch nicht, warum viele Solarteure einem das Dach nicht vollmachen und mehr verkaufen wollen. War bei uns nicht anders und ich bin froh um jedes zusätzliche Modul das wir nun haben.
Hat zum Teil mit vertretbaren String-Längen und den Wechselrichtern zu tun.

Knöpfchen 08.11.2019 08:08
Wird die Anlage größer 9,9 Kwp wird Inder Regel ein Direktzähler vom Versorger gefordert.
Bedeutet der Zählerschrank braucht ein Messfeld zusätzlich .
Ab 30KWP dann schon Meßwandler mit steigendem Aufwand steigen auch die Kosten.

hampshire 09.11.2019 09:20
Die Standardmodule sind in Reihe geschaltet. Eine Gaube wirft Schatten. Schatten auf Reihenschaltung senkt Gesamtleistung. Frage den Photovoltaik Errichter nach der Verteilung und warum er diese Empfehlung und Berechnung abgibt.
Wer einfach alles mit reihengeschalteten Platten vollknallt und trotz Schattenwurf volle Leistung verspricht, der hat auf dem Papier das bessere kWp/€ Verhältnis und liefert im Zweifel die schlechter funktionierende Anlage.
Gier frisst manchmal Hirn und so bekommen diese Jungs ihre Aufträge.
Knöpfchen schrieb:

Wird die Anlage größer 9,9 Kwp wird Inder Regel ein Direktzähler vom Versorger gefordert.
Bedeutet der Zählerschrank braucht ein Messfeld zusätzlich .
Zudem zahlst Du über 10kWp für Deine Produktion eine Energieumlage. Steigt in 2020 massiv.
Tipp: Richte die Dimensionierung großzügig auf Deinen Eigenverbrauch aus, setze einen Hybridwechselrichter ein und speichere überschüssige Energie in angemessenem Rahmen in Batterie und Warmwasserspeicher.
Wenn Du das Haus nicht optisch verschandeln willst, nimm Solarziegel. Kostet zwar deutlich mehr, macht das Haus aber auch wertvoller (also gut investiert) - und bei einem System mit Kleinspannung auf dem Dach und Parallelschaltung hast Du auch keine Schattenprobleme, keinen Elektriker auf dem Dach, keine Brandlasteintragung und keine Hochspannung über den Wohnräumen. Das sind allesamt Nachteile der Standard Photovoltaik-Platten, von denen keiner spricht und die jeder in Kauf nimmt, weil diese inzwischen keiner mehr hinterfragt.
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