ᐅ Sanierung von Bestandsimmobilien inklusive Förderung abschätzen
Erstellt am: 03.02.23 08:19
S
Schnubbihh
Hallo liebe Community,
wir sind auf der Suche nach einer passenden Immobilie für uns und gucken uns dabei vermehrt Bestandsimmobilien an.
Ich tue mich dabei sehr schwer die Angebote grob zu bewerten und abzuschätzen, ob sie in unser Budget passen insb. mit notwendigem Sanierungsbedarf und positiven Einflüssen von Förderungen.
Dazu einige Fragen:
- Unter welchen Bedingungen sind Bestandsimmobilien mit vertretbarem Aufwand zu einem Effizienzhaus 85 zu sanieren? Gibt es da irgendwelche Daumenregeln?
- Habt Ihr Erfahrungswerte mit dem Erstellen eines individuellen Sanierungsfahrplan vor Kauf einer Immobilie? Kann man da Absprachen mit dem Verkäufer bezgl. Kostenteilung sprechen? Insbesondere wenn man doch nicht kauft?
- Welche Heizung kommt als Ersatz für eine alte Ölheizung in Frage? Wenn ich es richtig sehe doch eigentlich nur Wärmepumpe (ab wann sinnvoll?) oder sonst Pelletheizung? Wärmepumpe nur in Kombination mit Fußbodenheizung (und somit zusätzlichen Kosten für neue Fußbeläge?)?
Hier vielleicht mal ein grobes Beispiel:
- Immobilie aus 1965 in Massivbauweise (verklinkert)
- Ölheizung aus 1991
- Energiekennwert 205 (G)
- Wohnfläche 180QM, 1,5 Geschosse
- Keller
- Sehe ich es richtig, dass ein verklinkerter Massivbau ggf. den Vorteil der günstigen "Einspritzdämmung" hat?
- Kann man hier realistisch mit Dämmung Fassade, Dach, Keller und Austausch der Fenster auf EH85 kommen?
- Wäre dies auch realistisch für <100k€ möglich?
Ich hoffe sehr, dass ihr ggf. ein paar gute Tipps und Daumenwerte für mich habt, die mir Orientierung beim Hauskauf geben.
Im Fall der Fälle würde ich dann natürlich immer noch einen Gutachter und Energieeffizienz-Experten VOR Kauf einschalten.
Aber das kann ich ja nicht bei jedem Haus tun, das ich besichtige.
Gruß!
wir sind auf der Suche nach einer passenden Immobilie für uns und gucken uns dabei vermehrt Bestandsimmobilien an.
Ich tue mich dabei sehr schwer die Angebote grob zu bewerten und abzuschätzen, ob sie in unser Budget passen insb. mit notwendigem Sanierungsbedarf und positiven Einflüssen von Förderungen.
Dazu einige Fragen:
- Unter welchen Bedingungen sind Bestandsimmobilien mit vertretbarem Aufwand zu einem Effizienzhaus 85 zu sanieren? Gibt es da irgendwelche Daumenregeln?
- Habt Ihr Erfahrungswerte mit dem Erstellen eines individuellen Sanierungsfahrplan vor Kauf einer Immobilie? Kann man da Absprachen mit dem Verkäufer bezgl. Kostenteilung sprechen? Insbesondere wenn man doch nicht kauft?
- Welche Heizung kommt als Ersatz für eine alte Ölheizung in Frage? Wenn ich es richtig sehe doch eigentlich nur Wärmepumpe (ab wann sinnvoll?) oder sonst Pelletheizung? Wärmepumpe nur in Kombination mit Fußbodenheizung (und somit zusätzlichen Kosten für neue Fußbeläge?)?
Hier vielleicht mal ein grobes Beispiel:
- Immobilie aus 1965 in Massivbauweise (verklinkert)
- Ölheizung aus 1991
- Energiekennwert 205 (G)
- Wohnfläche 180QM, 1,5 Geschosse
- Keller
- Sehe ich es richtig, dass ein verklinkerter Massivbau ggf. den Vorteil der günstigen "Einspritzdämmung" hat?
- Kann man hier realistisch mit Dämmung Fassade, Dach, Keller und Austausch der Fenster auf EH85 kommen?
- Wäre dies auch realistisch für <100k€ möglich?
Ich hoffe sehr, dass ihr ggf. ein paar gute Tipps und Daumenwerte für mich habt, die mir Orientierung beim Hauskauf geben.
Im Fall der Fälle würde ich dann natürlich immer noch einen Gutachter und Energieeffizienz-Experten VOR Kauf einschalten.
Aber das kann ich ja nicht bei jedem Haus tun, das ich besichtige.
Gruß!
Schnubbihh schrieb:
Sehe ich es richtig, dass ein verklinkerter Massivbau ggf. den Vorteil der günstigen "Einspritzdämmung" hat?Sehr unwahrscheinlich, aber möglich, würde ich in deinem Fall nicht mit planen. Zweischalige Mauerwerke mit Luftzwischenraum wurden bis Ende der 50er Jahre gebaut, danach kam beim Klinkermauerwerk bis Ende der 70er Jahre nur eine Mörtelfuge als Trennschicht zum Einsatz und seit dann immer mit Dämmung im Zwischenraum. In Norddeuschland in Küstennähe wurde auch bis in die 70er noch mit Luftzwischenraum gearbeitet, aber eher selten. Im Einzelfall kann man das mit geschultem Auge vor Ort erkennen, manchmal auch am Auflagepunkt der Fußfette, wenn die Luftschicht nach oben zum kalten Dachraum oder zur Abseite offen ist, was in den 50ern teilweise gemacht wurde.Das nennt sich dann übrigens "Einblasdämmung".
Schnubbihh schrieb:
Kann man hier realistisch mit Dämmung Fassade, Dach, Keller und Austausch der Fenster auf EH85 kommen?Hinsichtlich der Vorgaben bei der Gebäudehülle sehr wahrscheinlich ja. Den Primärenergiebedarf für EH85 wirst du ohne Einsatz regenerativer Energien (Wärmepumpe, Solar, Wassergeführter Kamin) wahrscheinlich nicht erreichen - Muss man durchrechnen.Schnubbihh schrieb:
- Wäre dies auch realistisch für <100k€ möglich?Bei Vergabe an Firmen: NeinBei 100% Eigenleistung: Ja.
Aber da du wohl weniger die Heizung selber tauschen und auch das Dach nicht selber neu eindecken wirst, wohl eher nicht.
Wenn es ausreicht, das Dach von innen zu dämmen und die Eindeckung nicht erneuert werden muss, bei BJ 1970 unwahrscheinlich, vielleicht. Aber auch dann nur sehr schwierig. Ein neues Dach mit Nebenarbeiten liegt bei 200 €/m²+. Die Fassade bei 120-160€, Fenster bei 600-900€ + Haustür + Schiebeelemente an der Terrasse wen gewünscht. Dann ist aber die Elektrik noch nicht gemacht, der Innenputz/Farbe noch nicht erneuert, die Fußböden noch nicht erneuert und die Küche ist auch noch alt und das Badezimmer mit den alten Leitungen ist auch noch da.
Es gibt zu vielen Arbeiten günstigere Alternativen, manchmal mit Nachteilen (Dämmung der Wände von innen, Dachdämmung von innen) und einiges kann man in Eigenleistung ausführen. Aus deinen Fragen spricht aber mangelnde Erfahrung in dem Bereich, daher würde ich das nicht empfehlen.
K
KarstenausNRW03.02.23 10:07Schnubbihh schrieb:
Wenn ich nun ein Haus finde, dass sich mit vertretbaren Aufwänden sanieren lässt und das eine alte Heizung besitzt, so könnte ich dann 150.000€ als Budget für Sanierung + Einbau Wärmepumpe über einen günstigen Kredit der KFW einplanen, oder? (vorausgesetzt Stufe 85 EE ist erreichbar)@Tassimat hat schon viel geschrieben.Ich selbst beende gerade die Sanierung einer 60er Jahre Immobilie zum Effizienzhaus 55 (rechnerisch zwischen 40 und 55) und kann sagen: Ja, es ist relativ einfach.
Vertretbarer Aufwand? Das musst Du für Dich entscheiden. Ich liege - vor gut zwei Jahren angefangen - aktuell deutlich unter T€ 100 (für 200qm), mache aber annähernd alles in EL. Heute wäre es deutlich teurer, alleine die WPs (ich habe zwei verbaut, da zwei Wohnungen im Haus) sind im Internet um gut 67% im Preis gestiegen. Die Resol-Dämmung (WDVS) sprengt im Moment jeden Preisvorstellung - liegt für 120mm (die brauche ich für 55 - verbaut habe ich 160mm) momentan bei 75€ den qm. Kannst für die Fassade nur die Kosten für die Dämmplatten ohne weiteres Material und Verarbeitung gut selbst nachrechnen. Mit der dünnen Dämmung erspart man sich ein Anpassen des Daches bei nur geringem Dachüberstand (bei Altbau teilweise gar nicht gegeben).
Ein Budget von T€ 150 für 180qm ist mit Fremdvergabe m.E. nicht erreichbar. Du musst ja tatsächlich überall Hand anlegen und kannst nicht ansanieren und manche Dinge sein lassen.
Schnubbihh schrieb:
Wie ist die Zinsbindung bei dem KFW-Kredit zu verstehen?Die KfW gibt immer Zinsfestschreibung/Laufzeit an. Also 10/10 bedeutet 10 Jahre Zinsbindung und 10 Jahre Laufzeit. Bei vielleicht 2 tilgungsfreien Anlaufjahren muss das Darlehen dann in den letzten 8 Jahren komplett getilgt werden (also über 8%). Dafür bekommst Du einen besseren Zinssatz.10/30 bedeutet dann 10 Jahre Zinsbindung bei 30 Jahren Laufzeit. Also 2,5-3% Tilgung.
Schnubbihh schrieb:
- Sehe ich es richtig, dass ein verklinkerter Massivbau ggf. den Vorteil der günstigen "Einspritzdämmung" hat?Nein, nicht zwingend. In dem Baujahr wurde gerne ohne Luftschicht gebaut. Davon abgesehen mag die Ein"blas"dämmung recht günstig sein, aber in der Regel geht es dann nur um wenige cm. Natürlich sehr gut, aber für ein 85er Haus meistens nicht ausreichend.Ähnliche Themen