ᐅ Risse in Maueröffnungsecken in WDVS System: Beurteilung
Erstellt am: 21.04.26 14:25
B
Bavilo1988B
Bavilo198821.04.26 14:25Hallo,
ende letzten Jahres wurde unser Haus mit 18cm WDVS gedämmt. Ich habe gesehen, dass, an allen Ecken oben und bei den Fensterbänken zusätzliche Diagonalarmierung eingebracht wurde. Wie genau es ausgeführt wurde kann ich leider nicht mehr sagen und Bilder habe ich von diesem Schritt leider keine gemacht.
Jetzt, da es wärmer geworden ist, sind mir an einigen Fenster und der Haustür diese leichten Risse in den Ecken aufgefallen. An den Alufensterbänken ist aber nichts eingerissen. Der Chef der ausführenden Firma hat mitsamt eines Außendienstlers von Caparol (System Hersteller) diese Risse begutachtet.
Mir wurde gesagt, dass diese Risse üblich sein und kein Grund zur Besorgnis sind. Diese Aussage wollte ich schriftlich haben.
Hier die Aussage von Caparol:
Schwundrissbildung in Beschichtungen
"An Ihrem Objekt wurden Schwundrisse in der Beschichtung festgestellt.
Diese Schwundrisse können entstehen, wenn strukturierte Putzflächen überstrichen werden. In den Vertiefungen der Putzstruktur bleibt beim Rollen naturgemäß mehr Farbe liegen. In Witterungsabhängigkeit (Temperatur, Wind) trocknet die Oberfläche des Anstriches schneller ab als in den Vertiefungen, wodurch es dort zu der feinen Rissbildung kommen kann.
Da sich diese Risse nur in den Anstrichoberflächen befinden, wird die Funktionsfähigkeit, das heißt Schlagregendichtigkeit, Wetterbeständigkeit und Haltbarkeit des Anstriches in keiner Weise beeinträchtigt. Der Anstrich ist voll funktionsfähig und es kann nicht von einem Mangel gesprochen werden, da die feinen
Risse (Rissbreite < 0,2 mm) feuchtetechnisch unbedenklich und unter gebrauchsüblichen Bedingungen (Abstand, Blickpunkt) nicht erkennbar sind. Diese Aussage steht im Einklang mit dem WTA-Merkblatt Nr. 2-4 Ausgabe 8.2008/D „Beurteilung und Instandsetzung gerissener Putze und Fassaden“ der Wissenschaftlich Technischen Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkerhaltung und Denkmalpflege e.V. bzw. dem BFS-Merkblatt Nr. 9 „Beschichtung auf mineralischem Außenputz“ des Bundesausschuss Farbe und Sachwertschutz.
Das bedeutet, dass diese Risse keinen Qualitätsmangel darstellen. Die Funktionstüchtigkeit des Anstriches bleibt voll erhalten."
Anbei ein paar Bilder der Risse:








Vielleicht bin ich blind. Aber für mich sieht das nicht so aus als wäre nur die Farbschicht gerissen.
Was meint Ihr dazu?
Sollten in der nahen Zukunft größere Schäden an genau diesen Stellen auftreten, dann hat sich Caparol mit Ihrer Aussage ja selber ins Bein geschossen.
ende letzten Jahres wurde unser Haus mit 18cm WDVS gedämmt. Ich habe gesehen, dass, an allen Ecken oben und bei den Fensterbänken zusätzliche Diagonalarmierung eingebracht wurde. Wie genau es ausgeführt wurde kann ich leider nicht mehr sagen und Bilder habe ich von diesem Schritt leider keine gemacht.
Jetzt, da es wärmer geworden ist, sind mir an einigen Fenster und der Haustür diese leichten Risse in den Ecken aufgefallen. An den Alufensterbänken ist aber nichts eingerissen. Der Chef der ausführenden Firma hat mitsamt eines Außendienstlers von Caparol (System Hersteller) diese Risse begutachtet.
Mir wurde gesagt, dass diese Risse üblich sein und kein Grund zur Besorgnis sind. Diese Aussage wollte ich schriftlich haben.
Hier die Aussage von Caparol:
Schwundrissbildung in Beschichtungen
"An Ihrem Objekt wurden Schwundrisse in der Beschichtung festgestellt.
Diese Schwundrisse können entstehen, wenn strukturierte Putzflächen überstrichen werden. In den Vertiefungen der Putzstruktur bleibt beim Rollen naturgemäß mehr Farbe liegen. In Witterungsabhängigkeit (Temperatur, Wind) trocknet die Oberfläche des Anstriches schneller ab als in den Vertiefungen, wodurch es dort zu der feinen Rissbildung kommen kann.
Da sich diese Risse nur in den Anstrichoberflächen befinden, wird die Funktionsfähigkeit, das heißt Schlagregendichtigkeit, Wetterbeständigkeit und Haltbarkeit des Anstriches in keiner Weise beeinträchtigt. Der Anstrich ist voll funktionsfähig und es kann nicht von einem Mangel gesprochen werden, da die feinen
Risse (Rissbreite < 0,2 mm) feuchtetechnisch unbedenklich und unter gebrauchsüblichen Bedingungen (Abstand, Blickpunkt) nicht erkennbar sind. Diese Aussage steht im Einklang mit dem WTA-Merkblatt Nr. 2-4 Ausgabe 8.2008/D „Beurteilung und Instandsetzung gerissener Putze und Fassaden“ der Wissenschaftlich Technischen Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkerhaltung und Denkmalpflege e.V. bzw. dem BFS-Merkblatt Nr. 9 „Beschichtung auf mineralischem Außenputz“ des Bundesausschuss Farbe und Sachwertschutz.
Das bedeutet, dass diese Risse keinen Qualitätsmangel darstellen. Die Funktionstüchtigkeit des Anstriches bleibt voll erhalten."
Anbei ein paar Bilder der Risse:
Vielleicht bin ich blind. Aber für mich sieht das nicht so aus als wäre nur die Farbschicht gerissen.
Was meint Ihr dazu?
Sollten in der nahen Zukunft größere Schäden an genau diesen Stellen auftreten, dann hat sich Caparol mit Ihrer Aussage ja selber ins Bein geschossen.
Hi,
dieses „nur im Anstrich“ ist so ein Klassiker, klingt beruhigend, lässt aber ein paar Fragen offen, findest du nicht? Klar, Schwundrisse <0,2mm sind laut WTA formal unkritisch, aber die sitzen halt auffällig genau an den typischen Spannungspunkten, Ecken von Öffnungen, da schaut man schon zweimal hin.
Wenn die Diagonalarmierung sauber drin ist, sollten genau dort eigentlich keine sichtbaren Risse entstehen, zumindest nicht flächig. Dass an den Alufensterbänken nichts ist, passt ins Bild, dort hast du andere Randbedingungen. Die Strukturputz-Argumentation ist nicht falsch, aber wirkt ein bisschen wie „passt schon“, vor allem wenn die Risse nicht nur in Vertiefungen laufen.
Die entscheidende Frage ist doch, kannst du mit dem Fingernagel eine Kante spüren oder wirkt das wirklich nur wie Haarlinien? Und hast du mal aus 1m Abstand geschaut, ob die Linien durchlaufen oder eher unregelmäßig abbrechen? Das trennt oft Anstrich von Putz.
Ich würde das dokumentieren und beobachten, Fotos alle paar Monate, wenn sich da was verbreitert Richtung 0,3mm wird’s interessant, auch juristisch. Ganz ehrlich, die schriftliche Aussage ist schon was wert, aber sie schützt eher den Hersteller als dich, auch wenn das keiner so direkt sagt.
dieses „nur im Anstrich“ ist so ein Klassiker, klingt beruhigend, lässt aber ein paar Fragen offen, findest du nicht? Klar, Schwundrisse <0,2mm sind laut WTA formal unkritisch, aber die sitzen halt auffällig genau an den typischen Spannungspunkten, Ecken von Öffnungen, da schaut man schon zweimal hin.
Wenn die Diagonalarmierung sauber drin ist, sollten genau dort eigentlich keine sichtbaren Risse entstehen, zumindest nicht flächig. Dass an den Alufensterbänken nichts ist, passt ins Bild, dort hast du andere Randbedingungen. Die Strukturputz-Argumentation ist nicht falsch, aber wirkt ein bisschen wie „passt schon“, vor allem wenn die Risse nicht nur in Vertiefungen laufen.
Die entscheidende Frage ist doch, kannst du mit dem Fingernagel eine Kante spüren oder wirkt das wirklich nur wie Haarlinien? Und hast du mal aus 1m Abstand geschaut, ob die Linien durchlaufen oder eher unregelmäßig abbrechen? Das trennt oft Anstrich von Putz.
Ich würde das dokumentieren und beobachten, Fotos alle paar Monate, wenn sich da was verbreitert Richtung 0,3mm wird’s interessant, auch juristisch. Ganz ehrlich, die schriftliche Aussage ist schon was wert, aber sie schützt eher den Hersteller als dich, auch wenn das keiner so direkt sagt.
D
derdietmar21.04.26 15:38Hallo,
ich denke das wird sich an diesen Stellen nicht ganz vermeiden lassen, auch bei korrekter Montage der Armierungsecken. Ich sehe es auch so, dass hier die Armierungsschicht mit gerissen ist, nicht nur die Farbe.
Eine mögliche Abhilfe kann Rissacryl sein. Die Risse leicht erweitern und mit Rissacryl verfüllen und überstreichen. So würde es der Fassadenbauer auch machen. Wird man nicht sehen und der Riss ist geschlossen. Ansonsten könnte Wasser eindringen und den Putz mit den Jahren schädigen.
Viele Grüße
ich denke das wird sich an diesen Stellen nicht ganz vermeiden lassen, auch bei korrekter Montage der Armierungsecken. Ich sehe es auch so, dass hier die Armierungsschicht mit gerissen ist, nicht nur die Farbe.
Eine mögliche Abhilfe kann Rissacryl sein. Die Risse leicht erweitern und mit Rissacryl verfüllen und überstreichen. So würde es der Fassadenbauer auch machen. Wird man nicht sehen und der Riss ist geschlossen. Ansonsten könnte Wasser eindringen und den Putz mit den Jahren schädigen.
Viele Grüße
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