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ᐅ Lüftungsanlage in Einfamilienhaus ohne Wirkung = Planungsfehler?

Erstellt am: 01.02.21 19:35
J
jeti79
Hallo zusammen

wir wohnen nun mittlerweile 2 Jahre (November 2018) in unserem Einfamilienhaus mit Satteldach nach Energieeinsparverordnung 2016 mit zentraler Wohnraumlüftung. (Wolf CWL300)
Leider sind wir von Anfang an nicht zufrieden mit der "Performance" der Lüftungsanlage, weshalb wir unseren Installateur anfangs immer wieder herbestellt haben und dieser nach dem ca. 8. Mal die Segel gestrichen hat und nur noch meinte: "Der Bau ist am Anfang voller Wasser, da ist es ganz normal, dass die Luft 2 Jahre lang schlecht ist". Was wir für eine billige Ausrede halten.

Unsere Unzufriedenheit kommt hauptsächlich daher, dass wir den Vergleich zu Nachbarhäusern erleben durften (alle im gleichen Baugebiet mit ähnlichem Neubaustandard) und dort ist die Luft meist deutlich besser, als bei uns. Soll heißen: trotz laufender Lüftungsanlage (im Anwesenheitsprogramm bei ca. 190 m³/h) haben wir eigentlich beinahe immer stickige Luft im Haus, egal, ob wir da sind, oder nicht.
Obwohl uns der Installateur davon abgeraten hat, haben wir in letzter Zeit eigentlich jede Nacht das Fenster offen, weil die Luft nach 3-4 Stunden im Schlafzimmer verbraucht ist. In den Kinderzimmern ist es genauso.

Auch, wenn wir morgens in EG kommen (wo die ganze Nacht niemand ist), ist die Luft dann alles Andere, als gut. Also reißen wir morgens erstmal wie früher auch, die Fenster auf.

Ich nehme natürlich an, dass wir selbst auch Fehler machen, würde aber gerne herausfinden, ob bei uns evtl. auch (grobe??)Planungsfehler vorliegen?
Lässt sich das aus der Ferne überhaupt feststellen? Was würdet Ihr dazu von uns brauchen?

Ich habe mal einen Belegungsplan angehängt, wie die Tellerventile im OG und EG angebracht sind. Die Anlage ist auf dem Dachboden installiert. Filter wechsle ich gut jeden Monat (weil Neubaugebiet) und die Schornsteine sind die geforderten >2.5m voneinander entfernt auf dem Dach.

Grundriss mit blauer Einlass- und roter Absaug-Pfeile, Küche und Essen/Wohnen.

Grundriss eines Hauses mit blauen Einlass-Pfeilen und roten Absaug-Pfeilen zur Lüftung
J
jeti79
18.02.21 19:18
so ... Heute war der Außendienst von Wolf da und hat sich die ganze Geschichte einmal angesehen:

- Generell ist gegen die Ventilpositionen aus seiner Sicht nichts einzuwenden. Dort sitzen sie sicher nicht nach Handwerkereinweisung, der Luftstrom ist aber gegeben und die Luftqualität (wie ich ja auch messen konnte) ist gut. Stichwort war "Holländische Positionierung"
- Die Strömungsmengen sind etwas unausgewogen - dafür erstellt er mir ein neues Lüftungskonzept (was die Mengen angeht) und setzt das im Zweifel auch um, falls ich es nicht kann (wovon ich ausgehe)
- Staubablagerungen neben den Tellerventilen sieht er auch als Normal an, da dort eine Verwirbelung stattfindet, welche den Staub dort absetzt: ist einfach zu reinigen
- Die Rohrleitungen sind nach ca. 30-40cm im Rohr frei von Dreck und Staub, sollte auch leicht zu reinigen sein und kommt eher daher, dass die Anlage nicht durchgängig lief
- Der Siphon der Kontrollierte-Wohnraumlüftung saß zu, weil der mit Gefälle zum Gerät eingebaut war : nicht dramatisch, aber nicht gut
- Filter waren soweit in Ordnung, aber nicht die Besten: ich wechsle jetzt auf G4/G7 - dadurch hat das Gerät zwar mehr Arbeit, aber im Neubaugebiet sicher nicht umsonst
- Der Stromverbrauch ist leider normal so: das Gerät wird damit vor Frostschäden geschützt: da kann man nur die Luft vorwärmen; z.B. durch einen Luftbrunnen oder Erdwärmetauscher

Fehler, welche wir sicherlich gemacht haben:
- Wir haben die Anlage im Sommer, bei heißen Temperaturen generell ausgeschaltet und jeweils nur zum "Stoßlüften" für 2-3 Stunden morgens und Abends eingeschaltet -> Totsünde. Die Anlage soll immer laufen, auch wenn es nur im Feuchteschutz ist
- Genauso war es falsch, die Anlage bei den Minustemperaturen abzuschalten, um Strom zu sparen -> Lieber auf "Feuchteschutz" weiterlaufen lassen

- Smart Home Anbindung, welche noch fehlte wird jetzt über eine RJ12-Schnittstelle mit Schaltung über einen Schaltaktor gemacht. Konfiguration dann über ISM7E-Schnittstelle und Wolf App

Angesprochen auf zu trockene Luft im Winter / zu feuchte/stickige/warme Luft im Sommer kamen wir gemeinsam zu dem Ergebnis, dass wir am besten unabhängig von der Lüftungsanlage dagegen vorgehen: Ich bin mittlerweile relativ überzeugt davon, dass wir nicht ohne Klimaanlage auskommen werden, um Hausklima/Temperaturen im grünen Bereich zu halten. Ich hoffe da auf eine anständige Anbindung Photovoltaik-Wechselrichter -> KNX -> Klimaanlage/Kontrollierte-Wohnraumlüftung, um die Luftqualität im Haus angepasst an die inneren/äußeren Begebenheiten zu steuern.

Vielen Dank auf jeden Fall schonmal, für Eure Denkanstöße!
OWLer18.02.21 19:29
jeti79 schrieb:

- Genauso war es falsch, die Anlage bei den Minustemperaturen abzuschalten, um Strom zu sparen -> Lieber auf "Feuchteschutz" weiterlaufen lassen

Danke für die Rückmeldung. Was ist mit dem Feuchteschutz gemeint und wie hängt der mit dem Vorheizregister zusammen?
J
jeti79
18.02.21 19:55
Nein, das war nicht Zusammenhang gemeint, sorry.
Seine dringende Empfehlung ist, die Anlage 24/7 laufen zu lassen, egal, ob es draußen heiß oder kalt ist.

Das beugt unter Anderem auch Dreckablagerungen und Schädlingsbefall vor. Eine Wartung/Reinigung der gesamten Anlage schlägt er persönlich alle 3-5 Jahre vor
B
Bookstar
18.02.21 20:51
Da sollten die mal dazu lernen. Eine Zehnder kann man nicht abschalten, aus gutem Grund.
J
jeti79
18.02.21 21:10
Bookstar schrieb:

Da sollten die mal dazu lernen. Eine Zehnder kann man nicht abschalten, aus gutem Grund.
Wer sollte dazulernen? Wir? Das haben wir jetzt. Die Wolf hat auch keinen Ausschalter.
B
Bookstar
18.02.21 21:12
jeti79 schrieb:

Wer sollte dazulernen? Wir? Das haben wir jetzt. Die Wolf hat auch keinen Ausschalter.
Ich meinte die Firma Wolf, die sollten die Funktion zum ausschalten nicht anbieten.

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