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ᐅ Sole/Wasser-Wärmepumpen


Erstellt am: 13.05.11 22:21

C
corner
13.05.11 22:21
Hallo,

wir sind derzeit an der Planung unseres Hauses. Es soll vermutlich ein KFW-40-Haus werden. Die Frage die wir uns stellen, was für eine Heizung wird dafür benötigt? Kann man ein kfw-40-Haus mit einer Gas-Therme überhaupt erreichen?

Uns wurde eine Sole/Wasser-Wärmepumpe (Kollektor) von Nibe empfohlen (NIBE F1145 PC/F1245 PC). Kennt sich jemand damit aus? Reicht die Pumpe auch im Winter aus für die Heizung? Des Weiteren überlegen wir eine Photovoltaikanlage aufs Dach installieren zu lassen. Meines Erachtens sind die Investitionskosten aber extrem hoch, daher frage ich mich ob sich das lohnt oder nicht.

Unser Haus wird etwa 135-140qm. Das Grundstück hat eine Südwestausrichtung, so dass das Dach Richtung Westen schaut.

Was für ein Heizsystem würdet ihr bei einem kfw-40-Haus empfehlen?

Vielen Dank und viele Grüße

corner
€uro
14.05.11 10:36
Hallo,
corner schrieb:
... Es soll vermutlich ein KfW-40-Haus werden. Die Frage die wir uns stellen, was für eine Heizung wird dafür benötigt? Kann man ein kfw-40-Haus mit einer Gas-Therme überhaupt erreichen?
Eher nicht, es sei denn, eine leider wenig wirtschaftliche Solarthermieanlage wird mit "eingekauft". Knackpunkt meist der zulässige Wert für die Primärenergie.
corner schrieb:
... Uns wurde eine Sole/Wasser-Wärmepumpe (Kollektor) von Nibe empfohlen (NIBE F1145 PC/F1245 PC). Kennt sich jemand damit aus? Reicht die Pumpe auch im Winter aus für die Heizung?
Lediglich warm bekommt man nahezu jedes moderne Gebäude. Ob das im späteren Betrieb auch tatsächliche energieeffizient erfolgt, steht auf einem ganz anderen Blatt. Hierzu sind vorab div. Dimensionierungsberechnungen erforderlich, die nicht selten wenig exakt bzw. teilweise überhaupt nicht durchgeführt werden. Mit den Ergebnisparametern entscheidet sich dann auch, welcher Wärmeerzeuger (WE)/ Gerät, Hersteller besonders geeignet ist.
corner schrieb:
... Des Weiteren überlegen wir eine Photovoltaikanlage aufs Dach installieren zu lassen. Meines Erachtens sind die Investitionskosten aber extrem hoch, daher frage ich mich ob sich das lohnt oder nicht.
Photovoltaik ist im Vergleich zu Solarthermieanlage für den Bauherren wesentlich wirtschaftlicher, allerdings nur aufgrund der Subventionen.
corner schrieb:
..., so dass das Dach Richtung Westen schaut.
Hieraus ergeben sich Ertragseinbußen. Da wäre eine exakte Dimensionierung und Bilanzierung vorab sicherlich angebracht.
corner schrieb:
... Was für ein Heizsystem würdet ihr bei einem kfw-40-Haus empfehlen?
Belastbar lässt sich das erst nach erfolgter Berechnung beantworten, alles Andere wäre ein Blick in die Glaskugel.

v.g.
C
corner
14.05.11 22:19
Aber wie lasse ich so eine Dimensionierungsrechnung durchführen? Reicht es die Heizlast des Gebäudes bestimmen zu lassen? Eigentlich müsste doch das Bauunternehmen genau wissen, was für Werte das Haus benötigt, da sie solche Häuser ja nicht zum ersten Mal bauen, will heißen es muss doch nicht für jedes Haus eine eigene Berechnung durchgeführt werden. Die Südlage des Hauses ist ja auch bekannt.

Muss mich auch korrigieren. Das Dach hätte eine Südwesten-Ausrichtung.

Mal ne private Frage @ €uro: Darf man wissen, ob Du in der Branche tätig bist oder woher du Dein Wissen hast?

Viele Grüße

corner
€uro
15.05.11 09:41
corner schrieb:
....Aber wie lasse ich so eine Dimensionierungsrechnung durchführen? Reicht es die Heizlast des Gebäudes bestimmen zu lassen?
Die sinnvollste Variante ist die Beauftragung eines externen verkaufsunabhängigen Planers. Zumindest sollte man die beabsichtigte Lösung überprüfen lassen. Allein die Heizlast reicht bei Weitem nicht aus.
corner schrieb:
....Eigentlich müsste doch das Bauunternehmen genau wissen, was für Werte das Haus benötigt, da sie solche Häuser ja nicht zum ersten Mal bauen,...
Sollte man eigentlich meinen, ist aber leider nicht so. Wie schon bemerkt, "warm" bekommt man es meistens schon - tatsächliche Energieeffizienz ist dagegen meist ein Fremdwort. Wenn die Bauherren das dann später bemerken, sind Korrekturen z.T. sehr schwierig.
corner schrieb:
.... will heißen es muss doch nicht für jedes Haus eine eigene Berechnung durchgeführt werden.
Bei einem "Standardhaus" also einer Art Wiederverwendungsprojekt, sind bestenfalls die geometrischen Daten des Gebäudes identisch, Klimastandort und Nutzerverhalten dagegen stets individuell. Letztere haben einen erheblichen Einfluß auf die Endergebnisse und damit auf die sinnvolle techn. Lösung.
corner schrieb:
.... Darf man wissen, ob Du in der Branche tätig bist oder woher du Dein Wissen hast?
Eine gute Frage, die in Foren häufiger gestellt werden sollte.
Ich bin als TGA (Ttechnische GGebäude AAusrüstung) Planer, Energieberater und als Gutachter bzw. Sachverständiger tätig.
Bei letztgenannter Tätigkeit habe ich mit vielen Murksanlagen, wie ich sie bezeichne, zu tun.
Zwischen den Energieeinsparverordnung bzw. KfW-Nachweise auf dem Papier und der praktischen Realität bestehen zum Nachteil des Bauherren nicht selten erhebliche Differenzen.

v.g.
C
corner
16.05.11 19:45
Hallo,

ich habe noch eine Frage zu den Erdwärme-Kollektor-Anlagen. Im Internet liest man, dass in etwa das 1- bis 2-fache der zu beheizende Wohnfläche als Kollektorfläche benötigt wird. Bei zwei Anbietern wurde uns jetzt aber eine Kollektorfläche angeboten, die unter der zu beheizenden Fläche liegt. Etwa bei der Hälfte. Aussage war, dass diese Fläche ausreichen würde, da keine herkömmliche Kollektorfläche genutzt wird, sondern Sprialrohre. Es kann ja sein, dass dann mehr Energie aus dem Erdreich absorbiert werden kann, die Frage, die ich mir stelle ist nur: Kühlt das Erdreich dann nicht zu sehr aus und besteht die Gefahr eines Permafrostbodens oder eines Bodens auf dem das Gras nicht mehr wächst?

Der Erdboden auf unserem Grundstück ist Marschboden, also eher feuchter Boden.

Danke und viele Grüße

corner
€uro
17.05.11 09:15
Hallo,
corner schrieb:
... Im Internet liest man, dass in etwa das 1- bis 2-fache der zu beheizende Wohnfläche als Kollektorfläche benötigt wird.
Im Internet liest man leider viel, wobei der Wahrheitsgehalt mitunter fragwürdig ist.
Die Kollektorfläche, Länge und Anzahl der Solekreise werden entsprechend der Kälteleistung der Wärmepumpe sowie der Bodenart dimensioniert.
Durchmesser und Länge richten zusätzlich nach den hydraulischen Bedingungen, z.B. Kennlinie der Solepumpe (Restförderhöhe).
corner schrieb:
... , da keine herkömmliche Kollektorfläche genutzt wird, sondern Sprialrohre.
Bei Horizontalkollektoren gibt es inzwischen die unterschiedlichsten Bauarten, selbstverständlich jeweils mit Vor-, aber auch mit Nachteilen. Klassischer Horizontalkollektor, Grabenkollektor (slinky), Energiekörbe u.v.m..
corner schrieb:
... Es kann ja sein, dass dann mehr Energie aus dem Erdreich absorbiert werden kann, ...
Oder weniger! Mitunter reicht die Entzugsleistung überhaupt nicht aus, um die erforderliche Heizlast zu decken. nicht selten reduziert sich die VLT zur Wärmepumpe im Frühjahr nach bzw. am Ende der Heizperiode erheblich. Folge: schlechte Jahresarbeitszahl und eine Eisbahn im Garten.
corner schrieb:
... die Frage, die ich mir stelle ist nur: Kühlt das Erdreich dann nicht zu sehr aus und besteht die Gefahr eines Permafrostbodens ....
Durchaus, insbesondere bei oberflächennaher Verlegung. Die Folgen für eine angedachte Vegetation (Garten) können schon erheblich sein, denn nicht alle heimischen Gewächse vertragen auf Dauer "kalte Füße".
corner schrieb:
... Der Erdboden auf unserem Grundstück ist Marschboden, also eher feuchter Boden.
Für einen Horizontalkollektor eigentlich eine gute Voraussetzung.

v.g.
nibekollektorflächekfwwärmepumpedachheizlastheizunggrundstückerdreichgarten