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ᐅ Alternativen zum Gas, wie rechnen sich diese?

Erstellt am: 10.03.18 14:15
J
junge_familie
Hallo zusammen,

wir wohnen aktuell in einem Haus (Bj. 2015 zur Miete) mit folgenden Verbrauchswerten:
  • Haushaltsstrom: 3.000 kWh pro Jahr
  • Luftwärmepumpe: 4.300 kWh Strom pro Jahr, Heizleistung 13.000 kWh
  • Solarthermie: 1.000 kWh Solarthermie
Bei unserem geplanten Haus ist es so, dass Gas anliegt, wir aber auch für Alternativen offen sind. Wir würden für den Heizbedarf geschätzte Gaskosten von 800 Euro pro Jahr haben und vielleicht nochmal 5.000 Euro für die Gasheizung ausgeben.

Jetzt ist es so, dass wir uns mal nach Solar (also Photovoltaik und Thermie) umgeschaut haben, um dies zur Unterstützung oder als Energiequelle für eine Luftwärmepumpe zu nutzen, aber das rechnet sich ja alles hinten und vorne nicht. Dazu kommt, dass unser Haus mit einem Satteldach genau in Nord-Süd Richtung stehen wird; d.h. eine Dachseite fällt nach Osten, eine nach Westen ab.
  • Bei der Photovoltaikanlage dachte ich zunächst an einen Akku, damit man den Strom nicht für lächerlich wenig Geld einspeist und den erzeugten Strom für die Luftwärmepumpe verwenden kann. Aber da kostet so ein Akku schon mal schnell 6.000 Euro aufwärts; also bekommt man für den Preis des Akkus schon Gas für 8 Jahre. Sprich, selbst wenn es ein magischer Akku wäre, der kostenlos den kompletten Strom für die Luftwärmepumpe liefern würde, müsste er erst einmal 8 Jahre durchhalten. Noch nicht eingerechnet, dass die Luftwärmepumpe selbst auch nochmal teurer als die Gasheizung ist.
  • Bei der Solarthermie bin ich skeptisch, weil man während der Sommermonate, bei entsprechend hoher Sonneneinstrahlung, am wenigsten warmes Wasser benötigt. Strom, zumindest Haushaltsstrom, benötigt man ja immer.
  • Ist es denn möglich, wenn man nur nach Energieeinsparverordnung baut, eine Gasheizung einzubauen, ohne irgendetwas auf's Dach zu setzen? Oder klappt das dann nicht mit dem maximal zulässigen Primärenergiebedarf?
  • Wie sieht es aus, wenn wir nur eine Luftwärmepumpe verwenden (so wie heute im Mietshaus)? Irgendwie ist das so teuer, dass sich das (egal ob Photovoltaik oder Thermie auf dem Dach) nie im Vergleich zu Gas rechnet. Das Gas ist einfach zu billig...
Wir sind ziemlich unschlüssig, wie wir sinnvollerweise vorgehen sollten. Was würdet ihr machen?
J
Joedreck
12.03.18 14:35
Stimmt Karsten, bei dir. Ab einem 1,5 Geschosser wird kaum ein sichtbares Plastikrohr durchs Schlafzimmer laufen.
Und keine Kosten sind zu vernachlässigen, wenn man eine Vollkostenrechnung durchführen möchte.
Die Wärmepumpe Fraktion stellt nämlich auch gern eine Wärmepumpe als wartungsfrei dar. Stimmt so halt auch nicht.
J
junge_familie
12.03.18 15:56
Dank für die vielen Antworten. Man sieht - ein teilweise emotionales Thema...
Zaba12 schrieb:
Wenn man sich aber schon preisliche Gedanken macht zwischen Wärmepumpe und Gas wie sich das rechnet bei den paar t€ Unterschied wie ist es denn dann beim restlichen Haus?!?

Klar, man könnte jetzt argumentieren, dass die paar Euro bei den Gesamtkosten nicht auffallen, aber es bleibt ja nicht dabei. Es geht hier meines Erachtens um eine Grundeinstellung und da bin ich ganz klar der Meinung, dass ich alles was nicht sein muss, zunächst mal weglasse. Die "paar tausend Euro Unterschied" läppern sich halt relativ schnell. Wenn man hier und da ein paar Dinge spart, reduziert oder später nachrüstet, spart man plötzlich mehrere Zehntausend Euro.

Um das mal einzuordnen: Unser Grundstück hat über 600€ / qm gekostet, mit abrissreifer Doppelhaushälfte in gewachsener Umgebung. Da noch ein Haus drauf und trotz sechsstelligem Eigenkapital werden wir über 550.000 Euro Kredit aufnehmen. Wenn wir da ein paar Zehntausend Euro sparen können, werden wir das tun...
A
apokolok
12.03.18 16:23
Im Endeffekt ist die Entscheidung zwischen Gas oder einer Luft-Wasser-Wärmepumpe doch davon abhängig wie man die Entwicklung des Preises für Gas bzw. Strom einschätzt.
Ich persönlich würde auch heute noch eine Gastherme einbauen, da ich nicht glaube, dass sich der Gaspreis über die Lebenszeit der Technik so weit vom Strompreis abkoppelt.
In 20 Jahren mag es dann anders aussehen, wer weiß.
Besser sieht das ganze bei einer deutlichen effizienteren Bodenwärmepumpe aus. Da braucht es aber das passende Grundstück sowie den Willen und die Möglichkeit zur Eigenleistung.

Zur Haltbarkeit der Technik: Ich hab einen Ölbrenner von 1982 im Keller stehen, der hat noch nicht einmal gemuckt seitdem ich das Haus bezogen habe.
Laufende Kosten halten sich auch im Rahmen, komme mit Warmwasser und Heizung auf keine 1000€ / Jahr.
Natürlich ist Öl aktuell sehr günstig, aber selbst eine 50% Preissteigerung würde mich jetzt nicht aus den Socken hauen.
Klar, wenn das Ding die Grätsche macht kommt was anderes rein, aber solange es läuft ist es durchaus wirtschaftlich.
wärmepumpegrundstückgastechnik